Der Mann, der kein Mörder war

Erschienen: Januar 2011

Bibliographische Angaben

  • Stockholm: Norstedt, 2010, Titel: 'Det fördolda', Seiten: 419, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2011, Seiten: 576, Übersetzt: Ursel Allenstein
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2012, Seiten: 576

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Jürgen Priester
Hinter den Kulissen

Buch-Rezension von Jürgen Priester Okt 2011

Det fördolda - auf Deutsch: "Hinter den Kulissen" oder auch "Im Hintergrund" heißt der schwedische Originaltitel des Debütromans von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt. Genau dort müssen nämlich ihre Ermittler suchen, um ihren ersten gemeinsamen Fall zu lösen. Der Rowohlt-Verlag bietet in seiner Polaris-Reihe den Titel Der Mann, der kein Mörder war an. Das sind die ersten Worte des Prologs, und die Geschichte wird zeigen, ob diese Aussage zutreffend ist oder nicht.  Dass dieser Titel genügend Interesse weckt, darf allerdings bezweifelt werden. Auch die Covergestaltung lässt zu wünschen übrig. Wieder mal dieses langweilige "Weiß", von dem im Moment fast alle Verlage zu glauben scheinen, es wirke verkaufsfördernd. Was wirklich Aufmerksamkeit erregt, findet man innen.

Auch wenn es nur eine schwedische Lokalzeitung ist, die auf dem ersten Vorsatzblatt mit den Worten: "Das wahrscheinlich beste schwedische Krimi-Debüt seit Larsson." zitert wird. Stieg Larsson scheint im Krimi-Genre das Maß aller Dinge geworden zu sein. Was die Verkaufszahlen seiner Bücher betrifft, mag das wohl stimmen. Über die inhaltlichen Qualitäten von Larssons Millenium -Trilogie kann man indes unterschiedlicher Meinung sein. Deshalb sticht die Larsson-Karte nicht bei jedem Leser. Aber was soll´s? Die meisten Krimis brauchen eh keine hinkenden Vergleiche und Der Mann, der kein Mörder war ist einer davon. Man merkt dem schwedischen Autorenduo die Erfahrungen an, die sie in der Film- und Fernsehbranche gewonnen haben. Das gilt zum einem für die Besetzung des Stückes mit kontroversen Persönlichkeiten, deren Interaktionen allein schon Spannung erzeugen, zum anderen für den Handlungsablauf, der trotz aller Finten und Wendungen angenehm gradlinig konzipiert ist.

In Västerås, einer Stadt im ländlichen Speckgürtel der schwedischen Hauptstadt, meldet die Mutter des sechzehnjährigen Roger Eriksson ihren Sohn als vermisst. Da das Wochenende bevorsteht, wird die Meldung von der örtlichen Polizei nur halbherzig verfolgt. Der diensthabende Kommissar Haraldsson, ein Pechvogel sondergleichen, hat nur seine privaten Sorgen im Sinn. Als zu Beginn der neuen Woche die Leiche des Jungen im Teich eines nahegelegenen Waldstücks gefunden wird, ist Polizeichefin Hanser empört über die Fahrlässigkeit in ihrer Behörde. Jetzt mit dieser unfähigen Truppe auf Mörderjagd zu gehen, scheint ihr wenig erfolgversprechend, deshalb fordert sie bei der Reichspolizei in Stockholm Hilfe an. Torkel Höglund, Leiter der Mordkommission, den Hanser von früheren Fällen her kennt, ist gerne bereit, ihrer Bitte nachzukommen. Er stellt ein Team aus erfahrenen Beamten zusammen, und sie machen sich auf nach Västerås.

Parallel zu den beginnenden Ermittlungen lernt der Leser den Polizeipsychologen a.D. Sebastian Bergman kennen. Ein einsamer Mann, der seit dem Unfalltod seiner Frau und seiner Tochter völlig aus der Spur geraten ist. Obwohl der Unfall Jahre zurückliegt, wird Bergman immer noch von schweren nächtlichen Albträumen geplagt. Auch er ist auf dem Weg nach Västerås, der Stadt seiner Kindheit und Jugend, um das Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter zu veräußern. Der Zufall will es, dass er im Nachbarhaus auf Lena, die Mutter des ermordeten Jungen, trifft. So kommt er durch die Hintertür mit dem Fall in Kontakt. Wenig später begegnen sich auch Bergman und Torkel Höglund. Die beiden kennen sich nur zu gut, haben sie doch früher Seite an Seite ermittelt. Bergman bietet seine Mithilfe an, Höglund akzeptiert, wenn auch mit sehr gemischten Gefühlen. Einerseits sind ihm Bergmans hervorragende Fähigkeiten als Psychologe bewusst, andererseits weiß er genau, dass Bergman mit seiner Arroganz die Harmonie seines Teams stören wird.

"Sie werden es lieben, ihn zu hassen" unkt die Außenwerbung auf der Rückseite des Buches und meint damit Sebastian Bergman, der hier als geniales Ekelpaket aufgebaut werden soll. Wenn schon große Gefühle, dann ist es eher Mitleid, was dieser kranke Mann hervorruft. Er kann das erlittene Trauma des Verlusts nicht überwinden. Vergeblich versuchte er, sich mit Alkohol und Pillen zu betäuben, was jedoch ebenso wenig half wie die Therapien, denen er sich unterzog. Jetzt hofft er, in wahllosem Sex Linderung zu finden, obwohl er als Psychologe natürlich weiß, dass dies nur Verdrängung ist.

Nach einer langen Zeit der Untätigkeit ist es die Herausforderung eines neuen Falles, die ihn reizt. Hier ist er nicht nur als Kriminalist gefragt, sondern auch als Sohn, denn der Fall konzentriert sich auf die Schule, die er einmal besucht hat und an der sein Vater zu Lebzeiten Rektor war. Dessen Vermächtnis belastet Bergman immer noch.

Erstaunlich schnell – natürlich nicht ohne Reibereien – findet sich Bergman in Höglunds Team ein. Das ist auch gut so. Denn das Team der Stockholmer Mordkommission ist der heimliche Star des Autorenduos. Der Querulant Bergman ist in der Gemeinschaft der Ermittler allenfalls primus inter pares.

Da die Autoren mit Bergman, Höglund und Co. in Serie gehen wollen – eine Verfilmung  läuft bereits – wundert es nicht, dass sie besonderen Wert auf die Charakterisierung der Personen gelegt haben, die zum Stammpersonal gehören. Individualisten allesamt, aber eben auch Teamplayer, deren perfektes Zusammenspiel den Fall Stück für Stück einer Lösung näher bringt. Sie haben alle Hände voll zu tun. Die Ermordung des jungen Roger birgt nämlich mehr Geheimnisse, als die Ermittler zu Anfang vermuten. Selbst das Opfer war nicht der gut erzogene, unauffällige Schüler, für den ihn fast alle hielten. Hinter den Kulissen der Achtsamkeit tun sich wahre Abgründe auf. In diesem Dickicht zeigen die Männer und Frauen um Bergman und Höglund ihre Qualitäten.

Schnelle Schnitte, häufige Perspektivwechsel und ein einfacher, aber prägnanter Satzbau geben von Anfang an ein hohes Tempo vor, ohne dabei die einzelnen Entwicklungsschritte der Ermittlung negativ zu beeinträchtigen. Wie im klassischen Kriminalroman werden hier die einzelnen Puzzleteile zusammengesetzt, bis sie ein Gesamtbild ergeben. Das ist für den Leser stets nachvollziehbar und hält die Spannung über die gesamte Distanz.

Bergman & Co, gerne wieder!

Der Mann, der kein Mörder war

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Letzte Kommentare:
19.08.2018 21:37:46
han78

netter krimi, gutes material, aber ein ordentlicher lektor, haette da noch mehr draus machen koennen. vorallem der erzaehlstil der ersten 100 seiten eher mau, und man merkt, dass die beiden autoren, mehr bei drehbuechern daheim sind (fallt auch spaeter ein paar mal auf), als bei romanen, aber nachdem man den beginn und die ausfuehrlichen erklaerungen aller haupt und nebendarsteller ueberstanden hat, wird sehr zuegig und spannend geschrieben, es liest sich flott und fluessig. manch logische fehler, die halt niemals bei einer tatsaechlichen ermittlung passieren wuerden, darf man verzeihen, is halt ein roman. dass die letzten 2 morde nicht am schluss erklaert wurden, wo doch sonst jedes detail lang breitgetreten wird, ist dann irgendwie stueckwerk. eine schoene ueberraschung zum ende versoehnt dann wieder. 6,5 von 10 von meiner seite, netter zeitvertreib

14.02.2016 09:46:47
fizcaraldo

Naja an und für sich sehr weiträumig beschriebene Handlungen , damit auch etwas langwierig mit einem überraschendem Ende und Mörder. Bei aller Rücksichtnahme würde ich es mit gutem Durchschnitt bewerten.
Man glaubt als Leser Indizien für den Mörder zu haben dann steigt wie "deos ex macchina" ein neuer Verdächtiger aber nicht der endgültige Mörder aus der Asche auf. Und dies mehrmals.

02.02.2016 15:41:54
trafik

Am Anfang war ich auch sehr skeptisch.
Normalerweise mag man den Hauptdarsteller. Sebastian Bergman kann man aber nich mögen. Mit der Zeit gewöhnt man sich an ihn.
Das Buch wird auch immer spannender und hat am Schluß einige Überraschungen zu bieten.
Deshalb bekommt es von mir ein Ausgezeichnet!
Hoffe die fälle gehen so spannend weiter.

21.01.2015 11:15:40
Uta Brandts

Ich liebe diese Serie und warte immer gespannt auf die nächste Folge. Keine Frage, hier hat man wieder eine absolut geniale Thriller Serie hin gelegt.
Der Vergleich zu Stieg Larsson ist gerechtfertigt.
Sebastian Bergmann mit all seinen Stärken und menschlichen Schwächen muss man lieben, hassen, zeiteise bemitleiden.
Das Ermittlerteam mit all den so verschiedenen Charakteren ist grandios.

Gut erzählt und Spannung garantiert. Unbedingte Empfehlung.
Die Hörbücher, gelesen von Douglas Welbat bestechen zusätzlich durch den hervorragenden Leser.

21.08.2014 17:11:43
frankphilipp

Ich hatte die Hoffnung ja schon aufgegeben, daß nach Mankell und Nesbø, einer die skandinavische Fackel des spannenden Krimi/Thrillers mal wieder aufnimmt. Diese zwei Autoren habens geschafft.
Endlich wieder Spannungsbögen, die den Namen auch verdienen. Vom Protagonisten Bergmann ganz zu schweigen. Ein Unsympath erster Güte, der einem wirklich ans Herz wächst. Man darf einfach nie vergessen, warum er so ist wie er ist. Ein gebrochener, der versucht aufrecht zu stehen... und das gelingt ihm eher schlecht als recht. Alle drei erschienenen Romane (+ eine Kurzgeschichte "Feste feiern, wie sie fallen"), waren für mich wahre Pageturner und ich kann den vierten (erscheint im Oktober 2014) kaum erwarten.

08.05.2014 09:25:57
Schneeglöckchen

Letztlich hat mir das Buch gefallen. Anfangs war ich skeptisch, ob ich weiterlesen würde, weil es sich zunächst ziemlich zäh hinzieht. Die Ermittlungen werden sehr detailliert dargestellt, besonders die Besprechungen der Ermittler.
Jedoch hat mich die Sichtweise des Mannes, der kein Mörder war, die eingestreut wurde, neugierig gemacht, so daß ich weiterlas. Es hat sich gelohnt!
Dieser "schräge Vogel" Sebastian Bergmann sorgte bei mir meist für Ablehnung, aber auch für Mitleid und manchmal sogar für etwas Sympathie. Gerade wenn letzteres zutraf, sorgte er durch Aussprüche oder Handlungen prompt wieder dafür, ihn nicht zu mögen. Er kommt als purer Egoist rüber, der die anderen nur zu seinen Zwecken mißbraucht.
Traurig machen einen die Motive, die die Figuren für ihre Handlungen haben. Besonders die Jugendlichen Johan und Roger sind Opfer der Umstände, die sie sich nicht selbst geschaffen haben. Viel Verzweiflung und Sehnsucht sind dabei.
Ja und zum Schluß haben die Autoren noch eine kleine Überraschung bezüglich Sebastian Bergmann parat.
Mein Fazit: Es lohnt sich, dieses Buch zu lesen!

28.01.2014 12:49:21
Scheubner, Renate

Ich denke die Länge eines Buches ist nicht ausschlaggebend. Mir hat das Buch sehr gefallen und habe es in ein paar Tagen gelesen. Es hat mich sehr angesprochen, gerade weil nicht nur die Tat der Inhalt ist. Ich möchte auch nicht gerne mitanderen vergleichen, denn jeder Autor hat seinen Stil. Die Kommentare drumherum sind auch nur relativ zu betrachten. Jeder hat doch einen persönlichen Standpunkt , wenn er sich ein Buch zum Lesen aussucht. Ich lasse mich davon nicht beeinflussen.

25.01.2014 16:27:54
frankbuschmann

Die meisten schwedischen Krimischreiber betonen gern den Einfluss von Sjöwall/ Wahlöö und dass ohne die beiden vielleicht gar nichts passiert wäre. Eine Lektion aber haben sie leider vergessen: Man kann eine gute Geschichte auch auf 200 Seiten erzählen! Diese beiden hier haben die Lektion ganz besonders vergessen - geschlagene 600 Seiten benötigen sie für ein Familiendrama, das bei Licht besehen auch im Tatort stattfinden könnte. Der Raum wird gefüllt mit seeehr viel Innenschau, die aber selten wirklich spannend ist. Dazu ein unscheinbarer, um nicht zu sagen biederer Stil, der auch nicht gerade dazu einlädt, über diese lange Strecke am Ball zu bleiben. Positiv ist immerhin das gekonnt gestaltete. spannende Finale und die schön sperrige Figur des Sebastian Bergman.

03.01.2014 15:50:03
Natalia

Verstehe die negativen Kritiken überhaupt nicht. Habe alle drei Krimis verschlungen. Gerade die schnellen Perspektiv-Wechsel geben den Krimis etwas spezielles. Na ja, über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. Bin eine häufige Krimi-Leserin und war von den Co-Autoren auf jeden Fall sehr angetan.
Wann kommt der vierte Band??

18.12.2013 18:40:02
Kallmo

Eine Seifenoper mit Toten.

Mehr ist das nicht. Alles ist total langwierig und miteinander verwickelt. Leider wird dies all zu oft von den ermittelten Hauptpersonen verursacht und nicht vom Täter/Opfer Thema.

Ich mag dieses Auseinanderklamüsern von Hinweisen und Überlegungen, wer denn der Täter sein könnte. Leider gehen die Ermittler eher nach dem Try & Error Prinzip vor.Der Rote Faden selbst ist etwas einfallslos.

Dem zweiten Krimi dieser beiden Autoren gebe ich keine Chance, von mir gibts 30 % für den Erzählstil.

16.12.2013 19:59:21
lh

Ein tolles Buch. Habe auch die beiden Fortsetzungen gelesen. Frage, wir ein viertes Buch auch noch erscheinen? Hoffentlich, des Ende des dritten Buches war noch zu offen. Bin oft in Stockholm. Beim nächsten Aufenthalt werde ich die Orte erkunden, die in den Büchern beschrieben werden. Wie gesagt, ich brenne auf die Fortsetzung...

22.11.2013 22:27:54
Uteschubert

Ich quäle mich jetzt schon seit ca. 4 Wochen mit dem Buch rum; normalerweise lese ich solche Bücher in ca. 1 Woche... dieses finde ich so langweilig, dass ich jeweils nur wenige Seiten schaffe, bevor ich einschlafe. außerdem muss ich jeden Abend die letzten Abschnitte nochmal nachlesen, weil ich alles schon wieder vergessen habe. Ich habe das Buch geschenkt bekommen und werde mich wohl bis zum Schluss durchquälen, in der Hoffnung auf Besserung.

31.10.2013 21:34:36
warden clyffe

spannend und kurzweilig, nun ja, der bergmann mußte ja irgendein schräger vogel sein, ist ja trend - sehr interessant wie da flugs der etwas übergewichtige mittfünfziger, der eigentlich nicht arbeiten muß und alle Frauen rumkriegt die er haben will - da kann sich doch auch der durchschnittsleser (m) mit identifizieren bzw. von träumen - und sehr an den haaren herbeigeholt wie er da eben mal schnell, weil er da grade einen kennt (torkel), in ein top mordermittlungsteam reinkommt - ich weiß ja nicht wie daß n Schweden ist, ich denke hierzulande ziemlich unwahrscheinlich -
genug der kritik, spannender krimi, gut geschrieben, werde die anderen teile auch lesen :-)

27.10.2013 17:06:38
lesenchris

Ein Superkrimi, mit einem Riesena*loch, der zur Unterstützung dazu geholt wird, um einen Mörder dingfest zu machen. Der Fall, der mit und durch den Psychiater Sven Bergmann lebt und durch seine Mitarbeit die verzwickte, zunächst unerklärliche Sachlage, dann doch in einem aussergewöhnlichen und nicht vorstellbaren Ende, gelöst wird. Es gibt ja zum Glück schon mehr davon.

13.10.2013 14:40:46
Kblitz

Das Buch wurde mir als sehr spannend angekündigt. Daher bin ich leider etwas enttäuscht. Es ist im Anfang sehr langatmig und m.E. zu detailliert. Es springt von den Gedanken einer Person auf eine andere Person. Die Story ist auch nicht so neu, wird zum Ende hin spannender.
Es hätte auch 200 Seiten kürzer sein können, hätte der Geschichte nicht geschadet.

02.09.2013 15:47:05
manni

Zäher Krimibrocken ohne Höhepunkte. Ich habe tatsächlich bis zum konstruierten Ende durchgehalten, die Folgebände schenke ich mir. Wie, wer auch immer, diesen 0/8/15 Schmöker mit Mankell vergleicht (Klappentext), versteht nichts vom anspruchsvollen Spannungsroman. Dieser erste Serien-Teil ist einfach nur "runtergeschrieben", zum Teil auch unnötig in die Länge gezogen. Zu viele unwichtige Nebenschauplätze. Die Hauptperson verhält sich nicht nur albern, es gibt auch keinen Grund für mich das Schicksal Sebastians und dieser langweiligen Spiessertruppe weiter zu verfolgen. Gähn! 30°

13.08.2013 12:10:53
Barbara

Ich habe alle 3 Sebastian Bergman Krimis verschlungen! Wann kommt Band 4. Der gelegte Köder dafür am Ende von Band 3 ist echt fies wie schon bei Band 2 auf 3 :)
Interessierten Leser empfehle ich bei Band 1 anzufangen da es in gewisser Weise ein Fortsetzungsroman ist. Die Figuren führen neben den eigentlichen Plots ein interessantes Eigenleben das meines Erachtens chronologisch gelesen werden soll .

15.06.2013 12:20:14
Herzenskrimi

Bergmann ist ein absolut spannender Charakter, der jedem Leser oft ein Kopfschütteln und "er wird doch wohl nicht" entlockt. Aber gerade diese unorthodoxe Art macht ihn zu einer äußerst interessanten Romanfigur. Manipulativ und egoistisch aber auch absolut brillant in seinem Beruf. Doch auch die anderen Ermittler-Figuren ziehen den Leser sofort in ihren Bann. Hjorth & Rosenfeldt haben eine besondere Gabe, die einzelnen Vorgänge zu beschreiben. Die Erzählperspektive wechselt und der Leser Gerät mehr und mehr in den Bann der einzelnen Figuren. In meinen Augen, einer der besten Krimis, die ich seit langem gelesen habe und sicher auch nicht das letzte Buch dieses Autorenduos, das ich in die Hand nehmen werde.

09.06.2013 18:48:21
lesenchris

Und wieder hat mich ein Krimi derart fasziniert, dass ich kaum vom Sofa runterkam. Diese Geschichte ist spannend erzählt, hat wunderbar schrullige, schwierige und auch doppelbödige Protagonisten als Ermittler und dazu kommt ein Plot, der von Beginn an undurchsichtig, verzwickt und auch sozialkritisch erzählt wurde. Am besten hat mir, wen wundert's, natürlich Bergmann gefallen. In vieler Hinsicht ein Riesenarschloch, jedoch auch scharfsinnig und um die Ecke denkend. Das macht den Krimi meiner Ansicht nach komplett aus. Da verzeih ich auch gelegentliche Schwächen, wie z. B. die Figur des Trottelpolizisten, von dem ich nicht weiß, was der in der Geschichte zu suchen hat. Am Ende wird der Mörder nach einer mit akribischer Feinarbeit versehenen Suche entdeckt und daher mein Fazit, rundum gelungen und empfehlenswert.

30.03.2013 14:29:10
Claudia Figura

Was für ein blöder Kommentar.
Ich fand den Krimi sehr spannend, man wusste bis zum Ende nicht wer der Mörder war und der Weg zur Aufklärung war spannenend erzählt.Ich möchte ja einen Roman lesen, keine lyrische Abhandlung. Man kann sich auch über kritisieren. Ich fand das Buch richtig toll und werde es weiter empfehlen.

17.02.2013 18:18:20
JaneM.

"Der Mann, der kein Mörder war" bleibt durch das interessante Ermittlerteam in Erinnerung. Die reine Krimihandlung (die in den vorangegangenen Kommentaren schon ausführlich beschrieben wurde) ist eher durchschnittlich an Originalität und Spannung. Die Ermittler der Stockholmer Mordkommission sind durchaus gelungen erdacht und dargestellt. Höglund, der gutmütige Chef, bemüht, die Truppe aus Individualisten zusammenzuhalten. Die eigenwillige Spezialistin der Spurensicherung mit der Höglund eine Affäre hat; Vanja, die junge toughe Ermittlerin und Billy, der Youngster des Team, dazu verdonnert, die langweiligsten Arbeiten zu übernehmen. Sebastian Bergmann, der misantrophische Profiler, dem offenbar nur Zynismus als Reaktion auf die Berechenbarkeit und Banalität menschenlichen Verhaltens zur Verfügung steht (Vorsicht, eine Überzeichnung dieses Charakters kann auch schnell nervig werden..). Mein persönlicher Star war allerdings der trottelige Polizist Haraldsson, der beim Versuch den Helden zu spielen, alles völlig in den Sand setzt.
Trotz der nicht gerade komplexen Story verfällt das Autorenduo nicht in den Fehler die Handlung durch persönliche Geschichten der Hauptpersonen zur Nebensache werden zu lassen.
Nicht schlecht, eine gute Basis, aus der sich noch viel machen lässt.

08.02.2013 21:28:45
volker.reads

Ich habe im Buch mittendrin aufgehört, ich fand es sterbenslangweilig - die Charakterisierungen der Personen hat mich nicht gefesselt, da sie für mich eher unsympathisch und wenig interessant wirken. Allen voran Sebastian. Der nervt mich eigentlich nur und fesselt mich kaum. Ich kann die positiven Kritiken nicht verstehen, was ich von einem Roman wie diesem eigentlich erwarte ist tatsächlich: Spannung.

06.01.2013 18:20:02
Otto Quaing

Ich fand das Buch sehr spannend. Natürlich gibt es wieder viele Zufälle, die auf eine falsche Spur führen sollen. Aber dennoch wartet man gespannt darauf, wie der Fall gelöst wird. Den Kotzbrocken Sebastian Bergman finde ich erfrischend.
Total albern, blödsinnig und völlig überflüssig fand ich die letzte halbe Seite: Bergman entdeckt, dass eine der Ermittlerinnen, mit der er schon oft zusammengearbeitet hat und die ihn genau so unausstehlich findet wie ihre Kollegen, seine Tochter ist, von der er vor dem Fall nichts wusste.
Was soll das?

25.10.2012 11:34:05
Sina

Im Buchhandel war ich auf der Suche nach etwas ähnlichem wie die Adler Olsen Krimis. Mir wurde das Buch empfohlen, es sollte noch viel besser und spannender sein, ein echter "Geheimtipp". Leider war ich im Nachhinein eher enttäuscht, "Der Mann der kein Mörder war" kam nicht ansatzweise an die unterhaltsamen Adler Olsen Krimis ran. War mir zu flach und einfach geschrieben. Ob ich den zweiten Teil kaufe werde ich mir noch überlegen.

11.09.2012 09:34:19
Jazzoxnpz

Ein Zufallsfund im Buchladen, ich hab mich drauf eingelassen und war begeistert. Endlich mal was neues, endlich mal ein neuer Antiheld. Besonders gefallen hat mir die Grußßendynamik, jeder scheint mit jedem vernetzt zu sein und es gibt gründe warum sich wer wie verhält. Aber die kennt nur der Leser. Fand ich hochspannend und endlich mal was neues. Mal abgesehen davon, dass der Krimiplott an sich auch klasse ist.
Mehr davon.

09.09.2012 21:44:20
Aki

Die Geschichte als solche hat ihren Reiz, hat mich neugierig gemacht und das war auch alles, was mich letztlich dazu getrieben hat, das Buch doch zu Ende zu lesen. Kurz:
200 Seiten weniger hätten auch gereicht - nicht selten hatte ich das Gefühl, dass das Ganze "auf Deubel komm raus" gestreckt worden ist.
Sprachlich finde ich das Werk ziemlich platt, was mich mal mehr und mal weniger geärgert hat.
Wer einen Schmöker sucht mit einer relativ spannenden Story und sonst keine Ansprüche hat, ist mit "Der Mann, der kein Mörder war" sicherlich gut bedient.

23.08.2012 18:09:46
Stephanie

Den doch überwiegend sehr positiven Meinungen kann ich mich nicht anschließen. Ich fand diesem Krimi einfach nur sehr mäßig und vom Erzählstil platt. Nichts besondere.
Ich habe ich mich durch die etlichen Seiten gekämpft. Der Schluß, wenn man is dahin durchhält ist ganz ok. Die letzten 100 Seiten sind noch das beste an dem Buch. Fazit man kann sein Geld besser investieren: 30% - mehr beim besten Willen nicht.

20.08.2012 10:34:00
mylo

Mal wieder ein neuer Stern am schwedischen Krimihimmel und ein viel versprechender dazu. Sehr gut konstruierte Personen, insbesondere der sich stellenweise als "Kotzbrocken" darstellende Sebastian Bergmann. Doch obwohl, Bergmann wirkt an nicht wenigen Stellen nahezu sympathisch.
Die Falllösung zieht einem in den Bann, immer wieder, dem Leser als geradezu logisch begründet anscheinende Lösungswege, die sich rasch wieder als Irrweg darstellen.
Macht super Spaß zu lesen und Heißhunger auf den nächsten Band.

90 Punkte

17.05.2012 15:44:10
funkeln

ich hatte erst probleme in das buch/seine handlung reinzukommen...aber nach einem festen grundsatz lese ich jedes buch mindestens bis seite: 100
und.was soll ich sagen! ich habe es nicht bereut. ein super spannendes buch in dem ich stellenweise überrascht war, dass es der täter, den das ermittlerteam gerade entlarvt haben wollte es auch tatsächlich sein sollte und jedes mal kam eine wendung! bis zum schluß wurde es immer wieder anders und besser!
auf jeden fall lesen!
und ich warte gespannt auf das zweite buch des autorenteams!

14.03.2012 10:03:44
lucie-sophie

Wann kommt Band 2 auf den deutschen Markt? Lange nicht mehr einen so fesselnden Krimi gelesen! Vor allem das Ende war überraschend - ein toller Einfall des Autoren-Teams!
Dieses Buch läßt sich wunderbar lesen und trieft nicht so sehr vor Blut wie die amerikanischen Krimis - wo dann die Ermittler auch noch die unglaublichsten Situationen ohne Schaden an Leib und Leben überstehen! Ist aber vor allem nicht so düster wie sonst die nordischen Krimis.

04.03.2012 17:28:46
elise

Gerade ausgelesen und restlos begeistert.
Endlich mal wieder ein Krimi der mich in seinen Bann schlug.
Ein interessantes Team, keiner der Protagonisten - außer Sebastian Bergmann - wird über alle Maßen beschrieben und man lernt sie trotzdem kennen.
Einige Überraschungsmomente waren einfach noch nie da.
Mehr davon!

19.02.2012 15:00:42
€nigma

Zum Inhalt

Im schwedischen Västerås wird der sechzehnjährige Roger Eriksson, Schüler des vornehmen Palmlövska-Privatgymnasiums, ermordet aufgefunden. Die Leiche ist mit zahllosen Messerstichen übersät und das Herz fehlt. Die Polizei vor Ort, allen voran der zwar engagierte, aber nicht übermäßig kluge Kommissar Haraldsson, scheint mit diesem Fall, der an die Taten eines Ritualmörders erinnert, überfordert, deshalb ruft Haraldssons Chefin Kerstin Hanser die Kollegen aus Stockholm zu Hilfe: Teamleiter ist Kommissar Torkel Höglund, er arbeitet mit der ehrgeizigen jungen Polizistin Vanja, dem Computerspezialisten Billy und der Kriminaltechnikerin Ursula zusammen. Diesem Team schließt sich der Psychologe Sebastian Bergman an, der Höglund und Ursula bereits von früher bekannt - und recht unbeliebt - ist. Bergman ist ein selbstgefälliger Egomane, der Menschen nach seinem Gutdünken und zu ausschließlich seinem Vorteil benutzt, seine unangenehmen Eigenschaften haben sich durch den tragischen Tod seiner Frau und seiner Tochter nur noch stärker ausgeprägt.
Ungeachtet seines wenig ansprechenden Charakters ist Bergman aber sehr intelligent und hat ein gutes Gespür für die Psyche anderer Menschen. So ist er dem Ermittlungsteam ein nützlicher Begleiter im Fall des ermordeten Jungen, bei dem sich im Laufe langwieriger und mühsamer Ermittlungsarbeit herauskristallisiert, dass die Dinge anders liegen, als man zuerst vermuten musste.

Persönliche Beurteilung

Die Romanhandlung wird durchgehend in der dritten Person, aber aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zu Beginn erlebt der Leser, wie "der Mann, der kein Mörder war" die Leiche des Schülers in einem Tümpel im Wald versenkt. Es ist interessant, dass der namentlich nicht genannte Täter, sich nicht für einen Mörder hält, sondern überzeugt ist, etwas Notwendiges zu tun, um Schlimmeres zu vermeiden.
Der größte Teil des Krimis schildert realistisch und gut nachvollziehbar die akribische Kleinarbeit, die die Polizei leisten muss, um auch nur kleine Fortschritte zu machen. Neben der eigentlichen Ermittlungsarbeit stellen die beiden Autoren aber auch die Gruppendynamik im Polizeiteam detailliert dar: die Hackordnung innerhalb der Gruppe, die Beziehungen der alteingesessenen Kollegen untereinander - inklusive "Quartals-Affäre" zwischen zwei Kollegen- und die Reaktionen der verschiedenen Teammitglieder auf den unangepassten Außenseiter Sebastian. Auch über Sebastians Kindheit und bisheriges Leben als Erwachsener erfährt der Leser einiges, was diese Figur zwar nicht unbedingt sympathischer macht, es aber zumindest erlaubt, diesen komplizierten Charakter besser nachzuvollziehen.
Neben der Krimihandlung, die nicht von durchgehender Hochspannung, dafür aber von realistischer Darstellung und großer Komplexität geprägt ist, beschäftigt sich das Buch auch mit dem Zusammenhalt in Familien. Die Charaktere der Romanfiguren sind dabei ohne Schwarz-Weiß-Malerei gut ausgestaltet.

Fazit: Wer gern rasante Thriller mit viel Blut und Action liest, wird hier nicht ganz auf seine Kosten kommen. Freunden realistischer und gut konstruierter skandinavischer Kriminalliteratur möchte ich das Buch dagegen sehr empfehlen. Mich hat es durchgehend gefesselt und ich werde mir den nächsten Band der Serie um Sebastian Bergman nicht entgehen lassen.

15.01.2012 08:50:12
Mel.E

Morden ohne zu morden?
Dieses Buch wurde mir als Wanderbuch zur Verfügung gestellt und ich gestehe, nachdem ich es einmal angefangen hatte, war es schwer es wieder aus den Händne zu legen. Viele Menschen, viele Schicksale werden miteinander verknüpft und machen diesen Krimi zu einem echten Highlight.

Sebastian Bergmann erinnert mich spontan sehr an Dr. House, den ich einerseits total unangenehm finde, aber seinen Charakter auch sehr interessant und da er wichtig ist um den Fall aufzuklären, passt er einfach in diesen Krimi wie die Faust aufs Auge. Er selbst hat ein großes Päckchen zu tragen und versucht daher durch Sex und Affären den Verlust von Frau und Kind zu verdrängen. Klappt natürlich nicht wirklich und hinterlässt so nur weiteren Schmerz und macht ihn dadurch auch nicht wirklich sympathischer. Nachdem er sich selbst in die Ermittlung des aktuellen Falls drängt macht ihn auch bei seinen Kollegen / Kolleginnen nicht beliebter. Er fällt einfach immer und überall unangenehm auf, obwohl man ihm lassen muss, daß er oft Dinge sieht, die gerne übersehen werden. Er ist schlau und gerissen und durch seine Arroganz und Spürnase kommt er einem echten Abgrund auf die Spur, die so vielleicht untergegangen wäre. Denn der Fall war eigentlich abgeschlossen und die Presse schon informiert. Ab da nimmt der Krimi richtig an Fahrt auf und zeigt mir wieder einmal wie spannend und tiefgründig die menschliche Psyche ist. Sebastian Bergmann verfolgt natürlich seine eigenen Interessen, aber das bleibt mein Geheimnis

Der Fall wirft viele Fragen auf und es wird einiges vertuscht und totgeschwiegen. Es kommen Dinge ans Tageslicht, die einem die Haare zu Berge stehen lassen. Natürlich gehe ich darauf nicht ein, denn ihr sollt das Buch ja selbst zur Hand nehmen. Es ist schlimm, wenn ein junger Mensch sterben muss, der eigentlich nur auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit war. Roger, ein Außenseiter auf einer Eliteschule. Eine Schule, mit Menschen, zu denen er einfach nicht passt. Gemobbt, ausgegrenzt, geschlagen und bestohlen . eigentlich ein echt armes Würstchen. An die falschen Freunde gerät man recht schnell und es wird euch überraschen wer denn nun der Mann, der kein Mörder war wirklich ist. Wir tauchen in seine Gedanken ein und lernen ihn schnell kennen, aber sein wahres Gesicht und den Grund der tat habe ich so nicht erwartet und war daher bis zum Schluss wirklich gefesselt und gebannt von der Story!



Ein wirklich lesenwerter Krimi und daher auch eine echte Leseempfehlung von mir!

14.01.2012 13:17:03
Daniela

Auf den Krimi "Der Mann, der kein Mörder war" wurde ich neugierig, da er nicht nur in den Bestsellerlisten vertreten war, sondern auch weil die schwedische Zeitung Kristianstadsbladet dieses Buch mit dem Satz «Das wahrscheinlich beste schwedische Krimidebüt seit Larsson.» kommentierte. Das musste ich natürlich gleich herausfinden und kaufte das Buch.

Beim Lesen fiehl mir dabei relativ schnell auf, dass die beiden Autoren Hjorth und Rosenfeldt bei weitem nicht an Larsson herankommen. Ein Vergleich der Autoren finde ich aber auch nicht unbedingt passend, da dieser Krimi durch anderen Punkte positiv hervorsticht. War ich anfangs noch etwas skeptisch beim Lesen, wurde ich dann doch zunehmend neugierig, wie die Geschichte nun weitergeht. Schon ab der Mitte des Buches nimmt die Polizei unterschiedliche mordverdächtige Personen fest. Jedes Mal erwartete ich, dass die Autoren nun eine simple Lösung des Falles anbieten und mich enttäuschen werden, doch so war es nicht. Bis zu den letzten Seiten wird es nicht klar, wer der Mann, der kein Mörder war, ist. Die Geschichte wird immer komplexer und immer mehr Personen spielen plötzlich eine Rolle. Dabei darf man allerdings nicht anfangen über Realismus nachzudenken. Ich denke, in mancher Hinsicht haben die Autoren bei dieser Geschichte etwas zu dick aufgetragen und der Fantasie zu viel Raum gegeben.

Interessant bleibt die Geschichte aber vorallem durch den Hauptcharakter des Psychologen Sebastian Bergman. Ein typischer Antiheld, wie es auch Kurt Wallander in den Mankel Krimireihen ist. Im Gegensatz zu Wallander ist Bergman aber so gar nicht zum gernhaben. Der Psychologe Bergman, der Frau und Kind verloren hat, ist eine Ikone in seinem Fachgebiet aber menschlich ein warer Unhold. Sexsüchtig, egoistisch und antisozial. Doch das macht die Geschichte einfach interessant und besonders.

Auch der Erzählstil ist einfach gehalten und das Buch erfrischend zu lesen. Man merkt, dass die Autoren bereits einige Regiebücher geschrieben haben und man sich so die Szenen bildlich sehr gut vorstellen kann. Alles in allem ein leichter Krimi für zwischendurch, der mich nicht enttäuscht, aber nun auch nicht wie Larsson besonders überrascht hat.

12.01.2012 21:52:57
Torsten

Den Autoren merkt man nicht nur an, dass sie aus dem Fernsehbereich kommen und bereits erfolgreich Drehbücher verfasst haben - der ganze Roman liest sich beinahe wie ein Drehbuch für eine schwedische Krimiserie.
Das Team wird ausführlich vorgestellt und perfekt auf eine Verfilmung vorbereitet.
Ein wenig zu aufgesetzt bei den Ankündigungen fand ich die extreme Positionierung von Sebastian Bergman als "geniales Ekel". Weder war seine Ermittlungstätigkeit tatsächlich ungeheuer genial und unverzichtbar für die Ermittlungen, noch ist es glaubhaft dass jemand der sich so verhält überhaupt irgendwo Teil eines wie auch immer gearteten Teams sein kann. Der wirklich gute und stimmige Plot des Romans braucht auch dieses doch arg künstlich und extrem beschriebene Verhalten gar nicht um spannend zu sein.
Denn von dem oft sehr überzogenen und wenig glaubhaften Verhalten Bergmans abgesehen liest sich der Roman abgesehen von einigen kleineren Fehlern, die möglicherweise der nicht perfekten Abstimmung zweier Autoren geschuldet sind, ganz flüssig und interessant. Sehr gefallen hat mir, dass hier endlich wieder einmal tatsächlich eine logische und kontinuierlich aufbauende Ermittlungsarbeit beschrieben wurde, die nachvollziehbar und mit zunehmendem Tempo auf die Lösung des Falles hinführte.
Der Roman ist so deutlich auf eine Serie angelegt, dass es ganz sicher nicht lange dauern wird bis weitere Folgen erscheinen, ebenso wie die Verfilmung quasi auch direkt mit ins Manuskript eingearbeitet ist.
Mein Buchhändler hat mir übrigens eher abgeraten weil er meinte, dass der Schluss des Buches das ganze Vergnügen wieder relativieren würde - ein Twist zuviel quasi. Fand ich nicht - für die Lösung des Krimis eher unerheblich scheint das die Basis für weitere Konflikte in zukünftigen Folgen legen zu sollen. Mal schauen.

01.01.2012 19:11:56
ElleVanPelt

Ich war von dem Krimi enttäuscht und hatte den Eindruck, dass es - nach Adler-Olsen und Larsson - besonders populär geworden ist eine Kriminalgeschichte über 600 Seiten, notfalls mit Nebengeschichten, zu strecken.

Mich haben viele Nebengeschichten zu den Ermittlern nicht interessiert und waren für den Krimi nicht relevant.

Schade, ich hatte mich auf ein spannendes Lesevergnügen gefreut und mich letztlich über die 600 Seiten gequält.

12.12.2011 20:50:20
Desideria80

Ein sehr gelungenes Buch. Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Die Autoren packen es die Handlungsstränge perfekt miteinander zu verknüpfen und genau so perfekt werden falsche Fährten gelegt. Der Leser tappt somit lange Zeit im dunklen. Und auch der Erzählstil ist sehr locker, einfühlsam, atemberaubend, rätselhaft, rasant und teilweise auch ironisch. Der Leser wird somit nicht mehr von der Geschichte losgelassen und das eigentliche Leben, gerät mehr oder weniger in den Hintergrund. Man will eigentlich nur noch lesen. Ein wirklich sehr interessantes Buch.
Ich habe mich am Anfang gefragt, was es mit dem Buchtitel auf sich hat aber zum Schluss wird alles sehr überzeugt aufgeklärt und der Buchtitel passt perfekt. Was auch nicht immer der Fall ist.

01.12.2011 23:37:34
Fingerland

Gibt´s davon etwa noch Nachfolger?! Bitte nicht! Selten - eigentlich gar nicht- wurde eine dermaßen uninteressante und vor allem unsympathische Titelfigur dargestellt. Dieser sexsüchtige, selbstverliebte und langweilige Bergmann ist wirklich keine Bereicherung für die Krimi-Literatur. Nach 400 Seiten - weiter habe ich ich es wegen den mitunter gähnend langwierigen Schilderungen der Affären und sonstigen nichtigen Problemchen der uninteressanten Ermittler nicht geschafft - kann ich nur sagen: mittlerweile interessiert mich nicht mal, wer der Mörder war...das war noch nie bei mir vorgekommen! Bislang war mir die enorme Intelligenz des Bergman auch völlig verschlossen - jede "geniale" Schlussfolgerung, die er von sich gab, könnte ein jeder Hobbykriminologe genauso von sich geben. Fazit: der schlechteste Schweden-Krimi seit langem!!

14.11.2011 15:52:44
c-bird

Für mich war dieser Debütroman aus der Feder von Hjorth & Rosenfeldt der beste schwedische Krimi dieses Jahres.

In einem Waldtümpel bei Västeras wird die Leiche des 16jährigen Roger gefunden. Er wurde brutal ermordet, sein Herz herausgerissen. Da seit der Vermisstenmeldung bereits etlichen Pannen passierten und die örtliche Polizei überfordert scheint, wird die Reichsmordkommission zu Hilfe gerufen. Das Team um Torkel Höglund beginnt mit seinen Ermittlungen.
Roger war ein Mobbing-Opfer und besuchte zuletzt ein renommiertes Privatgymnasium. Hinter dessen Mauern scheint jedoch nicht alles so perfekt zu sein…
Zeitgleich ist der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman zufällig in Västeras. Seit dem Tod seiner Frau und seinem Kind ist seine Welt zusammengebrochen und er hat das Arbeiten aufgegeben. Bergman ist ein Egozentriker geworden, der sich von einer Affäre in die nächste stürzt. Torkel kennt Sebastian noch von früher und weiß dessen Fähigkeiten zu schätzen. Aus nicht ganz uneigennützigen Motiven heraus beteiligt sich der Psychologe an den Ermittlungen an dem Mordfall.

Es gibt viele Gründe, die für dieses Buch sprechen. Zum einen die Handlung: spannend und temporeich, mit vielen Wendungen und Fährten, die dann doch oft ins Nichts laufen. Es passiert ständig etwas, von Langeweile absolut keine Spur. Das Miträtseln um die Identität des „Möders, der kein Mörder war“ hat mir viel Spaß gemacht.
Die Figuren allesamt sehr gut herausgearbeitet, insbesondere die des Sebastian Bergman. „Sie werden es lieben ihn zu hassen“ steht auf dem Buchdeckel, doch dies trifft absolut nicht zu. Der hochintelligente Kriminalpsychologe ist ein ganz besonderer Charakter. Nie verhält er sich so, wie man es von einem normalen Menschen erwartet. Er eckt an und lässt so manche Situation eskalieren. Aber gerade das macht ihn in meinen Augen so liebenswert.

Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen und freue mich schon auf den zweiten Band, der ja mittlerweile schon auf Schwedisch erschienen sein soll.

14.11.2011 15:51:11
c-bird

Für mich war dieser Debütroman aus der Feder von Hjorth & Rosenfeldt der beste schwedische Krimi dieses Jahres.

In einem Waldtümpel bei Västeras wird die Leiche des 16jährigen Roger gefunden. Er wurde brutal ermordet, sein Herz herausgerissen. Da seit der Vermisstenmeldung bereits etlichen Pannen passierten und die örtliche Polizei überfordert scheint, wird die Reichsmordkommission zu Hilfe gerufen. Das Team um Torkel Höglund beginnt mit seinen Ermittlungen.
Roger war ein Mobbing-Opfer und besuchte zuletzt ein renommiertes Privatgymnasium. Hinter dessen Mauern scheint jedoch nicht alles so perfekt zu sein…
Zeitgleich ist der Kriminalpsychologe Sebastian Bergman zufällig in Västeras. Seit dem Tod seiner Frau und seinem Kind ist seine Welt zusammengebrochen und er hat das Arbeiten aufgegeben. Bergman ist ein Egozentriker geworden, der sich von einer Affäre in die nächste stürzt. Torkel kennt Sebastian noch von früher und weiß dessen Fähigkeiten zu schätzen. Aus nicht ganz uneigennützigen Motiven heraus beteiligt sich der Psychologe an den Ermittlungen an dem Mordfall.

Es gibt viele Gründe, die für dieses Buch sprechen. Zum einen die Handlung: spannend und temporeich, mit vielen Wendungen und Fährten, die dann doch oft ins Nichts laufen. Es passiert ständig etwas, von Langeweile absolut keine Spur. Das Miträtseln um die Identität des „Möders, der kein Mörder war“ hat mir viel Spaß gemacht.
Die Figuren allesamt sehr gut herausgearbeitet, insbesondere die des Sebastian Bergman. „Sie werden es lieben ihn zu hassen“ steht auf dem Buchdeckel, doch dies trifft absolut nicht zu. Der hochintelligente Kriminalpsychologe ist ein ganz besonderer Charakter. Nie verhält er sich so, wie man es von einem normalen Menschen erwartet. Er eckt an und lässt so manche Situation eskalieren. Aber gerade das macht ihn in meinen Augen so liebenswert.

Ich kann das Buch nur jedem ans Herz legen und freue mich schon auf den zweiten Band, der ja mittlerweile schon auf Schwedisch erschienen sein soll.

31.10.2011 21:32:00
brenda_wolf

Schwedenkrimi vom Feinsten!

\'Der Mann, der kein Mörder war\' ist das erste Band einer Krimireihe des schwedischen Autorenduos Hjorth & Rosenfeldt um den Psychologen Sebastian Bergman.

Roger Erksson, ein Sechzehnjähriger wird eine Woche lang vermisst, dann brutal ermordet in einem Tümpel aufgefunden, mit unzähligen Messerstichen in Herz und Lunge auf. Der Mörder hatte ihn das Herz herausgeschnitten.

Im Prolog behauptet der Mörder von sich: Ich bin kein Mörder. Mörder sind Kriminelle. Mörder sind schlechte Menschen. Er war kein schlechter Mensch. Er wollte das Richtige tun. Er hatte das Schützenswerte beschützt.

Kerstin Hanser, die Leiterin der Kripo Västeräs fordert die Hilfe der Reichsmordkomission an. Tokel Höglund und sein Team nehmen die Ermittlungen auf. Der Psychologe Sebastian Bergman, der sich zufällig in Västeräs aufhält, weil er nach dem Tod der Mutter das elterliche Anwesen veräußern möchte, wird hinzugezogen. Bergman gilt als Top- Profiler. Vor Jahren hatte er den sensationellen Fall eines Serienmörders gelöst. Doch nach einer persönlichen Tragödie vor fünf Jahren, er verlor durch einen Tsunami Frau und Tochter, hat er sich ganz aus der Polizeiarbeit zurückgezogen und ist seit dem nicht mehr der Alte. Schlimme Träume quälen ihn. Lebendig fühlt er sich nur wenn er mit Frauen Sex hat.

Sebastian Bergman wird von seinen Kollegen bewundert und gefürchtet. Er ist arrogant und zynisch und gilt als unerträglicher Sonderling und er tut viel dazu, um diesen Ruf zu festigen. Private Motive veranlassen Bergman dazu in die Ermittlungen einzusteigen, denn im Grund ist er an den Fall überhaupt nicht interessiert.. Doch schon bald fühlt er sich in seiner Arbeit mehr und mehr heimisch, und gegen seinen Willen beginnt ihn der Fall zu reizen.

Es scheint, als habe es zwei Roger Erikssons gegeben, einen der kaum sichtbar war und der nie auffiel, und einen anderen, der eine Menge Geheimnisse hatte. Roger besuchte die Palmlövsaka-Schule, eine der besten Schulen im Lande, nachdem er an seiner alten Schule gemobbt wurde. Und hier laufen auch alle Fäden zusammen.

Das Buch fesselt von Anfang bis zum Schluss. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Die Autoren haben in ihrem Debütroman gekonnt Spannung aufgebaut. Die Charaktere sind absolut gelungen skizziert. Man erkennt sie wieder, Figuren mit Stärken und Schwächen, aber immer authentisch. Besonders die als Ekel angelegte Hauptfigur des Sebastian Bergman hat mir gefallen. Ich mag ihn. Auch die Schauplätze sind gut entworfen, z. B. Lisa Elternhaus oder die Palmlövsaka-Schule muten an wie aus dem Leben gegriffen. Ein bisschen leid getan hat mir der Unglückswurm Haraldson, der es durch eigenen Dummheit geschafft hat, seine Karriere ins Aus zu manövrieren. Der Leser erfährt von den Problemen und Hintergründen der einzelnen Ermittler, dadurch kommt das Team für den Leser sehr menschlich rüber. Die Handlung ist abwechslungsreich, verschiedene falsche Fährten und Wendungen geben zu raten auf.

Mein Fazit:
Ein Schwedenkrimi vom Feinsten, mit hohem Suchtfaktor! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung dieser Reihe.

Meine Wertung: 5 Sterne

26.10.2011 16:46:35
Marius

Ein schwedisches Panoptikum

„Der Mann, der kein Mörder war“ ist das deutsche Debüt des Autorenduos Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt, die beide in Schweden bereits Erfolge feiern konnten. Der Roman erschien bei Rowohlt Polaris als flexibles Softcover und ist der Beginn einer Reihe rund um die Fälle des Polizeipsychologen Sebastian Bergmann.
In Våsteras, in der Nähe von Stockholm, macht die Polizei auf der Suche nach dem verschwundenen Roger Eriksson einen grausamen Fund. Drei Pfadfinder entdecken beim Durchkämmen eines Waldgebiets die Leiche Rogers in einem Tümpel. Als grausige Dreingabe wurde diese mit zahlreichen Messerstichen traktiert und es fehlt dieser sogar noch das Herz. Diese verdächtig rituell erscheinende Ermordung Rogers lässt schon bald die Reichspolizei auf den Plan treten, die von der örtlichen Ermittlungschefin Kerstin Hanser dazugeholt wird, da diese erkennen muss, dass der Fall wahrscheinlich von größerer Tragweite ist, als es zunächst den Anschein hat. Schnell beginnt die Kommission der Reichspolizei mit ihrer Arbeit in der Provinz und ermittelt in alle Richtungen.
Zeitgleich weilt Sebastian Bergmann ebenfalls in Våsteras, um das Heim seiner Eltern zu veräußern. Sebastian ist ein getriebener Charakter, der die Leere, die in ihm nach dem Verlust seiner Frau und Tochter herrscht, mit zügellosem Sex zu betäuben versucht. Seit diesem schweren Verlust hat er von allem losgesagt, das ihn früher beschäftigte und er treibt antriebslos durch die Tage, nur mit dem Versuch beschäftigt, möglichst viele Frauen zu erobern. Durch einen Zufall wird er in die Ermittlungen rund um die Ermordung Rogers hineingezogen und bringt sich schon bald im Team rund um den erfahrenen Ermittler Torkel Höglund ein. Dies geschieht allerdings nicht aus Interesse am Fall des ermordeten Teenagers, sondern aus purem Eigennutz. Doch schon bald wird Sebastian für die Ermittlungen eminent wichtig, obwohl er ein zwischenmenschliches Ekel sondersgleichen ist.
Der Roman des Duos ist nahezu 600 Seiten stark und verlässt sich sehr auf die ambivalente Figur des Sebastian Bergmanns, der die Geschichte trägt. Manchmal ist der Leser von diesem Protagonisten nur noch abgestoßen und manchmal voller Verständnis für diese schwierige Persönlichkeit. Doch auch die anderen Personen, die den Krimi bevölkern sind wirklich realitätsnah, ohne in die typische skandinavische Depression und Melancholie abzugleiten. Überraschend ist es auch, dass der Plot über die Ermordung Roger Erikssons fast über die ganze Länge des Buches trägt, ohne dass ein obligatorischer Serienmörder auftreten muss. Hier sind Hjorth und Rosenfeldt wirklich zu loben, da es ihnen gelungen ist, zwar einen typischen Schwedenkrimi zu verfassen, der aber nicht in die üblichen Klischees und Untiefen abtaucht, sondern wohltuend „antidepressiv“ bleibt und sich sowohl auf Ermittlungen als auch auf Charaktere konzentriert. Neben dreidimensionalen Charakteren fließt auch moderne Technik ein und so dürften breite Leserschichten angesprochen werden.
Mit Vergleichen in Sachen Stieg Larsson ist man bei neuen skandinavischen Krimis natürlich schnell bei der Hand, aber beim vorliegenden Buch sind Lobeshymnen wahrlich angebracht, da der Fall wirklich fesseln kann und originelle Charaktere das Buch bevölkern. Ein dickes und interessantes Panoptkikum, dem schon bald neue Fälle des Sebastian Bergmann folgen dürften, die übrigens teilweise schon vom ZDF und vom schwedischen Fernsehen als Koproduktion verfilmt wurden!

17.10.2011 13:07:53
subechto

Der Mann war kein Mörder.

Mit diesem Satz beginnt das Krimidebüt von Michael Hjorth und Hans Rosenfeldt. Wie sich letztlich herausstellt, stimmt das sogar. Eigentlich ist „Der Mann, der kein Mörder war“ eher eine (Familien-)Tragödie, als ein Kriminalroman. Doch worum geht es?

Der 16-jährige Roger wird in einem Waldtümpel bei Västeras tot aufgefunden, er wurde brutal ermordet. Der örtliche Kommissar ist überfordert und so leitet Torkel Höglund aus Stockholm die Ermittlungen. Unterstützt wird er von seinem alten Freund, dem Kriminalpsychologen Sebastian Bergman, der in der Provinz sein Elternhaus verkaufen will.

Geschickt legen die Autoren viele falsche Fährten, auf denen sich die Kripo Stück für Stück entlang robbt. Fast jeder im Ort hat etwas zu verbergen, selbst die Ermittler haben ihre ganz privaten Geheimnisse. Und so nimmt die Geschichte viele überraschende Wendungen. Es gibt mehrere Verdächtige, bis letztlich der Mörder und der Mann, der kein Mörder war, entlarvt sind.

Kriminalpsychologe Bergman kommt zwar nicht sonderlich sympathisch rüber, aber er hat seine Gründe, denn er ist selbst traumatisiert und erleidet am Ende gar einen Schock. Ich könnte mir gut vorstellen, dass ihn dies bei seinem nächsten Fall etwas menschlicher und milder stimmt...

Der Erzählstil der Herren Hjorth & Rosenfeldt hat mir sehr gut gefallen: kraftvoll und bildhaft. Auch die Spannung kommt vom ersten Satz bis zum überraschenden Schluss nicht zu kurz.

Fazit: wieder ein toller Schwedenkrimi, obendrein ein gelungenes Debüt, somit unbedingt empfehlenswert und 5*!