Mrs. Wilcox und die Tote auf der Terrasse

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • New York: Berkley Prime Crime, 2005, Titel: 'Blessed is the busybody', Seiten: 262, Originalsprache
  • Hamburg: Cora, 2008, Seiten: 316, Übersetzt: Katja Henkel

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Ines Dietzsch
Ein perfektes Rezept gegen Trübsinn

Buch-Rezension von Ines Dietzsch Feb 2009

Im Hause der Pfarrersfrau Aggie Sloan-Wilcox tobt das pralle Leben. Gerade noch erklärt sie mit Engelsgeduld ihrer sechsjährigen Tochter Teddy, dass man keine lebendigen Katzen begraben darf, da steht sie schon in der Küche und bereitet kulinarische Raffinessen für die Vorsitzenden der Frauenvereinigung. Nebenbei erhält die elfjährige Deena eine kleine Ernährungsberatung und ein paar Verhaltensregeln. Ehemann Ed wird nach oben entsandt, um für den bevorstehenden hohen Besuch die Kleider zu wechseln. Gellende Schreie unterbrechen jäh die Vorbereitungen zum Kaffeekränzchen, auf der Terrasse der Wilcox liegt eine Tote. Die Blondine ist splitternackt und ihren verlebt aussehenden Körper ziert ein auffälliges Schlangentattoo. Der Leichenfund im Pfarrhaus ist ein gefundenes Fressen für Gelsey Falowell. Die Vorstandsvorsitzende der Frauenvereinigung macht kein Hehl aus ihrer Abneigung gegen den neuen Pfarrer und seine Familie und tut ihr Möglichstes, um die Wilcox' aus Emerald Springs zu vertreiben. Doch Gelsey hat die Rechnung ohne Aggie gemacht. Die fühlt sich nämlich mit ihrer Familie im Pfarrhaus der kleinen Gemeinde wohl und kämpft um das Ansehen ihres Ehemannes. Furchtlos recherchiert sie den Mordfall mit Hilfe ihrer besten Freundin Lucy, die sie so beschreibt:

 

Lucy [...] war heute ausnahmsweise zurückhaltend gekleidet. Brauner Rock, fast bis zu den Knien, kamelfarbener Pulli, weit genug, um eine Nagelfeile zwischen Bauch und Stoff zu schieben, Schuhe mit vernünftigen Acht-Zentimeter-Absätzen.

 

Mörderisches Priesteramt

Mrs. Wilcox und die Tote auf der Terrasse eröffnet eine neue Roman-Serie der amerikanischen Bestseller-Autorin Emilie Richards. Im Original umfasst die Ministry-is- Murder-Serie um die gewitzte Pfarrersgattin inzwischen vier Bücher, die als MIRA-Taschenbuch bei uns erscheinen. Emilie Richards ist selbst mit einem Pfarrer verheiratet und beschreibt überspitzt den alltäglichen Wahnsinn im kirchentreuen Familienleben. Ihre Detektivgestalt Aggie Wilcox erinnert an Charlotte MacLeods liebenswerten Professor Shandy aus der Balaclava-Reihe. Einmal unfreiwillig in einen Fall verwickelt, ruhen die Romanhelden nicht eher, bis die Wahrheit ans Licht gebracht wurde.

Was der Pfarrer nicht weiß ...

Es ist ein großer Spaß, den Erzählungen von Aggie Wilcox zu folgen. Auf amüsante Art gibt sie ihre Ansichten über Gott und die Welt preis. Und nicht alle Gedanken sind für des Pfarrers Ohren gedacht. Oder würden Sie Ihrem Mann gegenüber erwähnen, dass der Anblick des griechischstämmigen Kommissars Sie um Atem ringen lässt? Aggies launige Betrachtungen wurden von der Übersetzerin Katja Henkel wunderbar wiedergegeben und man liest das Buch mit einem schmunzelnden Gesicht.

Auf dem Buchtitel prangt ein Romantic-Crime-Etikett. Sollte darunter jemand einen mit Liebesschwüren und amourösen Abenteuern angereicherten Kriminalroman erwarten, sei er gewarnt. Aggies Erlebnisse sind zeitgemäße Mordgeschichten in bester Tradition des klassischen Detektivromans.

Mrs. Wilcox und die Tote auf der Terrasse

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Letzte Kommentare:
21.01.2010 23:47:44
tassieteufel

Agathe Sloan-Wilcox, kurz Aggie genannt ist Pfarrersfrau und lebt seit kurzem mit Mann und Kindern in der amerikanischen Kleinstadt Emerald Springs. Aggie und ihre Familie leben sich gerade in den Ort ein und müssen sich schon gegen erste Animositäten wappnen, als auf ihrer
Terrasse eine nackte Tote gefunden wird und natürlich wird der Pfarrer verdächtigt. Die in der Frauenvereinigung tonangebende Gelsey Falowell macht auch prompt Front gegen den Pfarrer und seine Frau und es sieht fast so aus, als müßten Aggie und Familie schon bald wieder umziehen und das kann Aggie nun beim besten Willen nicht auf sich sitzen lassen und beginnt zu
ermitteln.
Flüssig und unterhaltsam geschrieben, dazu mit einer ordentlichen Portion Humor versehen, hat mir der Auftakt zur Krimireihe um Aggie Wilcox viel Spaß beim Lesen gemacht. Die Figuren sind liebevoll und dabei lebensnah geschildert, ebenso wie das amerikanische Kleinstadtleben mit all seiner vordergründigen Perfektion und Sauberkeit, während natürlich gerade bei den größten Moralaposteln diverse Leichen im Keller liegen. Die Krimihandlung hat genügend Wendungen um bis zum Ende undurchschaubar zu sein und auch Motiv und Auflösung sind glaubhaft.

Fazit: unterhaltsam und mit einer ordentlichen Portion Humor versehen, bietet das Buch unterhaltsame Lesestunden und macht auf jeden Fall Lust auf mehr!

17.01.2010 19:38:42
Sonny

Das Romantic-Crime-Etikett halte ich in diesem Fall für unangebracht. Aber auch sonst hat mich das Buch positiv überrascht. Pfarrersfrau in Kleinstadt klingt für mich erst mal trocken und langweilig. Keine Spur davon. Die Charaktere sind fast durchweg treffend gezeichnet, der „Fall“ ist keineswegs durchschaubar, der Stil ist flüssig und letztlich besticht das Ganze mit einer gehörigen Portion Humor. Unterm Strich gibt’s auch von mir gut gelaunte 80 °.

10.01.2010 17:12:02
Krimi-Tina

Agata (Aggie) Wilcox ist Pfarrersfrau und lebt mit ihrem Mann und 2 anstrengenden Töchtern in einem kleinen Kaff in Ohio. Da sie und ihr Mann tendenziell eher Freigeister sind, hat Aggie ihre liebe Not mit der Frauenvereinigung der Gemeinde, insbesondere mit der tonangebenden Mrs. Falowell. Daher ist der Skandal entsprechend groß, als ausgerechnet an dem Tag an dem die Gemeindedamen zu Besuch kommen, eine nackte Tote auf ihrer Terrasse gefunden wird.
Zudem muss Aggie mit Empörung feststellen, dass sie von dem ermittelnden Polizisten zu den Verdächtigen gerechnet wird. Das bringt das Fass zum Überlaufen und Aggie fängt selbst an herumzuschnüffeln.
Die Mrs. Wilcox Reihe von Emilie Richards ist für mich eine Zufallsentdeckung. Und zwar eine ganz wunderbare. Wer Cozys mit einer ordentlichen Portion Humor liebt, kommt kaum an unserer Pfarrersfrau vorbei. Ein bisschen erinnert mich Aggie Wilcox an Goldie Bear aus der Reihe von Diana Mott Davidson. Allerdings ist sie weit weniger weinerlich als diese und zum Glück spielt, trotz ihrer Position als Pfarrersgattin, Religion eine weit geringere Rolle.
Einziger Wermutstropfen: Die Bücher sind nur noch antiquarisch und nicht leicht erhältlich.

10.01.2010 16:34:06
annun_

Ich gestehe - dieses Buch habe ich nach dem Cover ausgesucht.
Nur um dann im nächsten Augenblick zu denken. Oh je! Was im Cora Verlag erscheint, kann wohl nichts für mich sein.
Denn mit Romantik kann ich irgendwie so garnichts anfangen.
Aber ich habe mich ehrlich getäuscht und bin froh, dass ich mir das Buch ausleihen konnte.

Kurz zur Geschichte:
An einem Sonntag morgen liegt die nackte Leiche einer Unbekannten in Emerald Springs auf der Veranda des Pfarrers. Da dieser schon genug Ärger mit so einigen älteren Damen hat, macht das die Sache nur noch schlimmer. Kurzzeitig wird er sogar des Mordes verdächtigt.
Und aus diesem einzigen Grund, das muss mit einem Augenzwinkern gesagt werden, nimmt sich die Pfarrersfrau Aggie Wilcox diesen Falles an. Sehr zum Ärger des ermittelnden Beamten, das ist klar.
Doch scheint Mrs. Wilcox dem Täter näher zu kommen als Beiden lieb ist und schnell bringt sich die gute Frau natürlich selber in Gefahr.

Ja, wenn man die Zusammenfassung so liest, scheint das nicht unbedingt etwas Neues zu sein. Und trotzdem birgt dieser Roman einen gewissen Charme. Man fängt an zu lesen - und zu schmunzeln. Das bleibt hier einfach nicht aus. Man fühlt sich fast wie beim Kaffeekränzchen, wenn eine der Damen plötzlich anfängt, eine gute Geschichte zu erzählen und man gespannt zuhören muss. Wobei dieser Roman nicht mit einer Fahrt auf der Achterbahn verglichen werden darf, denn richtige Spannung kommt natürlich nicht auf. Aber man hört gerne zu, man ist gefesselt, die Stimmung passt, der Humor passt. Leicht und flüssig plätschert die Handlung dahin und viel zu schnell ist man schon am Ende angelangt.
Und genau deshalb ist dieses Buch ideal für zwischendurch. Eine leichte Kost, die man mit Sicherheit gerne liest, die aber ganz bestimmt nicht die Herren der Gattung groß ansprechen wird.
Ich jedenfalls freue mich schon auf den zweiten Teil und vergebe hier 82°

03.03.2009 21:18:55
sue82

Ein wirklich kurzweiliges, vergnügliches Buch. Allein die Beschreibungen der Pfaffersfrau über die alltäglichen Dinge des Lebens sind überdreht und witzig beschrieben. Natürlich nimmt auch ein Mord ihre wertvolle Freizeit in Anspruch, sie schnüffelt herum und "begafft" den Kommissar.
Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen. Es ist amüsant aber Spannung kommt so gar nicht auf. Von mir gibt es 80°.