Doppelweiss

Erschienen: Januar 2000

Bibliographische Angaben

  • Paris: Éd. Baleine, 1997, Titel: 'Double blanc', Seiten: 164, Originalsprache
  • Innsbruck: Haymon, 2000, Seiten: 158, Übersetzt: Regina Keil-Sagawe
  • Zürich: Unionsverlag, 2002, Seiten: 155

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Jörg Kijanski
Gelungene Fortsetzung der Kommissar-Llob-Trilogie

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mai 2003

Zu Beginn seiner Polizeilaufbahn lernt Kommissar Brahim Llob Ben Ouda kennen, der es später zu einer beachtlichen Karriere im diplomatischen Dienst schafft. Jahrzehnte später bittet Ouda Llob zu einem Treffen und klagt ihm seine Unzufriedenheit über den aufrührerischen Zustand in seinem Land. Hiergegen will Ouda mit einem Enthüllungsbuch vorgehen und teilt Llob mit, dass er im Besitz eines sensationellen Dokumentes mit dem Codenamen "N.O.S." sei und bittet Llob, der selber gerade erst ein Buch veröffentlicht hat, Ouda bei seiner geplanten Publikation zu unterstützen. Llob bittet sich Bedenkzeit aus, doch nur wenig später liegt Ben Ouda enthauptet in seiner Wohnung. Sein Kopf befindet sich vermimt mit einer Bombe in der Kloschüssel seines Badezimmers. Ein Augenzeuge berichtet von mehreren Mördern, doch kurz darauf begeht dieser Selbstmord.

Da Ouda aufgrund seiner beruflichen Karriere kein Unbekannter ist, schaltet sich der Geheimdienst in die Ermittlungen ein. Offenbar waren Oudas Mörder auf der Suche nach einer Diskette, auf der sich das besagte Dokument befand. Die Lage in Algier scheint sich derweil zu überschlagen, denn fast unmittelbar nach dem Mord an Ouda wird ein weiterer Intellektueller ermordet. Abad Nasser, Professor an der Universität von Benak, wird in seinem Auto von mehreren Kugeln förmlich durchsiebt.

Schon bald führen Kommissar Llob und sein Team erste Spuren zu dem früheren FLN-Aktivisten Athmane Mamar, der bei einem Sprengstoffanschlag auf sein Geschäft schwer verletzt wurde. Mamar war einst Chef von Gaid Ali, genannt "der Friseur", der, wie sich herausstellt, neben vier weiteren Männern an dem Mord an Ouda beteiligt war. Ouda war ein enger Freund von Mamar und Prof. Nasser, dem Bruder von Mamars Frau. Aber was hat es mit der ominösen Diskette auf sich? Weitere Spuren führen zu dem einschlägig bekannten Unternehmer Abderrahmane Kaak, der unter anderem als Geldwäscher für den einflussreichen Milliardär Dahmane Faid tätig ist. Viel Zeit bleibt Llob allerdings nicht, denn das brutale Morden hat gerade erste begonnen...

Das Morden in Algier geht in die zweite Runde

"Doppelweiß" ist der zweite Teil der Algerien-Trilogie mit Kommissar Brahim Llob, deren dritter Band "Herbst der Chimären" 2002 den Deutschen Krimipreis gewann. Alle drei Teile erschienen 2006 in einem preiswerten Sammelband des Unionsverlages und dort in der von Thomas Wörtche betreuten "metro"-Reihe. Dabei sind die Entstehung der "Llob"-Romane und deren Veröffentlichung nicht minder spannend als deren Inhalt, denn Yasmina Khadra ist bekanntlich das Pseudonym von Mohammed Moulessehoul. Dieser konnte seine Bücher Ende der 1990er Jahre nicht in Algerien veröffentlichen und so tat dies für ihn seine in Frankreich lebende Frau, deren Name ihm als Pseudonym diente. Ein Pseudonym, welches übrigens bis heute beibehalten wurde.

"Doppelweiß" schließt nahtlos an seinem Vorgänger an und ist in manchem Punkt (leider) eine schlichte Wiederholung. Der verstorbene Inspektor Serdj wird ersetzt durch den Fallschirmjäger Ewegh Seddig, der im wahrsten Wortsinne über eine gehörige Durchschlagskraft verfügt. Zahlreiche zertrümmerte Nasen belegen dies eindrucksvoll.

 

"Ich sehe die Polente lieber von fern. Ich bin so allergisch gegen die Bullen, dass schon der Anblick eines Kalbs mich zum Kotzen bringt."

 

Erneut geht es recht burschikos zur Sache. Kein Wunder, denn nach wie vor herrschen große Unruhen in Algerien; Polizisten und Intellektuelle gelten weiterhin als Freiwild. So greifen denn auch Kommissar Llob, Seddig und (einmal mehr) Lino nicht immer zu legalen Mitteln.

 

"Wir sind von der Polizei", versuche ich ihn einzuschüchtern.
"Niemand ist vollkommen."

 

Llob selbst ist ein Zyniker mit Drang zu morbiden Humor. Kein Wunder, denn auf sein eigenes Leben gibt er nicht allzu viel und seine Familie weis er bei seinem Bruder in Sicherheit. Dafür eckt er einmal mehr bei seinem Vorgesetzten an, der von Llobs Methoden alles andere als begeistert ist.

 

"Jetzt liegt' s an mir, so viel Lärm wie möglich zu machen, um das Wild aufzuscheuchen. Ich verlange frei Hand."
"Tut mir leid, ich habe keine Hand mehr frei. Ich habe alle Hände voll zu tun, den Scherbenhaufen, den du hinterlassen hast, beiseite zu kehren. Was du jetzt anstellst, geht voll auf deine Kappe."

 

Bei den ungewohnten Namen kann man schon mal in Verlegenheit kommen und auch die hohe Sterblichkeitsrate sollte einen ebenso wenig abschrecken, wie die "gewöhnliche" Ausdrucksweise des Autors. Da bekommt schon mal jemand ganz schlicht "in die Fresse" und der Rest ist ebenfalls sehr sprach- und bildgewaltig. Literarisch anspruchsvoll ist anders, aber dennoch gehört die Llob-Trilogie zum Pflichtprogramm für Krimifreunde.

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