Die Frauen, die er kannte

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Norstedt, 2011, Titel: 'Lärjungen', Seiten: 494, Originalsprache
  • Freiburg im Breisgau: Audiobuch, 2012, Seiten: 6, Übersetzt: Douglas Welbat

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Jochen König
Willkommen im Jammertal der Profilneurosen und Pseudokonflikte

Buch-Rezension von Jochen König Mai 2012

Beginnen wir mit dem Positiven. Das ist schön kurz. Hjorth & Rosenfeldt haben eine Idee. Die sich darin erschöpft, den Hauptdarsteller als kompletten Unsympathen darzustellen. Was blöderweise nicht ganz hinhaut. Denn natürlich lauert im problembelasteten, neurotischen Misanthropen Sebastian Bergman (Wie recht Karl Kraus doch wieder hat: "Krank sind die meisten. Aber nur wenige wissen, dass sie sich etwas darauf einbilden können. Das sind die Psychoanalytiker.") eine empfindsame Seele, die nur darauf wartet geweckt zu werden.

Dazu gesellt sich, mit viel gutem Willen, der rudimentär vorhandene Spannungsaufbau so ab Seite 200 -, der darauf hinausläuft zu spekulieren, wann Ermittlungsteam und Vorzeigepsychopath endlich in kritischer Situation meist verbunden mit Geiselnahme aufeinandertreffen. Das erwartet man wohl von solch einem Schmöker, und genau das wird auch geliefert. Wie es ausgeht? Eine rhetorische Frage.

So richtig aufregend ist das zu keiner Zeit, leiden die Autoren doch unter einer Erklärungswut, die noch den kleinsten Kieselstein am Wegesrand beschreiben muss. Der Nachahmungstäter ritualisiert sein Leben. Damit dies auch der letzte Leser kapiert, kommt das Wort Ritual dutzendfach auf den Seiten vor, die aus der Sicht des gestörten Mannes erzählt werden. Nicht, dass er Einsicht in sein Tun besäße. Die Autoren erklären es uns aber gerne. Erschöpfend.

Nachhaltig gestört wird die Dramaturgie, die kleinste Aussicht auf Erfahrungsgewinn dank Deduktion, durch den ausgeprägten Hang des Personals an jedem Ort, zu jeder Zeit, meist unpassend, Beziehungsprobleme zu wälzen und diese, am besten augenblicklich, ausführlich auszudiskutieren. Irgendwie müssen 729 Seiten ja zusammen kommen.

Selbst während Tatortermittlerin Ursula die Wohnung eines Mehrfachmörders examiniert, konzentriert sie sich viel mehr auf die Frage, warum Psycho-Sebastian vor etlichen Jahren mit ihrer Schwester geschlafen hat. Eine Antwort hat Bergman natürlich nicht parat; die Frage ist aber auch hinfällig: Sebastian Bergman hatte mit fast jeder Frau in Schweden Sex. Da fällt die Erinnerung schwer. So ist er halt. Und genau darauf basiert auch das vorliegende Buch.

Ein Serienmörder bringt Frauen um. Nach einem Muster, das ein armes Würstchen (jetzt allerdings, so platt wie lachhaft unkomisch, gelegentlich "Der Meister" genannt) namens Edward Hinde vorgegeben hat. Jener Hinde, über den Freund Bergman zwei Bücher geschrieben hat, worauf sein zweifelhafter Ruf beruht. Doch Hinde sitzt im Hochsicherheitstrakt hinter schwedischen Gardinen. Wo auch sonst?

Also ist ein Nachahmungstäter unterwegs. Der aber so akkurat in Hindes Fußstapfen tappt, dass es eine Verbindung zum Original Gangster geben MUSS. Doch das ermittelnde Team der Reichsmordkommission findet sie nicht. Bergman hat nur vage Vermutungen, Ahnungen und das dringende Bedürfnis, es sich mit allen Menschen in seiner Umgebung zu verderben. Tut zwar nicht not, aber hey, wieder ein paar Seiten geschafft zum Wälzer.

Glücklicherweise hilft Hinde, wo er nur kann. Was auch gut ist. Denn ohne seine Tipps müsste sich die Reichsmordkommission in "Dezernat für ungeklärte Familien- und Beziehungsangelegenheiten" umbenennen. Dabei scheuen sich Hjorth & Rosenfeldt nicht einmal das alte "quid pro quo" des Dr. Lecter aufs Tapet zu bringen. Dass der dusselige Ex-Polizist und jetzige Gefängnisleiter Thomas Haraldsson darauf eingeht ist eins, dass Hinde mit Vanja Lithner aber seine Clarice Starling findet, ist so platt wie schwach umgesetzt. Immerhin ist Papi beim ersten Anstandsbesuch mit dabei.

Im Ernst: Ein unfähigerer Haufen Polizisten durfte sich selten in einem Roman tummeln. Der Text betont zwar immer wieder, was für ein tolles Team Kommissar Torkel Höglund besitzt, doch wird diese Behauptung von sämtlichen Beteiligten eher torpediert als bestätigt. Vor allem die Polizeiarbeit, so sie denn überhaupt stattfindet, bleibt ziemlich irrelevant. Beispiele gefällig?

Auf Seite 152(!) sitzt Torkel in seinem Büro, beklagt die Überarbeitung und den hohen Stressfaktor seines Jobs bis dato hat er eine Handvoll Konferenzen geleitet, ist ein bisschen durch die Gegend gefahren und hat mit einem Journalisten telefoniert -, Ermittlungsergebnisse sind mager bis gar nicht vorhanden. Doch was treibt den Vielbeschäftigten wirklich um? Wie lange seine beiden Töchter im Teenageralter wohl noch in den Ferien zu ihm ins kleine Sommerhäuschen kommen. Ein paar Millionen Eltern kennen die Antwort: So mit ca. 15, 16 ist das meist vorbei, spätestens dann fahren die lieben Kleinen gerne mit Freunden in Urlaub. Das wäre geklärt. Können wir uns also endlich auf die Ermittlung konzentrieren. Denkste.

Da erfährt der Polizeitrupp, dass Hinde einen Laptop in seiner Zelle hat (das schwedische Justizsystem ist augenscheinlich sehr liberal). Keiner der Beamten kommt auf die Idee, das Teil zu untersuchen. Und das, obwohl auf Billy Roséns Qualitäten im Umgang mit Computern und Technik des Öfteren hingewiesen wird. Nein, man verlässt sich auf das Wort des unfähigen Gefängnisdirektors und seines Personals, dass Hinde keine Verbindung zum Internet hat.

SPOILER: Edward Hinde, diese durchtriebene Ausgeburt des Bösen, weiß es besser. Wäre eine Sache von 10 Minuten gewesen, ihm auf die Schliche zu kommen. Aber der Kerl ist ja SO klug. Hat einen IQ von über 130. Wie fast jeder der Gefängnisinsassen. Wärter und Direktor kommen gerade auf die Hälfte. Gemeinsam.

Ein Befähigungsnachweis scheint für die Arbeit im Gefängnis überhaupt nicht nötig zu sein, selbst Schulungsmaßnahmen dürfen angezweifelt werden. Ob es verboten ist, populärwissenschaftliche Werke in der Freizeit zu lesen, konnte nicht eruiert werden. Ein bisschen Lektüre á la John Douglas, Robert Ressler oder Stephan Harbort hätte schon geholfen, um Haraldsson vor heftigem Ärger zu bewahren; der sich sogar auf seine flauschige Beziehung ausweitet. Aber der arme Kerl ist leider zu beschäftigt damit, dem Klischee des tragikomischen, tumben Toren als Aufreger fürs Lesepublikum, zu entsprechen.

Bleibt für erfolgsversprechende Ermittlungsergebnisse noch unser Top-Profiler Sebastian Bergman übrig. Doch, oh Wunder: Obwohl seine herausragende Qualifikation selbst in den zahlreichen dunklen Stunden seines Daseins beschworen wird, ist realiter nichts davon zu spüren, bzw. zu lesen. Ihm gelingen keine psychologischen Profile in seinem nahen Umfeld, und die Analyse verbrecherischer Psychopathen klappt auch nur, wenn diese ihm zuliefern, was er wissen möchte. Stattdessen übt sich Bergman als unbegabter Stalker seiner Tochter und zwischenzeitlichen Kollegin Vanja hinterher. Er bringt es nicht fertig (die Mutter allerdings auch nicht) Vanja einzugestehen, dass er ihr leiblicher Vater ist. Begründung? Fehlanzeige. Aber der arme Kerl leidet schließlich ganz fürchterlich unter dem Tsunami-Tod seiner Frau und kleinen Tochter. Da begeht man schon mal Übersprunghandlungen. Kann passieren; aber doch nicht unbedingt einem der angeblich führenden Psychologen Schwedens (um Missverständnissen vorzubeugen: Psychologen/-analytiker brauchen natürlich keine besseren Menschen zu sein. Aber ihre Profession sollten sie schon beherrschen.). Das Unglaubwürdigste: Vanja ist kein Kind mehr, nicht mal ein Teenager, sondern eine (vorgeblich) selbstbewusste, toughe Frau um die Dreißig. Die verkraftet das. Bloß nicht im Land der aufgesetzten Konflikte.

Keine weiteren Einzelheiten mehr über diesen Murks, ersonnen von zwei Autoren, die mutmaßlich glauben, man müsse nur die entsprechenden Versatzstücke zusammenschustern, damit am Ende ein lesbarer Kriminalroman herauskommt. Vielleicht sogar ein guter. Nie im Leben. Ein verkaufsträchtiger bedauerlicherweise schon.

Jetzt könnte man über dieses Machwerk schmunzeln wie über einen schlechten Witz, es auf die Seite legen als problemüberladenen Katastrophenroman, wenn es nicht einen Punkt gäbe, der das ganze Buch zu einem Ärgernis macht. Der Umgang mit Kindesmissbrauch ist von leichtfertiger Gedankenlosigkeit. Dass die Rückblenden des Nachahmungstäters fatal der Tatort-Folge "Abschaum" (maskentragende Satansjünger bedrängen Kinder) ähneln, kann vorkommen, besonders bei solch einem Flickwerk, dessen Second-Hand-Faktor insgesamt weit höher ist. Doch dass den Missbrauchsopfern jede Empathie versagt wird, dass Missbrauch nur noch zum Initiationsritus für Serienkiller taugt, bzw. zum bloßen Stichwort und Aha-Erlebnis degradiert wird, ist höchst perfide.

Bei der Gestaltung des Hinde-Charakters zudem unglaubwürdig und nur auf die beabsichtigte Wirkung hin inszeniert. Halbwegs schlüssig mag noch sein, dass der Leidtragende eines mehrjährigen Missbrauchs zum Täter wird, sobald sich seine Lebenssituation eklatant ändert. Völlig absurd ist aber, dass ein Mensch, der dreißig Jahre Opfer war, der niedergemacht wurde bis zur Persönlichkeitsaufgabe, sich plötzlich nach dem Tod des Täters, bzw. der Täterin wie ein Phönix aus der Asche erhebt und zu einer dämonisch und hochgradig manipulativen Mixtur aus den Doktoren Lecter und Mabuse mutiert.

Hindes Mehrfachmorde basierten noch auf der nachvollziehbaren Mischung aus Scham und Angst vor Strafe, aber die nachfolgende Entwicklung zum kriminellen, dominanten Superhirn ist das blinde Äffchen, das zwei Stallburschen aus dem lichtlosen Bereich des Medienzirkus auf der Nase herumtanzt und behauptet: "Kuckt mal, was ich alles kann!" Dabei kann es gar nichts, sondern ist nur eine Halluzination nach dem übermäßigen Genuss von Selbstgebranntem, der aus zu vielen minderwertigen Zutaten besteht.

PS.: Damit die Rezension nicht noch länger wird, habe ich mir weitere Verweise auf Fehler und offensichtlichen Nonsens erspart. Das hätte sonst zur Sprengung der Startseite geführt. Wers genauer wissen will, muss selbst suchen. Ist bei 729 Seiten eine Herausforderung, ich weiß. Ihr dürftet aber fündig werden. Ich gebe auch gerne Tipps. Gestehen muss ich auch: Meist wenn es darum ging, wer wie viele Paprikastreifen aufs Butterbrot legt oder welcher Krawattenknoten gerade gebunden werden soll, habe ich ein paar Seiten nur überflogen. Vermutlich weiß ich deshalb genauso wenig wie Sebastian selbst, mit welchen und wie vielen Frauen er einvernehmlichen GV hatte. Bloß Hinde kennt sie alle. Woher auch immer.

Die Frauen, die er kannte

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Letzte Kommentare:
28.12.2018 12:21:38
Carl Wilhelm

An diesem Buch scheiden sich die Geister, und auch ich bin etwas hin- und hergerissen. Einerseits gibt es etliche Schwächen und Fehler (die in der überzogenen KC-Kritik breit ausgewalzt werden), wie z.B. die langweiligen 150-200 Seiten zu Anfang und die Wiederverwendung des tumben Haraldsson aus dem ersten Band als unglaubwürdiger Gefängnisdirektor. Andererseits nimmt das Buch dann wirklich Fahrt auf, es wird spannend, und die Beziehungsgeflechte und persönlichen Probleme der Protagonisten sind meist nachvollziehbar. Wer mit dem Ekelpaket Sebastian Bergman was anfangen kann und wem der erste Band gefallen hat, dem kann man auch diesen zweiten Band empfehlen. Der Cliffhanger am Ende lässt allerdings vermuten, dass im Folgeband manche Dinge weitergesponnen werden sollen, die besser hier abgeschlossen bzw. aufgelöst würden.

31.05.2018 16:54:09
kritikaster

eigentlich brauchte man der rezension nichts hinzuzufügen -ein übles machwerk, zusammengestrickt aus versatzstücken besserer autoren, einfach nur grottenschlecht - von logik keine spur. da geht der RETTER bergmann in die höhle des löwen und hat nicht mal ein taschenmesser dabei! das glauben doch nur idioten. schlimm finde ich, dass man sich gegen ende dieses machwerks nicht des eindrucks erwehren kann, dass die autoren sich beim schreiben genauso aufgegeilt haben wie ihr hinde. einfach nur ekelhaft. null punkte!

11.05.2018 17:32:40
Rasmus99

Die Rezension auf dieser Seite macht das ganze Buch schlecht. Ich hingegen habe mich amüsiert. Klar ist vieles klischeehaft, aber davon leben wir doch schlussendlich alle. Die Rafinesse, wie die Geschichte gesponnen ist, fasziniert mich und hat mich gefesselt. Wer Band 1 gelesen hat, findet hier die logische Fortsetzung.

14.09.2017 17:47:43
Vielleserin

Herr König - Ihre Kritik ist eine Wohltat! Ich stimme Ihnen UNEINGESCHRÄNKT zu!
Einen schlechteren Krimi habe ich noch nie gelesen - bzw., wenn mir einer in die Hände gefallen ist, habe ich ihn umgehend an den nächsten Bücherflohmarkt weitergegeben. Hätte ich dieses Machwerk nicht geschenkt bekommen und von mir eine Rückmeldung erwartet wird, hätte ich es schon nach einer Dreiviertelstunde LeseARBEIT(!) entnervt in den Keller verbracht! So habe ich - als ich nach 200 Seiten merkte, dass keine Qualitätssteigerung in Sicht ist - o nein, es wurde sogar immer unerträglicher - die übrigen 500 Seiten in einer Marathonlesung von 2 Stunden - wobei ich viele Seiten überschlagen habe - punktuell gelesen und es mit einem erleichterten Seufzer aus meinem Blickfeld geschafft.Wie es dieses fragwürdige Werk in die SPIEGEL- Bestsellerliste schaffen konnte, ist mir schleierhaft!
Zur Erholung gönne ich mir nun Stories von Ruth Rendell (Lizzies Liebhaber). Überschaubar, gut und tiefgründig geschrieben - welch ein Labsal!

23.04.2017 15:53:28
trafik

Ich kann mich den meisten Vorrednern nicht ganz anschließen. Die ersten zwei Krimis dieser Reihe, waren um einiges schlechter als dieses.
Ich selber mag die Hauptfigur ja überhaupt nicht. Trotzdem muß man den Autoren gratulieren, einen solchen spannenden Thriller zu erfinden.
Auch die Meinung der Krimicouch ist nicht nachvollziebar. Flüssiges, spannendes Buch vom Anfang bis zum Ende. Manche Meinungen sind wirklich nicht zu verstehen.

09.07.2016 19:36:36
carrie 33

Die Bücher sind spannend und gut zu lesen,sagt mir eine Bekannte.
Ich habe mir im ZDF eine Verfilmung angesehen mit Sebastian Bergmann... hat mir nicht gefallen.
Jetzt habe ich das Erste Buch gelesen.
Es ist wirklich teilweise interessant und spannend.
Die ersten 200 Seiten waren aber wirklich zu langatmig.Dann ging es einigermaßen gut los--bis ich diese arrogante Art von S. Bergmann in der Dauerwiederholung nicht mehr ertragen konnte. Der nutzt die Menschen nur als Opjekte zu seiner eigenen Befriedigung aus und dann lässt er sie fallen.
Niemand ist in der Lage dieses "Arschloch" zu stoppen und er hat als Selbsternannter Experte die Größten Fehler gemacht.
Die letzten 100 Seiten nahm ich im Schnelldurchgang.
Meine Bewertung:Buch ist noch unangenehmer als der Film..nicht Lesenswert : Note 4minus

19.02.2016 15:03:03
Ruth

Ein selten schlechter Krimi. Das Ermittlungsteam stotzt nur so von Unfähigkeit, wie die Vorredner schon sagten, feht die Sapnnung komplett, es wird langatmig von dieversen Beziehungskisten erzählt, die kein Mensch interessiert und der Hauptprotagonist ist ein Unsympath allererster Güte und dazu noch unfähig. Ich habe mittendrin 200 Seiten überschlagen, ohne dass nennenswerte Lücken entstanden.
Niemals wieder so einen Schmarren. Reine Zeitverschwendung

15.11.2015 18:00:08
Peter

"Jetzt könnte man über dieses Machwerk schmunzeln wie über einen schlechten Witz."Genauso wie über die "Rezension". Die ersten 200(+)Seiten mögen zäh wie Kaugummi sein, sind aber auch notwendig um dann für die restlichen Seiten den Nährboden zu legen. Pseudointellektueles Wischiwaschi anstatt sachlicher und verständlicher Auseinandersetzung. Unter Buchkritik verstehe ich etwas anderes.

04.11.2015 01:21:24
Hela

Habe die krimi-couch bislang immer gerne genutzt, um einen ersten Eindruck neuer Bücher zu bekommen. In diesem Fall wollte ich mich noch mal über das letzte (selbst vor zu langer Zeit gelesene) Buch der Reihe informieren, um besser ins aktuelle reinzukommen. Mit so einem genervten Totalverriss wie Königs fällt das schwer. Natürlich erwarte ich hier keine professionellen Kritiken - aber eine etwas differenzierte Tonalität, ein Hauch Abstand von persönlicher Genervtheit wäre doch konstruktiver für User / Leser mit Infobedarf.

21.04.2014 09:48:21
Torsten

Das Konzept "Sebastian Bergmann" setzt auf zwei Punkte: Erstens ist er ein absolutes Arschloch, aber Zweitens ein so brillanter Ermittler oder Profiler, dass man auf ihn dann doch nicht verzichten kann um einen Fall zu lösen.
Der erste Punkt wird auf den ersten gut 200 Seiten elend lang und langweilig festgeschrieben - den zweiten Punkt findet man auch auf den folgenden 500 Seiten dagegen nicht.
Spannend ist das nur sehr sehr begrenzt, stattdessen werden Beziehungsprobleme jedweder Art hin- und hergewälzt, langatmig und todlangweilig.
Ermittlungarbeit findet nahezu nicht statt, eigentlich wird nur den Handlungen von Hinde und seinen Helfern hinterhergestolpert.
Gerade der "geniale" Sebastian Bergman tut rein gar nichts was die Ermittlung voranbringt oder gar seinem angeblichen Ruf gerecht wird.
Sein "Vater-Vanja-Dilemma" wird in einer epischen Breite ausgewälzt die nur noch langweilt.
Die polizeiliche Ermittlung strotzt nur so von unerklärlichen, ja unverzeihlichen Fehlern und Unterlassungen dass es nur noch unglaubhaft ist. Es wurden ja schon genug Beispiele genannt - aber schon beim ersten Punkt ist jeder Realitätsbezug abhandengekommen: Natürlich würde in jedem Fall der Laptop von Hinde in seiner Zelle genauestens überprüft werden sobald der Zusammenhang mit ihm auch nur vermutet würde. Von den ganzen unterlassenen Handyortungen ganz zu schweigen.
So ist der Ausgang schlicht und vorhersehbar, kurz und einfach.
Natürlich wollen die Autoren auch den nächsten Band verkaufen und so wird wieder ein kleiner Cliffhanger eingebaut - diesmal nicht die Frage wie Sebastian mit Vanja umgeht, sondern was Ellinor mit Valdemar vorhat.
Das reicht aber nun wirklich nicht um sich nochmal gut 700 Seiten anzutun.

07.04.2014 22:39:24
Kylling

Tja, ich bin hin- und hergerissen. Ich finde das Buch trotz seiner Dicke nicht unspannend, aber zugleich sehr sehr ärgerlich. Die ganze Geschichte funktioniert nämlich nur, weil sich das Ermittlerteam so unglaublich dämlich anstellt bzw. überhaupt nicht erst ermittelt, der Hauptprotagonist am allerwenigsten.

ACHTUNG SPOILER:
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- der im Gefängnis sitzende Oberbösewicht benutzt einen Laptop. Keine Kontrolle, ob damit eine Internetverbindung hergestellt wird, auch sonst keine Kontrollen
- Rote Beete und Blut riechen unterschiedlich und haben auch andere Konsistenz
- Handys werden nicht geortet (nicht mal versucht zu orten)
- der Expolizist sitzt offenbar tagelang tot im Auto in unmittelbarer Nähe der Wohnung einer der Ermittler, interessiert keinen
- so banale Sachen wie Umfeldbefragungen möglicher Zeugen finden nicht statt
- der unglaublich dämliche Gefängnisdirektor
- durch einmaliges Andiewandwerfen eines Laptops des Handlangers gehen mit Sicherheit nicht alle Daten der Festplatte verloren, wenn auch das Gerät danach defekt sein mag. Von Wiederherstellungsexperten hat man in Schweden wohl noch nie gehört.

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SPOILER ENDE

Das sind einfach zu viel der Unzulänglichkeiten und es sind leider keine Bugs am Rande, sondern genau auf dieser Trampeligkeit beruht der Fortgang der gesamten Geschichte. Da gefallen mir die ebenfalls zu sehr ausgewalzten Persönlichkeitsprobleme der Beteiligten fast noch am besten.

Schade.

50 Grad

08.02.2014 00:03:50
Anne Pesch

Machen wir es kurz:
"Der Mann der kein Mörder war", ein absolut mitreißender Krimi, tolle Story, Stunden voller Spannung, unglaublich gut!
"Die Frauen, die er kannte", 726 überflüssige Seiten. Bin maßlos enttäuscht, schade.
Ob ich den dritten Teil lesen werde, steht noch in den Sternen, und dass, obwohl dieser bereits im meinem Bücherregal auf ich wartet...

30.01.2014 17:51:19
glasperle

Die Kritik, die Herr König geschrieben hat,
ist aller Ehren wert. Ich stimme ihr bis in
die Einzelheiten zu.
Der so hoch gelobte Krimi ist ein plattes,
mit überflüssigem Psycho-Fett aufgedunse-
nes Machwerk, von Autoren geschrieben,
die sich einbilden, es genüge nicht, den
Lesern einen intelligenten Krimi zu bieten.
Psychologie und das Wissen kompetenter
Laien sei noch viel wichtiger.

11.01.2014 15:08:23
winny

Also die Kritik des Herrn König über das Buch ist schon fast eine Kritik wert.Jeder liest und empfindet ein Buch anders.Persönlch fand ich den 2.Teil der Bergmann Triologie genau so lesenswert wie den 1.Teil.Hatte das Gefühl beim Lesen als ob ich mitten im Geschehen wäre.Dazu gehöen menschliche Fehler,persönliche Gedanken,private Probleme sowie Auseinandersetzungen bei der Arbeit irgend wie doch immer dazu.Die Autoren habe es geschafft,durch Ihren Antiheld,dem Ermittlerteam und der Story ansich mich so zu fesseln,daß ich 730 Seiten im Nu verschlungen habe.Für mich als viel Leser von Thrillern nicht alltäglich.
Fazit Wer nicht unbedingt blutrünstige amerikanische Thriller braucht dem kann ich den Antihelden Bergmann nur empfehlen. Von mir 90 Punkte

31.12.2013 16:02:30
Manuela

Die Rezension kann ich so nicht ganz nachvollziehen, ich finde sie ziemlich heftig und abwertend.

OK, es mag sich nicht gerade um DAS Meisterwerk eines schwedischen Krimis zu handeln und die ersten 270 Seiten fand ich auch grottenlangweilig.
Aber da ich es geliehen bekommen hatte, hab ich dann doch bis zum Schluss durchgehalten und fand es dann doch sehr spannend.
Ich habe aber auch die Fähigkeit, über kleinere Fehler einfach hinwegzulesen und mich nicht weiter darüber aufzuregen, wenn ich das bei jedem Buch täte, würde mir das Lesen wohl keinen Spaß mehr machen.

Ob ich mir den nächsten Band dann kaufen werde, weiß ich noch nicht, mal sehen.

Und wenn, dann nur als Kindle - dieses Buch, das ich gerade gelesen habe, ist SO DICK und SO SCHWER, dass mir die Arme wehtaten.

09.12.2013 23:54:47
Ulrich Bahlburg

Dieses Buch ist definitiv der schlechteste Schwedenkrimi den ich je gelesen habe. Jochen König beurteilt das Buch sehr differenziert, begründet sein Urteil sehr detailliert und hat in jeder Beziehung recht. Angesichts der enormen Verkaufszahlen des Machwerks kann ich nur mit einer vulgären Plattitüde äußern: Millionen Fliegen können nicht irren - Scheiße schmeckt schön.

05.11.2013 13:58:43
Frank S.

Das Einzige, was hier schlecht ist, ist der Kommentar von Jochen König. Ärgerlich. Sehr gutes Buch, äußerst spannend, sehr starke Figuren, Plot besser als beim ersten Fall, sehr gut gebaut. Dass nicht immer alles logisch ist - geschenkt. Mich hat's im Gesamtkontext nicht gestört. Und liebe Krimi-Couch-Redaktion: bitte lasst beim nächsten H&R einen Kritiker ran, der auch Lust hat auf Skandivien-Krimis.

26.09.2013 13:06:21
Susi

Dem Kommentar von Jochen König ist nichts hinzuzufügen!
Ein furchtbares Buch und dann noch künstlich aufgebläht.
Dass die Geschichte total unlogisch ist, müsste jedem Leser sofort auffallen.
Ich habe den ersten Band nicht als so schlimm in Erinnerung, vielleicht musste unter Zeitdruck Band 2 her?
Fazit: Finger weg!

02.09.2013 16:11:10
Michael111

Nachdem ich über "Der Mann, der kein Mörder war" gestolpert bin und dieses Buch innerhalb zweier Tage verschlungen hatte, war ich natürlich sehr auf den Nachfolger gespannt. Aber:
- jetzt ist der Held nicht mehr nur schrullig, sondern sehr unsympathisch, ein durchgeknallter Profiler, der in keinem Ermittlerteam geduldet würde
- dem sonst so cleveren Ermittlerteam unterlaufen so viele Fehler und Nachlässigkeiten
- die Figuren im Team werden stereotyp
- ein Serienmörder a la "Schweigen der Lämmer" macht was er will
- so naiv und dämlich handelt kein Gefängnisdirektor
Und trotzdem: eine durchgängig spannend erzählte Geschichte.
Mal sehen, ob der dritte Band wieder etwas aufholt.

06.08.2013 22:10:35
JaneM.

Nachdem der Erstling "Der Mann, der kein Mörder war" ein solider Krimi mit interessantem Ermittlerteam ist, ging beim Nachfolger "Die Frauen, die er kannte" tatsächlich einiges daneben. Die Grundstory ist derart oft da gewesen, dass die Autoren sie nicht wirklich ihr Eigen nennen können. "Genialer Serienmörder sitzt ein, manipuliert vom Knast aus eine arme Pfeife mit Morden nach seinem Muster, linkt ihn letztendlich,bricht aus und entführt einen weiblichen Hauptcharakter". Puh.
Die diversen Beziehungsverflechtungen um das Ermittlerteam nehmen nahezu genauso viel Raum ein und sind grotesk bis lächerlich. Sebastian Bergmann hängt im Baum, um seine Tochter zu bespitzeln, Vanja gibt die Karikatur der toughen Ermittlerin (seit den frühen 90iger zu Gähnen), der Gefängnisdirektor ist so blöd, dass es fast körperlich schmerzt und der Rest sinniert, selbst neben einer Leiche stehend, über banale Alltagsprobleme. Einzig Billy Rosen wird , dank des Coachings seiner neuen Freundin bewusst, dass seine Rolle als Küken des Teams nicht mehr angebracht ist.
Trotz dieser ärgerlichen Faktoren ist der Schmöker ganz gut zu lesen. Vielleicht treibt der Ärger voran oder die Hoffnung, auf eine doch noch überraschende Wendung. Ich kanns mir selber nicht erklären.

05.08.2013 22:54:09
Pulverschnee

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die Rezension ist wirklich überhaupt nicht nachvollziehbar. Besonders die 2. Hälfte war spannend und die Story war absolut fesselnd. Was mich etwas genervt hat, war die ständige Wiederholung der Familienkonstellation Bergmans aus dem 1. Band und der Hinweis auf eine Fortsetzung.

03.08.2013 16:14:04
Nelly1959

Also so schlimm wie in der Rezession ist der Roman wahrlich nicht - ich hab schon schlechtere gelesen bzw. angefangen und wieder weggelegt. Dieses Buch hatte ich in 4 Abenden durch - und das ist zumindest für mich ein gutes Zeichen.
Kurzweilig und einfach mal anders als die Superhelden in den normalen Thrillern. Teilweise mit guten Überraschungseffekten und einfach spannend. Da bekommt man doch manchmals sogar Mitleid mit Sebastian Bergmann und seine anonymen Tochter. Also - einfach gut !

03.08.2013 11:54:06
Jazzoxnpz

Scheint lediglich dem Kritiker nicht zu gefallen. Ich hingegen fand ihn klasse, echt mal was anderes. Ein antiheld, der mal nicht säuft und mit dem man sich so gar nicht idettifizieren kann. Und viel darüber wie Gruppen funktionieren.
Anbei nocheinmal die Inhaltsangabe, wegen dieser alberenen 300 Zeichen

02.04.2013 13:06:27
eisen

Nunja, ich hab von Haus aus was gegen Kunst/Kultur-Kritiker. Sie vermitteln allzuoft den Eindruck des weil-ich-selber-nix-zustande-bringe-mache-ich-andere-fertig-Möchtegerns. Welcher Krimi hat keine Fehler bzw Lücken in der Handlung? Selbst bei den ach so hochgelobten Werken von Lasson kann man welche finden (wenn man nur will). Ich fands einigermaßen spannend, gut lesbar und recht kurzweilig - und wenn ich mir die Wertung oben rechts anschaue, dann wohl die meisten anderen Leser auch.

19.02.2013 00:02:38
UFO666

Ich bin heute damit fertig geworden. Ich fand es spannend zu lesen und trotzdem ist die Kritik vollkommen angemessen. Genaus die genannten Schwachstellen sind mir während des Lesens ebenfalls aufgefallen, allerdings fand ich sie nicht alle so sehr störend: es ist ein Roman, keine Wirklichkeit.

Aber etwas, das noch nicht erwähnt wurde, hat mich sehr gestört: Da sendet der ausgebrochene Edward Hinde eine MMS nach der anderen und keiner vom superintelligenten Ermittlerteam kommt auch nur auf die Idee, diese Dinger zurückzuverfolgen um festzustellen, von wo sie gesendet wurden! Das ist unverzeihlich.

17.01.2013 13:07:51
BP

Gerade habe ich das Buch ausgelesen. Eine Krankheit, die mich ans Bett fesselt gab mir die Gelegenheit, es sozusagen in einem Rutsch durchzulesen. Das hat trotz der über 700 Seiten nur vier Tage gedauert. Das Buch hat mich gefesselt. Es ist eine gute Fortsetzung des ersten Krimis des Duos H+R, weil die Personen vertraut sind und man manche Aufklärung ungelöster Beziehungsprobleme erhält.
Ganz besonders interessant und mir als Krimileser weitgehend unbekannt ist die Tatsache, dass schon bald dem Leser klar ist, wie der Bösewicht agiert. Die Reichsmordkommission weiß es nicht! Trotzdem leidet die Spannung nicht darunter, im Gegenteil. Und die vielfältigen Aktionen noch zum Schluss (Geiselnahme, ausgerechnet Vanja usw.) gehören doch schließlich zu einem unterhaltsamen Krimi, oder?
Die letzten Zeilen kündigen eine weitere Fortsetzung an. Ich bin gespannt und freue mich darauf.

29.11.2012 15:17:36
Uli

Dies ist die erste Krimicouchkritik, mit der ich vollkommen uneinig bin. Gut 500 statt 700 Seiten hätten es wohl auch getan, aber das ist außer dem einzigen logischen Bruchs (s.u.) die einzige Kritik. Der Plot ist schlüssig, die Personen sind absolut verständlich herausgearbeitet und authentisch. Auch wenn auf den ersten 500 Seiten nicht allzu viel Action stattfindet, es muss meines Erachtens auch nicht immer "Spannung" a la Stieg Larsson oder Jo Nesbo sein (die ich auch mag, aber nicht das Maß aller Dinge sind). Erwähnter Bruch ist, dass Sebastian nicht auf die Idee kommt, mal eine SMS zu schicken. Selbst die Generation zu der er (und ich) gehören hat diese Kommunikation in der Regel schon genutzt. Und eine SMS wird zu 99% gelesen, auch wenn er Adressat die Annahme eines Telefongesprächs verweigert. Ich werde so bald wie möglich auch den Vorgänger lesen

22.11.2012 09:42:43
Birgit

Ich habe gerade mit einem Kollegen über das Buch gesprochen und er erzählte mir hier von der Seite. Da ich "Die Frauen die er kannte" so was von langweilig finde und mich unendlich schwer mit dem Buch tue, wollte ich mal schauen, ob ich die Einzige mit diesem Empfinden bin, aber zum Glück wohl nicht. Es zieht sich endlos, Spannung ist nicht wirklich vorhanden und irgendwann denkt man... jetzt... gleich. passiert das absolute Hightlight... ist leider nicht so... Schade, die Geschichte an sich ist ja nicht schlecht, aber etwas mehr Action hätte das Buch vertragen

14.09.2012 12:46:52
Thomas71

Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und mich in keiner Sekunde gelangweilt. Natürlich fällt er im Vergleich zum Erstling "Der Mann, der kein Mörder war" allein dadurch etwas ab, dass eigentlich von Anfang an klar ist, wer der "Bösewicht" ist, mir persönlich hat der Ansatz, dass Sebastian Bergman, im ersten Teil noch Beobachter von aussen, nun direkt im Zentrum der Ermittlungen steht und damit konfrontiert ist, dass er indirekt den Tod mehrerer Frauen verursacht hat, sehr gut gefallen. Auch die zwischenmenschlichen Interaktionen innerhalb der Ermittlergruppe empfinde ich nicht als störend, sondern vielmehr als folgerichtig. Es ist nun einmal so, dass es selbst in eingespielten Teams immer wieder einmal "Reibungsverluste" geben kann, die hier zumindest teilweise auch auf das besondere Verhältnis von Sebastian zu den einzelnen Teammitgliedern zurückzuführen sind. Und dass Sebastian kein superperfekter Psychologe ist, sondern in der Situation als eigentliches Ziel des Psychopathen mit seinem emotionalen Rucksack zum Teil irrational reagiert, hat meiner Meinung nach nichts damit zu tun, dass wir uns im "Land der aufgesetzten Konflikte befinden" sondern damit, dass Sebastian eben ein Mensch mit vielen Fehlern ist. Lediglich in einem Punkt stimme ich Jochen König zu: Haraldsson, der sich ja schon im Erstling als "Superbulle" präsentieren wollte, nervt in der Rolle als tumber Gefängnisdirektor und wirkt gänzlich unglaubwürdig. Über die Tatsache, dass Hinde sehr viel (realistischerweise zu viel) über Sebastians Sexualleben weiss, sehe ich im Interesse der Plotentwicklung großzügig hinweg, denn wenn das ein No-Go-Kriterium sein sollte, dann sinnd wahrscheinlich 99,99% aller Psychopath-gegen-Ermittler-Thriller unrealistisch...

11.09.2012 10:10:46
Jazzoxnpz

Ich es klasse und finde die kritik nicht nachvollziehbar. Wenn mich im Vergleich zum ersten Teil etwas gestört hat, dann die Tatsache, dass der Plot mich zu sehr an die Klassiker erinnert. Was man diesem Krimi also vorwerfen könnte, müsste man einem Deaver oder Harris genauso vorwerfen. Nicht falsch verstehen, ich respektiere jede Art von Kritik. Aber 30 %, (nicht 80%, nicht 75% nicht 60%, das ist ja die normale Spanne hier, in der sich auch extrem bescheidene Regionalkrimis wiederfinden) ist wirklich ein Ausreißer, und dürfte „Die Frauen, die er kannte“ zu einem der schlechtesten Bücher machen, die hier jemals bewertet wurden. Auf welcher Grundlage? Das was hier angemerkt wurde, mag aus Sicht des Kritikers richtig sein, aber das ließe sich leicht bei jedem zweiten hier vorgestellten Buch wiederholen.

Meine Meinung zu diesem Buch:
Endlich mal was neues, endlich mal ein neuer Antiheld. Kein Alkoholiker, keine Alleinerziehende Supermamma, oder ein Gerichtsmediziner, der zum Actionheld mutiert. Besonders gefallen hat mir die Gruppendynamik, jeder scheint mit jedem vernetzt zu sein und es gibt gründe warum sich wer wie verhält. Aber die kennt nur der Leser. Fand ich hochspannend und wie gesagt, endlich mal was neues. Mal abgesehen davon, dass der Krimiplott an sich auch klasse ist. Mehr davon. Und im Vergleich zum ersten Buch von mir zwar keine 100 aber doch noch deutlich über 90%

09.09.2012 17:08:43
PMelittaM

In Stockholm werden mehrere Frauen getötet. Die Morde erinnern bis ins Detail an die, die Edward Hinde 15 Jahre vorher beging, allerdings ist Hinde seitdem im Gefängnis. Gibt es einen Nachahmungstäter? Als sich herausstellt, dass alle Frauen intimen Kontakt mit Sebastian Bergman hatten, einem Psychologen und Profiler, der zwei Bücher über Hinde veröffentlicht hat, rückt Letzterer wieder in den Mittelpunkt der Ermittlungen.

Sebastian Bergman und die Ermittler dieses Bandes kennt man schon aus „Der Mann, der kein Mörder war“. Ich allerdings nicht, denn ich habe den Vorgängerband (bisher) nicht gelesen. So waren mir die Charaktere hier auch alle zunächst fremd. Sie gefallen mir aber ausnehmend gut – auch wenn mir nicht alle sympathisch sind – sie haben alle ein Privatleben, das auch ausführlich im Roman behandelt wird. Das schadet dem Buch aber nicht, im Gegenteil, dadurch erhalten die Charaktere einen sehr persönlich Touch und kommen einem emotional sehr nahe. Das Privatleben hat auch durchaus Auswirkungen auf die Ermittlungsarbeiten, dadurch wirken die Charaktere auch sehr authentisch. Wichtig ist dabei natürlich, dass die Ermittlungen nicht aus den Augen verloren werden und das ist hier nicht der Fall.

Der Roman hat mir sehr gut gefallen – und er ist ungeheuer spannend. Trotz der über 700 Seiten hat das Buch keine Längen. Schön fand ich die Einteilung in viele kleine Abschnitte, die aus der Sicht verschiedener Personen geschrieben waren, sei es aus Sicht der Ermittler, des Täters, möglicher oder tatsächlicher Opfer usw. Auch der Abschluss des Romans hat mit sehr gut gefallen, so dass es für mich eine rundum gelungene Lektüre war. Allen Freunden (nicht nur) schwedischer Krimis kann ich das Buch uneingeschränkt empfehlen.

06.09.2012 21:27:28
Bois Gilbert

das erste buch war einigermaßen spannend - so, dass ich mich auf Grund der guten Bewertungen entschlossen habe auch das 2te Buch zu lesen. Ich bin sehr zwiespältig - es lässt sich einfach und flott lesen - die charaktere sind interessant beschrieben - aber auch wenn es im buch oft wiederholt wird - die protagonisten sind nicht die besten auf ihren einzelnen gebieten - man kann sich dem eindruck nicht erwehren, dass es sich nur um eine ansammlung von dilettanten handelt, die ohne infos des einen bösewichts niemals weiter gekommen wären.

30.08.2012 14:17:44
Clemens B

Ich kann der Kritik auch nur zustimmen. Während des Lesens hab ich mich die ganze Zeit gefragt, wann das ach so tolle Ermittlungsteam denn endlich mit der grundsätzlichen Ermittlungsarbeit beginnen würde (ich nehms vorweg: eigentlich wird nie ermittelt, die Initiative bleibt vollständig beim Serienkiller). Eine einzige Katastrophe ist Vanja. Auch die Darstellung des Gefängnisdirektors ist so übertrieben, dass es nur lächerlich wirkt. Ich hab ja schon sehr viele "schlechte" Krimis gelesen, aber nur selten hab ich mich so geärgert wie hier.

22.08.2012 13:17:20
wilkem

Mit Buch 1 erfährt der Leser, dass ein Thriller mit einem Kotz- und Intelligenzbrocken namens Bergman spannend und unterhaltsam sein kann. Ich war gespannt auf Buch 2 und darf vorwegnehmen, dass ich nach ca. 300 Seiten gelangweilt und satt war vom Techtelmechteln, zwischenmenschlichen Beziehungsgelaber und orientierungslosen Ermitteln aller Protagonisten. Der als hochintelligent angekündigte Profiler Bergman entwickelt und zeigt sich bis zum letzten Papier eher als Volltrottel und völlig unbrauchbarer Unterstützer der Ermittlungstruppe; sein angebliches Wissen und Können ist irgendwann nach 150 Seiten Sex und Beziehungsgedöns durch die Buchdeckel verpufft. Wie ein Klabautermann nervt er die Ermittler, vielmehr jedoch den Leser, der sich zunehmend fragt, warum er das Geld für einen solchen Quatsch ausgegeben hat. Hinzu kommt ein desorientierter, zielloser und führungsarmer Torkel, der sein Teammitglied Ursula im Bett am besten versteht; Ursula wiederum auch schon mit Bergman das Liebesvergnügen hatte. Billy, der eine neue Verbindung eingegangen ist, jetzt Theater bevorzugt, kocht und Dank ihr schrittweise zum besseren Polizisten mutiert. Ach ja, und die verschwiegene aus zahlreichen Techtelmechtel Bergman's hervorgegangene Tochter, die dem Leser wegen ihres kranken Ehrgeizes sowas auf den - Verzeihung Volksmund - Sack geht.
Grobe Unterlassungen und unlogische Vorgehensweisen aller Ermittler inkl. Bergman sowie deutlich erkennbare Analogien zu anderen, bekannten Thriller krönen dieses misslungene Pamphlet.
Ein evtl. Buch 3, danach sieht es fast aus, erspare ich mir.

10.08.2012 19:58:30
Uwe Schäfer

Ich habe das Buch gerade zu Ende gelesen. Ich kann der Kritik in allen Punkten zustimmen. Wenn man die Bewertungen bei amazon zum Vergleich heranzieht, fragt man sich doch, wie diese Leute zu ihren so überschwenglichen, positiven Bewertungen kommen. Dies ist mir unbegreiflich. Nachdem ich voriges ahr den ersten Roman mit Sebastian Bergmann gelesen hatte, freute ich mich auf den nachfolgenden Roman. Ich bin selten so entäuscht gewesen.