Schattenschläfer

Erschienen: Januar 2016

Bibliographische Angaben

  • London: Avon, 2015, Titel: 'Dead Man Walking', Originalsprache
  • München: Piper, 2016, Seiten: 480, Übersetzt: Bärbel Arnold, Velten Arnold

Couch-Wertung:

85°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

2 x 91°-100°
1 x 81°-90°
1 x 71°-80°
1 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
1 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:74
V:5
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":1,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":1,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":1,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":1,"85":0,"86":0,"87":0,"88":0,"89":0,"90":0,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":2,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":0}
Andreas Kurth
Strangers in the night

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jun 2015

Im Prolog stellt die Polizei einem brutalen Serienmörder in Dartmoor eine Falle - von den Ermittler "der Fremde" genannt. Die junge Polizistin Gemma Piper schießt ihn an, und sieht ihn bei der Verfolgung vermeintlich im Moor versinken. Auf jeden Fall hört die Mordserie danach auf.

Zehn Jahre später werden zwei unerfahrene Camperinnen im Lake District vermisst. Detective Sergeant Mark Heckenburg hat sich vor kurzem nach einem mächtigen Zoff mit seiner Vorgesetzten Gemma Piper hierher versetzen lassen. Eine der Frauen wird getötet, die Überlebende finden Heckenburg und seine junge Kollegin am Seeufer. Sie berichtet davon, dass der Killer im schier undurchdringlichen Nebel immer wieder "Strangers in the night" gepfiffen habe.

Heckenburg ist alarmiert - dieses Lied war so etwas wie die Erkennnungsmelodie des "Fremden". Er informiert Superintendent Gemma Piper, die ebenfalls in den Lake District kommt. Doch es gibt weitere brutale Morde, auch an einem Polizisten, und die Jagd auf den Killer wird für Bevölerung und Ermittler zu einem wahren Alptraum.

Autor fesselt den Leser von der ersten Seite an

Der englische Journalist Paul Finch hat sich als Autor von Drehbüchern und Horror-Geschichten einen Namen gemacht, bevor er mit der Reihe um den überaus eigenwilligen Polizisten Mark Heckenburg in das Krimi-Genre eingestiegen ist. Schattenschläfer ist bereits der vierte Band dieser Reihe - für mich war es das erste Werk von Finch. Der englische Original-Titel "Dead Man Walking" ist viel passender, wie sich bei der Lektüre schnell zeigt, aber hier ist dem Verlag wohl keine ansprechende Übersetzung eingefallen.

Der Prolog bietet einen guten Einstieg in die spannende Geschichte, und Paul Finch schafft es von Beginn an, den Leser zu fesseln. Dazu trägt in meinen Augen unter anderem bei, dass er sich mit dem Lake District eine überaus bizarre Landschaft als perfekte Kulisse für diesen Thriller ausgesucht hat.

Dauerhafter Nebel, merkwürdige Akustik in den Bergen und auch der eigenwillige Menschenschlag schaffen daher neben der brutalen Mordserie eine mehr als bedrückende Atmosphäre. Schroffe Berge, tiefe Gewässer, schier endlose Trockensteinmauern, unzugängliche Höfe - und dazwischen ein unbekannter und überaus brutaler Killer. Schaurig und gruselig, nicht als Lektüre vor dem Einschlafen geeignet.

Leser und Ermittler werden atemlos durch die Seiten gehetzt

Der Autor bringt große Dynamik in seine Geschichte, indem er den Mörder die Ermittler und die potenziellen Opfer förmlich vor sich hertreiben lässt. Der Leser kennt zudem schon weitere Mordfälle, bevor die Polizisten die neuen Leichen gefunden haben. Bevölkerung und Ordnungskräfte stochern im Wortsinne im Nebel herum.

Jedes Knacken im Gebälk, jedes Geräusch im Freien, der Anblick nur schemenhaft zu erkennender Gewächse - alles mögliche löst angesichts der Bedrohung und der unheimlichen Umgebung geradezu panische Angst aus.

Man merkt, dass Paul Finch schon etliche Horror-Geschichten zu Papier gebracht hat. Die brutalen Morde werden geradezu zelebriert, und der Leser ist oft genug hautnah dabei.

Der Plot lebt lange davon, dass man sich fragt, was als nächstes passieren könnte, wen es noch erwischt. Überraschende Wendungen sind in diesem Szenario zunächst nicht vorgesehen, aber das führt keineswegs zu einem Abfall der enormen Spannung - Leser und Ermittler werden gleichermaßen atemlos durch die Seiten gehetzt.

Mark Heckenburg ist ein Polizist wie ein Bulldozer

Der Plot ist im Grunde so einfach wie bemerkenswert. Ein bewaffneter Mörder versetzt die Bevölkerung eines kleinen Dorfes samt einiger Polizisten in eine Art Belagerungszustand. Nervenkitzel und Gänsehaut beim Leser stehen eindeutig im Vordergrund, wirklich tiefgründig sind die Charaktere nicht gezeichnet. Und dennoch übernehmen die einzelnen Protagonisten wichtige Funktionen in dieser Geschichte.

Mark Heckenburg ist ein Polizist wie ein Bulldozer, den aber der Zoff mit seiner Vorgesetzten und Ex-Freundin Gemma Piper tief getroffen hat. Vor dem Beginn der Mordserie hat er sich vorsichtig der Pub-Wirtin Hazel Carter angenähert, die für ihn persönlich, aber auch für die Dorfbewohner ein echter Ruhepool im zunehmenden Chaos ist.

Gemma Piper ist in den Polizeirängen seit ihrer entscheidenden Rolle beim Beenden der Mordserie des "Fremden" weit nach oben gespült worden, als Superintendentin leitet sie eine Spezialabteilung mit landesweiter Zuständigkeit. Jetzt steckt sie in den schrecklichen Ereignissen im Lake District fest, weil sie die Möglichkeit, dass der "Fremde" doch noch lebt, unwiderstehlich angezogen hat. Ihr hoher Rang ist dabei wenig hilfreich, sie wird wie alle anderen zur potenziellen Zielscheibe.

Im letzten Drittel des Romans zieht der Autor das Tempo nochmals gewaltig an, jetzt warten doch so einige Wendungen und Überraschungen auf den Leser. Das Finale bringt dann jede Menge Dramatik - und eine Lösung, die mich wirklich total überrascht hat. Paul Finch ist ein exzellenter Thriller-Autor, der seine Leser perfekt unterhält und bis zur letzten Seite fesselt.

Schattenschläfer

Schattenschläfer

Deine Meinung zu »Schattenschläfer«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
20.09.2018 21:59:31
Biggi M.

Der Thriller „Schattenschläfer“ (2016) von Paul Finch ist der 4. Fall von Mark Heckenburg. Ein Thriller, der so spannend ist, dass ich diesen in einem
Rutsch verschlungen habe. Paul Finch ist der Meisterautor der Verfolgungsjagden, die fast wieder den ganzen Thriller einnehmen, ohne jemals langweilig zu werden.

Inhalt mit meinen Worten:
Detective „Heck“ Mark Heckenburg wird in den Norden Englands, in die dörfliche Gegend des Lake District, versetzt. Schuldig daran sind die Vorfälle mit dem letzten Fall der "Nice Guys“ und dem Disput mit seiner Vorgesetzten und seiner Exgeliebten Gemma Piper. Nach dem das Dorf durch starken Nebel völlig isoliert ist, werden dort zwei Wanderinnen vermisst. Eine der beiden wird schwerverletzt gefunden und sie erzählt von einem Verfolger, der die Melodie "Strangers in der Night" pfeift und ihre Freundin niedergeschlagen hat. Heck erinnert sich an den Fall des "Fremden", der die gleiche Melodie gepfiffen hat, und ein Serienmörder vor 10 Jahren war. Allerdings hat Gemma Piper diesen "Fremden" schwer verletzt, als er flüchten konnte. Hat der Serienmörder überlebt und schlägt erneut zu. Als Gemma Piper Heck zur Unterstützung in die neblige Einöde kommt, schlägt der Mörder unzählige Male zu und das ganze Dorf ist in Lebensgefahr. Das Ende ist spektakulär und völlig unerwartet.


Auffallend an diesem Buchexemplar ist diesmal der grün gefärbte Papierschnitt. Englische Ausgabe ist erschienen unter „Dead man walking“.
Von mir erhält dieses Buch die Note „ausgezeichnet“.

Paul Finch ist ein englischer Autor und war Polizist und Journalist. Ein guter Grundsatz zur Erstellung dieser spannenden Thriller. Ein Autor, der mich in Story und Schreibstil so begeistert hat, dass ich alle seine erscheinenden Bücher lese. Mittlerweile bin ich ein großer Fan!

28.07.2016 16:15:16
michi_52

Wolf de Jonghe hat es auf den Punkt gebracht. Dieser Plot ist nicht nur abstrus sondern zeichnet sich auch dadurch aus, daß es neben ausufernden Beschreibungen von Land und Leuten Kapitel gibt, die man getrost komplett ignorieren kann.
Beispiel: der Nebel ist so dicht, daß man kaum die Zehenspitzen sehen kann. Nur dem schizophrenen Mörder macht das alles nichts. Als Krönung wird dem Leser dann noch ein Quad-Rennen durch unwegsames Gelände mit Geschwindigkeiten von 90 km/Std. verkauft. Wie gesagt: bei Nebel!
Ein Kapitel befasst sich nur mit der Abholung von Heckenburgs Kollegin Piper vom Bahnhof. Was soll so etwas?
Somit hat man streckenweise das Gefühl, der Roman war eine Woche vor der "Deadline" erst zur Hälfte fertig. Dann musste hecktisch der Rest noch dazu geschrieben werden.
Dieser Roman gehört in´s Altpapier, bzw. in meinem Fall in den Elektronikschrott...

05.06.2016 14:44:19
Wolf de Jonghe

Spannend ja - aber leider extrem konstruiert und voller unrealistischer Volten! Allein die Szene, in der das rasende Mörderwesen (das sich anscheinend teilen kann, denn es ist in der Lage, in kürzester Folge in undurchdringlichem Nebel und unwegsamer Landschaft ein Dutzend Leute teilweise genüsslich zu massakrieren) am Ende zur Strecke gebracht wird, ein einziger Quatsch: Ein Hinterhalt, den die schwer lädierten Ermittler irgendwie in einer Zeitfalte zusammengeschraubt haben müssen, denn in "Echtzeit" ist dieser genialische Dreh absolut nicht nachvollziehbar. Durchweg schlampige Landschafts- und Personenzeichnung, so dass alle handelnden Personen in jeder Hinsicht nur so im Ungefähren bleiben und keinerlei Empathie mit nichts und niemandem aufkommen mag. Für Leser, denen Realitätsbezüge in Krimis nicht wichtig sind, möglicherweise ganz gute Unterhaltung. Für alle anderen: Trash! Effekthascherisches Gemetzel - lesen und ab damit in die Flohmarktkiste!

08.04.2016 16:13:41
Uwes-Leselounge

Vor zehn Jahren ermittelten Gemma Piper und Ihr Kollege Mark Heckenburg in einer brutalen Mordserie an jungen Paaren. Bei einem Undercover Einsatz von Piper flieht der mutmassliche Täter schwer verletzt. Da keine Leiche gefunden werden konnte, gingen alle davon aus, dass dieser tot im Moor liegt.

Doch nun kehrt der Killer anscheinend zurück. Denn im Lake District werden zwei jungen Wanderinnen vermisst. Eine Suche nach den beiden ist nur schwer möglich, da ein schier undurchdringlicher Nebel das Tal gefangen hält. Alle Anzeichen deuten daraufhin, dass "Der Fremde" zurückkehrt ist. Wenn du die Melodie von "Strangers in the Night" hörst, ist es um dich geschehen... Er wird dich finden, er versteckt sich im Dunkeln und er tötet brutal und auf grausame Weise. Heckenburg heftet sich gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin, Gemma und seiner neuen Kollegin Mary-Ellen an die Fersen des Killers. Doch schon bald muss Heckenburg erkennen, dass sie in einer fast ausweglosen Situation stecken. Denn der Killer scheint ihnen immer zwei Schritte voraus zu sein.

Mich machte der Klappentext und auch die sehr tolle Rezension von Alex Thrillertante
verdammt neugierig auf die Geschichte, doch ich muss leider sagen, dass ich mich mit dem Buch sehr schwer getan habe. Zum einen lag es an dem sehr detailreichen Schreibstil des Autors. Es störte mich, dass während einer "Verfolgungsjagd" die Landschaft von A-Z beschrieben wurde. Es war mir ein Tick zu viel, dies hätte man abkürzen können. Ebenso baute sich mir beim Lesen nicht der Nervenkitzel auf, den ich auf Grund des Settings mir gewünscht und erwartet hatte. Vielleicht lag es an meinen zu hohen Erwartungen, ich weiß es nicht.

Meiner Meinung nach, hätte die Geschichte noch einen höheren Touch Psycho sowie mehr Tempo vertragen können. So wollte bei mir einfach kein richtiger Lesefluss aufkommen. Auch die Charaktere blieben für mich relativ nüchtern und teilweise (Gemma Piper) fast schon unnahbar.

FAZIT: Obwohl Paul Finch einige gute Ideen hinsichtlich der Morde hatte, konnte mich das Buch nicht vollens überzeugen. Blasse Charaktere mit wenig Tiefe oder kalt wie ein Fisch (Gemma). Aber es gab auch etwas positives, so ist es ja nicht, denn das Ende und die Auflösung fand ich gelungen. Ich wusste trotz all den oben erwähnten Punkten bis zum Schluss nicht, wer der Killer war. Einige von euch werden mich vielleicht steinigen ;), denn ich weiß, dass viele den Schreibstil und die Bücher von Paul Finch mögen, aber er und ich, das wird wohl nichts werden - leider.

So vergebe ich gut gemeinte 3 Nosinggläser.

24.02.2016 00:10:41
Mike Stone

Richard Laymon in modernem Gewandt. Grandios zelebriert ein begabter Autor eine Art englisches Schlachtfest in beklemmender Atmosphäre, das einen als Leser nicht eine Seite loslässt. Wunderbar geschrieben! Paul Finch ist ein würdiger Erbe eines leider fast vergessenen Genies der Thriller Literatur. Für Krimi-Leser unpassend, für "normale" Detective-Thriller-Leser auch unpassend. Für Liebhaber von bspw Büchern wie "Die Nacht", "Das Beben", etc. ein Traum. M.E. tritt Finch würdevoll und mit viel Respekt in sehr große Fußstrapfen. Man könnte auch sagen: "It's a hell of a ride".

24.02.2016 00:08:31
Mike Stone

Richard Laymon in modernem Gewandt. Grandios zelebriert ein begabter Autor eine Art englisches Schlachtfest in beklemmender Atmosphäre, das einen als Leser nicht keine Seite loslässt. Wunderbar geschrieben! Paul Finch ist ein würdiger Erbe eines leider fast vergessenen Genies der Thriller Literatur. Für Krimi-Leser unpassend, für "normale" Detective-Thriller-Leser auch unpassend. Für Liebhaber von bspw Büchern wie "Die Nacht", "Das Beben", etc. ein Traum. M.E. tritt FInch würdevoll und mit viel Respekt in sehr große Fußstrapfen. Man könnte auch sagen: "It's a hell of a ride".

15.01.2016 11:09:09
Novalis

Mein erstes Buch von diesem Autor.
Nachdem die vorher gegangenen Bücher gute Kritiken erhielten begann ich zu lesen.
Allerdings wurde ich nach kurzem Spannungsboden schnell enttäuscht. Das Buch baut sich zu langsam auf. Ich verlor oft die Lust am weiterlesen.
Es kommen kurze Momente auf wo es beginnt spannend zu werden und viele langweilige Momente.
Ich persönlich kann es nicht wirklich empfehlen.