Tödliches Ritual

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • München: Piper, 2009, Seiten: 299, Originalsprache

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Wolfgang Weninger
Wiedererkennungswert

Buch-Rezension von Wolfgang Weninger Jun 2009

Marina Heib hat ihren dritten Kriminalroman um den Sonderermittler Christian Beyer auf exakt 300 Seiten im Piper Verlag als Tödliches Ritual veröffentlicht und sich nicht gescheut, ihre Anregungen im wohl meist zitierten Literaturwerk aller Ritualverliebten zu entnehmen, dem "Hexenhammer".

Der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) ist ein Buch, das der Dominikaner Heinrich Kramer (lat. Henricus Institoris) nach heutigem Forschungsstand im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erschien. (Quelle: de.wikipedia.org/wiki/Hexenhammer)

Um diese Tatsache zu erkennen, braucht die Psychologin Anna Maybach gut zwei Drittel des Lesestoffes und die gesamte Kriminalschwadron Göttingens glaubt ohnehin nicht an einen Ritualmörder, der im Botanischen Garten seine Leichen ablegt. Und dass die alten keltischen Feiertage als Zeitplan der Hinrichtung der neuzeitlichen Hexen gewählt sind, ist wohl auch nur reiner Zufall.

In einer Universitätsstadt, wie Göttingen, gibt es natürlich auch schlagende Burschenschafter, die sich zwar für elitär halten, aber nicht zu schade sind, ihren sexuellen Drang gewaltsam an jungen Damen im Park und anderswo auszuleben.

Findet die Soko nun eine Überschneidung beider Ansätze, so hat sie mit ziemlicher Sicherheit auch den Mörder.

Aber wie soll die Soko einen Mörder finden, wenn der Polizeichef ein stadtbekannter Alkoholiker ist, der sogar die Bürgermeisterin vor laufender Kamera ohrfeigt? Sein Team rennt in rosa Hemden herum und ist alles andere als motiviert und als der Sonderermittler Christian Beyer auftaucht, ist er ein Fremdkörper und außer peinlichen Pannen und Problemen mit seinem dauersaufenden Freund ist in dem als "Thriller" beworbenen Taschenbuch kaum viel Handlung zu finden.

Schön langsam muss es wohl jedem Leser von deutschsprachigen Krimis klar sein, dass offensichtlich alle Kriminalisten in unseren Landen ein massives Alkoholproblem haben ... wenn man den Autoren glauben darf! Der Beruf ist sicherlich nervenaufreibend und kaum familientauglich, aber muss der deutsche Autor unbedingt immer ein Privatleben im Delirium von Alkohol und Psychopharmaka vor dem Leser ausbreiten? Das wird langsam langweilig und da kann Marina Heib ihre Figuren noch so gut charakterisieren, der geübte Krimileser kennt die abgewrackten Ermittlerfiguren mit entlaufener oder ins Jenseits beförderter Frau, Freundin, Geliebter etc. bis zum Überdruss. Da kann die Wortwahl noch so geschmeidig sein, man liest darüber hinweg, weil die ewig gleichen kaputten Typen schlichtweg nerven.

Da der Markt zudem mit Serienmördergeschichten überschwemmt wird, von denen die Wenigsten sonderlich originell sind, reiht sich Tödliches Ritual ohne großes Aufsehen in das Bücherregal der Mittelmäßigkeit ein. Das Spannendste an diesem Buch ist das Titelbild, das auf Grund des Fotos und der Zeichnungen eher an einen fernöstlichen Terroristenthriller denken lässt, denn an eine Hexenexekution im Harz.

Dass die keltischen Mysterien hierzulande offenbar ein beliebtes Stilmittel im Krimi sind, ist auch nicht neu (z.B. Roman Rausch: Das Mordkreuz). Und so tappt die Autorin von einer Wiedererkennung in die nächste, was den Schluss offen lässt, dass sich Frau Heib zwar bemüht, eine eigene Geschichte zu erzählen, dabei aber bekannte Hintergedanken im Kopf nicht ausblenden kann.

Was den Rezensenten der Hamburger Morgenpost zu dem Ergebnis "Das Blut kann einem schon in den Adern gefrieren ... Für hartgesottene Krimifans." gebracht hat, zeigt wohl nur von seinen zartbesaiteten Nerven, denn der normale Krimileser wird den leicht zu lesenden Roman ohne großes Zittern bald ad acta gelegt haben.

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Letzte Kommentare:
05.01.2015 13:16:03
Scheh

Das Buch hat vielversprechend angefangen, ist dann jedoch in reichlich Kitsch und regelrechten Schwachsinn abgeflacht. Der durch den tragischen Selbstmord seiner Ehefrau zum Alkoholiker gewordene Ermittler ist in seiner, sehr einfältig, dargestellen Art sozusagen der tragikkomische Loser dieses Buches. Die Krönung an Schwachsinn dieses Buches war die Passage in der die Ermittlerin Elli als Lockvogel für den Ritulmörder patroullierte und von "ACHTUNG" ihrem eigenen Kollegen überfallen wurde, um ihr ein Gefühl des Begehrtseins zu verschaffen. Dies wurde im Buch so begründet, das Elli wohl ein eher unscheinbare Frau ist, und ihre Kollegen ihr damit einen Gefallen tun wollten. Heilige Scheisse!!! Sollten derartige Denkmuster bei unserer Polizei tatsächlich stattfinden, dann Gnade uns Gott.weia.

29.09.2011 14:22:14
Toyota

Das Buch war nicht ganz nach meinem Geschmack, im Vergleich zum ersten Buch. Leider muss ich eine Abstufung der Spannung nach jedem Buch feststellen. Hier teilweise recht zähfließend in der Spannung und diesmal zuviel privater Schnickschnack. Die Beschreibung der Tathergänge war aber wieder super geschrieben, so dass mir ab und an eine Gänsehaut über den Rücken lief. Das Ende ist leider recht traurig ausgegangen.

Bin jetzt noch auf Puppenspiele gespannt.

09.02.2010 22:56:03
Hamburgerin

Mit diesem Buch habe ich zum ersten Mal eines von Marina Heib in der Hand gehabt und es gleich verschlungen. Es ist einfach mal anders geschrieben als die üblichen Krimis. Das hat mir gefallen. Ich gebe zu, dass, hätte ich das Manuskript vorliegen gehabt, ich sicherlich ein paar Änderungen am Schreibstil vorgenommen hätte, aber alles in allem hat es mich doch animiert, auch die Vorgängerbücher zu kaufen, von denen ich ja nun auch gerade "Weißes Licht" begeistert und natürlich angesichts der Thematik einigermaßen betrübt gelesen habe. Ich kann nur sagen, dass ich mich auf neue Bücher von Marina Heib sicher freue!

28.10.2009 16:09:14
Nati

Serienmörder in Göttingen
Obwohl ich die beiden ersten Bände von Marina Heib „Weißes Licht“ und „Eisblut“ über den Sonderermittler Christian Beyer bisher noch nicht kannte, habe ich mich sehr schnell in das Buch einlesen können, da es nur wenig Hinweise auf die vorherigen Fälle gab.
Hauptkommissar Markus Lorenz, ein Mann mit einem Alkoholproblem, erfährt in seiner Stammkneipe, dass sich an einem Teich im Botanischen Garten von Göttingen, ein brutaler Mord ereignet hat. Er eilt zum Tatort, um sich die Frauenleiche anzusehen und trifft dort auf die Göttinger Oberbürgermeisterin Marlene Falck. Ein Wort gibt das andere und ohne, dass Markus Überlegungen anstellt, gibt er der Oberbürgermeisterin eine Ohrfeige. Die Presse freut sich, denn sie hat ein fantastisches Foto im Kasten.
Ein weiterer Frauenmord geschieht und bisher wurden die beiden Verbrechen noch nicht in einem Zusammenhang gesehen. Markus bittet seinen langjährigen Freund Christian Beyer, Chef eines Sonderkommandos für Serientäter aus Hamburg, um Hilfe, da er fristlos gekündigt hat. Dieses geschieht inoffiziell, da Christian keinen Auftrag hat. Doch dann wird die Tochter der Oberbürgermeisterin von Göttingen ermordet. Markus wird wieder eingestellt und Christian darf offiziell ermitteln. Zum Zeitpunkt der Morde geschehen auch mehrere Vergewaltigungen in Göttingen. Es stellt sich Fragen, ist der Mörder auch der Vergewaltiger. Welche Rolle spielt die Göttinger Burschenschaft Herculania? Die Ermittler tappen im Dunkeln, doch dann entdeckt Christians Freundin Anna, eine Psychologin, dass die Morde an keltischen Feiertagen stattfinden.
Bisher war mir Marina Heib noch nicht bekannt und ich war erstaunt, dass es so eine gute Krimiautorin in Deutschland gibt. Auch als Schauplatz Göttingen auszuwählen, hat mir gefallen, denn viele Orte waren mir vertraut.
Der Schreibstil ist flüssig und die Geschichte wird spannend erzählt. Die Charaktere der Beteiligten werden gut beschrieben. Die Ermittler sind menschlich mit ihren Stärken und Schwächen und wirken dabei sehr sympathisch. Man kann sich die Personen und Situationen bildhaft vorstellen. Interessant fand ich auch die eingefügten Tagebucheinträge des Mörders, die einem die Gründe für seine anormalen Handlungen näher brachten. Gestört hat mich zu Beginn, dass etwas rätselhafte Anfangskapitel, doch schnell war man darüber hinweg und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Für mich ein lesenswerter deutscher Krimi.

22.09.2009 20:53:14
nina2401

Nachdem der 2. Mord an einer jungen Frau in Göttingen entdeckt wird, ruft der alkoholkranke Ermittler Markus Lorenz seinen auf Serienmörder spezialisierten Freund und Sonderermittler Christian Beyer zu Hilfe. Zunächst geraten die Ermittlungen ins Stocken, doch dann erkennt Christians Freundin Anna ein System hinter den Morden.

Der Krimi ist in einer sehr gut zu lesenden und flüssigen Sprache verfasst. Direkt zu Beginn macht der Leser Bekanntschaft mit dem Mörder, seinen Träumen und abstrusen Gedanken, ohne allerdings die Person zu erkennen. Die einzelnen Kapitel tragen die Namen der keltischen Feiertage, somit weiß der Leser schon vor den Ermittlern, dass diese eine große Rolle spielen. Auch die beiden Hauptverdächtigen werden direkt am Anfang vorgestellt, allerdings gut verborgen hinter ihren Masken.
So nach und nach werden dann die Ermittler vorgestellt und man erfährt einige Einzelheiten aus ihrer Vergangenheit. Hier wird leider wieder das Klischee des alkoholkranken Ermittlers bedient und dieser macht seinen Job auch nicht besonders gut. Die Story wird immer mal wieder aus der Sicht des Mörders oder der Opfer erzählt, das Hauptaugenmerk wird allerdings auf die Ermittlungen gelegt, der Leser hat Anteil an den einzelnen Schritten und Überlegungen.
Das Buch ist überaus spannend bis zum Ende, hat keine Längen und ich bin neugierig auf die beiden Vorgänger geworden.

26.08.2009 12:56:29
anyways

Der Beginn einer Mordserie in der beschaulichen UNI- Stadt Göttingen erschüttert nicht nur die Bewohner derselbigen, sondern vor allem Oberkriminalkommissar Markus Lorenz.

Dieser , schwer alkoholkrank nach dem viel zu frühen und dramatischen Tod seiner Ehefrau, entdeckt als erster einen Zusammenhang zwischen den getöteten Studentinnen, daß ihn auf einen gemeinsamen Täter schliessen läßt. Da aber weder ein Motiv zu erkennen ist, noch sich beweiskräftige Spuren des Täters finden lassen, wendet er sich an seinen Freund Christian Bayer ( Chef eines Sonderkommandos für Serientäter) mit der Bitte um Hilfe.Dieser reist zusammen mit seiner Freundin, der Psychologin Anna Maybach an und versucht Markus und sein Team tatkräftig unter die Arme zu greifen. Leider muss Christian im Laufe dieser Ermittlungen hilflos mit ansehen, wie sich sein Freund Markus weiter selbstzerstörerisch seiner Alkoholsucht hingibt.



Es hätte ein sehr interessanter Thriller werden können, alle "Zutaten" sind vorhanden: ein taffes Ermittlerteam, bestehend aus Anna und Christian, Mystik- da alle Taten an keltischen Festtagen begangen wurden, ein geistig fehlgeleiteter Mörder und die tratitionsreichen und auch geheimnisvollen Burschenschaften.

Leider verbindet Marina Heib das nur klischeehaft miteinander, ohne Spannung oder Nervenkitzel aufkommen zu lassen. Auch die vielen Standortwechsel des Ermittlerteams sowie die plötzlich auftretenden paralell verlaufender Handlungsstränge mit verschiedenen Taten ( auf der einen Seite Vergwaltigungen auf der anderen Seite grausam Getötete) sind über lange Strecken ermüdend.

Auch die Recherche zu diesem Buch ist nur aus Sicht der Anatomie und Kriminalpathologie gut gelungen. Es gibt wohl kaum einen Tatort, wo die Oberbürgermeisterin als einer der ersten dazugerufen wird, um sich dann noch in die Arbeit der Kriminologen einzumischen.

Alles in allem ein Krimi mit deutlichen Schwächen, und daher für mich eher enttäuschend.

07.08.2009 14:30:29
clare1512

Gähn, Langeweile pur.

Schade, hatte mich auf das neue Buch von Frau Heib gefreut und wurde leider enttäuscht.

Der Kritik von Herrn Wenninger ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Dieser Privatmüll von Markuns Lorenz ist nur störend.

Das Verflechten der 2 verschiedenen Fälle, nicht gelungen.

Das Buch ist das Lesen nicht wert.

12.07.2009 18:20:13
stjerneskud

Keltische Festtage und Hexenverfolgung

Das keltische Jahr neigt sich dem Ende entgegen und das Neue steht kurz bevor, als eine Studentin vergewaltigt und eine andere junge Frau im Alten Botanischen Garten in Göttingen ermordet aufgefunden wird. Markus Lorenz ist mit den Ermittlungen betraut, aber nach einem Zwischenfall gibt er den Fall ab und wird erst wieder hinzugezogen, als eine weitere junge Frau tot aufgefunden wird. Er bittet seinen alten Freund, den Sonderermittler Christian Beyer um Hilfe. Besteht ein Zusammenhang zwischen den Fällen?

Die ersten beiden Bände um den Sonderermittler Christian Beyer kenne ich (noch) nicht, aber der dritte Band war auf jeden Fall lesenswert. Mit dem Anfang hatte ich meine Schwierigkeiten, bzw. fand ihn wenig gelungen, weil ich kein großer Fan davon bin, gleich am Anfang zu erfahren, wer der Täter ist. Es war relativ offensichtlich, wer hinter den Vergewaltigungen steckt. Die Tagebucheinträge waren an zu früher Stelle platziert und die Stelle sagte mir wenig zu, als offenbart wurde, weshalb er die jungen Frauen umbringt.

Es dauerte zwar ein bisschen länger, als in manch einem anderen Krimi, aber dann wurde ich in den Bann der Geschichte gezogen, las gefesselt Seite für Seite und ab da an, sagte sie mir zu. Nur das Ende wiederum fand nicht meine Zustimmung. So hatte ich es nicht erwartet und empfand es als zu dramatisch und ein wenig zu hoch gegriffen. Dem Krimi hätte ein Ausklang gut getan und nicht dieses abrupte Ende, dass gerade mal eine halbe Seite lang ist.

Es ist kein Krimi der ersten Klasse und der einem irgendwie groß im Gedächtnis bleiben wird, aber für Zwischendurch und wer einen Bezug zu der dortigen Gegend hat, ist es eine angenehme Unterhaltung.

04.07.2009 18:38:14
sapkowski

In Marina Heibs Kriminalroman „Tödliches Ritual“ lernt man zunächst den alkoholkranken Kommissar Markus Lorenz kennen.
Später wird dann sein Freund Christian Bayer als Unterstützung angefordert, nachdem in der Studentenstadt Göttingen zwei bestialische Morde begangen wurden. Christian ist der eigentliche Hauptprotagonist und „Tödliches Ritual“ ist bereits sein dritter Fall. Man hatte aber ohne Vorkenntnisse keinerlei Probleme sich in der Handlung zu Recht zu finden.
Die Figuren sind sehr gut dargestellt und was vor allem sehr wichtig ist, die Charaktere sind glaubhaft.
Die Autorin hat einen gut konstruierten und spannenden Krimi aus verschiedenen Perspektiven geschrieben, der aber nichts wirklich Neues darstellt. So denkt man sich öfter beim Lesen, dass man das doch alles schon irgendwo in irgendeiner Form gelesen hat.
Besonders gut gefiel mir die Erzählung aus der Sicht des Mörders, weil man einen guten Eindruck von seinem Seelenleben bekam.
Dennoch ist „Tödliches Ritual“ eher Mittelmaß.

3 von 5 Sternen!

12.06.2009 10:16:57
Kerstin Haase

Vergewaltigungen und eine Mordserie an jungen Frauen halten Göttingen in Atem. Der durch eine persönliche Tragödie dem Alkohol verfallene Polizeichef Markus Lorenz ist den Anforderungen an die Ermittlungsarbeit nicht gewachsen und bittet seinen alten Freund Christian Beyer, der mittlerweile Chef einer Sondereinheit ähnlich dem FBI ist, um Mithilfe. Erst Christians Lebenspartnerin, der Psychologin Anna Maybach, fällt auf, dass der Mörder immer an keltischen Festtagen zuschlägt ...

Mit hat dieser deutsche Krimi insgesamt sehr gut gefallen. Für einen Thriller nimmt allerdings der Spannungsbogen in der Mitte des Buches etwas ab. Die Ermittler tappen die meiste Zeit im Dunkeln und können letzten Endes auch nur durch einen Fehler des Täters erfolgreich werden. Zu lange verfolgen sie die falsche Spur.

Die persönliche Geschichte von Markus lässt den Leser seine Schwäche nachvollziehen und auch die anderen Figuren, seien es die Ermittler oder auch die verdächtigen Studenten, werden gut charakterisiert. Die persönlichen Einblicke in die Gedankenwelt des Täters sind verstörend und fügen sich dennoch passend ins Gesamtbild. Mir persönlich gefällt dieses Element bei Thrillern sehr.

Besonders interessant fand ich die Einblicke in die Welt von Burschenschaften, die man ja doch nur vom Hörensagen kennt, und auch die näheren Erläuterungen zum Inquisitionsthema. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und auch die Aufmachung des Buches gefällt.

Die immer wieder eingestreuten Hinweise auf die früheren Fälle des Sonderermittler-Teams machen unbedingt neugierig darauf und ich werde es bei Gelegenheit auf jeden Fall nachholen, die ersten beiden Bücher der Autorin zu lesen. Über die "Rabbaten" im Klappentext bin ich allerdings auch gestolpert und es gibt auch noch ein paar weitere Fehler im Buch. Das ist aber Lektoratsarbeit und sollte den Inhalt des Buches nicht schmälern.

Die finale Jagd auf den Mörder ist extrem spannend und mit dem Ende hat sich für mich irgendwie ein Kreis geschlossen. Auf jeden Fall ein Buch, was ich jederzeit weiter empfehlen würde. Deutsche Autoren müssen sich wirklich nicht vor ihren amerikanischen Kollegen verstecken.

08.06.2009 18:26:55
subechto

Serienkiller in der niedersächsischen Provinz?

Schauplatz von Tödliches Ritual ist Göttingen. Die erste Frauenleiche liegt in den Anlagen des Botanischen Gartens, hingerichtet mit diversen Messerstichen. Ein weiteres, grausam zugerichtetes Opfer wird im sogenannten Schwänchenteich gefunden.

Die beiden Freunde, Polizeichef Markus Lorenz und Sonderermittler Christian Beyer kommen nicht gerade sympathisch rüber: beide haben bzw. hatten Alkohol- und Beziehungsprobleme. Lorenz hatte einst gekündigt, Beyer war mal suspendiert...

Obwohl Tödliches Ritual nur knapp 300 Seiten hat, habe ich es nach dem 2. Ritual, also nach ca. 60 Seiten abgebrochen: bei diesem Buch ist nicht nur der Serienmörder krank, sondern auch die Protagonisten, nämlich alkoholkrank und beziehungsunfähig, was nicht neu, sondern nur nervig ist.

Die Autorin, Marina Heib, kannte ich bisher nicht, hatte keinen der beiden Vorläufer gelesen. Schreibstil und Wortwahl fand ich für eine deutsche Autorin gewöhnungsbedürftig: ziemlich deutlich und derb. Auch das Cover hat mich abgestoßen. Definitiv mein 1. und letztes Buch von ihr!

Da es mehr als genug gute - auch deutsche - Krimi/Thriller gibt, möchte ich meine Zeit nicht mit Mittelmaß verplempern.