Mörderischer Sommer

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • Londo: Quercus, 2017, Titel: 'A summer revenge', Originalsprache
  • Hamburg: Atlantik, 2018, Seiten: 304, Übersetzt: Sepp Leeb & Kristian Lutze

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Jörg Kijanski
Hard-Boiled in Dubai

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Dez 2017

Akyl Borubaew hat seine Stelle als Inspektor der Mordkommission von Bischkek verloren, nachdem er in seinem letzten Fall eine Anweisung von Michael Tynalijew, dem mächtigen Minister für Staatssicherheit, missachtet hat. Ausgerechnet dieser bietet ihm nun die Chance, seinen geliebten Job zurück zu bekommen. Natascha Sulonbekowa, unlängst noch die Geliebte des Ministers und für diesen peinlicherweise noch dazu eine Professionelle, hat sich nach Dubai abgesetzt. In ihrem Gepäck befindet sich ein USB-Stick mit brisanten Informationen. Der Stick plus Natascha sollen zurück nach Kirgisistan, dann bekommt Borubaew seinen alten Posten.

"Mehr oder weniger beruflich. Nicht im Auftrag der Mordkommission. Privat."
"Ein wütender Freund will seine Geliebte aufspüren? Ein wütender, sehr reicher und mächtiger Freund? Tynalijew also."
"Heutzutage ist jeder Detektiv."
"Wohl kaum. Aber jeder weiß, dass dein alter Boss auf junge Mädchen steht, während seine Frau praktischerweise in einer hinreichend entlegenen Datscha lebt und in die andere Richtung guckt."

Borubaew fliegt nach Dubai, wo der Tschetschene Salman Kulajew sein Kontaktmann sein soll. Dieser schickt Borubaew zunächst zu dem skrupellosen Zuhälter und Waffenschieber Marko Atanasow, um in den Besitz einer Pistole zu kommen. In dessen Wohnung findet Borubaew den Zuhälter brutal ermordet vor.

Über einen Nachtclub findet Borubaew alsbald Natascha, die ihm eröffnet, dass der gesuchte Stick Zugangsdaten zu einem Offshore-Konto enthält, auf dem Tynalijew rund zehn Millionen Dollar geparkt hat. Doch Natascha hat den Code geändert, fordert zehn Prozent sowie eine Lebensgarantie.

Kurz darauf gibt es für Borubaew ein Wiedersehen mit Saltanat Umarowa, einer Killerin des usbekischen Sicherheitsdienstes. Sie soll eine tschetschenische Terrorzelle ausmerzen, die in Dubai Geld und Waffen für den Befreiungskampf gegen Russland organisieren will. Deren Chef ist Salman Kulajew.

Dritter Teil des kirgisischen Quartetts

Nach "Blutiger Winter" und "Tödlicher Frühling" liegt mit "Mörderischer Sommer" der dritte und somit vorletzte Teil des kirgisischen Quartetts von Tom Callaghan vor, der selbst viele Jahre in Kirgisistan und in Dubai lebte. Wie schon bei den Vorgängern geht es wenig zimperlich zur Sache, so dass es selbst in einer der sichersten Städte der Welt (Dubai) zu einer stattlichen Ansammlung von Leichen kommt. Das mag auch daran liegen, dass in dem Roman keine Polizei unmittelbar vorkommt.

Dubai wird nicht nur als krasser Gegensatz zu Bischkek geschildert. Hier große Ölverkommen, Luxuskarossen sowie der trübe Dubai-Creek, auf der anderen Seite monatelang Schnee, altersschwache Moskwitsch und der stille Yssykköl-See. Dass Borubaew jedoch ständig ins Schwitzen gerät, liegt nicht nur an den unerträglichen Temperaturen, sondern vor allem am hohen Bleigehalt in der Luft.

"Manchmal ist mein Job wie Schach spielen im Dunkeln. Man kann die Figuren nur an ihren Konturen erkennen - die Mütze des Läufers, die Mähne des Pferds -, aber man weiß nicht, ob man mit Schwarz oder Weiß zieht."

Die Sprache Callaghans ist schnörkellos, offen und brutal. Wenn zu allem bereite (tschetschenische) Freiheitskämpfer und verzweifelte Prostituierte zu den heimlichen Hauptakteuren werden, dann darf man keine normale Konversation erwarten. Dann wird es in jeder Hinsicht schmutzig.

Der Protagonist zeigt sich dabei einmal mehr als ambivalente Figur. Einerseits offenbar das Herz am richtigen Fleck, andererseits die Makarow immer an der passenden Stelle zur Hand.

Wer harten Stoff mag, ist bei diesem Thriller genau richtig

Er will vor allem die Toten rächen, doch der Schritt zur Selbstjustiz ist kurz. Vor allem, wenn die offenbar gänzlich gefühlslose Saltanat an seiner Seite kämpft; wie schon in "Tödlicher Frühling" zu erfahren war. Trotz der Angst vor dem allmächtigen Minister, der ihn im Zweifelsfall nach seiner Rückkehr eliminieren wird, um einen Mitwisser sicherheitshalber auszuschalten, findet Borubaew Mittel und Wege, um letztlich nicht nur sich selber aus "der ganzen Scheiße" zu retten. Wer harten Stoff mag, der ist hier richtig.

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Letzte Kommentare:
31.07.2018 12:01:08
Anja.Schade@aol.com

Ich mag die Reihe um Akyl Borubaew sehr, daher habe ich mir auch sofort diesen Teil besorgt. Wie immer sehr spannend, gut konstruierte Handlung. Natürlich brutal, das sind alle diese Bücher, das muss man mögen, sonst sollte man diese Reihe nicht lesen. Einzig das Verhältnis Akyl zu Saltanat ist etwas unglaubwürdig, vor allem wenn man den Charakter von Akyls erster Frau miteinbezieht, aber das tut der Spannung keinen Abbruch