Nackige Engel

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • München: Kunstmann, 2010, Seiten: 2, Übersetzt: Michael Fitz

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Hitler in München! Die Schlagzeile war echt. Fasching, womöglich ein Scherz, auf jeden Fall aber eine geschmacklose Provokation. Das Bild dazu ein grobkörniger Schnappschuss. Da stand ein Troll im Wehrmachtsmantel, Stiefeln, mit einer Offiziersmütze auf dem Kopf. Der Wiedergänger hatte dem Schlachthofviertel einen Besuch abgestattet. Gossec, der grantige Trödler mit dem untrüglichen Gefühl für Gerechtigkeit, will nach einer durch etliche Biere beflügelten Diskussion seinem Freund Julius beweisen, dass der Münchner heute genauso anfällig ist für den »Führer« wie einst. Er greift in seinen Klamottenfundus, verkleidet sich und zieht los. Eine Schnapsidee, leider mit höchst problematischen Folgen. Er trifft auf eine Mahnwache von Neonazis und rettet sich nur mit Mühe. Am Tag danach muss er in der Zeitung lesen, dass seine Aktion einem bekannten Kabarettisten in die Schuhe geschoben wird und die Neonazis Vergeltung geschworen haben. Gossec fühlt sich miserabel. Er trifft den Kabarettisten, will die Sache aufklären. Der aber ist eher amüsiert und hat nichts dagegen, mit dieser Aktion identifiziert zu werden. Ein paar Tage später ruft er Gossec an, anscheinend wird er doch bedroht. Kurz darauf ist er tot. Und Gossec findet sich bewusstlos in dessen Wohnung wieder. Max Bronski erzählt in »Nackige Engel« von einem Mord, der keiner gewesen ist, von einer Geheimloge, die sich als harmloses networking bayerischer Couleur entpuppt, und von alten Freunden, von denen einer bereit ist, über Leichen zu gehen. Auch in diesem Kriminalroman leuchtet München. Für Gossec allerdings wird es dunkel.

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Letzte Kommentare:
28.02.2014 12:48:16
rolandreis

Um die Identität des Schriftstellers Max Bronski rangt sich ein Geheimnis. Für mich kann dies auch verschleiert bleiben, denn er konnte mich nicht überzeugen. Dieser Roman war mein erstes gelesenes Buch von ihm und auch zugleich mein letztes. Die Geschichte rund um seinen Anti-Helden Gossec empfand ich einfach nur langweilig und ich empfand zu keiner Zeit das Aufkommen von Spannung. Nicht mal das Lokalkolorit konnte mich als gebürtiger Münchner begeistert. Kommt für mich wie zuletzt "Donnerwetter" von Nicola Förg in die Schublade Nullnummer.

22.06.2012 15:57:46
Krimitante

kurzweilig und unterhaltsam zu lesen. wobei die eigentliche krimihandlung, bei dieser art von buch, immer etwas im hintergrund steht. so auch hier. ausserdem ahnt man sehr schnell in welche richtung die auflösung geht. das lesevergnügen wird dadurch aber nicht geschmälert. allerdings macht das lesen wahrscheinlich mehr spass, wenn man in bayern/münchen wohnt oder von dort kommt. ausserdem kann ich diese art von krimi nur ab und an geniessen. zu viele davon hintereinander werden, finde ich, eher nervig. fazit: nett zu lesen, aber eher für bayernfans. meine ausgabe kommt ins regal, aber kein weiterer bronski dazu.

05.10.2011 10:07:19
theili-muc

Für meinen Geschmack enttäuschend, wird doch der Antiquitätenhändler Gossec in den vergangenen Romanen doch als recht pfiffiges, flottes Kerlchen geschildert, kommt er in diesem Roman gleich zu Anfang auf die vermutlich etwas dümmliche Idee, als Adolf Hitler verkleidet durch die Münchener Isarvorstadt zu laufen. Auch fehlen mir im weiteren Verlauf die bissigen, frechen Kommentare in „Münchener Art“. Die Handlung empfand ich als relativ schwach, trotzdem warte ich auf eine neue Geschichte von Max Bronski, in der Gossec hoffentlich wieder zur Höchstform aufläuft.