Blumenkinder

Erschienen: Juli 2016

Bibliographische Angaben

  • Meßkirch: Gmeiner, 2016, Seiten: 249, Originalsprache

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Jörg Kijanski
Freie Liebe und die wilden 68er

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2019

Die Festnahme einer Verdächtigen geht mächtig daneben, und obwohl sich Hauptkommissar Tom Sydow nichts vorzuwerfen hat, wird gegen ihn ein Verfahren zur Prüfung einer möglichen Dienstpflicht-Verletzung eingeleitet. Er lässt es also ruhig angehen, als ihn seine Stieftochter Veronika im Büro aufsucht. Eigentlich geht es um eine reine Privatangelegenheit, doch sie macht sich zudem Sorgen um eine junge Studentin, die seit mehreren Wochen nicht mehr zu ihrer Vorlesung erschien.

Die 19-jährige Marie-Luise „Malu“ Lieberknecht hat es aus der bayerischen Provinz nach Berlin verschlagen, wo sie auch die Mitglieder einer Kommune kennenlernt, die die freie Liebe predigen. Noch während Veronika mit Sydow spricht klingelt dessen Telefon: Ein Leichenfund am Gericke-Steg. Bei der Toten handelt es sich um Malu, deren Handgelenke darauf hinweisen, dass diese öfter Heroin konsumiert hat. Ein weiteres, trauriges Drogenopfer.

Doch die Obduktion ergibt ein anderes Bild, denn Malu wurde brutal vergewaltigt und anschließend erstickt. Die Spuren führen direkt zu der Kommune, wo die Polizisten erwartungsgemäß auf aggressive Ablehnung treffen…

Eine Studentenrevolte, die bis heute nachhallt

„Blumenkinder“ ist bereits der neunte Fall für Tom Sydow, der erstmals 1942 in „Walhalla-Code“ ermittelte. Seitdem haben sich die Zeiten gewaltig geändert. Es ist die Zeit der APO, der außerparlamentarischen Opposition, die Zeit des Attentats auf Benno Ohnesorg - und die Zeit der freien Liebe. Junge Menschen, die in Kommunen leben, begegnen dem Staat und seinen Vertretern, insbesondere der Polizei, mit unverhohlener Verachtung und Gewalt. Diese vom Widerstand der Studenten geprägte Zeit bildet den Hintergrund des vorliegenden Romans, der einen durchaus interessanten Einstieg in das Thema „1968“ (Studentenrevolte, Hippies usw.) bietet.

„Sie werden es zwar nicht gerne hören, aber was unsere Progressivität angeht, können Sie nicht mithalten.“

„Und was, wenn ich gar nicht mithalten will?“

„Sie wollen es, wir wollen es, alle wollen es. Wichtig ist nur, bürgerliche Verhaltensweisen und Abhängigkeitsverhältnisse zu liquidieren.“

„Als da sind?“
„Ehe, Besitzansprüche gegenüber dem Sexualpartner, Anforderungen der Eltern an ihre Kinder und umgekehrt, Akkumulation materieller Güter, Abschottung mittels Privatsphäre, Konsumgütern oder Statussymbolen – und so weiter, und so fort. Am Anfang steht die Liquidierung der Privatsphäre, und, damit verbunden, die Besitzlosigkeit all derjenigen, die bereit sind, ihre Persönlichkeit zugunsten des Kollektivs zu opfern.“

„Ich will Ihnen ja nicht zu nahetreten, Herr Habermaier, aber mir kommt das ziemlich bekannt vor.“

„Soll das etwa ein Versuch sein, uns, die wir hier sitzen, mit den politisch Verantwortlichen in Ost-Berlin in einen Topf zu werfen?“

Der eigentliche Krimiplot ist hingegen weniger spannend, denn von vornherein führt die einzige Spur zu besagter Kommune, und da diese maßgeblich aus vier Leuten besteht, ist der für den Mord in Frage kommende Personenkreis recht überschaubar. Die Auflösung überrascht dann auch wenig, bietet allerdings eine kleine Wendung, welche man sich vor dem zeithistorischen Hintergrund aber womöglich denken kann. Auch sprachlich ist der Roman kein Highlight, manche platten Sprüche trüben den Lesespaß beträchtlich (Beispiel: „Sommer ade, scheiden tut weh. Sie haben doch nichts dagegen, wenn ich ein bisschen frische Luft hereinlasse?“).

Fazit:

Wer sich für die wilden 68er-Jahre interessiert, lege die Doors als Begleitmusik auf und kann gerne das Buch lesen. Der Spannungsbogen ist allerdings arg überschaubar, und wer in die Geschichte der APO tiefer einsteigen möchte, sollte direkt zur Fachliteratur greifen, die im letzten Jahr („50 Jahre 1968“) reichlich den Buchmarkt flutete.

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