Das Orakel von Port Nicolas

Erschienen: Januar 2001

Bibliographische Angaben

  • Paris: Viviane Hamy, 1996, Titel: 'Un peu plus loin sur la droite', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 2001, Seiten: 285, Übersetzt: Tobias Scheffel

Couch-Wertung:

79°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

1 x 91°-100°
2 x 81°-90°
0 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
1 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
0 x 1°-10°
B:82
V:3
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":0,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":1,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":0,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":0,"87":0,"88":1,"89":0,"90":1,"91":0,"92":0,"93":0,"94":0,"95":0,"96":0,"97":0,"98":0,"99":0,"100":1}
Peter Kümmel
Keiner schreibt originellere Krimis

Buch-Rezension von Peter Kümmel Nov 2003

Die Kriminalromane von Fred Vargas lassen sich nicht in einzelne Serien abgrenzen. Aber dennoch gibt es in ihren Büchern so etwas wie Serienhelden, nur tauchen die eben nicht alle in jedem Buch auf. Im "Orakel von Port-Nicolas" findet man wieder Louis Kehlweiler, den "Deutschen", ehemaliger Inspektor beim Pariser Innenministerium, bis sie ihn rausgeschmissen haben. Doch er ist wie eine Fliege:

 

"Denn was macht die Fliege, kaum ist sie draußen? Sie macht ein paar Minuten blöd rum, das versteht sich von selbst, und dann paart sie sich. Und dann legt sie Eier. Danach hat man Tausende von kleinen Fliegen, die größer werden, blöd rummachen und sich dann paaren. Also gibt es nichts Inkonsequenteres, als eine Fliege loswerden zu wollen, indem man sie rauswirft. Man muß sie drinnen lassen, sie ihre Fliegensachen machen lassen und sich in Geduld fassen, bis sie alt und müde wird. Während eine Fliege draußen Bedrohung und große Gefahr bedeutet. Und diese Trottel hatten ihn rausgeworfen. Als ob er aufhören würde, kaum daß er draußen wäre! Im Gegenteil, es würde noch schlimmer kommen. Und natürlich konnten sie sich nicht erlauben, mit einem Lappen nach ihm zu schlagen, wie man es bisweilen mit einer Fliege tut."

 

Wie gewohnt ist auch Kehlweilers Kröte Bufo in seiner Jackentasche immer mit dabei. Und auch die ältere Prostituierte Marthe ist uns schon aus dem "untröstlichen Witwer von Montpasnasse" vertraut. Und die drei Historiker Marc, Mathias und Lucien samt ihrem Paten treten sogar "Protagonisten-übergreifend" in mehr oder weniger großen Rollen auf.

Das Buch startet wie gewohnt mit philosophischen Betrachtungen wie oben und mit amüsanten Dialogen, die so absurd sind, dass wohl nicht jeder Leser wirklich etwas damit anzufangen weiß.

 

"'Es stört dich doch nicht, wenn ich Bufo auf die Bank setze?'

'Überhaupt nicht.'

'Aber stör sie nicht, sie schläft.'

'Ich bin nicht so bescheuert, mich mit einer Kröte zu unterhalten.'

'Das sagt man so, und manchmal kommt man soweit.'

'Redest du viel mit ihr?'

'Ständig. Bufo weiß alles, sie ist ein Tresor, ein lebender Skandal. Sag mal, hast du heute morgen irgend jemanden in der Nähe der Bank gesehen?'

'Redest du mit mir oder mit deiner Kröte?'

'Meine Kröte war heute morgen noch nicht auf. Also mit dir.'"

 

Auf erwähnter Bank saßen die beiden, um ihre Informationen zu sammeln. Die Bank war jdoch nicht irgendeine Bank, sondern Bank 102. Für seine Beobachtungen hat Kehlweiler die wichtigsten Bänke in Paris mit Nummern versehen, weil das praktischer war, als ihre genaue topographische Lage im einzelnen aufzulisten. Natürlich alles im Kopf, ohne sich Notizen zu machen. Da hat manch einer Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten. Und als er eben so auf der Bank 102 saß, um Beobachtungen zu machen, da fiel ihm dieses kleine weiße Ding auf, das der vom Regen weggespülte Hundehaufen freigegeben hatte.

Wohl kaum jemand hätte dem kleinen weißen Ding Beachtung geschenkt. Außer eben Kehlweiler, für den relativ schnell klar war, dass es sich hier um das erste Indiz zu einem Mordfall handelte. Bei besagtem Ding nämlich handelte es sich um den Knochen des ersten Gliedes eines menschlichen weiblichen Zehs, bereits einmal durch den Magen eines Hundes gewandert.

Nach diesem interessanten Fund jedoch verflacht die Handlung ein wenig. Nun hat man tagelang damit zu tun, Hunde und Hundebesitzer zu registrieren und zu beobachten, die regelmäßig an Bank 102 Station machten, um den richtigen Hund zu entdecken und vor allem, um die zum Zeh passende Leiche zu finden. Da in Paris keine Leiche mit unvollständigem Zeh auftauchte, musste es sich um eine auswärtige Leiche handeln und schon recht schnell führt der Zehenknochen Kehlweiler in den kleinen Ort Port-Nicolas in der Bretagne.

Erst nach der Mitte des Buches kommt wieder mehr Schwung ins Geschehen, nachdem die Charaktere des Bretagne-Ortes eingeführt wurden und Kehlweiler seine unnachahmlichen Schlüsse zieht, die selbst Vargas-erfahrenen Lesern zunächst verborgen bleiben.

Schreibweise und Schema des Romans sind bei allen Vargas-Romanen identisch. Von einem skurrilen Ereignis ausgehend wittert einer der Protagonisten ein Verbrechen, das ihn schon bald in die Kreise des Täters führt. Der Zufall sorgt dafür, dass dort auch irgendwo eine Person aus der Vergangenheit des Helden auftaucht. Nun ziehen - für den Leser unscheinbare - Spuren das Netz um den Täter immer enger, bis der Leser glaubt, dieser wäre überführt. Doch meist wartet zum Schluß noch eine Überraschung. Das ganze Geschehen wird dabei in unnachahmlich amüsanter und doch verschrobener Art und Weise erzählt, an die man sich beim ersten Vargas-Krimi gewöhnen muß, die einem aber spätestens beim Zweiten bereits von Anfang an Vergnügen bereitet.

Dieses im groben feste Schema ist nichts Negatives, denn dazu bietet die Autorin viel zu viele Variationen an, so daß sie niemals langweilt. Abseits vom Mainstream der Krimikost hat Fred Vargas ihre feste Anhängerschar gefunden, die an ihren seltsamen Typen ihr Vergnügen finden. Kaum einer der aktuellen Kriminalschriftsteller schreibt originellere Krimis als Fred Vargas. Dazu bietet das Pariser Flair mindestens genauso viel Atmosphäre wie Donna Leon in Venedig.

"Das Orakel von Port-Nicolas" ist nicht ihr bestes Buch, doch bietet es ebenso wie ihre übrigen Romane humorvolle und spannende Unterhaltung.

Das Orakel von Port Nicolas

Das Orakel von Port Nicolas

Deine Meinung zu »Das Orakel von Port Nicolas«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
09.08.2013 22:59:47
Mistie

Wie bei Vargas üblich nimmt die Geschichte mit einer bizarren Situation ihren Anfang: "Ex-Inspektor Louis Kehlweiler sitzt auf Bank 102 an der Pariser Place de la Contrescarpe, als sein Blick auf einen winzigen weißen Gegenstand fällt, ein blankgewaschenes Knöchelchen, so scheint es. Man muß schon Kehlweilers blühende Phantasie haben, um daran etwas Ungewöhnliches zu finden. […]" (Klappentext). Von diesem ungewöhnlichen Ausgangspunkt eine spannende Geschichte mit skurrilen Charakteren zu entwickeln die den Ex-Inspektor bis in die Bretagne führt ist die Spezialität von Fred Vargas. Auch diesmal gelingt es der Autorin einen spannenden Mordfall aufzubauen und Louis/Ludwig Kehlweiler kann auch diesmal auf die Hilfe von zwei "Evangelisten" Mathias und Marc zurückgreifen um den Fall aufzuklären.

Dass in dem Buch noch ein ganz anderer, nicht minder wichtiger, Fall aufgedeckt wird kommt nirgendwo zur Sprache (Klappentext und Rezensionen) - außer dass der französische Titel des Buches darauf hinweist. Dieser "Hintergrund-Fall" klärt einige wichtige Fragen zur Herkunft von Kehlweiler, der sich selbst ab und zu ein "Kind des Rheins" nennt und dessen Vater im deutschen Lörrach wohnt. In anderen Worten: der französische Titel des Buches hat nichts mit dem zuerst beschriebenen Mordfall zu tun, sondern ist Privatsache für den Ermittler!

Wer zu einem Roman von Fred Vargas greift, muss sich auf ihre manchmal absurden Szenen einlassen können (Ionesco lässt grüßen) und ihren hintergründigen Humor gerne haben um ihre Bücher genießen zu können. Die Bücher der Französin sind aber keine Lektüre für zwischendurch, dafür sind sie zu vielschichtig.

Lange Rede, kurzer Sinn: mir hat auch dieses Buch gefallen und ich werde wohl weiter von Zeit zu Zeit Fred Vargas lesen.

13.11.2011 09:49:44
Sonnenschein

Ich überlege immer wieder, ob ich mein Französisch nicht mal soweit auf Vordermann bringe, dass ich die Bücher von Vargas im Original lesen kann - eine Bekannte macht das und ist ist ihnen seitdem vollständig verfallen.

Aber auch in deutscher Übersetzung sind sie einfach herrlich! Lakonisch, philosophisch, witzig. Ich kenne keine besseren Krimis.

Auch diese Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen, mit ihrem skurrilen Personal und ihrem schrägen Anfang.
Vom Inhalt haben ja meine Vorredner schon berichtet, es gibt da nichts hinzuzufügen. Außer einer eindeutigen Leseempfehlung.

Oder: Suzanne von Borsody, die die Geschichte auf unnachahmliche Weise ganz wunderbar liest!

19.09.2011 12:50:33
charlie

Das Buch wurde mir wärmstens empfohlen und ich habe mich mit Vorfreude ans Lesen gemacht. Leider musste ich feststellen, dass ich mit dem Inhalt so überhaupt nicht klar komme. Meiner Meinung nach zu übertriebene Darstellung der Figuren. Skurril? Mag sein, aber anstrengend und unrealistisch. Nach längerer Zeit habe ich aufgegeben obwohl ich nur knapp einen Drittel gelesen habe. Vargas wird definitiv nicht in meinem Bücherregal Einzug halten.

29.11.2010 06:11:27
detno

Die Hörbücher zu den Romanen von Fred Vargas zählen nicht gerade zu meinen besten Werken. Sie sind einfach zu kurz. Auf ein oder zwei CDs gepresst bleiben Plot und Sprache leider auf der Strecke.

Anders "Das Orakel von Port Nicolas".

Wer diesem Hörbuch seine beiden Ohren leiht, wird von der Handlung regelrecht mitgerisssen. Ein spannender Krimi mit liebenswerten, originellen Figuren, allen voran der Ex-Bulle Louis Kehlweiler mit seiner Kröte als ständigen Begleiter.

Einen großen Anteil an dem außergewöhnlichen Hörgenuss hat Suzanne von Borsody. Mit ihrer rauchigen Stimme ist sie die Idealbesetzung.

93°

11.10.2010 18:29:50
guidobillstein

Habe letztens mal nachgedacht. Darüber, warum ich sie so mag, die Geschichten der Fred Vargas. –

Ich glaube, es ist die Skurrilität ihrer Charaktere. Eigenartige Leute. Oder: Leute eigener Art. Individuell. Und loyal. Gegenüber Dingen und Menschen, die sie schätzen und mögen. War selber nicht immer loyal – vielleicht mag ich das Personal-Ensemble der Vargas eben deswegen.

Darum also – und weil es Außenseiter sind. Gefeuerte Polizisten, arbeitslose Historiker, ex-Huren und eine gemeine Kröte. Außenseiter in Paris – sozusagen Off-Louvre oder Off-Champs-Elysees. Auch darum mag ich diese Geschichten.

Und natürlich wegen des charmante Humors der Fred Vargas. Anti-Establishment, aber nicht böse-aggressiv.

Zum Fall: Diesmal hat der Roman Mühe, auf Touren zu kommen. Die Handlung ist zäh und es dauert lange, bis Ex-Inspektor Louis Kehlweiler sich selbst und die Polizei davon überzeugt hat, dass es sich bei dem Knochenfund in Paris um einen Mordfall in einer kleinen Stadt, Port-Nicolas, in der Bretagne handelt.

Dann allerdings, nach ca. 2/3 des Romans die Schlüsselszene: Ein Nachmittag im Cafe-de-la-Halle, dem zentralen Treffpunkt des Ortes. Eine Bühne, auf der Vargas sie all auftreten lässt, alte und neue Verdächtige.

Überhaupt: Dieses Cafe. Leute, vom Bürgermeister, lokalen Unternehmern und Handwerkern bis zu Tagelöhnern, ihren Frauen, Freundinnen usw. treffen sich hier um zu klönen, zu essen und zu Trinken – und das einen ganzen verregneten Nachmittag lang. Frankreichs Provinz. Solche Cafés und Bars finden wir wohl nur hier…

Neue Spuren und Hinweise tauchen auf, die letztlich zur Lösung des Falls führen. Fred Vargas präsentiert einige von ihnen wie ein, sagen Deus-ex-Machina. Stellt sich z.B. heraus, dass einer der Personen eine üble Nazi-Vergangenheit hat, was denjenigen vorübergehend natürlich ins Zentrum von Kehlweilers Ermittlung führt. Zumal diese Vergangenheit seinen – Kehlweilers – Vater persönlich betrifft. So ein Zufall.

Letztlich helfen die uns schon bekannten Evangelisten und ein merkwürdiges Stahlkunstwerk im Stadtpark, um den wahren Mörder zu überführen.

Insgesamt ist das Orakel von Port-Nicolas – um mit Raymond Chandler zu sprechen - kein großer „analytischer“ Kriminalroman. Motiv, Ermittlungstechnik usw. – Na ja, das haben wir woanders schon besser gelesen. Aber: Nicht so wichtig, solange es Fred Vargas wie auch im vorliegenden Roman gelingt, uns mit ihren skurrilen Figuren sowie treffenden Milieuschilderungen zu bezaubern.

21.04.2010 21:50:50
mylo

Also das war mal wieder ein richtiger Vargas. Da muss mal erst drauf kommen einen Kriminalfall an einem Knöchelchen in der Hundeschei... aufzuziehen.
Dann die Personen, allen voran der aus anderen Romanen von Ihr bekannte Kehlweiler, der Deutsche, Martha und natürlich die drei Historiker. Einfach köstlich. Ab Mitte kommt die Geschichte dann richtig in Schwung.
Also ich zähle diese Buch mit zu den Besten und gebe gerne 80 Punkte und freue mich auf das nächste, kurzweilige humorvolle Spannungsliteratur, super.

30.10.2009 08:10:44
mg11

Auch dieses Buch habe ich zum zweiten Mal gelesen und ich finde es noch besser als beim ersten Mal. Humorvoll und verrückt. Obwohl bei den Vargas Büchern nicht unbedingt immer der Krimi im Vordergrund stehen muss, ist hier dennoch die kriminalistische Seite sehr gelungen.

Definitiv eines der besten von Fred Vargas. 100% Weiterempfehlung!!
Durchaus auch zum mehrmaligem Lesen geeignet!!

Habe mir überlegt, ob ich mir nicht auch eine Kröte anschaffen sollte...

12.10.2009 22:59:52
Andershalt

Nach der "Schönen Diva" mein zweiter Roman von Fred Vargas. Sie schreibt sehr schön und besticht mit einem wunderbaren Humor, der in den Charakteren und deren Dialogen zum Ausdruck kommt. Was ich vor allem toll finde, ist die Tatsache, dass die Geschichten realistisch erscheinen und nicht überzogen sind. Realistisch, spannend und sehr unterhaltend. Was kann man mehr verlangen?

22.04.2008 09:57:26
Dickie_Greenleaf

Fred Vargas ist brilliant. Sie versteht es sowohl den Fall spannend zu erzählen, als auch die handelnden Personen glaubwürdig und menschlich darzustellen. Warum ihr Schreibstil immer wieder als skurril bezeichnet wird, verstehe ich nicht. Ich finde ihn im Gegensatz zu den meisten Krimis als besonders ausgefeilt, authentisch und von starker Aussagekraft. Dialoge, die sonst auf reine Funktion und Informationsweitergabe ausgelegt sind, werden bei Vargas lebendig. Sie ist einfach brilliant.

15.04.2008 16:54:11
fufu

Ich habe noch nie an einem Buch so lange gelesen: 2,5 Monate. Ich glaube, ich wollte nicht, dass es endet.
Der erste Teil ist zwar nicht so spannend, dafür erzählend, beschreibend, besonders im Detail. Beim 2. Teil wachsen die Herzklopfen und die Spannung steigt. Die Typenbeschreibung ist so genau, dass ich das Gefühl habe, einen Film zu sehen.
Was mir besonders gefällt, ist, dass die Autorin Archäologin ist und man gleichzeitig weitergebildet wird. Auf jeden Fall freue ich mich auf einen weiteren Roman von Fred Vargas.

25.03.2008 01:12:04
Rolf.P

Es macht Spaß ihre Zeilen zu lesen, unkonventionell und unabhängig ist sie, die Schreibweise von Fred Vargas.
Mit Wärme gezeichnete Figuren, die man so noch nicht kennengelernt hat, pointierte Dialoge, Selbstironie, skurriler Humor und bei alldem eine stetig steigende Spannung, dabei bleibt die Atmosphäre dicht, verhaltene Szenen dienen dem Atemholen, nach dem es unausweichlich weitergeht. Trotz aller Verästelungen, Rückblicke und Einblicke in den Seelenzustand ihrer Akteure ist es die “archäologische" Präzision, mit der Fred Vargas die Handlung vorantreibt und ihren Helden mit einer an Starrsinn grenzender Ausdauer ihr Ziel verfolgen lässt. Diese Eigentümlichkeiten des Romans sind es, die ihn von anderen unterscheiden und gerade deshalb zum Lesen empfiehlt.
Wer das Buch zur Hand nimmt, muss darauf vorbereitet sein, sich mitreißen zu lassen von der Handlung, aber auch eine unerklärliche Sympathie für die Hauptakteure zu empfinden, vor allem für Louis Kehlweiler, der so schräg ist, dass er eine Kröte zu seinem liebsten Begleiter ernannt hat.
Mag sein, dass dieses Buch nicht gerade spannend erscheint. Aber darum geht es vielleicht nicht, sondern um die Schaffung und Schilderungen von Stimmungen und verschiedener Milieus, die uns beim Lesen aus dem Alltag in eine zumeist kleine aber liebenswerte andere Welt eintauchen lassen.

22.03.2008 13:10:09
dfranke

Eine herrlich skurrile Geschichte. Ich habe mir vorgenommen, unbedingt noch mehr ihrer Bücher zu lesen. Die vielen Absurditäten finde ich köstlich, kann aber verstehen, wenn das nicht jedermanns Geschmack ist. Ich habe mich jedenfalls herrlich amüsiert.

26.02.2007 10:11:11
Corinna

Grandios! Ich bin positiv süchtig nach ihren Büchern! Unvergleichbar im Stil und in ihren Charakteren! Bisher dachte ich Margary Allingham hätte die skurilsten Figuren und Dialoge aber dieses hier ist noch eine Messlatte höher!

Ich will jetzt auch ein Bier!

27.09.2006 15:34:36
Maureen Simone Lutz

Ich finde die Bücher von Fred Vargas alle einfach genial. Auch das vorliegende ist ein Buch das man in einem zug durchlesen muss. Ihre Charaktere sind einfach aussergewöhnlich und originell. So ganz anders alls bei anderen Krimis. So wie in diesem Buch Komissar Kehrweiler mit Bufo und seine Helfer. Ich liebe diese Bücher über alles und kann es kaum erwarten bis ein neues erscheint. Obwohl íhre Krimis oft brutale Morde oder Serienkiller beinhalten sind sie doch so humorvoll geschrieben das man dazwischen richtig lachen muss. Die vorliegende Geschichte die Ihren Anfang in einem Hundehaufen nimmt ist einfach köstlich.Muss gelesen werden.

07.12.2005 11:34:41
BalouM

Nun gerade gestern mit dem Buch fertig geworden, entdeckte ich natürlich wieder diesen besonderen Schreibstil den Fred Vargas ausmacht. Es macht Spaß ihre Zeilen zu lesen. Die skurril gezeichneten Typen machen es ebenso lesenswert, wie die ungewöhnlichen Dialoge. Das Phänomen bei Vargas Büchern erscheint mir aber eine gewisse Zeitlosigkeit zu sein. Wenn nie hie und da eine kurze Jahresangabe wäre, könnte man meinen, die Handlungen spielen in den mittleren Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts. Da ist zum Beispiel in diesem Buch der Typ des Ingeneurs Sevran, der nicht etwa alte Computer sammelt. Nein, er sammelt Schreibmaschinen. Da ist diese immer wieder hervorgehobene Armseeligkeit der Studenten und auch die Geldknappheit des alternden Inspektors Kehlweiler. Da wird eine Akte aus Paris per Boten angefordert. Die "Segnungen" und Kommunikationsmöglichkeiten der späteren Moderne scheinen keine Rolle zu spielen. Nur das Telefon ist hier zugänglich.
In ihrem Schildern des Umfeldes, und nicht nur dabei, erinnert sie ein Stück an Georges Simenon und seinen wichtigsten Helden Maigret.
Die Auflösung der Morde gerät dabei in den Hintergrund. Es geht hier neben der Raffinesse aber auch den Fehlern des Mörders, mehr um die Motive und Zwanghaftigkeit der Tat.

Was man natürlich den Büchern generell ebenso anmerkt, ist die Liebe der Autorin zur Archäologie, die sie zum Beispiel in den Evangelisten ausleben kann.

Mag sein, dass dieses Buch nicht gerade spannend erscheint. Aber darum geht es vielleicht nicht, sondern um die Schaffung und Schilderungen von Stimmungen und verschiedener Milieus, die uns beim Lesen aus dem Alltag in eine zumeist kleine aber liebenswerte andere Welt eintauchen lassen.

08.11.2005 10:39:59
Motte

ich find das Buch hammer langweilig!es ist total in die Länge gezogen...und man hat nach kürzester Zeit keine Lust mehr zu lesen! Louis Kehlweiler ist eine komische Figur, die niemand ernst nehmen würde im echten Leben°!!!!!! viele Sachen sind viel zu weit hergeholt und man kann Louis ziemlich oft überhaupt nicht verstehen!ich würde es niemanden empfehlen! und hoffe, dass meine Kinder später nicht solchen Schund lesen müssen!!!!! es ist eines der schlechtesten Bücher, die ich je gelesen habe!!!

27.09.2005 16:20:33
Marion

Ich bin da ganz zufällig und unschuldig drüber gestolpert. ich hatte wohl von fred vargas gehört, aber nichts gelesen (geschweige denn gewusst, ob autor oder autorin). dann ist mir dieses buch passiert. zugegeben: anfangs hatte ich etwas schwierigkeiten, in den äusserst gewöhnungsbedürftigen stil rein zu finden (nachdem ich kein französich kann, muss ich mich mit der deutschen übersetzung zufrieden geben). sind das krimis, die sie schreibt? ich weiss es nicht. es ist mir auch egal. vargas schreibt sensationell köstlich. und ich will jetzt ein bier!

13.12.2004 08:34:30
Pascal

Schade, das Buch ist zu Ende.
Die Geschichte macht durch die Personen und die Dialoge so viel Spass, dass alles andere in den Hintergrund rückt.

Die grossen Zufälle, die zur Auflösung des Mordes beitragen, sowie die Geschichte um den "Pisser", die unnötig gewesen wäre, sind egal.

Und dann dieser wundervolle Schlußsatz: "Ich will ein Bier!" Philosophisch erstklassig.

25.05.2004 13:39:07
Elisabeth

Kann mich in den vergagnegen 5 Jahren an keinen Autor/Autorin erinnnern dessen/deren Bücher ich mehrmals gelesen habe, um auch jedes Detail zu registrieren: die Bücher von Fred Vargas sind da die einzige Ausnahme. Die leichte Kritik der "Vorschreiber" teile ich nicht, die Begeisterung schon. Aber ich mag den Schreibstil und die vielen Schnörkel die nicht dirkekt zum Fall gehören (wie halt im richtigen laben, da gehört auch nicht alles zur momentan wichtigsten Sache), Kröten mag ich (auch wenn ich meist nicht mit ihnen rede) und mit Kehlweiler geht es mit wir Marthe (meiner 2.-liebsten Person), er ist mein besonderer Liebling und taucht hoffentlich bald in weiteren Büchern auf!

28.04.2004 23:15:53
Andrea

Es ist genau so, wie in der Besprechung der Krimi-Couch geschrieben: man gewöhnt sich an den Stil und hat immer mehr Vergnügen daran! Ich bin mittlerweile ein richtiger Fan geworden und freue mich auf weitere Abenteuer der "4 Evangelisten und Co."!

16.06.2003 17:58:30
Marcel Braig

Musste das Buch von der Schule aus lesen. Ich persönlich finde es nicht sehr spannend. Es wird viel und häufig über Dinge geredet, die gar nichts mit dem Fall zu tun haben. Hinzu kommt, dass die vielen unterschiedlichen Personen, und ihre Verwandschaft zueinander nur Verwirrung stiftet. Und die vielen Vermissten und Toten machen den Fall nicht gerade zu einem leicht verdaulichen, gut verstehbaren Krimi...