Die schöne Diva von Saint-Jacques

Erschienen: Januar 1999

Bibliographische Angaben

  • Paris: Viviane Hamy, 1995, Titel: 'Debout les morts', Originalsprache
  • Berlin: Aufbau, 1999, Seiten: 287, Übersetzt: Tobias Scheffel
  • München: Süddeutsche Zeitung, 2006, Bemerkung: Süddeutsche Zeitung Kriminalbibliothek; Bd. 10

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Im Garten der Sängerin Sophia im Pariser Faubourg St. Jacques steht eines Morgens ein Baum, der am Tage zuvor noch nicht da stand. Niemand hat ihn gepflanzt. Sophia empfindet eine Bedrohung. Wenige Tage später ist sie ist sie spurlos verschwunden. Ihr Nachbar Marc, ein junger Historiker, derzeit ohne Job und Frau, beginnt auf eigene Faust zu recherchieren, da weder der Ehemann noch die Polizei sich zunächst für den Fall interessieren. Und je tiefer er gräbt - unter der Buche wie in der Vergangenheit der verschwundenen Diva -, um so mehr Steine bringt er ins Rollen, die zwei Morde auslösen, bis er am Ende auf einen uralten Hass stößt, der beinahe auch ihn das Leben kosten wird.

Die schöne Diva von Saint-Jacques

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Letzte Kommentare:
21.09.2012 13:53:43
wolf

Dies war auch mein erster Roman von verehrter Dame. Coup de foudre!
Ich las schon vorher in Kritiken, dass die Meinungen über Madame Vargas extreme divergierten und verstehe jetzt warum.
Es sind die sehr, zu logischen, korrekten, rechtwinkligen Herren (meist), die sich mit Ihrem Stil nicht anfreunden können.
Die Täter sind meist verwirrt, mmh- seelisch divergent =); deshalb vermeintlich unglaubwürdig.
In diesem Fall, sehr viele Verdächtige, das Ende sehr inspirierent, dann konsequent verwirrend. Die drei Evangelisten sind sehr erfrischend und der alte ex-Flic ruht in sich selbst.
Fred Vargas: Charmant, humourvoll, Skurril, liebenswert-lesenwert, für bewegliche, lächelnde Geister.

20.07.2010 01:52:16
guidobillstein

Zugegeben: Ein wenig skurril sind sie schon. Die drei jungen Historiker der Fred Vargas. Arbeitslos. Sozusagen Hartz IV, bestenfalls ALG I. Marc, Mathias und Lucien. "Die drei Evangelisten" und ihr WG-Haus.

Der eine – spezialisiert auf den 1. Weltkrieg – faselt dauernd über Westfront und Ostfront. Wenn er über die Nachbarinnen rechter und linker Hand spricht. Der andere – Ur- und Frühgeschichte – läuft die meiste Zeit unbekleidet durch das Haus. Der dritte – Mittelalter – ist halbwegs normal. Wenn man die Klimbim Familie in den 1970ern auch normal fand.

Ihre Nachbarin Sophia - die von der Westfront - eine schöne, frühere Operndiva wird ermordet. Zu den Verdächtigen gehören unter anderem: Sophias Mann, der gewisse Aktivitäten außerhalb der Ehe betreibt, ebenso, wie ihre Nichte, die knapp bei Kasse ist. Beiden würde eine Erbschaft gut stehen.
Aber der Kreis der Verdächtigen erweitert sich bald, und unsere Hobbydetektive, unterstützt durch Marcs Patenonkel - einen Ex-Kriminalkommissar – sehen sich bald einem kniffligen Mordfall gegenüber, der bis zuletzt überaschende Wendungen durchmacht.

Kurzer Rede langer Sinn: Fred Vargas\' charmanter Humor, spritzige Dialoge und eine gut durchdachte Crime Story sind ein Vergnügen. Mit einem Wort: Lesenswert.

01.04.2010 14:16:24
pfiffikus

Ich finde, alle Fred-Vargas-Romane sind auf jeden Fall lesenswert. Anfangs sind die Charaktere und deren oftmals kuriose, manchmal auch irrwitzige Gedankengänge zwar etwas gewöhnungsbedürftig, doch am Ende fügt sich alles zu einem sinnvollen Ganzen zusammen. Auch ihre Ausdrucksweise ist sehr außergewöhnlich und kreativ, selbst wenn die Handlung mal nicht so spannend ist, verliert man doch nie die Lust weiterzulesen.

01.07.2009 15:38:56
Bridged

Ach, was für ein Lesevergnügen! Die skurrilen Charaktere der 3 Evangelisten sind meisterhaft beschrieben. Und die Leute aus der Normandie...! Natürlich darf man niemals einen Vargas-Roman in die Realität setzen. Es ist reine Poesie und Luftakrobatik.
Habe gerade gemerkt, dass ich noch keine Bewertung abgegeben habe. Dringend 90°
Krimimimi alias

30.06.2009 10:31:29
Gaspar

Mein erster Vargas. Origineller Stil ohne die üblichen Klischeebausteine. und nett zu lesen. Die Story kommt allerdings zu langsam in die Gänge. Nach einem Drittel der Wegstrecke ist fast nichts passiert, außer dass ein Baum gepflanzt wurde. Am Ende gibt es dann für meinen Geschmack mindestens eine Wendung zu viel. Die eigentlich glaubwürdige Geschichte wird zu Gunsten des eher abwegigen Täters mit Gewalt zurecht gebogen. Die Geschichte mit dem Namen auf der Autotür gehört zum Absurderen, was ich gelesen habe. Auf die Psychologie des Täters wird kaum eingegangen.

75 °

09.04.2008 13:58:31
attujna

Krimi der anderen art: sehr erheiternd, liebevoll charakterisierte figuren, amüsanter geschichtlicher hintergrund im studium der protagonisten, ich siedelte den fall nur leider in einer anderen zeit an ( 1900 ) was ich trotz korrektur im inhalt bis zum schluss nicht annahm. kann dieses buch nur empfehlen.

26.03.2008 18:22:48
mylo

Mein erster Vargas und nach anfänglicher Skepsis nachher angenehm überrascht. Tolle Figuren, eine gute Story und zum Schluss dreimal im Glauben lassen der Fall sei gelöst.
Ist mir 80 Punkte wert.

23.03.2008 02:51:37
Rolf.P

Fred Vargas Krimi hat nicht nur alles was ein Krimi benötigt, um zu fesseln, sie beschreibt ihre Protagonisten auch dermaßen liebevoll, dass man diese völlig unterschiedlichen vier Männer die da zusammen in einem Haus wohnen einfach lieb gewinnt.
Wenn Sie ein Freund von Poesie, scharfer Beobachtungsgabe, Skurrilität und etwas schwarzem Humor sind, dann sind Sie bei Fred Vargas und ihren Evangelistern Mathias, Marc und Lucien, bestens aufgehoben! Absolut genial beschreibt die Autorin in etwas anderer Weise, dass völlig unterschiedliche Menschen gerade das Besondere an der Gesellschaft sind.
Das Buch steigert sich bis zu einem furiosen Finale, bei dem einem der Atem wegbleibt. Zuvor wird der Leser aber systematisch in die Irre geführt und verdächtigt garantiert jeden bis auf den Mörder.

22.11.2007 13:54:13
numerobis

ich verstehe manche kommentare nicht.
aber es ist so. man liebt sie oder auch nicht.

und ich liebe ihre bücher.

dieses ganz besonders.

wortwitz, skurile gestalten, schöne sprache.
was will man mehr.

15.11.2007 13:18:19
Schelmuffsky

Zunächst: manches Kochbuch ist spannender zu lesen. Von Paris erfährt man außer ein paar Straßennamen nix, alles wirkt seltsam zeitlos, sodass ich zunächst dachte, der Roman spielt 70 Jahre früher. Dass dann irgendwann ein Computer mit Scanner auftaucht, irgendwie wirkt das wie ein Fremdkörper im Text. Und die Rettungsaktion am Schluss funktioniert so nur auf sehr geduldigem Papier und wird durch den sehr konstruierten Plott auch nicht glaubwürdiger. Schließlich: die vermeintlich skurrilen Typen werden durch die ewige Wiederholung der Spitznamen auch nicht wirklich pfiffig.
Mein Gesamturteil: na ja.

18.07.2007 14:19:02
detno

Ein kurzweiliges Buch, das ich während der täglichen U-Bahn-Fahrten von und zur Arbeitsstelle gelesen habe. Humorvoll, merkwürdige (aber liebenswerte) Typen, ein alter Kommissar a.D., ein Baum, ein Mörder, was will man mehr?
Mir hat das Lesen jedenfalls viel Spaß bereitet.

11.04.2007 12:49:08
Jojo

Die schöne Diva von Saint-Jacques ist bis zur 100sten seite (für jugendliche wie mich) unsäglich langweilig, doch ab seite 101 hat mich der roman "in sich hineingezogen" und ich konnte gar nichtmehr aufhören zu lesen.
da ich dieses buch von unserer deutschlehrerin aus lesen muss und ein referat mit autorinformationen und rezension anfertigen musste habe ich stundenlang im internet nach passenden informationen gesucht. ich würde mir wünschen, dass es min. eine seite gibt, auf der man all das finden kann. vielleicht könnte man das in der krimi-couch einrichtn? das wäre toll!

20.03.2007 10:49:08
Harald Schüttelhöfer

Ich kannte F. Vargas bis vor kurzem nicht und habe das Buch aus der SZ-Krimibibliothek. Nach den guten Kritiken in der Krimicouch war ich gespannt, ob das Buch wirklich so gut ist. Ist es nicht! Die Handlung wird "nebenbei" erzählt, die eigentlich originelle Idee der drei Historiker als Hobbydetektive trägt nicht und die Figuren bleiben seltsam blass. Selbst das Viertel von Paris und das Restaurant wurden nicht näher beschrieben, obwohl sich dort alles abspielt. Nichts mit Pariser Flair, französischer Küche oder sozialem Hintrgrund. Auch die Hinweise, die Vargas für die Auflösung gibt, erschließen sich erst durch den seitenlangen Monolog, mit dem der Leser noch einmal durch Handlung und Motive des Täters geführt wird.
Alles in allem ganz nett, aber leider nicht mehr.

24.01.2007 18:11:00
Kozanda

Fred Vargas ist die wichtigste zeitgenössische Krimi-Autorin aus Frankreich. Alles ist Besonders: die Protagonisten, deren Lebensläufe, die Lebensumstände, die emotionalen Zustände. Das Lesen der Vargas-Bücher ist wie eine gesunde Anästhesie, man versinkt in der Handlung und will nie wieder aufwachen.

09.12.2006 17:29:03
Andrea

Herrlich. Intelligente Dialoge mit Wortwitz, überzeichnete Figuren, die dennoch in ihrer Persönlichkeit an sich viel realistischer sind als die sonst oft bemühten clichébehafteten Menschen von nebenan, die rasch zu übergroßen Helden heranwachsen. Die "Evangelisten" sind mir auch deshalb wesentlich sympatischer als Adamsberg. Uneingeschränkt empfehlenswert. Wer bei dieser Autorin übrigens kitzelnde Schock-Effekte erwartet, ist andernorts besser aufgehoben - anders kann ich mir Rezensionen à la "es plätschert vor sich hin" nicht erklären.

28.10.2006 16:47:07
Dr. Michael Angrick

Meine Freundin schenkte mir den Kriminalroman „Die schöne Diva von Saint-Jaques“ von der Autorin Fred Vargas. Die Dame erzählt ganz kühl eine Geschichte, die erst auf den letzten Seiten des Buches sich auflöst. Die Spannung bleibt also sehr lange erhalten, das ist für Kriminalromane von besonderer Bedeutung. Was hinzukommt, sind ihre Helden. Drei Historiker, die sich auf verschiedene Epochen spezialisiert haben und mit ihrem Verstand und ihrem unterschiedlichen Temperament schließlich gemeinsam mit dem Onkel des einen den Fall lösen. Dieser Onkel ist ein ehemaliger, unehrenhaft aus dem Dienst entlassener Kriminalkommissar. Da hat natürlich kein Verbrecher eine Chance!

27.09.2006 15:56:38
Maureen Simone Lutz

Das war das erste Buch das ich von ihr gelesen habe und ich war danach sofort süchtig nach mehr.Diese 3 Philosophen und der Onkel in dem Haus und die Gespräche die sie führen einfach köstlich.Ich habe mich sehr amüsiert und es in einem zug ausgelesen

27.07.2006 19:00:12
Anja

Wie vermutlich alle Krimi der Vargas (es war jetzt mein dritter) lebt auch dieser von den skurilen Personen. Skuril, aber absolut liebenswert. Die Story selbst ist spannend, man kommt wirklich sehr spät erst dahinter. Jedenfalls liebe ich den Stil und für mich hätte das Buch auch noch länger sein dürfen.

15.03.2006 20:44:13
Petra

Es war mein erstes Buch vn Fred Vergas. Ich fand das Buch ziemlich langweilig, da die Handlung recht spannungsarm geschildert. Die einzelnen Charaktere, die ja unterschiedlicher nicht sein können, haben mir gut gefallen.

15.03.2006 16:57:16
GAUDIO

Mich hat der Roman, ebenso wie Anja S. unsäglich gelangweilt. Wollte nicht auf meinen Kollegen hören, als dieser meinte, lass die Finger davon ;-(

Meinungen sind einfach subjektiv, aber ich meine, dies ist bei weitem der schlechteste Vargas.
Finger weg!
Ansonsten ist Vargas aber die Göttin ;-) Aber auch die Götter können irren.

08.11.2005 19:46:02
Claudia Wachenfeld

Nachdem ich als erstes Buch von Fred Vargas "Fliehe weit und schnell" gelesen hatte, habe ich begonnen, ihre anderen, zeitlich früher spielenden Bücher zu lesen.
Mir geht es wie vielen meiner "VorschreiberInnen" - ich kann das Buch nicht aus der Hand legen, es macht mir einfach unheimlich Freude, es zu lesen! Die für "hiesige" Verhältnisse skurrilen Charaktere, die sich aber immer treu bleiben und sich respektieren, werden bald zu guten Freunden. Die faszinierende Wohngemeinschaft unter dem "alten Vandoosler" ist eine Truppe, über die man gerne liest. Wenn auch der "Fall" der schönen Diva vielleicht nicht zu den spektakulärsten Krimalfällen der Welt gehören mag, so gelingt es Fred Vargas doch, den Leser so in die Handlung einzubeziehen, dass er am Ende des Buches lächelnd in den Sessel zurücksinkt und das nächste Buch von Fred Vasrgas lesen möchte... das mit dem Knöchelchen...

13.10.2005 14:01:18
Antonia

Unsere Deutschlehrerin hat uns jedem ein Buch gesagt, welches wir über die sommerferien lesen mussten...ich habe "die schöne Diva von Saint-Jacques" bekommen..erst wollt ich es gar nicht lesen, weil ich das Buch total blöd fand..aber als ich dann die erstmal angefangen habe, wollte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen!Es ist so spannend und ich kann es nur weiterempfelen...

27.09.2005 20:58:26
Verena

Das ist mein erstes Buch von Fred Vargas und ich bin sehr begeistert. Es ist mal ein anderer Schreibstil, der mir gut gefällt, obwohl es am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig ist. Werde noch mehr Bücher von ihr lesen!

01.08.2005 22:34:00
jan(18) aus Kölle

Ich hab den Roman während der Sommerferien 2005 in die Hände bekommen, nachdem ich mir mehrere Krimis angelesen hatte. Aber bereits die ersten 2 Seiten waren so packend, dass ich im Nu mitten in die Lektüre versunken bin.
Der Roman »Die schöne Diva von Saint-Jacques« zeichnet sich durch seinen Witz und saloppen Schreibstil aus, v.a.aufgrund der höchst amüsanten Charaktere und ihrer Gewohnheiten. Ebenso fasziniert die eigenartige melancholische Stimmung eines Pariser Stadtviertels.
Empfehlung an Leser, die es schätzen, wenn sie ein Buch zum Schmunzeln bringt.

08.04.2005 17:40:23
kathi

Ich weiß gar nicht, wie man etwas Negatives zu diesem Buch sagen kann, mich hat es vom ersten bis zum letzten Moment gefesselt, ich konnte es nicht weglegen, bevor ich es ausgelesen hatte. Ganz sicher werde ich mehr ihrer Bücher lesen.

04.03.2005 12:24:22
Brunner

Schade – die Story ist reizvoll, aber sie bleibt recht farblos, mangels Erzählkunst.

Vargas’ liebste Stilmittel scheinen der Holzhammer und der Zaunpfahl zu sein. Die Charakterisierungen der Protagonisten, an sich amüsant, werden bis zum Überdruss dick aufgetragen und dadurch als plumpe Stereotypen bloßgestellt.

So benutzt Lucien, ein scheuer Zeitgeschichtler, ironisch einen Soldatenjargon aus dem ersten Weltkrieg – das ist ja eine nette Idee, aber doch bitte nicht in fast jedem Satz!

Oder der alte Vandoosler: Er nennt seine drei WG-Gesellen immerfort „die Evangelisten“, weil sie Marc, Mathias und Lucien heißen. Wie hübsch, aber wenn man dieses „heiliger Lukas“ und „heiliger Matthäus“ hundertmal gelesen hat, wird es unerträglich, ja es erinnert an jenen simplen Kindercomic, in dem sich blaue Gnome mit weißen Mützen stets deskriptiv anreden: „He Grübelschlumpf, wo schlumpfst du hin? – Zum Teich, Konditorschlumpf!“

Dass die Handlung über hundert Seiten lang auf ein Verbrechen zuläuft, stört in einem literarisch ambitionierten Gesellschaftskrimi nicht im Geringsten – eine Meisterin wie Dorothy Sayers kann auf Mord und Totschlag ohne weiteres ’mal ganz verzichten (z.B. in „Aufruhr in Oxford“). Wenn aber erst auf Seite 115 eine nennenswerte Metapher auffällt („Marcs Gedanken schoben sich übereinander [...] wie die Platten der Erdkruste“), ist das wirklich blutleer. Wer sich als Literat vermarkten lässt, sollte sich nicht mit einer Handvoll Einfällen und Beobachtungen über fast 300 Seiten retten.

Zu vieles bleibt in diesem Roman bloßer Umriss, leere Behauptung. Eine der Hauptpersonen hat z.B. ständig ein fünfjähriges Kind bei sich, das aber in der gesamten Geschichte nicht ein einziges Mal den Mund auftut. Es wird nie zu Fleisch und Blut.

Gut, die Schreibe mag arm an Bildern sein, weil sie umgangssprachlich und natürlich ’rüberkommen soll – aber andererseits ist der Stil auch wieder zu verspielt und manieriert, um zwischen den Zeilen Atmosphäre zu erzeugen. Manch „skurriler“ Gedankensprung, manch gewaltsames Hineinstopfen von Fakten und Andeutungen in Dialoge und Gedankengänge stört den Eindruck von Authentizität.

Fazit: Wegen der sympathischen und interessanten Fabel las ich das Buch zu Ende. Was aber plastische Schilderung und atmosphärische Dichte angeht, enttäuscht mich „die Vargas“. „Debout les morts“ wirkt wie ein Drehbuch-Exposé, das hier nach Streichungen, dort nach Ausmalung durch Regisseure und Schauspieler schreit. Der Fantasie des Lesers gibt das Buch kaum Nahrung.

26.01.2005 08:26:32
Pascal

Das war mein drittes Buch von Vargas und ich bin jetzt völlig von ihrer Schreibweise gefangen. Einfach genial. Ich bin jedesmal entäuscht, wenn das Buch fertig ist.

Alles andere zu diesem Buch drücken die Meinungen meiner Vorschreiber aus. Entweder man mag Vargas, oder eben nicht.

24.06.2004 22:44:16
Anja S.

Also: mich hat dieses Buch nun leider unsaeglich gelangweilt, habe mich echt "durchgequaelt", weil ich glaubte, an den ueberschwaenglichen Kritiken muesste doch etwas dran sein.

25.05.2004 09:42:32
Lawrence

Es dauert lange bis zur Tat und es ist relativ früh klar, wer eigentlich nur der
Täter sein kann. Das Buch hat trotzdem
eine durchgehende Spannung, die sich
aus dem Mit- und Gegeneinander der
Hauptfiguren ergibt.
Die Tat und der Täter haben einen indi-viduellen und schlüssigen Hintergrund, die
Aufdeckung der Tat, also des Verhaltens,
was in einer sozialen Gemeinschaft nicht
mehr zu dulden ist, ist ein Ergebnis der
kollektiven Arbeit der ansonsten für sich
sehr eigenen und unangepassten Haupt-
protagonisten.
Von daher handelt es sich nicht nur um
einen Krimi sondern auch um einen Roman,
der nicht nur spannend, sondern auch humorvoll und unterhaltsam ist.
Wer ein Buch nur in der Hand halten kann,
wenn alle zwei bis drei Seiten eine Leiche
auftaucht oder wer den stahlharten "Hero"
als Ermittler braucht, dem sei von diesem
Krimi, wie von allen anderen von F. Vargas
abgeraten.

03.05.2004 15:57:09
Daniel

Ein "klassischer" Kriminalroman soweit es die Tat und deren Auflösung angeht. Aber das allein fesselt nicht den Leser, vielmehr sind es die äusserst liebevoll gestalteten Figuren, die jede auf ihre Art so symphatisch sind, das man möglicherweise am Ende gar in den Täter verliebt ist...

03.05.2004 15:56:50
Daniel

Ein "klassischer" Kriminalroman soweit es die Tat und deren Auflösung angeht. Aber das allein fesselt nicht den Leser, vielmehr sind es die äusserst liebevoll gestalteten Figuren, die jede auf ihre Art so symphatisch sind, das man möglicherweise am Ende gar in den Täter verliebt ist...

18.02.2004 21:45:12
Swen Piper

Die Nachbarin der drei skurrilen Historiker Marc, Mathias und Lucien verschwindet spurlos. Die drei Freunde versuchen mit Hilfe eines pensionierten Kriminalbeamten den Fall zu lösen. Fred Vargas ist mit „Die schöne Diva von Saint-Jacques“ ein wunderschön erzählter Roman gelungen, voller Witz, Skurrilität, Situationskomik und Spannung. Diese Art der Erzählkunst findet man im Genre der Kriminalliteratur selten.

04.06.2003 12:14:56
Marc

Ich mochte den Krimi sehr und ich werde die Vargas-Reihe um die drei "Evangelisten" Marc, Historiker fürs Mittelalter, Lucien (Frühgeschichte) und Mathias (2. Weltkrieg) weiter verfolgen. Spätestens am Ende des Buches ist man betrübt, weil es da Abschied zu nehmen heißt von den ungewöhnlichen vier Protagonisten (nicht zu vergessen noch Ex-Kommissar Louis Kehweiler, Marcs Onkel, der noch in anderen Büchern auftritt)... Wer aber die Möglichkeit hat ihn im Original zu lesen, sollte dies tun. Bei der deutschen Übersetzung geht vieles flöten, mais je parle francais seulement un peu :(...

03.06.2003 23:19:21
Andrea

Naja...! Stimmt, es gibt bessere Krimis. Die Story fand ich auch ein wenig konstruiert. Doch die vier "Barackenbewohner" haben mir gefallen, mit all ihren Macken und Spleens. Die Dialoge fand ich oft überraschend, "wie im richtigen Leben", ich wusste oft nicht, steckt ein tieferer Sinn dahinter oder ist es nur Geplänkel. Werde wohl nicht gleich ein Fan von Vargas, aber zum Kennenlernen wars schon ok.

06.05.2003 12:35:58
Rolf Flückiger

Als Mankell u. Marklund-Geniesser habe ich den Roman aufgrund positiver Kritiken gelesen und muss leider sagen, skurrile Figuren, nicht genug Spannung, gar nicht mein Fall .... es gibt viele bessere Krimis ...

18.04.2003 10:37:39
Barbara Bocher

Eigentlich bin ich nicht wirklich ein Krimi-Fan, aber seit ich Fred Vargas entdeckt habe, kann ich es nicht mehr erwarten mich von ihren Büchern fesseln zu lassen - vor alllem auch wegen ihrer autentischen Beschreibungen Frankreichs und dessen Bewohnern. Wer kann, sollte aber auf jeden Fall auf Französisch lesen, bei der Übersetzung geht so mancherlei verloren

07.09.2002 17:39:51
Ingrida

Die Umschlagseite bezeichnet die Biografie der schönen Opernsängerin als Kategorie "Krimi", gleichzeitig mit dem Hinweis auf fehlende reisserische Action-Szenen. So vorgewarnt, werden tausendundeine Möglichkeit eröffnet, dem Seelenfrieden der drei selbsternannten Detektive vom Nachbarhaus, Mitdreißiger und Historiker, die sich redlich mit der Gegenwart abquälen, beizuwohnen. Zu dieser Männer-WG gesellt sich der frühpensionierte Ex-Kommissar, der seine geballten Berufs- und Lebenserkenntnisse häufig ungefragt auf seine "Evangelisten" herablässt.

Der rote Faden dieser Geschichte scheint aus dem hintersten Nähstübchen hervorgeholt zu sein und endet in einer nahezu märchenhaften Logik. In ständig gleichbleibender Erzählweise, ohne spannungsgeladene Episoden, ist der häufig verwendete Satz: "Wir sitzen in der Scheisse", als Buchtitel angemessen.