Die Hex ist tot

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Argument, 2013, Seiten: 400, Originalsprache

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Irgendwer öffnet in der Pfalz immer wieder Kanaldeckel, und nur allzu oft tauchen dabei Frauenleichen auf. Kriminalkommissarin Bettina Boll und Kollegen müssen reichlich Unrat aufrühren, um das makabre Rätsel der Kanalschächte zu lüftenVor fünfzehn Jahren verschwand die alte Frau Bräunig nach einem Kasinobesuch spurlos. Elf Jahre später öffnete in Ludwigshafen ein Unbekannter nachts Schachtabdeckungen der Kanalisation. Dabei tauchte in einem unterirdischen Fettabscheider die Leiche der Frau Bräunig auf. Doch die Fährte blieb kalt, und niemand weiß, wer die Deckel gelüpft hat. Bis wiederum vier Jahre später erneut Schächte offen stehen im vierzig Kilometer entfernten Lautringen. Nun landet der Fall bei Kriminalkommissarin Bettina Boll.Die glaubt zunächst nicht, dass die offenen Gullideckel in Lautringen wirklich einen Bezug zum alten Fall Bräunig haben. Dann aber steckt plötzlich auch hier eine Tote im Kanalschacht. Der Mörder hat die übergewichtige Frau kopfüber in die Schachtöffnung gestopft und hilflos verenden lassen: eine brutale Foltermethode, wie Pathologe Dr. Lee beunruhigt erläutert.Jetzt wird eilends eine Sonderkommission eingerichtet. Zusammen mit ihren Kollegen und behindert von ungeplanten zwischenmenschlichen Verwicklungen rollt Bettina Boll den alten Fall neu auf. Binnen Kurzem stößt sie auf mutmaßliche Zeugeneinschüchterung, auf Drogenkonsumenten, Therapiepatienten und auf weitere Leichen.

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Letzte Kommentare:
16.03.2014 17:45:52
SusanneL.

Inhaltsangabe:

In einem geöffneten Kanalschacht wird eine Leiche gefunden – ein Fall für Kommissarin Bettina Boll. Ihre Ermittlungen sind zunächst wenig von Erfolg gekrönt, denn vielversprechende Zeugen sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt, schweigen hartnäckig oder scheinen selbst in den Fall verwickelt zu sein. Eine Spur führt auch in die Vergangenheit zurück, denn schon einmal wurde eine tote Frau in einem Kanalschacht gefunden – ist vielleicht der gleiche Mörder wieder unterwegs? Dann wird eine weitere Leiche gefunden, wieder eine Frau, wieder in einem Kanalschacht, und die Ermittlertruppe um Bettina Boll und ihren Chef gerät unter den Druck der Presse und der Öffentlichkeit. Für Bettina wird die Situation immer schwieriger, denn sie muss sich auch um ihre beiden Adoptivkinder kümmern, schließlich erkrankt auch noch ihre Tante Elfriede und muss versorgt werden – keine einfache Situation, auch wenn man „nur“ halbtags arbeiten geht und der laufende Fall schon mehr Zeit einfordert als man geben kann. Und dann stellt sich für Bettina noch die Frage, ob sie mit ihrem Kollegen Ackermann mehr als nur eine berufliche Beziehung eingehen will ...

Das Buch ist der sechste Teil der Krimireihe um Bettina Boll:
1. Wie könnt ihr schlafen
2. Neapel sehen
3. Stein sei ewig
4. Schwarzwild
5. Die Herzen aller Mädchen
6. Die Hex ist tot

Meine Meinung zum Buch:

Ich habe lange Zeit auf eine Fortsetzung der Reihe um Bettina Boll warten müssen, doch es hat sich gelohnt – auch der neue Fall ist spannend, witzig und ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

Bettina Boll ist eine sympathische Hauptfigur. Sie erscheint mir sehr realistisch, denn sie schlägt sich mit den „üblichen“ Problemen einer berufstätigen Frau und Mutter herum: Da ist auf der einen Seite ihre Familie, um die sie sich kümmern muss, und auf der anderen Seite ihr Beruf, den sie liebt und der immer mehr Zeit von ihr fordert, als sie hat. Und schließlich ist da auch noch ihr kleines bisschen eigenes Privatleben, das leider genauso kompliziert ist wie ihr aktueller Ermittlungsfall. Alles zusammen führt dazu, dass sie von schlechtem Gewissen geplagt ist, weil scheinbar immer jemand oder etwas zu kurz kommen muss. Mir kommt das sehr lebensnah vor und auch wenn Bettina hin und wieder nicht ganz fair spielt bzw. spielen muss, kann ich immer gut verstehen, warum sie so ist, wie sie ist bzw. warum sie etwas so macht, wie sie es macht.

Aber nicht nur Bettina ist eine interessante Person, auch die vielen anderen Figuren sind sehr genau gezeichnet. Zum Beispiel die Zeugin Frau Schröck, die auf den ersten Blick einem esoterischen Farbwirbel gleicht, aber dann handfest und wie eine Löwin um etwas kämpfen kann. Oder Bettinas Kollege Radduz, der jedem Computer sein Geheimnis entlocken kann und in einem chaotischen Büro haust – weil er festgestellt hat, dass man ihn nicht beruflich einfach nicht ernst nimmt, wenn er es aufräumt. Oder Julia Schöne, ehemaliges Mitglied einer Diätgruppe, die ihre eigene Methode hat, Gewicht zu verlieren. Und das sind noch lange nicht alle Personen der Geschichte, an die ich mich noch gut erinnern kann, weil jede von ihnen sehr individuell beschrieben ist.

Der Fall selbst ist verzwickt angelegt, ich bin bis zum Schluss nicht darauf gekommen, wer der Täter ist. Spuren und Hinweise, auch solche, die in die Irre führen, gibt es viele und für den Leser ist es so schwierig wie für Bettina Boll, die Spreu vom Weizen zu trennen. Aber auch das kommt mir realistisch vor, denn die Polizeiarbeit besteht darin, mühsam kleine Puzzlestückchen zusammenzusetzen, bis sich endlich ein klares Bild ergibt. Und dann fragt man sich, warum man es nicht schon früher gesehen hat.

Die Geschichte liest sich angenehm und leicht, die eingestreuten witzigen Bemerkungen und Seitenhiebe brachten mich zum Lachen und ich warte gerne auf Band sieben der Reihe um Bettina Boll. Hoffentlich muss ich das nicht so lange.

Mein Fazit: Buchtipp!