Der Anwalt des Königs

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • London: Pan, 2005, Titel: 'Sovereign', Seiten: 400, Originalsprache
  • Frankfurt am Main: Fischer, 2009, Seiten: 655, Übersetzt: Irmengard Gabler

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England im Jahr 1541. Thomas Cromwell ist gestürzt und König Heinrich VIII. ist mit seinem gesamten Hofstaat in den Norden Englands unterwegs. Nach der Niederschlagung der "Pilgrimage of Grace", als sich der gesamte englische Norden gegen den König und die Reformation erhoben hat, kommt es erneut zu Revolten in Yorkshire. Mit seiner großen Reise (dem "Great Progress") im Jahr 1541 will Heinrich VIII. dem rebellischen Norden Stärke demonstrieren und sich von der dort herrschenden Klasse Treue schwören zu lassen.

Auch Anwalt Shardlake wird von Erzbischof Thomas Cranmer auf eine Mission nach York geschickt. Zum einen soll er dort die Petitionen an den König auswählen, zum anderen einen gefangenen Rebellen sicher in den Tower nach London bringen. Aber der Mord an einem Yorker Glaser verwickelt Shardlake und seinen Gehilfen Jack Barak in eine Verschwörung gegen den König und bringt ihr Leben in Gefahr.

Der Anwalt des Königs

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Letzte Kommentare:
27.04.2011 13:51:59
Maria-Luise

Auch der dritte Band überzeugt mich. Wieder webt Herr Sansom eine spannende Geschichte um den Anwalt Matthew Shardlake und seinen Gehilfen Barak. Er wird wieder gegen seinen Willen in die politischen Machtspiele der Herrschenden verwickelt. Shardlake sieht immer kritischer die Intrigen und Ränkespiele der Mächtigen.
Ich kann das Buch nur empfehlen.

31.07.2010 00:02:19
hakra

Ich muss zugeben das ich ein Faible für Krimis aus dem englischen Mittelalter habe. Glücklicherweise kommen immer mehr auf dem Markt. Allerdings ist es manchmal recht schwierig auf Neuheiten aufmerksam zu werden da die thematische Zuordnung von den Verlagen nicht immer nachzuvollziehen ist.

Ich kannte den Autor bis dato nicht und die deutschen Titel geben, wie das auch schon andere gemerkt haben, nicht so viel her. Der erste Band geht ja recht gemächlich los, gewinnt aber rasch an Fahrt und wird zunehmend fesselnder. Jedenfalls wollte ich dann wissen wie es ausgeht, glücklicherweise war Wochenende.

Ich finde Christopher Sansom schreibt sehr detailliert, dadurch entsteht, wenn man es zulässt in kurzer Zeit ein lebendiges Bild der Zeit. Auch die deutsche Übersetzung unterstützt das sehr gut. Gewisse Redewendungen und sprachliche Besonderheiten gehen nicht verloren. Mir ist besonders aufgefallen das reale Örtlichkeiten und Straßennamen verwendet werden die man sofern man sich in London ein wenig auskennt wiederfinden kann. Natürlich hat sich London verändert, wenn man aber genau hinsieht eigentlich doch nicht wirklich. So ist z.B. das Anwaltsviertel sehr gut zu identifizieren.

Mittlerweile gibt es den vierten Band. Und wieder ist ein Wochenende wie im Fluge vergangen. König Heinrich ist mittlerweile bei seiner achten Frau angekommen. Lang lebt er ja nicht mehr. Ich hoffe Christopher Sansom hat darüber hinaus noch Ideen.

09.12.2009 10:17:26
Krimi-Tina

Matthew Shardlake, der sich nach den ganzen Wirren um den Sturz von Thomas Cromwell, eigentlich auf ein ruhiges Leben gefreut hatte, wird von Erzbischof Cranmer gebeten einen Auftrag zu übernehmen. Der König hat sich entschlossen mit seinem gesamten Hofstaat den Norden Englands zu besuchen, um Petitionen entgegen zu nehmen, welche vorzubereiten sind.
Da der Auftrag lukrativ zu sein verspricht und Shardlake eine Hypothek ab zu tragen hat, nimmt er an. Und natürlich gibt es, es ist bekanntlich nie klug einem Machtträger zu vertrauen, einen Pferdefuß. Es geht nicht nur um die Petitionen sondern auch ein gefangener Aufständischer ist sicher und gesund in den Tower zu überführen, damit er dort der Folter unterzogen werden kann.
So zieht Shardlake mit seinem bewährten und raubeinigem Gehilfen Jack Barak ins trübe, kalte und feindselige Yorkshire. Dort geschehen alsbald seltsame Dinge, ein ehrenwerter Glaser wird ermordet und auf Shardlake werden wiederholt Anschläge verübt.
Der in den vorherigen Bänden schon begonnene Umdenkprozess Shardlakes setzt sich weiter fort. Anfangs ein glühender Reformator. der wegen Cromwells Methoden zu zweifeln begann, ist es nun mit seiner Königstreue endgültig vorbei. Er beginnt nicht nur die Motive und Günstlingswirtschaft der Mächtigen an zu zweifeln, sondern auch die von ihm bisher unkritisch als notwendige akzeptierte Methoden zu hinterfragen. Erst recht als ihm selbst die Folter droht.
Insgesamt trotz vorhandenem Kriminalfall weniger ein Krimi als ein, sehr guter, historischer Roman. Ein atmosphärisch dichtes, spannendes detailstarkes Buch. Das trotz seiner erheblichen Dicke kaum Längen aufweist Insbesondere die Beschreibungen des Aufwands und Trubels den ein 1000 Mann starker Tross auf seiner Reise verursacht sind besonders gelungen
Mein Wunsch: noch mehr von Master Shardlake zu lesen zu bekommen.

09.12.2009 09:26:19
Stefan83

Mit "Der Anwalt des Königs", dem dritten Band aus der Reihe um Matthew Shardlake, ist Christopher J. Sansom wieder ein authentischer Historienkrimi gelungen, der den Beweis antritt, dass genaue geschichtliche Recherchen dem Aufbau eines spannenden historischen Romans nicht im Wege stehen müssen. Im Gegenteil: Es ist gerade Sansoms Blick für das kleine Detail, welcher hier überzeugt und den Leser einmal mehr geistig in das England des 16. Jahrhunderts katapultiert. In einer Zeit in der "Wanderhuren", "Seidenweberinnen" und "Lebküchnerinnen" das Genre beherrschen, besinnt sich der Autor auf die Ursprünge dieser Literaturgattung und damit auf die Wiedererweckung einer längst vergangenen Zeit. Dafür bedarf es keiner zurechtgezimmerten Liebesgeschichten oder Actioneinlagen. Vielmehr zieht die Handlung ihre Sogkraft aus den realen Geschehnissen der Geschichte, die Sansom als Fundament nutzt, um darauf seinen Plot aufzubauen. Dieser sei hier schnell angerissen:

England im Jahres des Herrn 1541. Matthew Shardlake hat sich nach dem Sturz und der Hinrichtung seines Dienstherrn Thomas Cromwell vor einem Jahr weitestgehend aus dem politischen Geschehen zurückgezogen. Gemeinsam mit seinem neuen Gehilfen Jack Barak bearbeitet er die Fälle seiner Kanzlei, versucht er beharrlich alles dafür zu tun, dem Recht zum Sieg zu verhelfen, ohne dabei abermals ins Visier der Mächtigen zu geraten. Ein Versuch der schnell scheitert, denn als sein eigener Vater urplötzlich stirbt und zu Grabe getragen werden muss, erreicht ihn eine Nachricht von Erzbischof Cranmer. Shardlake, der sich einen weiteren Feind am Hofe nicht leisten kann und zudem dringend Geld benötigt, folgt dessen Ruf und nimmt widerwillig einen neuen Auftrag an:

Heinrich VIII., König von England, plant seit längerem eine Reise in den Norden seines Reiches, um diesen nach der Niederschlagung des "Pilgrimage of Grace" wieder für sich einzunehmen. Es will der Gerechtigkeit zum Sieg verhelfen, weshalb in jeder Stadt Klagen gegen die örtlichen Behörden vorgebracht werden dürfen. Shardlake soll nun als einer der Anwälte des Königs im Tross mitreiten und in York eine Vorauswahl der zu verhandelnden Fälle treffen. Gleichzeitig ist es seine Pflicht den Aufständischen Sir Edward Broderick von dort sicher nach London zu überführen, wo ihm unter der Folter alle Geheimnisse entlockt werden sollen. Eine auf den ersten Blick einfache Aufgabe, die sich erheblich kompliziert, als Shardlake Zeuge eines Mordes wird und sein Blick auf einen Stapel geheimnisvoller Dokumente fällt. Diese ziehen Heinrichs königliche Abstammung stark in Zweifel und scheinen der Gipfel einer Verschwörung zu sein, welche das Ziel hat, den Souverän vom Thron zu stürzen. Während die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen, gerät Shardlake aufgrund seines Wissens in höchste Lebensgefahr...

Einmal mehr dient uns der bucklige, prinzipientreue Anwalt Shardlake als Fernrohr in eine lang zurückliegende Vergangenheit, in welcher Englands Thron von allen Seiten bedroht wurde. Der Norden war immer noch alles andere als königstreu und ein erneuter Aufstand stets zu befürchten. Sansom gelingt es hervorragend diese angespannte Stimmung auf Papier zu bringen und das Leben in dem gewaltigen Tross zu schildern, der über Wochen durchs Land zog und als "Great Progress" in die Geschichte einging. Das hat natürlich auch Nachteile: Die vielen Charaktere, potenziellen Verdächtigen und Nebendarsteller machen den Handlungsaufbau sehr komplex und nicht selten droht man in diesem Gewitter von Namen und Titeln den roten Faden zu verlieren. Sansom fordert hier ein hohes Maß an Aufmerksamkeit vom Leser, braucht diese Weitschweifigkeit aber auch um die gewollte Atmosphäre herüberzubringen. Und nach Teil eins und zwei hat man sich mittlerweile nicht nur daran gewöhnt. Auch die Hauptfiguren, um die im Buch gleich an mehreren Stellen gebangt werden muss, sind nun ans Herz gewachsen. Das die als zentrales Motiv gewählte Blaybourne-Geschichte tatsächlich auf Fakten beruht, sorgt zudem für eine gewisse Faszination, kann jedoch nicht kompensieren, dass Sansom bei der Verschleierung des eigentlichen Täters diesmal kein gutes Händchen hat. Selbst Gelegenheitsleser sollten die Identität ziemlich früh entschlüsselt haben, was der einzige, aber große Kritikpunkt ist, dem Lesevergnügen aber im Ganzen keinen Abbruch tut.

Insgesamt ist "Der Anwalt der Königs" der bisher beste Band der laufenden Reihe, welche mit "Pforte der Verdammnis" begann und im Mai 2010 mit "Das Buch des Teufels" fortgesetzt wird. Eine Empfehlung für alle Geschichtsinteressierten Leseratten und ein Schmöker, den man trotz gewisser Längen nur ungern aus der Hand legt.