Der Ruf des Kuckucks

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Köln: Random House Audio, 2013, Seiten: 3, Übersetzt: Dietmar Wunder, Bemerkung: MP3
  • München: Blanvalet, 2014, Seiten: 654

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Jürgen Priester
Ein Klassiker ohne Klasse

Buch-Rezension von Jürgen Priester Nov 2013

Was tun nach Harry Potter?

Zwei ganz Große der Unterhaltungsliteratur, beide exzellente Erzählerinnen, beglücken diesen Herbst ihr Publikum mit schwergewichtigen Werken. Die eine, Elizabeth George, bestätigt mit Nur eine böse Tat ihren Abschied vom Krimi-Genre, was von vielen Fans mit Bedauern aufgenommen wird. Die andere, Joanne K. Rowling, versucht indes den Einstieg in die Spannungsliteratur diesseits der Fantasy-Welt mit dem vorliegenden Der Ruf des Kuckucks ihr zweiter schriftstellerischer Auftritt in ihrer Post-Harry-Potter-Ära. Der erste, Ein plötzlicher Todesfall, erschien im September 2012 zeitgleich in unzähligen Ländern. Ein perfektes Marketing und ein entsprechend großes mediales Tamtam katapultierten den Roman schon allein aufgrund der Vorbestellungen in die Spitzen diverser Büchercharts, dabei wusste niemand so recht, welche Richtung die Autorin einschlagen würde. Aber man kauft heutzutage gern einen bekannten Namen in der Hoffnung auf ein befriedigendes Ergebnis. So gab es im Nachhinein einige enttäuschte Gesichter bei denjenigen, deren Erwartungen nicht erfüllt wurden. Obwohl der Titel Kriminelles verspricht, ist der titelgebende "plötzliche Todesfall" nur ein Aufhänger für einen Gesellschaftsroman über die Befindlichkeiten einer kleinen Stadt in England.

Auf Krimipfaden

Der Ruf des Kuckucks präsentiert sich jetzt im Gewand eines Detektiv-Romans der Alten Schule. Wie weiland John Dickson Carr oder Agatha Christie mit ihren "Locked-Room-Mysteries" und anderweitig verschachtelten Kriminalfällen setzt die englische Erfolgsautorin auf einen kongenialen Privatdetektiv samt Assistentin, die einen an sich klaren Fall noch einmal überarbeiten müssen. Im Gegensatz zu ihren klassischen Vorbildern, die in ihren Romanen schnell auf den Punkt kamen, verliert sich die Autorin in endlosen, wenig effektiven Dialogen. Das strapaziert die Geduld des Lesers, lässt Langeweile aufkommen. Handwerkliche Defizite gerade in Bezug auf Plausibilität und Motive werden dann zu einem zusätzlichen Ärgernis. Rowlings erster Ausflug in die Welt des Kriminalromans muss als gescheitert angesehen werden. Vorsichtshalber (?) hat Rowling diesen Roman unter dem Pseudonym Robert Galbraith veröffentlicht und somit eine deutliche Trennlinie zu ihrer Harry-Potter-Vergangenheit gezogen.

Der Tod eines Models

Supermodel Lula Landry ist tot. Eines kalten Wintermorgens stürzte sie vom Balkon ihres Penthouse-Appartements. Ein Wachmann, durch das hysterische Geschrei einer Hausbewohnerin alarmiert, fand sie mit zertrümmerten Schädel auf dem Gehsteig.  Vierzehn Tage rauschte es heftig im gelben Blätterwald. Lulas tragisches Ableben füllte die Schlagzeilen der internationalen Presse. Dann wurde es still. Entgegen aller wüsten Spekulationen konnte die Polizei nichts anderes feststellen als einen Selbstmord oder Unglücksfall. Die Anwesenheit oder Einwirkung anderer Personen konnte definitiv ausgeschlossen werden.

Die milchkaffeebraune Schönheit, ein Zufallsprodukt der Beziehung ihrer in prekären Verhältnissen lebenden Mutter zu einem schwarzafrikanischen Studenten, wuchs als Adoptivkind in einer konservativen englischen Familie auf. Vielleicht lag es am (zu) späten Adoptionszeitpunkt, dass es Lula nicht gelang, eine positive emotionale Verbindung zu ihrer neuen Familie herzustellen. Das Schicksal schien es dann gut mit ihr zu meinen, als ihre körperliche Attraktivität einem bekannten Modeschöpfer ins Auge fiel und er sie exklusiv für seine umfangreiche Kollektion engagierte. Der Job machte sie finanziell unabhängig, und sie konnte ihr Leben schon früh ganz nach ihrem Gusto gestalten. Lula war kein Kind von Traurigkeit und, wie Freunde und Bekannte unisono berichten, am Tag vor ihrer Todesnacht nicht anders als sonst. Dass Lula Selbstmord begangen haben könnte, glauben sie nicht.

Drei Monate vergehen. John Bristow, Lulas Stiefbruder, gehört zu denjenigen, die sich nicht mit der Selbstmordtheorie abfinden können. Er will den Privatdetektiv Cormoran Strike beauftragen, den Fall noch einmal gründlich aufzurollen. Obwohl der Detektiv in argen Geldnöten steckt, ist er anfangs nicht gewillt, den Auftrag anzunehmen, da er ihn für aussichtslos hält. Aus beruflichem Interesse hat er die Ermittlungen der Polizei verfolgt und ist sich sicher, zu keinem anderen Ergebnis kommen zu können. Erst als Bristow die angebotene Gage verdoppelt, wird er schwach.

Gemeinsam mit seiner neuen Sekretärin Robin Ellacott, einer Aushilfskraft von einer Zeitarbeitsfirma, geht Strike die Sache an. Die "Neue" entwickelt erstaunliche investigative Fähigkeiten.

Der lange Atem des Cormoran Strike

Cormoran Strike ist der Sohn eines bekannten Rockmusikers und einer seiner Gespielinnen. Um dem vagabundisierenden Leben seiner Eltern zu entfliehen, trat er den British Armed Forces bei und wurde dort zum militärischen Sonderermittler ausgebildet. Ein Sprengstoffattentat in Afghanistan raubte ihm sein rechtes Bein bis zum Knie, was ein sofortiges Ausscheiden aus der Army bedeutete. Nun versucht er sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv. Die Auftragslage ist dürftig, ebenso sein Einkommen. Die Beziehung zu seiner langjährigen Freundin - gekriselt hat es schon öfter hat er gerade beendet. Das macht ihm alles schon zu schaffen, aber der Mann mit dem seltsamen Vornamen ist keiner, der sich leicht unterkriegen lässt. Eine Kämpfernatur, die, wenn sie sich mal in eine Sache verbissen hat, von ihr auch unter physischen und psychischen Schmerzen nicht ablässt. Cormoran Strike ist der einzige Lichtblick des Romans.

Schade nur, dass die Autorin ihn sein Naturell nicht ausspielen lässt, sondern ihn mit ellenlangen Dialogen ausbremst. Im Fall der Lula Landry gilt es, Freundinnen und Freunde, Bekannte und Verwandte zu befragen, und das ergibt eine stattliche Anzahl.  Jede Befragung zieht sich über etliche Buchseiten und der Erkenntnisgehalt ist für den Leser nur schwer nachvollziehbar. Glaubt man anfangs noch, man befände sich mit dem Ermittler auf Augenhöhe, muss man später feststellen, dass dem nicht so ist. Der finale Abgesang steckt voller unerwarteter Einsichten, die der vorangestellte Ablauf nicht hergibt. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Autorin sich in eine Sackgasse manövriert hat, aus der sie sich nur mit einem gewagten Konstrukt befreien kann. Es stellen sich mehr Fragen, als Antworten gegeben werden. Es ist schon erstaunlich, dass eine Autorin, die es scheinbar mühelos schafft, ganze Fantasy-Welten zu kreieren, an der vergleichsweise einfachen Aufgabe, einen Krimiplot nachvollziehbar und spannend zu gestalten, scheitert.

Fortsetzung folgt bestimmt

Der Ruf des Kuckucks lebt von einzelnen Figuren. In ihrer Gestaltung liegt eindeutig die Stärke der Autorin. Exemplarisch zu nennen und herausragend ist die Figur des Helden. Cormoran Strike ist trotz seiner noch jungen Jahre ein vom Leben Gezeichneter. Die unsteten Jugendjahre bei seiner Mutter scheint er ganz gut verkraftet zu haben. Schwer indes wiegt sein Afghanistan-Trauma. Die Beinamputation bereitet ihm nicht nur physische Schmerzen, sondern hat ihm auch einen psychischen Knacks versetzt. Seine massige, haarige Erscheinung lässt ihn eher furchteinflößend als anziehend wirken. Er scheint für ein Einzelgängertum prädestiniert zu sein, aber nicht in der Variante des "einsamen Wolfs". Strike ist ein Faktensammler, der alles akribisch notiert und seine Notizen wieder und wieder überdenkt. So rückt der potenzielle Serienheld eher in die Nähe eines Poirot oder Holmes, als dass er einem Philip Marlow ähnlich wäre.

Diesen sympathischen Mann würde man gerne wiedertreffen; ebenso seine smarte Assistentin Robin. Die Weichen dazu sind gestellt. Man kann beiden nur wünschen, dass J.K. Rowling alias Robert Galbraith ihnen beim nächsten Mal einen besser durchdachten Fall beschert. Auch Tempo und Spannung sollten für einen Detektivroman kein Tabu sein.

Der Ruf des Kuckucks

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Letzte Kommentare:
15.04.2020 11:49:53
Waldkauz

Ich fand das Buch zunächst echt spannend, mag die Figur des Comoran Strike und hab versucht mitzurätseln. Leider habe ich feststellen müssen, dass dem Lesenden viele Infos, die Strike offenbar hatte, fehlen. Habe sogar häufig Passagen nachgeschlagen, um zu prüfen, ob ich Hinweise überlesen hatte. Dem war nicht so.
Das Ende ist komplett unlogisch. Hätte 1000 Fragen an Frau Rowling.

18.06.2018 15:47:41
Henriette H.

Schuster, bleib bei Deinem Leisten! Liebe Frau Rowling, schreiben Sie weiter Kinderbücher, aber bitte, bitte keine Krimis mehr!
Ich habe selten einen so langweiligen Krimi gelesen, und ich kenne viele. Die Handlung zog sich wie Kaugummi, und den Schluss fand ich hanebüchen.
Das einzig Positive waren der Detektiv und seine Assistentin.

16.02.2018 18:44:43
liesmal

Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und fand es auch nicht langweilig. Besonders beeindruckt hat mich, wie Rowling mühelos die verschiedensten Milieus miteinander in Beziehung bringt. Die Brutalität der Model- und Paparazziwelt kommt auch gut rüber. Das "Ermittlerteam" ist sympathisch und ungewöhnlich. Allerdings: Für die Auflösung brauchte der Detektiv m.E. schon hellseherische Fähigkeiten ohne Ende, und manche Figuren hätten auch noch etwas tiefer gezeichnet werden dürfen. Ich vergebe 4 von 5 denkbaren Punkten. Und freue mich auf die Fortsetzungswerke!

30.07.2017 10:41:52
Hartlich Susanne

Ich gabe selte so einen langweiligen Krimi gelesen. Die Geschichte ist total fade und es passiert rein nichts, ausser dass Strike mit zahlreichen Menschen redet. Der Höhepunkt war, dass er sich im Pub vollaufen liess, weil seine ex ihm ausrichten liess, dass sie sich wieder verlobt habe. Am Anfang dachte ich, dass die Figuren halt eingeführt werden, aber leider hat sich rein gar nichts getan. Da sind Sherlock Holmes, Miss Marple und Hercule Poirot um einiges intressanter und sie wurden vor langer Zeit erfunden!!!

25.05.2017 09:42:35
Ute

Der Ruf des Kuckucks ist ein sehr spannendes Buch.
Anders als bei vielen anderen Krimis reduziert die Autorin die Handlung nicht auf die Aufklärung der Tat. Auch die Lebensumstände der Hauptfiguren haben großen Einfluß auf die Geschichte.
Ich habe das aber zu keinen Moment als langatmig empfunden, sofern dies führt dazu, dass man sich komplett mit der Handlung verbindet.
Alle drei bisher erschienenen Bücher dieser Reihe sind ungemein fesselnd, und man möchte sie kaum mehr aus der Hand legen.

17.01.2017 14:35:33
aSadGirlsTongue

Silvia Du kannst Doch hier nicht einfach das Ende rausposaunen ohne eine Spoilerwarnung anzugeben, na herzlichen Dank, also das find ich schon allerhand. Bitte Kommentar löschen oder vor Spoiler warnen!!! Mir gefallen die Charaktere gut, werde trotzdem weiter lesen. Habe auch alle Harry Potter (mehrfach) verschlungen und erwarte mir da ehrlich gesagt noch einiges von der weiteren Entwicklung der Geschichte. (Habe erst 1/4 durch)

26.10.2016 21:08:43
Silvia

Mochte das Buch beim Lesen. Hatte bereits den 3. Teil gelesen und weiss, es entwickelt sich ;-)
Aber warum der Mörder einen Detektiv beauftragt, um den Mörder zu finden, nachdem der Fall als Selbstmord abgeschlossen wurde, habe ich nicht verstanden. Was ist mir da entgangen ? Wäre dankbar für Input.

28.07.2016 20:00:55
Christine Gennrich

Habe völlig unvorbelastet durch "Harry Potter" alle drei Bände um Cormoran Strike gelesen und war als jahrelange Freundin und Kennerin klassischer Krimis durchgängig begeistert. Die Charaktere der beiden Hauptfiguren sind so sorgfältig herausgearbeitet, dass man sich intensiv mit ihnen verbunden fühlt und unbedingt wissen möchte, wie's mit ihnen weitergeht. Ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung der Reihe gibt!

21.03.2016 19:46:58
Karin Wiesemann

Die Geschichte war kein bisschen spannend, überhaupt nicht. Auch die eher unappetitlichen Detailbeschreibungen seines Beinstumpfes waren überflüssig. Gelesen hat sich der Roman allerdings flüssig, da erkannte man schon die Handschrift der versierten Romanautorin. Ich habe gelesen, dass da wohl Verfilmungen geplant sind - schnarch, schnarch.

30.12.2015 09:19:35
Venus1950

Per Zufall bin ich zu diesem Buch gekommen. Ich habe gerne Detektivromane. Und ein bisschen erotisches Kribbeln darf es auch sein. Den Cormoran Strike und seine etwas zu harmoniebedürftige Sekretärin, schliesst man sofort ins Herz, und möchte dabei sein. Mit Google habe ich die Strassen abgeklappert, so dass ich mir von den jeweiligen Örtlichkeiten ein Bild machen konnte. Aber ich muss gestehen, die Geschichte hat zu langfädige Interview, mit diversen Protagonisten . Trotzdem habe ich brav weitergelesen, aus Angst, etwas zu verpassen. Ich warte auf das nächste Buch, in dem es Strike sicher besser gehen wird, und die Weichen sind gestellt: Strike und Robin nähern sich an, wetten?

18.08.2015 23:39:26
Margot

Das Buch ist eindeutig ca. 200 Seiten zu lang und verstrickt sich in zu viele Nebensächlichkeiten. Ich musste mich teilweise zwingen, weiterzulesen weil es langweilig wurde. Dabei ist die Idee des roten Fadens gut gewählt, der Detektiv und seine Sekretärin könnten zu einem Kultpaar avancieren aber das verstricken in überflüssige Kleinigkeiten ödet an. Muss ich wirklich auf jeder dritten Seite lesen, dass die Prothese scheuert, schmerzt oder sonst irgendwie Beschwerden macht. Kein ärgerliches Buch - aber ein überflüssiges.

01.01.2015 22:46:51
JuleusW

Ich hatte mich mit großen Erwartungen an diesen Roman gemacht und bin ziemlich enttäuscht. Nicht nur, dass mich das Milieu der Handlung und die Personen ziemlich kalt gelassen haben, auch der Detektiv entwickelt keine wirkliche Persönlichkeit. Man erfährt, dass er irgendwie groß und schwer ist und dauernd mit seiner Prothese rumwerkelt, aber eigentlich ist nur die Sekretärin Robin eine einigermaßen lebendig gezeichnete Person. Zu der Handlung wurde hier schon mehrfach auf Agatha Christie verwiesen – die konnte das aber besser. Mir fällt noch Martha Grimes in ihren Anfängen ein, etwas betulich, etwas umständlich, und irgendwann stellt der Detektiv dann fest, er wisse nun alles. Tja, Spannung ist was Anderes. OK, Stieg Larsson mag eine sehr hohe Latte sein, aber auch die ersten Romane von Elizabeth George waren schon ne andere Liga, Deborah Crombie schreibt viel bessere Romane und selbst eine deutsche Autorin wie Katharina Peters (die auf der Krimi-Couch noch gar nicht vertreten ist ;-( ) kann Galbraith/Rowling locker das Wasser reichen. Nicht einmal der vielversprechende Titel wird wirklich ausgenutzt. Fazit: ganz nett, aber restlos überbewertet.

19.08.2014 16:22:59
Lavinia Hook

Wenn ich nicht gewusst hätte, dass JKR und Robert Galbraith ein und dieselbe Person sind, es wäre mir beim Lesen wohl nicht aufgefallen. So aber habe ich nach Ähnlichkeiten gesucht – und selbstredend auch gefunden. Schon die „Harry Potter“-Bücher waren eher wie Krimis und weniger wie klassische Fantasy-Romane konstruiert, mit zahlreichen falschen Fährten und mit Severus Snape als Vertreter der üblichen verdächtigen. In „Der Ruf des Kuckucks“ fährt JKR, was die möglichen Mörder angeht, ein ähnliches Personal auf. So ist weder der geübte Krimileser noch der Harry-Potter-Fan am Ende überrascht. Dennoch: Der Weg ist auch beim Krimi das Ziel, und der bereitet durchaus Vergnügen. Die große Stärke von JKR ist ohnehin – neben ihrem Talent, bei einer endlosen Anzahl von Handlungsfäden den Überblick zu behalten – ihre Figurenzeichnung. Cormoran Strike und seiner Assistentin Robin fliegen sofort die Herzen zu, und selbst das Mordopfer Lula kommt dem Leser im Verlauf der Ermittlungen immer näher. Wer außerdem schon einmal in London war, weiß ziemlich genau, durch welche Straßen sich Cormoran bewegt – ein zusätzlicher Spaßfaktor. Insgesamt ein flottes Krimivergnügen ohne großartigen Tiefgang, dessen protagonisten leicht angeschlagen, aber dankenswerterweise nicht völlig kapuut sind. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

17.05.2014 09:26:48
Silsmaria2004

Ich habe mich nach etwa 400 Seiten aus dem Bauchgefühl heraus auf den möglichen Täter festgelegt und mir auf diese Weise kleine Details aus den vielen einfach gestrickten, aber langen Gesprächen herausgepickt, die gepasst haben. Man bekommt fast zuviele Informationen, die der Handlung des Krimis die Spannung nehmen.
Wenn jedoch der Grundgedanke war, in Hinblick auf weitere Geschichten mit Privatdetektiv Strike und seiner Sekretärin deren Charaktere und Biografie vorzustellen, und die Arbeit einer Privatdetektei mit all der Sisyphusarbeit, die sie leisten muss, bis sich ein Ergebnis herausschält - dann betrachte ich es als "Einführungswerk". Es sind sympathische Figuren, mit denen man gern nochmal ein Krimi erleben möchte, aber insgesamt ein wenig straffer und mehr erzählend, weniger Dialoge.

15.05.2014 13:33:22
Gloria Mortzeck

Ganz nette Geschichte, fast romantisch, aber "gethrillert" hat es nicht. Viel zu viel sinnloses Geplapper. Habe allerdings nur das Hörbuch gehört und Dietmar Wunder als Sprecher, sorry, ist nicht unbedingt die beste Wahl gewesen.
Gut, als normaler Krimi sollte man wieniger Action erwarten. Würde aber trotzdem eine neue Folge kaufen (als Hörbuch) und wenn es einen neuen Sprecher gäbe z. B. Frank Arnold oder mein ganz besonderer Favorit, Michael Hansonis.

13.05.2014 11:21:26
Oter Dimsch

Mir persönlich hat die gepflegte Sprache und der unaufgeregte Stil des Buches sehr gefallen und es wurde mir bei der Lektüre auch nie langweilig. Wie auch immer, der Schluss und die Auflösung des Falles erinnerte mich etwas an einen Agathe Christie Roman, was im Jahr 2014 nicht unbedingt ein Kompliment ist. Trotzdem ist das Buch empfehlenswert und ich freue mich auf die Fortsetzung

09.05.2014 20:06:45
gloa

Ich habe das Buch in der Originalfassung gehört und muss sagen, die vielen langen
Dialoge, die mich beim Lesen vielleicht genervt hätten, kommen im Hörbuch sehr gut rüber und unterstreichen die Fähigkeit der Autorin Millieuschilderungen per wörtlicher Rede zu transportieren. Der Sprecher bzw. Vorleser Robert Glenister leistet dabei Hervorragendes. Ich sah die Charaktere direkt vor mir. Ich freue mich schon auf das nächste Abenteuer von Cormoran Strike und seiner Bürokraft.
Gloa

22.04.2014 18:09:50
Garby

Hmm, ich bin in diesem Fall vielleicht ein wenig außen vor, da ich das Buch eigentlich nicht gelesen, sondern gehört habe.
Daran liegt es vielleicht auch, dass ich die Mühe mit den ersten 200 Seiten nicht nachvollziehen kann. Ich war von Beginn an fasziniert von den Charakteren und ihrer Geschichte und habe mich nicht eine Minute beim Hören gelangweilt.
Ich kann nur leider nicht sagen, ob es nun die tollen Erzählfähigkeiten eines Dietmar Wunder, oder aber am Stil einer Rowling liegt.

11.02.2014 15:05:16
Michael Winkelmann

Bei diesem Buch kam bei mir keine Spannung auf, sondern eher Langeweile. Sicherlich sind die Charaktere gut herausgearbeitet worden, aber zu einem Krimi gehört nun einmal ein Spannungsborgen. Und diesen konnte ich nicht entdecken. Ich habe nach jedem Kapitel gehofft, dass es nun endlich spannend wird. Wird es aber nicht. Ärgerlich für so viel Geld.

04.02.2014 22:09:00
elefantine

Ich habe das Buch an Weihnachten geschenkt bekommen und war sehr gespannt auf eine "etwas andere" J.K. Rowling. Ich habe angefangen es zu lesen, habe mich am Anfang sehr schwer damit getan. Es passiert einfach nichts! Nach etwa 3/4 des Romans ging's dann endlich los, aber was für eine Enttäuschung. Der Täter war am Ende der, den ich schon von Anfang an in Verdacht hatte! J.K. Rowling soll das machen was sie am besten kann, Fantasy-Jugendbücher schreiben (darin ist sie großartig!) und Krimis Leuten überlassen, die dies auch wirklich können! Alles in allem: Nicht empfehlenswert! Schade!

01.02.2014 17:43:57
annetine62

Nachdem ich "Ein plötzlicher Todesfall" gelesen hatte (das Buch gefiel mir trotz einiger Längen sehr gut), war ich vom "Ruf des Kuckucks" enttäuscht. Die Idee eigentlich ganz gut, die Charaktere fand ich auch durchaus interessant, aber der Aufbau war sehr sehr langweilig. Dialoge ohne Ende (eine Person spricht, dann die zweite Person, wieder die erste - ohne eine Auflockerung durch Beschreibung der Situation oder der Personen), kaum Handlung. Ob ich eine Fortsetzung lesen werde, weiß ich nicht. Kaufen werde ich das Buch bestimmt nicht.

28.01.2014 22:03:13
Sarah Sosinski

Ich finde, dass ein sehr gutes und spannendes Buch ist und die Charaktere sind wirklich gut. Ich wünsche mir nur im Nachhinein, ich hätte es auf Englisch gelesen, da dort die Zusammenhänge bestimmt leichter und schneller zu erkennen sind. Auch stimmt es, dass die Autorin sozusagen in den letzten zehn Seiten alles erklärt was noch offen ist und doch gerade damit noch viele Fragen eröffnet. Also grundsätzlich sehr spannend.. jedoch noch mit der letztendlichen Auflösung etwas unzufrieden, hoffe ich trotzdem auf einen zweiten Teil, welcher besser durchdacht ist.

16.01.2014 18:32:18
wie auch immer

Als bekennender Rowling-Fan habe ich selbstverständlich auch dieses Buch gekauft und leider schwer bereuen müssen. Wo ich bei "ein plötzlicher Todesfall" wenigstens nach einigen (ca. 50!) Seiten ENDLICH in die übliche Rowling-Leselaune wiedererlangte, musste ich mich durch den "Kuckuck" regelrecht durchbeißen. Schade. Das ganze Werk hätte man meiner Meinung nach auf ca. 200 Seiten kürzen können. Leider nur 50 Prozent

05.01.2014 07:15:30
grafilone

Ein langer Roman. Stilistisch wie das Vorgängerwerk "Ein plötzlicher Todesfall" unangemessen überfrachtet mit realitätsfernen Klischees, albernen Slang-Ergüssen, zu zahlreichen eindimensionalen Figuren, verklemmt-gehemmter Sexualität, und zu allem Überfluss mit klassischen lateinischen Zitaten an den Kapitelanfängen belastet; selbst der an sich sympathische Protagonist Cormoran Strike muss seine Ermittlungen durch Parallelen zur klassischen griechischen Tragödie erhöhen. Verwunderlich, dass nicht noch Quellen- und Sachverzeichnis hinten angestellt wurden, um die literarische Tiefe zu unterstreichen. Bemühte Verkrampftheit, die dem Leser sehr viel Naivität abverlangt. Inhaltlich hat der Kriminalfall mich durchaus angesprochen: unblutig, wunderbar klassisches Motiv, ein sympathisch-kauziges und humorvolles Ermittler-Duo, genügend Motivstränge und Verdächtige zum Mit-Ermitteln. Es hätte ein wirklich spannender Krimi werden können, wenn da nicht der Hang der Autorin zum Griff nach der Allumfasstheit im Weg stände. Das Ende wirkt daher umso mehr wie eine Anleihe beim Deus ex machina der antikten Tragödie.

04.01.2014 11:20:25
markise

Ein wunderbares Buch zum Eintauchen an arbeitsfreien Tagen und Nächten. Dick, ausufernd erzählt, dichtbevölkert - eine ganze Welt, die sich da auftut. Mit Einblicken in die Modewelt, das Dasein der Reichen und der Obdachlosen.. ein ganzer Kosmos, der sich da auftut. Das Tempo ist eher ruhig, die Zahl der Dialoge sehr hoch - dennoch kommt die Geschichte voran, verläuft stringent. Ich meine: Kein Thriller, aber dennoch eine fein gezeichnete Milieustudie, die ich genossen habe. Empfehlenswert!

01.01.2014 21:04:25
vermeer

Gut- es stimmt, man muss Geduld haben und einen eher gemächlichen Erzählstil bevorzugen. Und die Handlung kommt tatsächlich schwer in Fahrt und ja, es gibt ellenlange Dialoge, denen man ziemlich aufmerksam folgen sollte, um die Handlung zu verstehen. Ob es daran liegt, dass ich den Roman als Hörbuch mit einem hervorragenden Sprecher höre oder einfach daran, dass ich anscheinend ein geduldiger Mensch bin, weiß ich nicht, aber bisher habe ich den Roman wirklich genossen. Liebevoll und überzeugend geschilderte Charaktäre, eine in sich stimmige Handlung und immer wieder durchblitzender Humor- doch, bisher mag ich "Der Ruf des Kuckucks" und bin schon gespannt, wie es ausgeht!

27.12.2013 20:44:07
Sopra

Aufmerksam gemacht durch Presseberichte habe ich mir dieses Buch bei unserer Bücherei ausgeliehen. Voller Spannung die ersten Seiten verschlungen. Irgendwann muss doch die Spannung kommen. Gelesen habe ich bis ca. Seite 200 und dann dieses Buch enttäuscht zur Seite gelegt. Nur noch langweilig. Schade.

21.12.2013 17:53:50
PMelittaM

Das Topmodel Lula Landry stürzt von ihrem Balkon in den Tod. Für die Polizei ist es Selbstmord. Lulas Bruder, John Bristow, glaubt aber, dass sie getötet wurde und heuert den Privatdetektiv Cormoran Strike an, Lula Tod noch einmal zu untersuchen. Strike begibt sich in eine Glamour-Welt, trifft auf Topmodels, Modedesigner, Rapper und Filmproduzenten und ist froh, die Aushilfssekretätin Robin Ellacott an seiner Seite zu haben.

Dass sich hinter dem Autor Robert Galbraith J. K. Rowling verbirgt, dürfte inzwischen jeder wissen. Ich war sehr darauf gespannt, nach den Harry-Potter-Romanen (zumindest die ersten habe ich sehr geliebt) nun einen Roman für Erwachsene von ihr zu lesen – und, um es vorweg zu nehmen, ich bin begeistert!

J. K. Rowling hat ein absolutes Erzähltalent, sie kann wunderbar fabulieren– und das merkt man auch diesem Buch auf jeder Seite an. Sie erzählt ausführlich, beschreibt jeden Charakter, jede Örtlichkeit, jede Szene detailliert und oft mit viel Humor. Ich mag das sehr gern, denn es saugt einen regelrecht in die Geschichte und das Kopfkino läuft auf Hochtouren.

Die beiden Protagonisten, Cormoran Strike und Robin Ellacott sind sehr tiefgehend gezeichnet. Strike, ist ein Typ, wie ich ihn in Romanen mag, mit Ecken und Kanten und jeder Menge Problemen, beruflich, privat und gesundheitlich. Auch Robin gefällt mir, sie wirkt patent und klug und weiß sich zu helfen. Ein schönes Ermittlerpaar Auch die Nebencharaktere sind schön ausgearbeitet wenn auch manchmal etwas überzeichnet, aber auch das gefällt mir gut und bringt zudem oft eine gute Portion Humor ins Buch.

Der Fall lässt den Leser schön miträtseln, jedoch ist das Tempo eher gemütlich, mich erinnert vieles an klassische Kriminalromane, gerade am Anfang musste ich ein paar Mal überlegen, in welcher Zeit die Geschichte spielt. Da aber Handys und Internet vorkommen, ist allerdings schnell klar, dass es die Gegenwart ist. Manch einem Krimifan mag zu wenig Action und Thrill vorkommen, zu viel „Drumherum“, genau das fand ich aber besonders schön. Zudem ist der Roman nicht als „Kriminalroman“ betitelt sondern als „Roman“ und so ist er wohl mehr Gesellschaftsstudie als reiner Kriminalfall.

Ich wollte den Roman kaum aus der Hand legen, hatte großen Spaß an der Erzählung und keinen Moment Langeweile. Die Auflösung ist überraschend, dennoch logisch und gut durchdacht. Der Roman lässt Möglichkeiten für eine Fortsetzung offen und ich hoffe sehr, dass es diese auch geben wird.

Ein sehr gelungener Roman, der viel von einem klassischen Krimi hat, wunderbar erzählt ist und den ich mit viel Freude gelesen habe. Absolut empfehlenswert.

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