Tage der Toten

Erschienen: Januar 2010

Bibliographische Angaben

  • New York: Knopf, 2005, Titel: 'The Power of the Dog', Seiten: 539, Originalsprache
  • Berlin: Suhrkamp, 2010, Seiten: 689, Übersetzt: Chris Hirte

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Ines Dietzsch
Schonungslos aufklärender Thriller

Buch-Rezension von Ines Dietzsch Jul 2010

Don Winslow ist nicht gleich Don Winslow

Auf dem Buchmarkt existieren zwei Autoren mit dem gleichen Namen. Der eine siedelt in der Erotik-Ecke an und der andere schreibt exzellente Kriminalromane. Hat man nun "Tage der Toten" gelesen, könnte man mutmaßen, es gäbe noch einen dritten. Hat doch dieses faszinierende Werk nicht viel gemein mit den Surfin USA-Detektiv-Geschichten um den smarten Boone Daniels, den wir aus Pacific Privat und Pacific Paradise kennen. Außer dass es ebenso grandios erzählt wird. Die Originalausgabe von Winslows Tage der Toten erschien bereits 2005 unter dem Titel The Power of the Dog in den USA. Dem Suhrkamp-Verlag ist es zu danken, dass dieses gewaltige Epos den deutschsprachigen Lesern nicht länger vorenthalten wird.

Pakt mit dem Teufel

1973. Der ehemalige CIA-Agent Art Keller wird von der noch jungen Drogenbekämpfungsbehörde DEA als Fahnder in die mexikanischen Provinz Sinaloa abberufen. Erst kann er wenig tun, sein Einsatz wird von der mexikanischen Polizei und auch von den eigenen Kollegen blockiert. Das ändert sich zwei Jahre später, als Keller die Freundschaft zu Adán Barrera sucht. Adán und Raúl sind die Neffen des Polizeioffiziers und wichtigsten Mannes von Sinaloa, Miguel Ángel Barrera. "Arturo" wird in die Familie aufgenommen und fortan von "Onkel" Tío protegiert. Die Männer verbünden sich im Kampf gegen die Opium-Bauern und zerschlagen in einer groß angelegten Operation das gesamte Drogenimperium von Don Pedro Áviles, der dabei in einen Hinterhalt gelockt und erschossen wird.

Das mexikanische Trampolin

Zu spät erkennt Art Keller, dass Tío Barrera die alten Machthaber nur deshalb gestürzt hat, um sich selbst zum Kopf einer neuen übermächtigen Federación zu machen, die den Drogenhandel an der gesamten mexikanisch-amerikanischen Grenze kontrolliert. Mit Flugzeugen gelangen Tonnen an Kokain aus Kolumbien über Honduras nach Mexiko, von wo aus sie über die dreitausend Meilen lange Grenze nach Amerika geschmuggelt werden. Keller setzt alles daran, die Barreras zu stoppen. Aus den einstigen Freunden sind erbitterte Feinde geworden und die liefern sich über Jahrzehnte einen gnadenlosen Kampf bei dem es nur Verlierer gibt.

Fünfeinhalb Jahre hat Winslow an seinem Buch gearbeitet, dass durch einen Zeitungsartikel initiiert wurde. In dem Bericht stand über ein Drogen-Massaker in Mexiko geschrieben, bei dem neunzehn unschuldige Menschen regelrecht hingerichtet wurden. Winslow beantwortet sich die Frage nach dem Warum mit einem Roman über ein tiefschwarzes Kapitel aus der Geschichte der amerikanischen Demokratie. In Tage der Toten hat er sich die erschütternden Erkenntnisse seiner umfangreichen Recherchen von der Seele geschrieben. Herausgekommen ist eine fast siebenhundert Seiten starke Saga, die die Verstrickungen der amerikanischen Regierung in den Drogenhandel, als Iran-Contra-Affäre geschichtskundig geworden, beeindruckend dokumentiert und die Strukturen der Drogenmafia aufzeigt.

Die Handlung umspannt einen Zeitraum von fast dreißig Jahren und anhand der Einzelschicksale der Protagonisten entwirft Winslow ein blutiges Panorama des von Präsident Nixon ausgerufenen "War on drugs", der bis heute nicht ausgekämpft ist. Winslow bringt neben seinem Hauptakteur Keller viele weitere Charaktere ins Spiel, bis in die kleinste Nebenfigur vielschichtig und glaubwürdig herausgearbeitet, und lässt sie auf vielfältige Weise interagieren. Bei einigen fällt es nicht schwer, die realen Vorbilder zu erkennen. Winslow erzählt die Geschichten eines irischen Killers aus Hells Kitchen, eines mexikanischen Bischofs und einer Edelnutte, deren Lebenswege sich mit denen Kellers und der Barreras kreuzen und verdichtet sie zu einem großen komplexen Ganzen. Winslows Charaktere lassen sich nicht in "Gut" und "Böse" gliedern. Er zeichnet Figuren mit Emotionen, gesteht Drogenbossen und Mafiakillern eine empfindsamen Seite zu und macht sie damit menschlich, obwohl sie abscheuliche Dinge tun.

Tage der Toten ist ein glänzend recherchierter Roman mit beängstigender Realitätsnähe, ein düsteres und brutales Werk, das aufwühlt, deprimiert und einen enormen Nachklang erzeugt. Ein Ausnahme-Thriller, dem man viele Leser wünscht.

Tage der Toten

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Letzte Kommentare:
19.01.2017 05:07:29
Willibald

selten starkes Buch, das Zusammenhänge schafft, die sich bei der Nachrichtenlektüre nicht eröffnen. Nach langer Anwesenheit in der Region von Mittelamerika bis Perú kann ich nur bewundernd die klare Offenlegung der komplexen Materie bei harten, brutaler Schilderung von wahren Begebenheiten bewerten. Ein starkes Buch !!1

17.12.2016 12:17:47
Tommi aus Randbrand

Was der Autor hier perfekt beherrscht, ist, in Romanform geschichtliche und politische Zusammenhänge darzustellen. Das ist meiner Ansicht nach die Stärke des Buches. Sprachlich und erzählerisch hingegen ist es jedoch eindeutig unterdurchschnittlich, wie ich finde. Besonders die Eigenheit Winslows, im Präsens zu erzählen, ist möglicherweise für einen seiner hartgekochten Surfer-Krimis eine gute Idee; für ein Epos, dessen Handlungszeitraum sich über mehrere Jahrzehnte spinnt, ist es hingegen unpassend. Das hat mich während der gesamten Lektüre gestört. Auch die Figuren und ihre Handlungsweisen wirken zuweilen ziemlich operettenhaft, und dass das Buch als es sich dem Ende nähert, wo man eigentlich den Höhepunkt der Handlung erwartet, plötzlich in romantisch-schmalzigen Kitsch abgleitet, der weder zum Thema der Geschichte, noch zu den Figuren passt, ist ziemlich ärgerlich. So wird zum Ende hin das Tempo rausgenommen und zusätzlich ist dieses Ende eigentlich keines, sondern mehr der bloße Schluss eines Buches. Möglich dass das im Fortsetzungsroman alles anders ist, ob ich mir den jedoch antue, weiß ich noch nicht.

05.01.2015 18:09:12
Heino Bosselmann

Was Don Wilson bietet, ist mehr als ein Krimi der Spitzenklasse!

Die immens spannende, brutale, dabei mit allergrößter Genauigkeit entwickelte Handlung mit ihren klar gezeichneten, jedenfalls überhaupt nicht klischeehaften Charakteren findet sich eingebettet in das amerikanische Drama der Ära Reagan und insbesondere in deren widerliche Außenpolitik im „Hinterhof Lateinamerika“ während der letzte Phase des Kalten Krieges.

Nein, es handelt sich nicht explizit um einen Polit-Thriller; die Binnenhandlung umfasst vielmehr eine mexikanisch-lateinamerikanische Drogenmafia-Saga vom Kaliber Mario Puzos, nur wird überhaupt nichts romantisiert oder verklärt, insofern übergreifende Zusammenhänge in die Politik aufgezeigt werden, denen absolut zu trauen ist und die völlig stimmig wirken, ohne dass etwas kühl Dokumentarisches dabei herauskommt. Im Gegenteil: Das alles hat die Klasse von Cormac McCarthy, allerdings ohne dessen schönen Moll-Ton und starke Melancholie; und den in der jüngeren Geschichte völlig unerfahrene Leser wird dieser Roman ebenso fesseln wie jenen, dem all die CIA-Machenschaften um die Finanzierung der nikaraguanischen Contras und kolumbianischen Todesschwadronen ebenso noch etwas sagen wie die FARC, Oliver North und Manuel Noriega.

Um ein solch erstklassiges Krimi-Opus zu schaffen, muss Don Wilson sehr genau recherchiert haben bzw. ein genauer Kenner der US-Politik sein. Nur kenne ich kein Werk, indem es gelingt, zeitgeschichtliche politische Sachverhalte so gekonnt zu literarisieren, dass ein grandioser Roman dabei entsteht, der vielschichtig ist und alles hat, was eine Spitzenkrimi braucht. Starker, absolut starker Stoff! In keiner Phase langatmig, gekonnt entworfenes Muster, fotografisch genau zu erlebende Personen und Charaktere, im Verlauf temporeich, sehr, sehr hart, total aufregend. Lesen!

09.05.2014 08:06:23
mg11

Ein wirklich sehr gutes Buch. Mein erstes Werk von Winslow und sicher nicht mein letztes!
Eine sehr facettenreiche und komplexe Geschichte, mit dichter Atmosphäre und gut herausgearbeiteten Protagonisten. Es war ein Genuss die Entwicklungen der Personen über die Jahre hinweg zu verfolgen. Stellenweise sehr brutal, dann widerrum traurig. Hintergründe und Machneschaften wurden sehr gut dargestellt.
Es kommt selten vor, dass ich nach fast 700 Seiten wirklich traurig bin, das das Buch zu Ende ist. Volle Punktzahl!

19.03.2014 19:47:40
Dirk

Zunächst ein großes Lob an die Reszendenten und das Team von Crimi-Couch.de, denn soviel Zeit muss ich mir nehmen, da ich dankbar für die Mühe bin die andere Menschen sich für fremde Leser machen. Somit stehe ich in der Pflicht ebenfalls zu werten. Nach der hier gelesenen Empfehlung, habe ich mir besagtes Werk von Don Winslow beschafft. Für mich entwickelte sich dieser Thriller zu einem WOW-Erlebnis des Lesens, einem Page Turner wie es in dieser Form nur wenige Bücher und Autoren bisher schafften.
Aufgrund des Aufbaus in dem die Protagonisten sich über einen mehr als 20jährigen Zeitraum entwickeln dürfen, ohne dass dabei Langeweile aufkommt oder Seiten mit Überflüssigem gefüllt werden, gelingt es dem Thriller durchweg zu fesseln. Das Buch vermittelt stets den Eindruck mit hochinteressanten und spannenden Umwegen auf einen Showdown a la 12:00Uhr Mittags hinzusteuern und spart damit nicht mit offener und versteckter Kritik am einem schmutzigen, korrupten System an dem so viele mitverdienen. Das was es an diesem Buch tatsächlich zu bedauern gibt ist, dass es nach hochgradig spannenden und die Zeit rennen lassenden 689 Seiten leider ein Ende finden muss. Somit bleibt ein Wunsch.Mehr davon!

19.02.2014 12:56:40
Pablo

Mir ist das Buch durch Zufall in die Hände gefallen als ich gerade selbst eine mehrjährige Haftstrafe wegen Drogenhandel verbüßte. Ich habe sofort nach den ersten Seiten gewusst, dass "Tage der Toten" das beste Buch ist das ich je gelesen habe. Mittlerweile habe ich es bereits 4 Mal gelesen und meine meinung noch nicht geändert!

13.02.2014 20:33:11
Thomas

Die Tage der Toten habe ich gerade beiseite gelegt und bin immer noch ganz erfüllt von diesem komplexen Werk. Das im Schmutztitel lapidar als "Kriminalroman" charakterisierte Werk geht dabei über dieses Genre weit hinaus. Der Leser schwitzt mit Art Keller im Dschungel, fröstelt mit Kardinal Parada in der Kathedrale und sieht die schöne Nora bildlich vor seinem lesenden Auge. Besonders hat mir gefallen, dass Winslow sich (und dem Leser) die Zeit nimmt, seine Figuren facettenreich zu entwickeln. Hier gibt es kein Gut & Böse und mehr als einmal habe ich im Lexikon nachgeschlagen, über die Contras, die Drogenbrücke, San Diego und das Cali-Kartell. Der Schreibstil ist dabei direkt und hart, man könnte auch sagen "männlich". Die Sätze kurz und kein Blatt vor dem Mund...so muss ein echter Thriller sein. Und Thrill gab`s genug, bis zur letzten Seite 689!

26.01.2014 13:43:15
Oldman

In einem der Kommentare wird das Buch als " ganz nett " bezeichnet. Dieser Leser hat offenbar eine vollkommen andere Wahrnehmung als ich. Winslow hat hier m.E. einen geradezu epischen Kriminialroman vorgelegt, der auf geniale Weise den mexikanisch-amerikanischen Drogenkrieg beschreibt. In meine Augen ist dieses Buch schon jetzt als Meilenstein der Krimi-Literatur zu bezeichnen und wird später sicher als Klassiker angesehen, der es mit den Großen des Genres aufnehmen kann. Mittlerweile ist Winslow ja zum Glück auch in Deutschland sehr bekannt, das hat er auch verdient, obwohl nicht alle seine Werke das Niveau dieses Buchs erreicht haben.

15.01.2013 22:45:40
Tino_h

Ein atemberaubender Thriller der Extraklasse, welcher der Auto exzelltent recherchiert hat!
Was besonders gut gefällt ist das jahrelange Begleiten und Entwickeln der Protagonisten bis zum finalen Showdown, welcher keinesfalls an Reiz durch die vielen Orts-u. Zeitsprünge verliert, sondern noch mehr Dynamik erzeugt!

31.05.2012 13:18:56
Luka23

Sehr sehr harte Kost (brutale Szenen), aber der beste Thriller den ich je gelesen habe (und ich habe schon viel gelesen). Man möchte eigentlich nicht glauben, dass es auch in Wirklichkeit zwischen Politik und Verbrechersyndikaten hinter den Kulissen so zugeht, aber befürchten muss man es wohl. Lesen! 99 Punkte!

15.03.2012 12:28:24
Krimifux

Den Krimis des Suhrkamp-Verlages darf man allgemein zu Gute halten, dass sie nicht zu der Sorte gehören, bei der man sich permanent über sprachliche Schwächen ärgern muss. Ein Besserer unter den Guten ist allerdings »Tage der Toten« von Don Winslow. Über eine Zeitspanne von mehr als 20 Jahren werden die mit einander verwobenen Schicksale der Antagonisten Art Keller und Adan Barrera höchst spannend in all ihren Wechselfällen erzählt. Don Winslow ist eines der Bücher gelungen, bei denen es einem trotz seiner fast 700 Seiten leid tut, wenn man am Ende angekommen ist.

22.12.2011 17:05:07
Randall_Flagg

Ich hatte mir das Buch gekauft, für den Weihnachtsurlaub.
Bin im TV auf den Autor aufmerksam geworden und hatte es schon oft in der Hand, mich dann immer anders erschienen.
Jetzt sind die Feiertage ran und ich hab das Buch verschlungen. Eine unglaublich dichte Atmosphäre, gut gemachte Charaktere und eine gut recherchierte Story!
Man merkt von der ersten Seite an, dass man nicht den üblichen Krimi vor sich hat!
Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen und die anderen Bücher werde ich mir nun auch noch holen!

11.12.2011 20:14:31
christine unterwindner

Dieses Buch ist furios und lässt einem den Atem stocken und am Ende wünscht man sich Drogenfreigabe, damit diese Brutalität der Drogenbanden endlich ein Ende hat. Don Winslow`s Tage der Toten ist einem einzigen Thema gewidmet: der menschlichen Gier - grandios phantastisch - und immer in Erinnerung bleibend!

21.09.2011 15:11:00
schredder66

„Tage der Toten“ war nach „Pacific Privat“, „Pacific Paradise“ und “Frankie Machine” der vierte Roman von Don Winslow, den ich gelesen habe. Und ich fand ihn gut – fast sehr gut sogar.„Tage der Toten“ hat sich (meine) 88° mehr als verdient hat.Don Winslow kann schreiben – zumindest lässt das die deutsche Übersetzung erahnen. Wobei ich zugeben muss, dass die Übersetzung in einigen wenigen Fällen „seltsam“ war. Ich zumindest hätte manches Wort nicht benutzt – mir sind während des Lesens spontan einige Alternativen eingefallen. Auch wurde nicht 100%ig Korrektur gelesen – zwei oder drei Schnitzer haben sich (mindesten) eingeschlichen. Das ist dem Autor aber nicht anzukreiden.Rezensenten, die die „Unglaubwürdigkeit“ der Geschichte bemängeln, sollten sich einmal die aktuellen Schlagzeilen (vom 21.09.2011) auf z. B. Spiegel-Online anschauen: Unter anderem werden dort 15.000 Tote im Jahr 2010 beklagt – Opfer des mexikanischen Drogenkrieges.Die gerne gelesene Kritik „flacher“ Figuren kann ich nachvollziehen – selbst wenn es sie gäbe, es stört mich nicht. Denn es gibt zu viele Protagonisten in „Tage der Toten“, die mit der Geschichte zu tun haben und gewürdigt werden müssen. Man kann nicht einerseits fehlende Tiefe und gleichzeitig fast 700 Seiten als „zu viel“ beklagen. Bei gleicher Geschichte würde mehr Tiefe auch mehr Seiten bedeuten. Ob die Geschichte dadurch besser würde, wage ich zu bezweifeln.Üblicherweise finde ich die psychologische Ausarbeitung von Figuren eher störend, besonders wenn sich der Autor hauptsächlich auf das private Leben beschränkt. Das ist bei „Tage der Toten“ Gott sei Dank nicht der Fall, sodass die Geschichte nicht unnötig mit schmückendem Beiwerk ausstaffiert wird.Die Geschichte spielt über fast 30 Jahre, die Kapitel sind entsprechend chronologisch aneinander gereiht. Zwar wechseln in den Kapiteln teilweise die Orte, aber mich hat das nicht verwirrt – denn zu Beginn eines jeden Kapitels wird auf die veränderte Situation hingewiesen. Auch stellte die Anzahl der Protagonisten für mich kein Problem dar. Denn die wichtigsten Hauptfiguren kommen immer vor.Die ebenfalls oft kritisierte Sprache und ausschweifende Beschreibung von Gewalt, konnte ich nicht erkennen. Denn sie gehört zur Geschichte, sie macht sie „erlebbar“. Was ich gerne zugeben und kritisieren kann, ist, dass „jeder Schuss ein Treffer“ ist. Es werden massenweise Dubletten geschossen – und jede trifft. Punktgenau und tödlich. Solche „Spielereien“ nehme ich nicht ernst und verbuche sie als dramaturgisch notwendiges Übel.Die über 680 (Taschenbuch)Seiten mögen auf den ersten Blick abschrecken, aber das Buch ist ein Pageturner. Wer sich für wahre Geschichten (Drogenkrieg in Mexiko) erwärmen kann, die gekonnt mit Phantasiefiguren vermischt werden, der findet hier ein empfehlens- und lesenswertes Buch. Manch einer mag den Spannungsbogen vermissen (…was ist das?) – mir fehlte er nicht. Denn das Buch ist eher, durch den realistischen Bezug, ein Doku-Thriller. Wer es noch realistischer und dokumentarischer mag, der ist mit dem Buch „Killing Pablo“ von Mark Bowden – das die Die Jagd auf Pablo Escobar beschreibt - auch gut bedient.

21.09.2011 13:34:05
josef albert dütsch

gehört zu den besten Krimis, die ich je gelesen habe (und das will bei mir -alter 65, entsprechend hunderte von krimis gelesen- wirklich was heissen). neben spannung kritische zeitgeschichte und recherchierte fakten in romanform: starker beitrag zur aufklärerischen desillusionierung. einfach brilliant !

08.09.2011 11:41:44
Noddi

Dies war mein erster Roman von Don Winslow. Den Schreibstil fand ich sehr gefällig. Die Handlung hatte allerdings seine Längen und war teilweise etwas an den Haaren herbeigezogen oder sehr ausschnitthaft. So fehlte der große Bogen, der einen die Handlung als Ganzes wahrnehmen lässt. Teilweise schon brutal - aber das sind ja zahlreiche Pathologie Krimis auch. Ich habe es im Urlaub "schnellgelesen" und fand es ganz nett, aber keinesfalls überragend.

28.08.2011 16:42:18
wilst-de

Ein großartiges Buch, keiner der üblichen Krimis. Winslow schildert die Geschehnisse um einen Drogenfahnder, der die mexikanische Mafia bekämpft und erfahren muß, wieviel Parteien hier ihr eigenes Süppchen kochen. Ein äußerst hartes und realistisches Buch, daß ganz ausgezeichnet recherchiert ist. Wer sich auf Winslows Stil einlassen kann, wird "Tage der Toten" schon bald nicht mehr aus der Hand legen können. Mir ist völlig unverständlich, wie man nebenher andere Bücher lesen kann, oder einen Vergleich mit Jerry Cotton Romanen zieht.
Unbedingt empfehlenswert!!!

15.08.2011 12:47:02
John67

Dies ist das erste Buch, welches ich mit 98° bewerten werde, denn wer es schafft, dem Leser auf 680 Seiten nur 5min Langeweile abzuverlangen, hat eine super Bewertung verdient.
Hart, teilweise brutal, logisch und wirklich fesselnd versteht es Winslow den Leser immer weiterzufuehren durch den Sumpf aus Mord, Drogen- und Waffenhandel, Mafiaaktivitaeten und allem, aber auch allem, was die Unterwelt zu bieten hat.
Wer lieber den Mord am Anfang des Krimis mag und dann auf den kommenden 300Seiten Leerlauf mit viel Text und wenig Handlung, der sollte von diesem Buch die Finger lassen.
Ich werde das Buch jedenfalls weiterempfehlen und auch weiterverleihen, an Freunde, die es auch gerne etwas deftiger mögen.

29.07.2011 14:04:38
Mexikaner

Sehr gutes Buch! Wer mal etwas recherchiert, findet schnell heraus, dass so ziemlich alle Geschenisse tatsächlich stattgefunden haben.
Eine Fortsetzung würde sich auf jeden Fall lohnen, vor allem wenn man bedenkt, was sich in den letzten Jahren im mexikanischen/südamerikanischen Drogenkrieg alles getan hat. Genug Stoff ist auf jeden Fall vorhanden!

13.07.2011 22:40:44
stef.

Die Story des Buches empfand ich erst als sehr interessant. Die Ausführung war lediglich brutal und teilweise kitschig amerikanisch.
Sicherlich ist die mexikanische Mafia nicht zimperlich, aber man kann eine Handlung auch anders aufziehen. Die blutrünstigen Szenen dienen lediglich dazu, die Leser bei der Stange zu halten. Es fehlt an Tiefe!
Ich war sehr enttäuscht, da mir das Buch empfohlen wurde. Die ganze Euphorie und das viele Lob kann ich nicht nachvollziehen.

08.07.2011 22:20:45
huwilerd

Eigentlich mache ich immer einen grossen Bogen um CIA und derartige Geschichten. Bei Tage der Toten sprach mich aber die Figur Art Keller irgendwie an und stellte es ins Regal.
Dann konnte ich mich lange nicht entschliessen, mit dem dicken Schinken überhaupt anzufangen. Schliesslich hab ich mich von der Story vollends mitreisen lassen. Die Verflechtung der verschiedenen Organisationen und die Thematisierung von korrupten Behörden und Regierungen ist Wahnsinn! All diejenigen welche sich an den vielen Toten stören wissen möglicherweise nicht dass es durchaus der Realität entspricht, was Don Winslow in seinem Buch niederschreibt (Ciudad Juarez Mexiko, 2000 Tote/Jahr 2009 im Kampf zwischen rivalisierenden Drogenkartellen)
Erst fand ich auch, dass manchmal zuviel ins Detail ging. Aber Roman bleibt Roman und hebt sich nun mal vom einfacher gehaltenen Thriller ab. 5 1/2 Jahre hat er an diesem Roman gearbeitet und das darf schliesslich auch gewürdigt werden. Schwere Kost aber exzellent erzählt!

30.06.2011 15:57:48
Susanne

Es ist wirklich interessant, zu lesen wie sich die Meinungen über dieses Buch teilen. Ich fand es erste Spitzenklasse - sehr spannend und ausführlich geschrieben. Es stimmt, das viele Fäden gezogen und ausgeschweift werden, aber alles führt am Ende zusammen und verbindet jede einzelne Story-Line. Das finde ich, ist das besondere an diesem Buch. Man will einfach wissen was kommt und man weiss, das was grosses kommt. Die Brutaltät ist da, das auf jeden Fall, aber ohne diese, würde das Buch nur halb so wahrhaft sein. Bei solchen Themen, kann man nicht mit Samthandschuhen anfassen. Von mir 98º und ich freue mich schon auf die Fortsetzung, die hoffentlich kommt.

20.06.2011 18:03:55
karen

ich orientiere mich immer gern an den Bewertungen in diesem Forum aber diesmal waren die guten Bewertungen des Buches für mich völlig unverständlich.
Viel Gewalt, viel Blut und immer gleich mehrere Tote bei einer Schießerei machen aus diesem Buch höchsten eine gehobene Trivialliteratur.
Geschichten werden angefangen aber der Faden nicht zu Ende geführt. Man hätte aus dem Buch 10 wundervolle Jerry Cotton Romane zaubern können, da hätte ich gewusst worauf ich mich einlasse und es ertragen.
So war das Buch eine einzige Enttäuschung!

08.06.2011 21:37:09
blra

Korruption und Betrug sind überall. Selbst der Held, Art Keller, greift manchmal zu den Methoden seiner Gegner. Dabei wird er emotional vollends in den Kampf gegen die mexikanische Mafia eingebunden. Er selbst hat persönliche Beziehungen entwickelt.

In dem Thriller werden endlos viele Personen getötet (passend zum Buchnamen). Killer der Mafia agieren enorm skrupellos, die Bosse der Mafia zeigen aber auch menschliche Merkmale, was den Thriller noch stärker wirken lässt.

Ein tolles Buch - zumindest wenn man sich darauf einlässt. Denn Winslows Stil ist es Nebenstränge sehr ausführlich auszudehnen, weshalb manchmal Art Keller über 50 Seiten nicht thematisiert wird. Dies wirkt gerade nach dem ersten Kapitel zuerst irritierend. Manchmal ist Winslow Stil auch zu ausschweifend.

Allerdings nehmen die neuen Handlungsstränge schnell viel Tempo auf und reißen einen dann vollends mit. Ein toller Thriller. 95°.

23.05.2011 12:28:08
cd

Ich weiß nicht wie Ihr alle das Buch so toll finden könnt... Ich fands für die Tonne... Habe es auch nicht bis zum Ende gelesen. Wenn ich depresiv werden will, gibts bestimmt auch noch thausend anderer Möglichkeiten. Bis jetzt haben mich hier hochgelobte Bücher nie entäuscht... Das aber dafür richtig!
Sorry . nie wieder Don Winslow

19.05.2011 14:07:57
Frostkoeddel

Ich habe dieses Buch nicht zu Ende gelesen...fand es das langweiligste, was ich seit Langem gelesen habe. Zusätzlich habe ich dann auch noch ein Exemplar erwischt, indem es ein Druckfehler gab, wo 30 Seiten fehlten, dafür aber andere 30 Seiten sich wiederholten, werde noch den Verlag anschreiben. Da bezahlt man so viel Geld für ein so hoch gelobtes Buch und ist dann doppelt enttäuscht...nie wieder etwas von Don Winslow. Und ich werde mich nie wieder von den Stimmen Anderer beeinflussen lassen, war das erste Buch, das ich aus so einem Grund gekauft habe. Ich kann leider zu der Handlung nicht viel sagen, denn ich habe mich so dadurch gequält, nebenher sogar 2 andere Bücher gelesen.Deshalb auch eine schlechte Note von mir

05.05.2011 16:22:10
martin

wollte auch eine kritik schreiben, allerdings sehe ich gerade den eintrag von cosmo. ich habe das buch als das genaue gegenteil erlebt. kann mich an kein buch erinnern, dass eine derart dichte story aufweist. dass der autor dafür über 5 jahre gebraucht hat, kann ich mir angesichts des wissens um die hintergründe vorstellen. 98 grad und absolute empfehlung!

03.05.2011 21:30:20
Cosmo

Ein völlig überschätztes Buch. Der Autor kann seine Geschichte nicht gut erzählen und Personen entwickeln schon gar nicht. Der große Held kommt, verschwindet, taucht wieder auf. Ziemlich sinnlos, unglaubwürdig und ohne Glubwürdigkeit.
Dazwischen ein Haufen Klischees und viel Gewalt. Ein sehr ärgerliches Buch!!!

25.04.2011 21:23:36
Buboter

Ich habe eine Weile überlegt, wie ich anfangen soll, dieses Buch zu beschreiben, welche Kritikpunkte mir einfallen, was ich zu den Personen zu sagen habe. Mir ist das bisher noch nie so schwer gefallen.

Mal eins vorweg: Kritikpunkte fallen mir wirklich kaum ein. Was man als "Kritik" anführen könnte, ist: Der Autor bricht am Ende in seiner Konsequenz etwas ein und es ist nach fast 700 Seiten leider schon zu Ende und

Sowas sag ich nicht oft, weil ich im Normalfall kein Fan epischer Werke mit großen Personenaufgeboten bin. Hier mach ich aber gerne eine Ausnahme.

Beleuchtet wird ein Zeitraum von knapp 30 Jahren. Der Leser wird gleich zu Beginn mitten ins grausame Geschehen geworfen. Hier wird mit harten Bandagen gekämpft. Die Toten, ob unschuldig oder nicht, sind nicht mehr zu zählen.

Die Verstrickungen und Intrigen untereinander, die Anzahl der handelnden Personen und auch die vielen Fakten fordern vom Leser volle Konzentration. Aber die erübrigt man gern.

98° für einen Roman, der mir mehr als einmal den Atem stocken ließ, (leider) hart an der Realität ist, schwer im Magen liegt und der von mir wahrscheinlich mehr als einmal gelesen werden wird.

12.04.2011 20:06:00
Motlau

Ja das ist Spannung auf hohem Niveau. Auch wenn ich Schwierigkeiten hatte mir die immer neu hinzukommenden Personen/Namen zu merken, so war ich doch fasziniert von der Erzählweise, von den Hintergrundinformationen die wohl nur ein echter Insider haben kann. Schockiert war ich ab und an über die unglaubliche Brutalität mit der die sogenannten Drogenbarone ihr Territorium verdeidigt haben , wie z.B.als sie als Abschreckung in voller Absicht zwei Kleinkinder von der Brücke in den sicheren Tod warfen, und noch so manch anderes mehr...
Der Schluss war für mich persönlich etwas
verwässert, im wahrsten Sinn des Wortes...

12.04.2011 09:27:26
Robert

Dieser Kriminalroman hat es in sich. Wer hier zartbeseitet ist sollte lieber die Finger von lassen. Der Hauptprotagonist "Art Keller" ein US-Drogenfahnder arbeitet in Mexiko gegen die Drogenmafia. Es ist ein unmögliches Unterfangen da nicht nur die Drogenkartelle sondern auch die "legale" Seite d.h. die Regierung mit involviert ist.
Ich habe aufgehört die Toten zu zählen, die gibt es genug. Es ist ein Krimi der weder schwarz noch weiß ist, sondern sich in der Grauzone befindet. Wer ist hier der Gute und wer der Böse? Die Geschichte ist sehr gut recherchiert und man bekommt eine vage Ahnung von dem was eigentlich Politik sein kann!! Art Keller ist ein Agent der gegen Windmühlen kämpft und denoch immer wieder seine Zweifel hat und das macht ihn so Menschlich!!
Ein toller und kurzweiliger Kriminalroman den man erst und leider nach 689 Seiten aus den Händen läßt!
Viel Spaß beim lesen!

01.04.2011 15:34:16
mylo

Wie ja hier schon wiederholt festgestellt, ein super Buch. Eine super Schreibstil der Bildreich und detailreich die Ereignisse in zum Teil drastischer Art darstellt.
Ein dunkles Kapitel von Mittelamerika und die Verflechtung mit den Interessen der USA. Da kommt es schon fast einer empfundener Genugtuung nahe, dass gerade die USA, quasi als Quittung für Ihr fragwürdiges Engagement in Mittelamerika, heute am stärksten unter dem Drogeneinfluss zu leiden hat.
Das alles hat Winslow super recherchiert und in eine spannende Geschichte eingebettet, die einem gerade deshalb weniger als Roman als Tatsachenschilderung vorkommt. Authentisch werden die Abgründe menschlicher Gedanken und Handeln dargestellt. Kaum zu glauben aber leider traurige Realität.
Dieses Buch ist ein Epos der zu einem Klassiker werden wird.
Vergebe nicht oft 100 Punkte, dieses Mal schon.

18.03.2011 15:07:34
mindestens300zeicheneingeben

bitte mindestens 300 Zeichen eingeben!
Sonst ist ihre Nachricht nicht gültig! wenn sie nicht auf 300 Zeichen kommen können sie auch Smilies machen wie z.B. :-D, ;-) oder so etwas ähnliches. wenn sie meine Botschaft nicht verstanden haben... scheiß drauf. Ich habe es zumindestens versucht, aber wenn sie nicht zurechnungsfähing sind müssen sie sich wohl oder übel einen Phsychater suchen. Viel glück bei ihrer Suche!
PS: Mexicanische Trampoline sind fürn arsch!
Viele grüße
Siemüssenmindestens300zeicheneingeben :-D

07.03.2011 14:32:57
koepper

Ein gewaltiges Buch, mit das Beste, was ich bisher gelesen habe. "Tage der Toten" ist ein komplexes Werk und fordert die Konzentration des Lesers. Aber das lohnt sich. Geschildert wird der Kampf eines ehemaligen CIA Agenten - Art Keller - gegen die Drogenmafia und sein Kampf in einer durch und durch korrupten Welt. Das ist von der ersten Seite an spannend, brutal und aufwühlend. Keine der 690 Seiten ist langweilig, die Spannung hält sich bis zum Finale. Herausragend.

20.02.2011 21:08:28
Christine Unterwindner

rasant- in einer Höllengeschwindigkeit-durchlebt man sämtliche Untiefen des menschlichen Charakters - auf hunderten von Seiten - und kann nicht aufhören, der Sog ist zu stark, den Don Winslow hier entfacht - grandios erzählt - grandios recherchiert - ein Sittengemälde unserer Zeit - ein hervorragendes Buch!

12.02.2011 09:41:13
bianka

Also das buch ist einfach grandios, ich bin hin und weg. sowas knallhartes hab ich selten gelesen.ich war schockiert und entsetzt, wenn es ein film wäre hätte ich ständig weg gucken müssen. aber es hat sich so "weg-lesen" lassen. und man trauert weil das buch zu ende ist
ich finde quentin terrentino sollte dieses buch verfilmen, auch wenn es sehr schwierig wird das alles so detailgeträu wiederzugeben

23.01.2011 09:32:37
top28

Es ist schon so viel über diesen großartigen Roman geschrieben worden. Ein Epos. Vielleicht ein kleiner weiterer Hinweis auf die durchdringende Bildersprache Winslows. In der ersten Hälfte des Roman findet ein Erdbeben statt, welches der Kulminationspunkt für alles weitere sein wird. Hier gleingt ihm eine erschreckend nahe Beschreibung der Ereignisse, das habe ich bei anderen Katastrophen noch nie so deutlich nachvollziehen können.
Ein weiteres kleines Meisterstück auf dem Weg zum grossen Finale.

14.01.2011 18:13:09
Siedenhof

Seit einer Woche lese ich "Tage der Toten". Es geht nicht schneller, weil ich es immer wieder weglesen muss. Das kann man nicht alles auf einmal verkraften, selbst ich als Leserin brutaler Krimis nicht. Doch da weiß ich, es ist Fiktion, manchmal mit etwas realem Hintergrund. Hier habe ich das Gefühl, es ist ein Tagebuch des Grauens, das zur Besänftigung als Roman daherkommt, damit es nicht zu ernst nimmt. Wenn man die Tagezeitung liest (Waffenlieferungen aus Baden-Württemberg, neue Kämpfe in Mexico um die Vertilung, der Gebiete, weiß man, es ist reale "Fiktion". Hoffentlich ist Don Winslow gut gesichert!

09.01.2011 12:57:13
Otto

Wieder so ein Buch, das man nicht weglegen kann, in dem man immer weiter lesen will. Ich finde es unheimlich spannend und ergreifend geschrieben. Im Unterschied zu den Krimis z. B. von Stig Larrson weiß man bei diesem Buch ja, dass es real ist, dass es die Grausamkeiten, Bestechungen, Erpressungen usw. jeden Tag wirklich gibt. Das hat mich manchmal fast gezwungen, beim Lesen Pausen zu machen, weil ich das Gelesene nur schwer ertragen konnte.
So ist das Buch auch nur mit Vorsicht zu empfehlen und man muss einen möglich Leser vorwarnen, was ihn erwartet.

08.01.2011 22:39:17
Hansjörg Bartsch

Wow, einen solch harten,brutalen, schnellen und rastlosen Krimi habe ich noch nicht gelesen. Keiner ist sympatisch, der DEA-Agent ist ein Schwein und el Patron hat menschliche Seiten und alle bewegen sich außerhalb eines normalen Lebens. Es ist schwer den Roman aus der Hand zu legen, er ist immer spannend, aufwühlend und interessant. Nur das Ende ist mir zu klassisch - im Kino würde ich mich ärgern doch hier ist man froh das wenigstens ... besser nicht verraten. Auf alle Fälle ein tolles Buch.

31.12.2010 15:01:34
Stefan83

Es waren sicher nicht wenige, welche den Einstieg von Suhrkamp in das Krimi-Genre vor anderthalb Jahren mit Skepsis betrachtet haben. Ein Verlag, der sonst gehobene Belletristik und klassische Weltliteratur veröffentlicht, widmet sich plötzlich spannenden Unterhaltungsromanen? Kann so ein Projekt gut gehen? Einige großartige Kriminalromane später, steht die Antwort fest: Ja, es kann. Und spätestens mit dem nun erschienenen epischen Thriller aus der Feder Don Winslows, dürfte auch der letzte Skeptiker verstummt sein.

„Tage der Toten“ wird seit Monaten im Feuilleton und in Leser-Rezensionen beinahe hymnisch gefeiert, und hat sogar den Sprung in die Bestsellerlisten vollzogen, in der sich sonst zumeist eher das seichte Mainstream-Gedöns tummelt. Alles gute Gründe für mich, meine langfristige Leseplanung über den Haufen zu werfen und diesen dicken Schinken sogleich in Angriff zu nehmen. Welch weise Entscheidung dies war: Winslows fast 700 Seiten umfassendes Werk ist einer der besten Krimis, die ich dieses Jahr gelesen habe. Gespickt mit beeindruckend recherchiertem Insiderwissen, atemloser Dramatik, patronengeschwängerter Action und einem stetig in die Höhe kreisenden Spannungsbogen, setzt der amerikanische Schriftsteller hier neue Maßstäbe im Genre. Vornweg sei jedoch gesagt: Zartbesaitete Leser sollten das Buch mit Vorsicht oder besser gar nicht genießen, denn Winslow spart hier nicht mit grausamen Details. Ganz im Gegenteil.

Die Handlung nimmt ihren Anfang im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa Mitte der 70er Jahre. Art Keller, Vietnam-Veteran und Fahnder der von Präsident Nixon neu gegründeten DEA, soll im Auftrag der amerikanischen Regierung dem Treiben der mexikanischen Drogenkartelle Einhalt gebieten. „War on Drugs“ heißt das Stichwort, doch Keller, der geschickt die verbrecherischen Organisationen unterwandert, stellt schnell fest, dass es sich bei dem Engagement seiner Landsleute in erster Linie um eine Alibi-Unterstützung handelt. Ein Propaganda-Unternehmen, das nur dazu dient, die militärischen Aktionen der Kontra-Revolutionäre gegen kommunistische Regierungen in Lateinamerika zu vertuschen. Der Erfolg in der Drogenbekämpfung bleibt aus. Keller erreicht lediglich Pyrrhussiege, die zur Folge haben, das die einstmals verstreuten Mafia-Familien sich besser strukturieren. Innerhalb weniger Jahre ist eine mächtige Federación entstanden, die erfolgreich die Politik unterwandert hat und sogar gemeinsame Sache mit dem amerikanischen Geheimdienst macht. Während die Drogenbarone sich in palastähnlichen Trutzburgen verschanzen, dank Allianzen mit kolumbianischen Kartells und chinesischen Waffenhändlern Milliarden scheffeln, herrscht auf den Straßen Mexikos ein endloser, blutiger Krieg.

Familien werden brutal ermordet, Verräter und Verdächtige bestialisch gefoltert, Polizisten bestochen, ganze Justizapparate korrumpiert. Art Keller und seine überschaubare Schar von gesetzestreuen Kollegen führt einen ausweglosen Kampf. Egal wie viele Köpfe sie der Mafia-Hydra abschlagen, stets wachsen neue nach. Keller wird zunehmend verbitterter, setzt Familie, Freunde und das eigene Leben aufs Spiel, um diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, denen er einst unabsichtlich zum Aufstieg verholfen hat. Doch der Preis wird immer höher …

Wer seine eigenen Nehmerqualitäten mal auf die Probe stellen will, ist mit der Lektüre von „Tage der Toten“ gut beraten, denn Winslows brachiales Epos ist ein zielgerichteter Faustschlag in die Magengrube, der hart an die Schmerzensgrenze und streckenweise noch darüber hinaus geht. Überfüllte und verspätete Züge, pöbelnde Reisende, grölende Fußballfans, überpingelinge Fahrkartenkontrolleure, vereiste Bahnsteige. Für knapp acht kurze Tage gingen sie mir alle am Arsch vorbei, nahm ich neben dem Buch zwischen meinen Händen nichts mehr wirklich war. Der sich in Begeisterung überschlagenden Kritik kann ich nur, nein muss ich zustimmen: Mit „Tage der Toten“ ist Winslow ein beeindruckender Wurf gelungen. Erschreckend ehrlich, verstörend brutal und authentisch, hoch-spannend und derart plastisch beschrieben, das einem die Kinnlade herunterfällt. Wenngleich man sich zu Beginn noch etwas an der Vielschichtigkeit der Handlungsebenen und den vielen Perspektivwechseln stört, sind es bald genau diese Stilmittel, welche dem Werk diese hohe Komplexität und Tiefe verleihen. „Tage der Toten“ ist weit mehr als nur ein Schulterblick bei einem ermittelnden Beamten. Es ist die grandiose Abrechnung eines Autors mit der verborgenen Geschichte der USA und ihrer imperialen Politik, ein gesellschaftspolitisches Gemälde über einen mehr als dreißig Jahre währenden Krieg, der keine Grenzen und keine Konventionen kennt.

Im Jahre 2005 veröffentlicht, hat Don Winslow sechs Jahre für dieses gewaltige und hoffnungslos düstere Meisterwerk recherchiert. Und Recherche bedeutet in diesem Fall nicht den Aufenthalt in staubigen Bibliotheken, sondern das hautnahe Erleben vor Ort. Die Handlung basiert auf wahren Begebenheiten. Allein die Personen (teilweise nur deren Namen) und ihre Aktionen sind ersonnen. Jedwede Brutalität, jede noch so perfide, grauenhafte Mordmethode beruht auf Tatsachen und ist tatsächlich begangen worden. Sie sind einer Realität entnommen, die in ihrer Erbarmungs- und Maßlosigkeit jede Fiktion weit hinter sich lässt. Somit ist es kein Wunder, dass Winslow sich hier einer kurzen, knappen, aber prägnanten Sprache bedient. „Tage der Toten“ liest sich wie das Buch eines Mannes, der sich etwas von der Seele geschrieben hat. Der Blut, Dreck, Scheiße und Tod aus der Erinnerung hervorgekramt hat, um sie auf Papier zu pressen. Aufgeteilt ist die Handlung dabei in drei Stränge, die immer wieder für kurze Zeit verzahnt werden, bis Winslow sie am Ende in einem Showdown zusammenführt. Und jeder für sich ist gleichsam spannend, besitzt seine eigene, schreckliche Faszination.

Da ist zum einem der besessene Drogenfahnder Art Keller. Ein Idealist, der im Verlauf der Jahre seine Ideale über Bord wirft und werfen muss, um den persönlichen Rachedurst zu stillen. Trotz immer wieder auf ihn einprasselnder Schicksalsschläge setzt er alles daran, die Federación zu schwächen und einen Keil zwischen die kooperierenden Familien zu treiben. Mit List, Tücke und selten legalen Mitteln hetzt er die Drogenbarone aufeinander, bis diese sich in einer blutigen Vendetta gegenseitig an die Kehle gehen. Zum anderen verfolgen wir die Geschichte des irischstämmigen New Yorkers Sean Callan, der aus Not zum Mörder wird und im Kreise der italienischen Mafia zum tödlichen Killer aufsteigt. Und dann ist da noch ein mexikanischer Bischof, der selbst für die Drogenbarone eine moralische und lange unantastbare Größe darstellt, mit seinen linksgerichteten Befreiungstheologien aber die konservativen Elemente der katholischen Kirche gegen sich aufbringt. Besonders letzte Figur hat mich für sich gefangen genommen. Das Charisma des Bischofs wirkt unwillkürlich auf den Leser, die Herzensgüte des störrischen alten Mannes rührt am Herzen. Er ist die einzige, wirkliche „gute“ Figur in einem Buch, in dem „Gut“ und „Böse“ sonst fließend in sich übergehen. Ein jeder hat Dreck am Stecken, keiner der sich nicht schmieren lässt.

Wer von Winslow den sonstigen Humor der Pacific-Reihe erwartet hat, erlebt hier ein böses Erwachen. Der nur selten und gezielt platzierte Witz in „Tage der Toten“ ist tiefschwarz. Ein Grinsen stirbt bereits nach wenigen Sekunden auf dem Gesicht, zu grausam und brutal, das was vorhergehend geschildert wurde und noch auf einen wartet. Winslow verzichtet dabei auf die typischen Aha-Effekte der Thrillerkollegen. Er lässt den Leser nicht in der Luft hängen, verzichtet auf die üblichen Cliffhanger. Stattdessen spricht die Geschichte für sich selbst, wachsen Spannung und Unruhe aufgrund des unvermeidlichen Ausbruchs am Ende. Der Weg dorthin ist gespickt mit einer explizit geschilderten Brutalität, welche mir bis dato noch nicht begegnet ist. Sie schockiert, widert an und macht gleichzeitig, weil man sich immer der Authentizität des Buchs bewusst ist, tief traurig. Wie abgestumpft derjenige unter uns, der angesichts solchen Leids und solch sinnloser Tode keinen Kloß im Hals hat und ohne Verzögerung zum Alltag übergehen kann.

Einziger Kritikpunkt: Winslows roter Faden ist mir in seiner Gänze dann doch etwas zu gerade. Wie das Buch ausgeht, weiß man bereits relativ früh, was das Lesevergnügen zwar nicht schmälert, „Tage der Toten“ aber knapp die durchaus mögliche Maximalwertung kostet.

Mit „Tage der Toten“ katapultiert sich Don Winslow ganz hoch auf den Krimi-Olymp. Ein erschütterndes, spannendes und schwer verdauliches Werk, das den Leser mit der Wucht eines Hammers trifft und dringend auf die Leinwand gehört. Ob soviel Brutalität allerdings überhaupt filmisch umsetzbar ist, steht auf einem anderen Blatt. Ein Highlight am Ende des Jahres, das mir sicher noch einige Zeit in Erinnerung bleiben wird.

27.12.2010 11:24:56
Kropotkin

Habe jetzt etwa 300 Seiten gelesen und kann diesen Hymnen kaum folgen. Zugegegeben, der Autor hat viel Kraft in die Recherche investiert. Aber da gibt\'s wenig Neues für den Informierten. Die Figuren, holzschnittartig gezeichnet, entwickeln sich kaum oder wenn, dann in einer Rasanz, die nicht nachvollziehbar ist. Fast alles ist vorhersehbar. Die aufklärerische Absicht des Autors leidet unter der überzogenen Brutalität. Es gibt bereits nach der Hälfte des Buches viele langweilige Wiederholungen. Die Darstelung der Liebesbeziehungen ist äußerst schematisch. Von literarischer Klasse zu sprechen, gehört zu den üblich gewordenen Übertreibungen derjenigen, die alles "sensationell" finden.

21.12.2010 22:44:06
ingo

Ein Buch von epischer Wucht! Hervorragend recherchiert und differenziert erzählt: Man lese nur einmal nach, was die Medien in den letzten Wochen und Monaten über die Drogenkämpfe in Mexiko berichtet haben. Die Handlung ist (so scheint mir) extrem realistisch, die oft ungeheure Brutalität geht manchmal an die Grenzen der Leidensfähigkeit des Lesers, wird aber sozusagen durch die literarische Klasse von Don Winslow ein wenig "aufgehoben". Das Inhalt kann nicht begeistern, weil zu hart, aber er fesselt ungemein, geht unter die Haut und berührt. Ein Meisterwerk!

13.12.2010 15:06:12
MrNice

Die Handlung dieses bereits 2005 (The Power of the Dog) erschienenen Romans umfasst den Zeitraum von 1973 bis 2004 und basiert auf wahren Begebenheiten von Drogenkrieg, Antikommunismus, Mord, Folter, Armut und imperialer Gewalt, lediglich die Personen und deren Interaktion sind fiktiv. Sechs Jahre hat Winslow für dieses komplexe und düstere Meisterwerk recherchiert und nähert sich seinem hochaktuellen und traurigen Thema aus drei Blickwinkeln: Da ist der besessene Drogenfahnder Art Keller, der die Drogenbarone gegeneinander aufhetzt, bis sie sich in einer blutigen, beinahe unerträglich brutal geschilderten Vendetta gegenseitig umzubringen versuchen. Ausserdem verwickelt sind italienische und irische Mafiafamilien aus New York, ein mexikanischer Bischof, der der Befreiungstheologie anhängt und im Hintergrund ist auch die amerikanische Regierung aktiv, die in Lateinamerika marxistische Revolutionen fürchtet.

Die Handlung beginnt 1975, als der Protagonist, DEA Agent Art Keller das Niederbrennen eines Mohnfelds im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa beobachtet. Die Drug Enforcement Administration wurde 1973 von Präsident Nixon gegründet, der bereits im Vorjahr den "War on Drugs" ausgerufen hatte, möglicherweise ein Propaganda Coup um militärische Aktionen in Lateinamerika zu vertuschen. Auch Winslow beschreibt, wie grosse Summen nicht für den Drogenkrieg benutzt wurden, sondern für Training und Ausrüstung rechter Gruppierungen, um sozialistische Regierungen zu stürzen und da der Zweck die Mittel heiligt, kooperieren die USA auch mit Drogenbaronen und Mafiosi. Allerdings ist auch Art Keller kein hehrer Idealist, sondern ein hard boiled Fanatiker, der seine Möglichkeiten als leitender Mitarbeiter der DEA für einen persönlichen Rachefeldzug gegen einen Drogenbaron nutzt. Don Winslow entwirft ein gewaltiges Panorama und im Verlauf der Handlung wird klar, dass es hier keine rein Gute oder Böse gibt, jeder hat Dreck an seinen Schuhsohlen kleben, aber es sterben hauptsächlich Unschuldige. Wahllos wird gemetzelt, Alte, Frauen und Kinder. Keine einzige höllische Szene habe er erfunden, sagt Winslow, keine Mordmethode, die nicht auf Tatsachen beruhe. Medienberichte aus dem heutigen Mexico geben ihm Recht, im Drogenkrieg wurden von Ende 2006 bis Mitte 2010 schätzungsweise 28\'000 Menschen ermordet. Sogar Präsident Felipe Calderón sagte kürzlich, er befürchte einen Bürgerkrieg und die Machtübernahme durch narcotraficantes. Hier geht es nicht nur um viel Geld, sondern auch und vor allem um politische Interessen.

Don Winslow erweist sich mit diesem grandiosen Roman auch als grosser Historiker der verborgenen Geschichte der USA und ihrer imperialen Politik in Lateinamerika. Mit wohl dosierten Personalisierungen gelingt es ihm, die grossen Linien der Machterhaltungs-Strategien - Einbettung des Drogenkriegs in die Aussenpolitik der USA, der katholischen Kirche und mexikanischer Oligarchie, den Kalten Krieg - in atemberaubender Weise darzustellen. Die fast 700 Seiten sind gepackt mit Insiderwissen, Action, Drama und lesen sich mit steigender Spannung weil sie hautnah an der Realität geschrieben sind, allerdings dürften viele der grausamen Details für manche Leser nicht gerade leicht verdaulich sein. Aber Winslow wäre nicht Winslow, würde er inmitten der abstossenden Geschehnisse nicht auch scharfen Sarkasmus und lakonischen Humor durchscheinen lassen.

05.12.2010 21:53:59
Addicted-to-read

Dieser absolut schonungslose, knallharte, brutale und sehr realitätsnahe Thriller hat mich von der allerersten Seite an mitgerissen!

Die Geschichte ist dermaßen detailgenau, komplex und gut recherchiert, dass ich sie schlichtweg als Meisterwerk betiteln möchte.
Die einzelnen Charaktere sind fantastisch beschrieben und sorgfältig herausgearbeitet. Anfänglich wirkt deren Vielzahl etwas verwirrend, doch im Fortlauf der Handlung nehmen sie mehr und mehr Gestalt und Klarheit an.
Die diversen Handlungsstränge wirken jeder für sich unglaublich spannend, aufwühlend und dramatisch, und finden nur noch ihre Steigerung in der Zusammenführung hin zum Showdown.

Dieses epochale Werk hat mich trotz, oder wegen seiner drastischen Gewaltdarstellung und schonungslosen Offenheit bezüglich der Korruption von Obrigkeiten und Regierungen im Lauf von fast 30 Jahren derart fasziniert und begeistert, dass mir schlichtweg weitere Worte fehlen...

Dieses Buch kann nur mit 100° bewertet werden, alles andere würde ihm nicht gerecht.

03.12.2010 17:04:55
Yannick Villwock

Wie sag\' ich\'s meinem Kinde, dass Papa davon lebt, tausende von Menschen mit Drogen zu vergiften und alle mit brutaler Gewalt aus dem Weg zu räumen, die ihn daran hindern wollen? Es sind diese kleinen Alltagsprobleme, die den wahren Grusel dieses Buches ausmachen.
Wie James Ellroy beschäftigt sich Don Winslow hier mit den den Menschen, die im Windschatten der Geschichte ihre Strippen ziehen, und das mit derselben Meisterschaft (nur dass er ganze Sätze schreibt und auch keine Angst vor Adjektiven hat).
Ein Spannungselement, das mich sehr fasziniert hat: völlig unverständliche Aktionen der Protagonisten, die sich aber nach ein paar Seiten (nie zu vielen Seiten) aufklären.
Aber Achtung: das ist ein Krimi und damit nur eine Interpretation von Geschichte. Wer glaubt, hier einen Beweis für amerikanische Machenschaften in Mittelamerika in der Hand zu halten, ist naiv. Wer hingegen glaubt, dass alles nur erfunden ist, noch viel mehr.

Yannick Villwock

29.11.2010 20:27:37
mo

100 Grad! Kein Thriller im eigentlichen Sinne. Die politischen Zusammenhänge im kalten Krieg, dem Drogen- und Waffenhandel sehr gut recherchiert! Es gruselt einem, was sich der CIA da so alles geleistet hat und noch leisten wird. Schon in "Frankie Machine" haben mich Winslows Kenntnisse über die Mafia beeindruckt. Leider ist auch dieses Buch einmal ausgelesen, ich warte schon auf das nächste!

09.11.2010 14:49:00
Robert

Dieser Kriminalroman hat es in sich. Wer hier zartbeseitet ist sollte lieber die Finger von lassen. Der Hauptprotagonist "Art Keller" ein US-Drogenfahnder arbeitet in Mexiko gegen die Drogenmafia. Es ist ein unmögliches Unterfangen da nicht nur die Drogenkartelle sondern auch die "legale" Seite d.h. die Regierung mit involviert ist.
Ich habe aufgehört die Toten zu zählen, die gibt es genug. Es ist ein Krimi der weder schwarz noch weiß ist, sondern sich in der Grauzone befindet. Wer ist hier der Gute und wer der Böse? Die Geschichte ist sehr gut recherchiert und man bekommt eine vage Ahnung von dem was eigentlich Politik sein kann!! Art Keller ist ein Agent der gegen Windmühlen kämpft und denoch immer wieder seine Zweifel hat und das macht ihn so Menschlich!!
Ein toller und kurzweiliger Kriminalroman den man erst und leider nach 689 Seiten aus den Händen läßt!
Viel Spaß beim lesen!

09.11.2010 14:43:02
Thomas

... kann mich meinem Vorschreiber nur anschliessen:

Absolut grosses Kino..!

Sehr gut beschriebene Charaktere und ich komme nicht darüber hinweg, dass mir auch Adan Barrera - der Böse - sehr sympathisch war.

Spannend und informativ von der ersten bis zur letzten Seite, eines der besten Bücher, welches ich seit langem in die Hände bekommen habe... Und ich lese sehr viel. (-;

Gruss aus der Schweiz
Thomas

05.11.2010 13:41:10
rs

Don Winslow hat mit "Tage der Toten" das mit Abstand beste Buch, das ich in diesem Genre seit langem gelesen habe.
Seine Lakonik, seine Unausweichlichkeit der Geschehnisse und seine Detailkenntnis und -treue sind teilweise brillant, über Schwächen in der psychologischen Beschreibung und Zeichnung von Persönlichkten kann man dadurch hinwegsehen.
Großes Kino...

10.08.2010 18:14:29
Markus Albrecht

Für alle Fans von verschachtelten, komplexen und intelligenten Thrillern führt zur Zeit kein Weg vorbei an dem neuen Großmeister auf diesem Gebiet, an Don Winslow.
Von anderen renommierten Autorenkollegen als "Buch des Jahrzehnts" (Lee Child) und als "Epos wie der Pate" (Andrew Vachss) hochgelobt besticht das neuste Werk Winslows durch eine fast unglaubliche, erschreckend aktuelle und atemberaubend spannende Story um den Bandenkrieg der Narcotraficantes an der Grenze zwischen den USA und Mexiko.
Art Keller agiert als cooler und mit seiner Art erfolgreicher US-Drogenfahnder zwischen den Drogenbaronen und Banden und scheut sich nicht, sich noch mit seiner eigenen Regierung anzulegen und auf eigene Faust für Gerechtigkeit einzutreten.
Dabei reiht sich Keller neben seine erfahreneren und bei ihrer Leserschaft überaus beliebten Kollegen Jack Recher (Lee Child) und Parker (Richard Stark) ein und setzt sich mit Ihnen an die Spitze der knallharten Haudegen, die auf eigene Faust ganze Bandenkriege auslösen und nicht selten als Gewinner vom Platz schreiten.