Roter Zorn

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • London: Faber and Faber, 2014, Titel: 'The Beast in the Red Forest', Originalsprache
  • München: Knaur, 2016, Seiten: 352, Übersetzt: Karl-Heinz Ebnet

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Ukraine, Anfang 1944: Der Krieg tobt immer brutaler. Nach einem Massaker findet man eine verkohlte Leiche. Alle Indizien deuten darauf hin, dass es sich bei dem Toten um Inspektor Pekkala handelt. Doch Stalin weigert sich, das zu glauben. Auf Befehl des Diktators muss Major Kirow, Pekkalas Assistent, an die Front, um Nachforschungen anzustellen. Tief in den Wäldern der Ukraine gerät er in den gnadenlosen Partisanenkrieg gegen die Deutschen und bemerkt viel zu spät, dass er in eine Falle zu laufen droht ...

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Letzte Kommentare:
14.12.2016 17:10:37
tassieteufel

Zwei Jahre sind vergangen, seit Pekkala den Auftrag hatte, das Bernsteinzimmer entweder in Sicherheit zu bringen oder zu zerstören. Seither ist der Sonderermittler spurlos verschollen und gilt als tot. Doch Major Kirow, Pekkals Freund und Assistent mag nicht daran glauben, dass das Smaragdauge wirklich tot ist und auch Stalin hat so seine Zweifel. Als Anfang 1944 die Situation in der Ukraine zu eskalieren droht, schickt Stalin Major Kirow an die Front, um dort Nachforschungen anzustellen und Pekkala bei Erfolg nach Moskau zurück zu holen. Doch in den tiefen Wäldern der Ukraine, mitten im bittersten Winter, gerät der Major zwischen alle Fronten. Die rote Armee, die Deutschen und die Partisanen bekämpfen sich untereinander und Kirow ahnt nicht, dass er in eine gut inszenierte Falle läuft.

Auch im 5. Band um den ungewöhnlichen Sonderermittler Stalins, ist Autor Sam Eastland wieder eine sehr dichte und wendungsreiche Story gelungen, die zudem wieder ein recht unbekanntes Stück Vergangenheit beleuchtet. Über den Partisanen Krieg in der Ukraine im Winter 1944 wußte ich bisher nur wenig und dem Autor ist es nicht nur gelungen, hier einen dichten historischen Hintergrund zu zeichnen, sondern auch mein Interesse für die geschichtlichen Zusammenhänge zu wecken.
Schon die eisigen Temperaturen im Winter 1944 erzeugen eine Gänsehaut beim Lesen und vermitteln gut, wie schwierig die Lebendbedingungen damals waren. Das entbehrungsreiche Leben der Menschen im tiefsten Winter, die zermürbenden Kampfhandlungen, das Doppelspiel einzelner Parteien und die Verschwörung, die nur langsam zu Tage tritt, werden gelungen miteinander verwoben und ergeben eine dichte Story, die von Anfang an spannend und undurchschaubar ist. Selbst wenn man glaubt, den Plot zu durchschauen, kommt es am Ende doch ganz anders! Hier ist es dem Autor gekonnt gelungen, den Leser auf eine falsche Fährt zu locken und den Spannungsbogen durchweg hoch zu halten.
Auch die Charaktere werden in dieser Folge weiter entwickelt, diesmal erfährt man etwas mehr über Major Kirow und gerade am Anfang des Buches gibt es einige Szenen, die durchaus amüsant sind und zum schmunzeln anregen. Auch Stalins Sekretär, der eher verhuschte und ängstliche Poskrjobyschew, bekommt ein wenig mehr Raum. Das er am Ende dann regelrecht tollkühn wird, fand ich ein wenig unglaubwürdig, aber das ist nur ein winziger Kritikpunkt bei einem ansonsten sehr spannenden Buch.
Sehr gelungen ist auch das Buchcover, das zum Rest der Reihe paßt und auch den Inhalt wunderbar thematisiert. Schade allerdings dass es keine Anmerkungen des Autors zu den Fakten, Fiktion und historischen Hintergründen gibt, so etwas rundet gerade einen auf historischen Fakten beruhenden Krimi immer gut ab.

FaziT: ein spannender und wendungsreicher historischer Krimi vor einem dicht geschilderten historischen Hintergrund bietet hier unterhaltsame Lesestunden und die Freude auf den nächsten Band.