Autorentod

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • Köln: Emons, 2010, Seiten: 365, Originalsprache

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Jochen König
Zuviel gestemmt

Buch-Rezension von Jochen König Nov 2010

In Autorentod betritt die Wiesbadener Anwältin Marilene Müller zum zweiten Mal (nach Hättest du geschwiegen) die literarische Bühne. Im wörtlichen Sinne. Begibt sie sich doch unter Autoren, Lektoren und Verlagsmitarbeiter, auf der Spur eines gewissen "Ideefix", der im Internet Ideen und Buchvorlagen anbietet, und dabei verschweigt, dass es sich um gestohlene Manuskripte handelt.

Rosalie Jessen, gelegentliche Kinderbuchautorin und die engste Jugendfreundin Marilenes hegt den Verdacht, dass eine ihrer Geistesschöpfungen geklaut und von Ideefix an den Autor Karsten Steinert verkauft wurde.

Marilene freut sich auf das Wiedersehen mit ihrer ehemaligen besten Freundin, doch dazu wird es nicht mehr kommen – denn Rosalie Jessen wird in ihrem Garten erschossen. Als weitere bestohlene Autoren sterben, wird die Suche nach Ideefix immer gefährlicher. So gefährlich, dass es Marilene Müller beinahe Kopf und Kragen kostet …

Die Storyline um den Ideenklau und –verkäufer Ideefix ist nur ein Strang des mit 366 Seiten entschieden zu langen Romans. Dabei macht Beate Sommer vieles richtig: sie hat eine eigenwillige Idee, die sie sprachlich ordentlich bewältigt und bis zum (bitteren?) Ende konsequent verfolgt. Natürlich ist der geistige Betrug nur ein Aufhänger, um über Lebenslügen, Angst vorm Versagen, Neid und Eifersucht zu erzählen. Alles Faktoren, die nicht nur den Literaturbetrieb aufmischen, gegenseitig hochkochen und zu dramatischen Ereignissen führen. Sommer macht das klug, sie lässt vieles im Vagen, stellt die Fragen, lässt aber ihren Lesern Raum für Antworten. Vor allem für eine: "Wie weit bist du bereit für ein bisschen Erfolg und Anerkennung zu gehen?" Was im ersten Schritt noch selbst gewählt erscheint, wird in dem Augenblick irrelevant, in dem sich der weitere Weg als reine Manipulation herausstellt.

So weit so gut. Denn neben dieser, alleine eigentlich schon genügend Spannung erzeugenden Geschichte, will Beate Sommer mehr. Sie möchte begreiflich machen, wie schwer der Verlust eines geliebten Menschen wiegt. Deshalb bekommen Rosalie Jessens Kinder Marie, Niklas und Arne erzählerische Präsenz. Obwohl nachvollziehbar entwickelt und in der Auflösung des Mordes von tragischer Konsequenz – die Sommer wieder gut gelungen ist-, kratzen etliche dieser Passagen hart am Entree zur Seifenoper.

Schlimmer nervt jedoch das nicht besonders fähige Polizeiteam. Kommissar Jens Hartmann (zaudernder Möchtegern-Liebhaber Marilenes), Patrizia (die tiefsitzende Traumata in Gestalt eines verbrannten Gesichts allzu offensichtlich vor sich her trägt) und Paul Zinkel, in seiner gemütvollen Vermittlerrolle noch der erträglichste des Trios.

Autorentod ist überbevölkert von so vielen Figuren, da hätte es weder für den Fortgang der Handlung, noch als "Human"-, bzw. "Love-Interest" - Hartmann gibt in beiden Funktionen eine jämmerliche Figur ab - notgetan, die Polizei um Hilfe zu rufen. Patrizia und Zinkel haben zum Ende hin große Auftritte. Wobei der Patrizias eher peinlicher Natur ist, während Zinkel glänzen darf. Er hätte als Vertreter der Staatsmacht völlig ausgereicht. Weitaus interessantere Charaktere wie Marilenes Hausmitbewohner, der gutaussehende Notar Lothar Männle und der jugendliche Computernerd Gerrit kommen im Gegenzug zu kurz weg.

So bleibt ein über weite Strecken lesenswerter Roman, der mit einer nicht alltäglichen (wenn auch in letzter Konsequenz besser nicht zu hinterfragenden) Idee aufwartet und eine ergreifende Familientragödie schildert. Besonders diesem Part hätte eine Straffung aber gut getan, wie auch einige nebensächliche Episoden der eher peinlichen Art den Erzählfluss stören.

Dass im Netz vereinzelt ein dritter Roman von Beate Sommer mit dem Titel Und wieder Dunkel kursiert, sollte niemand verwirren. Scheint es sich doch um eine "Arbeitsversion" des Autorentods zu handeln. Eine, die mit angegebenen 260 Seiten nach einer vorauseilenden Wunscherfüllung klingt. Wäre es doch dabei geblieben …

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