Kolyma

Erschienen: Januar 2009

Bibliographische Angaben

  • Bergisch Gladbach: Lübbe Audio, 2009, Seiten: 6, Übersetzt: Bernd Michael Lade
  • München: Goldmann, 2010, Seiten: 472

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Moskau 1956. Leo Demidow ist nicht zu beneiden. Die Existenz seines Morddezernats wird von offizieller Stelle geleugnet; er darf bestenfalls verdeckt ermitteln. Für seine alten Kollegen vom KGB ist er ein Verräter. Und seine Adoptivtochter Zoya hasst ihn so sehr, dass sie ihn am liebsten töten würde. Vergeblich kämpft Leo um ihre Zuneigung. Für sie bleibt er der Mann, der ihre Eltern auf dem Gewissen hat ... Doch es kommt noch schlimmer. Zoya wird gekidnappt. Wieder ist es Leos Vergangenheit, die sich bitter rächt. Will er das Mädchen wiedersehen, muss er einen Gefangenen aus dem schlimmsten aller Lager in Sibirien befreien: Kolyma. Leben gegen Leben das ist die simple Logik der Entführer. Leo hat den Mann vor sieben Jahren dort hingebracht, Leo soll ihn auch wieder herausholen. In seiner Verzweiflung lässt Demidow sich als Gefangener nach Kolyma einschleusen. Doch schon am ersten Abend wird er erkannt, und die Häftlinge beschließen, sich grausam zu rächen...

Kolyma

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Letzte Kommentare:
20.07.2016 15:30:32
Janko

Auch der zweite Leo Stepanowitsch Demidov Fall hat es wieder gewaltig in sich. Nach dem überragenden Debüt "Kind 44" aus dem Jahre 2008, legt Tom Rob Smith mit "Kolyma" seinen zweiten Politthriller nach. Wie bereits das Erstlingswerk, spielt auch der Nachfolger in der Anfangszeit des kalten Krieges in Russland, in der das Gefühlsleben der einzelnen Protagonisten immer wieder auf eine arge Probe gestellt wird. Das Storyboard ist zwischen der Regentschaft Stalins und seines Nachfolgers Chruschtschow angelegt. Eine Art Unsicherheit, mit einhergehender Erleichterung machte sich nach dem Tode des tyrannischen Diktators Stalin breit. Reformen waren an der Tagesordnung und niemand beim Staat wusste mehr wie er sich zu verhalten hatte, welche Befehle noch galten und welche längst überholt waren. Zu Stalins Lebzeiten spielte man oft mit der Angst der Bevölkerung vor Denunziation. Leo, ehemaliger Agent des damaligen, russischen Geheimdienstes MGB, indes zum Leiter des inoffiziellen Morddezernats ernannt, macht sich in einem Rückblick durch seine brutale Art gleich zu Anfang unsympathisch. Er hat sich im Laufe der Zeit allerdings zum Positiven geändert, zumindest soweit es sein todesmutiges und sehnsüchtig nach Gefahr lechzendes Leben überhaupt zulässt. Seltsame Verhaltensweisen und merkwürdige Taten treten in dieser verunsicherten, russischen Gesellschaft zu Tage, in der es diverse Dinge einfach nicht geben durfte, diese totgeschwiegen oder gar vertuscht wurden. In einem Staat wie Russland, in dem Verbrechen oder gar Mord als nicht existent angesehen und ein Selbstmord als schwere Verunglimpfung gegenüber dem Staat gewertet wurde, war es sicherlich nicht allzu leicht entsprechende Ermittlungen anzustellen. Selbstmord wurde daher investigativ genauso behandelt wie Mord. Offizielle Ermittlungen gab es nicht. Als Leo sodann mit der Aufklärung des Selbstmordes eines ehemaligen MGB Agenten beauftragt wird, was seiner Frau Raisa aufgrund Leos bewegter Vergangenheit beim MGB überhaupt nicht schmeckt, holt ihn prompt seine, wie eine Schlangenhaut abgestreifte Vergangenheit wieder ein und bringt nicht zuletzt ihn und vor allem seine Familie in Gefahr. Ehemalige, wie momentane Mitarbeiter des MGB werden mit Fotos von Verhaftungen derjenigen Personen konfrontiert, die sie denunziert oder eben verhaftet haben; ob nun schuldig oder unschuldig. Die Gefühlswelt derer, die sich Schuld aufluden, gerät mächtig durcheinander und die über die Jahre aufgebaute Fassade mächtig ins Wanken. Angst macht sich unter ihresgleichen breit, denn eine Bande ehemalig Denunzierter, Verhafteter und Ausgestoßener macht regelrecht Jagd auf eben solche Staatsbedienstete. Diejenigen, die Geständnisse erpressten, folterten, mordeten, richteten, werden plötzlich zu Taten animiert, die sie sich selbst niemals zugetraut hätten. Tom Rob Smith erzählt seine fiktive Geschichte in rasendem Galopp und schon ist sein Protagonist auch mittendrin in den Ermittlungen. Dazwischen funkt eine, vom damaligen MGB Beamten Leo Demidov höchst persönlich denunzierte Frau, die ihm und seiner Familie das Leben schwer macht, denn sie ist zerfressen von Wut und sinnt auf Rache. Es gibt viele verschiedene Handlungsorte, so wird Leo von Moskau aus inoffiziell als Häftling auf einem Gefangenenschiff eingeschleust, um von dort aus unauffällig ins Gefangenenlager Kolyma zu gelangen. Dort soll er einem Gefangenen zur Flucht verhelfen. Der Stoff, der sich auf 472 Seiten verteilt, liest sich größtenteils flüssig. Zum Schluss des ersten Drittels hin, überspannt der Autor den Bogen allerdings ein wenig und die Geschichte flacht allmählich etwas ab, was den Anfangs guten Lesefluss teilweise ins Stocken geraten lässt. Bei „Kolyma“ handelt es sich zwar um ein Standalone, aber die Vorkenntnisse aus "Kind 44" sind durchaus hilfreich, um sich in Leo, seine Frau Raisa und die beiden, adoptieren Kinder besser hineinversetzen zu können. Nach Stalins Tod und der alles verändernden Geheimrede Chruschtschows gerät der Aufstand der ehemals Denunzierten so richtig ins Rollen. In James Bond Manier kämpft sich der russische Milizbeamte Leo von einer totbringenden Gefahr zur nächsten. Wenn man bedenkt, was Demidov im Laufe der Story alles durchmacht, über sich ergehen lassen muss und letzten Endes überlebt, lässt dies eigentlich nur einen einzigen Schluss zu: Leo muss ein X-Men sein! Die Verhaltensweise und was Frajera (Leo's Gegenspielerin) und ihre "wory" Bande an sich bezwecken will, ist nicht immer einleuchtend dargestellt, zum Teil gar widersprüchlich und kontraproduktiv. Zum Schluss hin wird die Story leider reichlich wirr, wirkt mehr und mehr unglaubwürdig, zunehmend konfus und überladen bis konstruiert. Schade eigentlich, denn die Ansätze und der Erzählstil sind eigentlich allererste Sahne.
Meine Wertung: 75/100

10.03.2016 22:07:28
uknig

Tom Rob Smith erzählt auch in Kolyma eine spannende Geschichte aus der damaligen Sowjetunion, die zwischen der Ära Stalin und der seines Nachfolgers Chruschtschow spielt. Aus einmal wird aus Gut Böse, werden Verbrechen wirklich zu Verbrechen. Natürlich habe ich keine Ahnung, ob es früher so war, aber der Autor schafft es tatsächlich an manchen Stellen, dieses Klima der Angst zu reproduzieren.
Es ist eine rasante Geschichte, in der sich der Agent Leo Demidow bis in den Gulag nach Kolyma begibt. Der Plot ist auch hier ein wenig abenteuerlich, alte Rechnungen werden beglichen, doch besonders Leos Aufenthalt in Kolyma ist reichlich spannend und ziemlich packend geschrieben.
Manche Szene ist ziemlich hart und nichts für Zartbesaitete. Später hängt sich Autor Smith dann wieder an einen historischen Teil – den Volksaufstand in Ungarn – und da wird es dann eine Spur zu konstruiert.

30.12.2015 17:20:15
tassieteufel

Der ehemalige KGB Agent Leo Demidow ist inzwischen Leiter des Morddezernats in Moskau, allerdinge muß er seine Arbeit im geheimen verrichten, da laut der Staatsdoktrin weder Morde noch Selbstmorde passieren. Zusammen mit seiner Frau Raisa hat er die beiden Waisen Soja und Elena adoptiert. Doch die vermeintliche Familienidylle trügt, Soja gibt Leo die Schuld am Tod ihrer Eltern und steht nachts öfter mit einem erhobenen Messer vor Leos Bett. Und auch in seinem Beruf wird Leo von der Vergangenheit eingeholt. Als junger Agent hatte er den Priester Lazar und dessen Frau verhaften lassen. Nun ist Frajera frei und will sich an allen rächen, die für ihre Zeit im Gulag verantwortlich waren und gerade für Leo hat sie eine besonders perfide Rache ersonnen. Sie entführt Soja und verlangt von Leo, dass er Lazar aus dem Gulag Kolyma befreit. Doch das ist nur möglich, wenn Leo selbst als Gefangener getarnt dort eingeschleust wird. Doch Kolyma ist eine Hölle aus Eis und Stein und sollte Leo enttarnt werden, droht ihm ein brutales Schicksal.

In seinem zweiten Band um den EX KGB Agenten Leo Demidow verwebt der Autor erneut historische Gegebenheiten mit einer fiktiven Geschichte und läßt seine Hauptfigur durch ein spannendes Kapitel in der russischen Geschichte stolpern.
Über die Zeit nach der Machtübernahme durch Chruschtschow wußte ich eigentlich gar nicht viel und so hätte ich mir hier auch manchmal noch ein paar mehr Fakten gewünscht. Chruschtschows Rede und ihre Auswirkungen auf den Staat und seine Menschen Trotzdem ist es dem Autor wieder gelungen, atmosphärisch dicht die Stimmung in Russland in den 50ger Jahren einzufangen. Seine Hauptfigur hat bisher schon eine ziemliche Entwicklung durchgemacht, die sich nun noch weiter fortsetzt. Das hat mir sehr gut gefallen und es war nachvollziehbar, wie Leo von einem staatskonformen Jasager sich zu einem Mann mit eigener Meinung entwickelt hat, auch wenn er die nicht öffentlich vertreten kann. Sein Privatleben ist durch die Adoption nicht leichter geworden und vor allem Soja macht es ihm schwer, seine sehnlichst gewünschte Familienidylle zu verwirklichen. Und dann wird Leo von seiner Vergangenheit eingeholt. Als KGB Mann hat er viele Menschen unschuldig in Gulags geschickt, das Schicksal dieser Menschen war wirklich haarsträubend und das Leo, um seine Tochter zu befreien, sich freiwillig in einen Gulag schleusen läßt erscheint irgendwie ein wenig wie ausgleichende Gerechtigkeit, somit erlebt er selbst für kurze Zeit, welches Grauen andere durch ihn Jahrelang ertragen mußten.
Der Krimifall, wenn man ihn denn so nennen will, ist durchaus logisch aufgebaut und auch spannend, allerdings gibt es nach 300 Seiten einen abrupten Szenenwechsel, die ganze Story nimmt einen komplett anderen Verlauf und das geht doch etwas zu Lasten der Spannung, da man sich nun erst einmal völlig neu orientieren muß. Ich hatte auch etwas das Gefühl, dass der Autor hier einfach zu viel e geschichtliche Begebenheiten mit reinpacken wollte, anstatt sich auf eine Sache zu konzentrieren. Nichts desto trotz läßt sich das Buch flüssig lesen und vermittelt einen kleinen Einblick in eine bedrückende und ziemlich grauenvolle Zeit.

FaziT: die Story schließt inhaltlich an den Vorgänger an und ist auch durchaus spannend, trotzdem kommt das Buch nicht ganz an den ersten Teil heran. Dem Autor ist es aber gut gelungen, seine Charaktere weiter zu entwickeln und ihre inneren Konflikte zwischen Staatsdoktrin und der eigenen Persönlichkeit zu schildern und einen Einblick in die Lebensumstände der Menschen in der Udssr glaubwürdig zu beschreiben. Wem Kind 44 gefallen hat, der kommt auch hier auf seine Kosten!

04.08.2015 20:45:15
joachim

finde ich überhaupt nicht. habe mich verkauft. auch Kind 44 total verwirrend und man wartet (liest und liest) und wartet, dann endlich mal wieder eine Reaktion, eine "Bewegung" und wieder Erklärungen lesen, was mich/ uns auch genervt hat, die Beschreibung der damaligen Sowjetunion, absolut fehl am platz. die russen hatten im 2.wk über 20millionen tote.
bin mit den büchern überhaupt nicht einverstanden bzw. zu frieden.

31.03.2015 11:52:32
Schuberth

Welch ein klasse Buch. Ich bin begeistert. Ein sensationeller Roman. Spannend von der ersten bis zur letzten Zeile. Die Charaktere werden perfekt aufgebaut und man lebt bei jedem Einzelnen mit. Alles wirkt glaubhaft, so wie es wirklich gewesen sein kann. Die ganze Handlung erscheint realistisch. Gut, zugegeben, ein bischen zuviel Glück hat der Hauptakteur zeitweise schon … ! Ich hatte aber trotzdem beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl mittendrin dabei zu sein. Bei über 400 Seiten taucht eigentlich immer mittig ein Durchhänger auf. Bei diesem Roman aber nicht.

Daher kann ich jedem geneigten Leser dieses Buch nur empfehlen.

09.09.2013 14:47:51
Darix

Eine düstere Atmosphäre geht von Kolyma aus. Die UDSSR ist im Auf/Umbruch, ebenso wie das familiäre Umfeld und der Freundeskreis von Leo Demidow. Keiner traut dem anderen, erste politische Veränderungen kommen in der stalinistischen Nachzeit zum Vorschein. Flucht, Aufenthalt im Gulag, der Aufstand in Ungarn, die stalinistische Nachzeit, Tom Rob Smith dreht erheblich am Geschichtsrad und verbindet das Leben des ehemaligen KGB Agenten Leo Demikov und den Geschenissen in der damaligen UDSSR, mit Dramaturgie und großem handwerklichen Geschick. Er stellt die Frage nach Schuld und Sühne. Es ist kein Geschichtsbuch sondern ein packender Thriller auf gleicher Höhe wie sein Vorgänger Roman Kind 44, uneingeschränkt lesenswert.

23.08.2013 22:33:03
benfi

Da mir der erste Roman des Autors Tom Rob Smith und seinem 'Anti-Helden' Leo Demidow ganz gut gefallen hatte (siehe HIER), wollte ich schon wissen, wie dessen Leben weiter geht. In diesem Thriller geht es weniger um Mordfälle, sondern eher um den Wandel in der Geschichte der Sowjetunion. Smith hat die Geschehnisse um Leo und seine Familie wunderbar und einleuchtend in das Russland der Fünfziger Jahre eingebettet, jedoch nichts an der Härte und Kälte des Vorgängerbandes weggenommen. Das Buch besitzt eigentlich drei Abschnitte, welche die Handlung erst in Moskau, dann in Kolyma und schließlich in Budapest während dem ungarischen Volksaufstand spielen lässt. So können sich wirklich begeisterte Thriller- und Geschichtsleser an dem Buch erfreuen. Der 'Anti-Held' Leo gerät so nicht nur in Mordfälle, sondern auch in regelrechte Kriegsschauplätze und zeigt dem Leser auf gnadenlose Weise, wie in dieser Zeit die Menschen von der damaligen Regierung und allen Mächtigen als Spielball benutzt wurden. Das Finale des wirklich gut und flüssig zu lesenden Buches hat alleine durch die Geschichtsgeschehnisse seinen besonderen Reiz und lässt mich zu zweierlei Ergebnissen kommen: das Buch ist eine Steigerung zum Erstling ... und ich bin schon gespannt auf den dritten Band um Leo Demidow!
83°

09.12.2012 11:54:50
Raskolnikow

Der Roman ist nur gut in der Schilderung der Zustände in einem sowjetischen GULAG im fernen Sibirien (man denkt auch an die deutschen Kriegsgefangenen, die dort waren) und - als neue Handlung - die offensichtlich gut recherchierten Kämpfe in Budapest während des ungarischen Aufstands 1956. Zwischen diesen beiden separaten Handlungssträngen passieren allerlei Unwahrscheinlichkeiten, einschließlich der seltsamen These, dass der Ungarnaufstand vom KGB provoziert worden sei...

15.09.2012 00:09:26
el-ka

Nach Kind 44 hatte ich sehr hohe Erwartungen, was immer etwas gefährlich ist.

Aber sie wurden noch übertroffen. Diese Gradwanderung, die hier die Protagonisten tlw. aufgrund der geheimen Rede hinlegen... nicht wissend, ob das neue oder noch das alte gilt. Mit welchen Worten - unbedacht ausgesprochen - man doch noch hingerichtet wird.

Atemlose Spannung bis zum Schluss. Faszinierend, großartig, grandios!

06.07.2012 15:59:55
Olga

das Kind 44 fand ich noch spanend. Wobei ich an die KGB Agenten mit Gewisen nicht glaube. Kolyma fand ich teilweise närvig, schlecht regechiert und zu viel dem Agent 007 änlich. Dese Freiera ist einfach närvig. Warum der Name überhaupt? Das ist im Jargon ein Schimpfwort. Und warum wory?? Wor bedeutet nicht anderes als Dieb (bin Russin, komme aus Moskau und kann es beurteilen). Den Tunnel zu Ramenskoje gab es auch nie (da wohnt meine Tante). Und auf der Station Awtosawodskaja gibt nicht einen Denkmal für Soldaten...Die Beschreibung vom Widerstand in Ungarn ist auch peinlich. Zu viel Fantasie finde ich grundsätzlich nicht schlimm, aber nicht wenn um die Geschichte geht.

27.05.2012 12:05:57
maritha

Kind 44 und Kolyma sind für mich in erster Linie Romane, die gesellschaftliche und individuelle Deformationen als Folgen einer lang währenden Diktatur schildern.
Ich frage mich, wie ein so junger Autor zu solchen Erkenntnissen kommt und wie und wo er rescherschiert hat. Wie müssten dann Geschichten aus Nordkorea und China aussehen? Ich brauchte immer lange, um mich in die Geschichten hineinzufinden, dann ließen sie mich nicht mehr los. Die geschilderten seelischen Grausamkeiten übertreffen meiner Meinung nach die der Verbrechen, aber alles hängt ja zusammen.

03.03.2012 12:08:31
nairobi

Grandios - fulminant!!

Eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe! Wenn ich 110° vergeben könnte, würde ich es tun!

In gewisser Hinsicht schießt er etwas überdramatisch zum Schluß über das Ziel hinaus - (dies hätte gereicht für den Ansatz eines weiteren Bandes) - ist aber nichtsdestrotrotz grandios und fulminant, mir ging's atemlos bilhaft gespannt wie im Kino.

"Kind 44" habe ich erst danach gelesen. Es ist nicht ganz so dramatisch, aber genial faszinierend, dafür gebe ich dann im rückwirkend 105° - also auch besser als perfekt ;-)

30.06.2011 23:20:58
diegeburtstagsfee

Da ich von Kind 44 total begeistert war, hatte ich Angst, vom 2. Band um Leo Demidov enttäuscht zu werden. Auch wenn es nicht zu 100% an den Vorgänger heranreicht, es ist absolut lesenswert! Auch hier tritt die eigentliche Kriminalgeschichte wieder in den Hintergrund, aber was man dafür geliefert bekommt, ist wieder eine absolut aufgeladene Atmosphäre - authentische Handlungen und Dialoge der Hauptcharaktere und mitreissende Spannung. Die Sprache ist mal wieder grandios - obwohl mich auch hier wieder die Originalversion noch mehr bezaubert hat als die deutsche Übersetzung. Ich hatte ein wenig Angst vor Friede, Freude, Eierkuchen mit den beiden Adoptivtöchtern, die ja unter so widrigen Umständen zur Familie gekommen sind - zum Glück ist ja genau das nicht der Fall! Ein gelungener Übergang zum dritten (und letzten) Teil der Reihe.

06.04.2011 17:06:45
Manfred Meyers

mich hat das buch nicht überzeugt. ich fand doch einiges an den haaren herbeigezogen und überdies zu dick aufgetragen. politisch-historisch korrekt ist es auch nicht. und darüberhinaus ist dann einfach zu viel in den krimi gestopft worden, sodass man irgendwann anfängt, das ende herbei zu sehnen. "kind 44" war deutlich besser.

11.12.2010 13:06:16
Kom_Ombo

Mich hat \'Kolyma\' nicht 100%ig überzeugt. Viele Geschehnisse in diesem Buch wurden nicht ganzheitlich aufgeklärt, so dass man mit gerunzelter Stirn zurückbleibt.

Das Ende verlief sehr rasant und einige Wandlungen der Hauptprotagonisten waren für mich sehr an den Haaren herbeigezogen und nicht nachvollziehbar.

Das Buch ist nicht Übel, aber an der Aufklärung verschiedener Passagen hat es einfach gehapert, was ich sehr schade finde.

19.10.2010 08:02:42
Pestilencium

Das Buch hat mir eigentlich gut gefallen, auch wenn es für mich nicht an \'Kind 44\' heranreicht. Für mich und meinem Geschmack hatte es einfach zuviel Schwerpunkte auf \'Frajera\' und die hatte mit der Zeit nun wirklich genervt. Überhaupt ging es stellenweise nur um sie oder um \'Soja\' und der komplizierten \'Teenager-sucht-Halt\'-Beziehung. Da verlor die eigentliche Geschichte, die generell gut überlegt ist, viel an Charme. Die besten Stellen im Buch sind leider viel zu wenig durchleuchtet worden (z.B. der Gulag). Schlimm fand ich die Hinfahrt nach Kolyma - das fand ich so grauenvoll, dass es richtig Spass machte, es zu lesen (hehe). Ich denke, wenn im nächsten Buch der Schwerpunkt wieder mehr auf Leo und das politisch-vertrakte Umfeld gelegt wird und weniger auf \'Frauengeschichten\' (die mich aber einfach nur persönlich langweilen), dann wird der dritte (und letzte) Band bestimmt ein guter Abschluss - leider *sniff*

05.10.2010 18:18:12
Zorin

Die doch sehr negativen kritiken an "Kolyma" sind aus meiner sicht nicht völlig falsch, aber doch überzogen.Klar: Einige konflikte sind schlicht an den haaren herbeigezerrt. Die idee, dass ausgerechnet Demidow und seine frau die beiden töchter zweier früherer opfer des ex-geheimdienstlers adoptieren, um den beiden die angebliche hölle waisenhaus zu ersparen, erscheint absurd - eine gute pflegefamilie hätte es auch getan. In dieser weise tun sich auch an anderen stellen im buch konflikte auf, die nicht unbedingt hätten sein müssen - vor allem natürlich die unter-cover-aktion Demidows, deren tieferer sinn sich kaum erschließt - immerhin ist ein hochrangiges und also weisungsbefugtes regierungsmitglied sein verbündeter.Trotzdem sind die milieustudien Tom Rob Smiths aus der Sowjetunion der 50er Jahre einfach toll, mit ganz viel düsterer, wirklich beklemmender atmosphäre! Da macht ihm so schnell niemand was vor. Diese Bereiche machen das buch unbedingt lesenswert, auch wenn "Kind 44" gewiss noch etwas erschütternder war - aber das spielte ja auch in der noch viel mörderischeren Stalin-zeit.An beiden büchern ist allerdings zu bemängeln, dass der autor den einmal erreichten dramaturgischen höhepunkt einfach nicht mehr verlassen mag und über viele dutzend seiten ein feuerwerk an thriller-effekten abbrennt, welches dann doch allmählich etwas ermüdend wirkt. Aber Smith ist noch ziemlich jung, sicherlich ist er bereits in die welt der computerspiele hineingewachsen, wo es ja auch pausenlos kracht und vor leichen nur so wimmelt.Alles in allem aber wieder sehr lesenswert!vg
ZorinPS: Echt peinlich finde ich diese schlecht verhüllte selbstbeweihräucherung oben in der Einführung, den namen der kommissars-tochter "Zoya" zu schreiben, obwohl er doch im buch selber eindeutig "Soja" geschrieben wird. Auf solches "schaut alle her ich beherrsche die russische sprache-" Mit--dem-zaunpfahl-gewinke können sicher auch andere leser gut verzichten.

03.10.2010 11:52:05
Gutes Buch

Ich habe das Hörbuch, gelesen von Michael Lade, gehört. Es hat mir ausgesprochen gut gefallen! Ich fand weniger die Geschichte, sondern eher die Beschreibung des Lebens in einer Diktatur spannend. Die Tatsache, dass fast jedem mißtraut werden muss, und dass jeder einen verraten kann, lastet wie ein Gewicht auf den Menschen. Bündnisse können sich jederzeit als Verrat entpuppen oder als sehr haltbar, man kann es nie wissen.
Klar, die Story ist voll gepackt mit unglaubwürdigen Ereignissen. Aber ich kann ja eine Dokumentation lesen, wenn ich Geschichtsunterricht will.
Das Thema "Schuld und Rache" ist ganz gut herausgearbeitet, finde ich, und, soweit man das überhaupt kann, nachvollziehbar.
Ich kenne "Kind 44" noch nicht, werde es nun aber schleunigst lesen!

20.09.2010 16:41:13
Mo Reves

Kolyma hat den Weg in mein Bücherregal nicht gefunden.
Bereits nach 10 Seiten fühlt man sich als Versuchskaninchen eines Autors, der für den Erfolgsfall vorsorglich viele Passagen im Drehbuchstil abgeliefert hat.
Der Handlung fehlt jeglicher Bezug zur Realität. Das Kapitel, das den Aufstand von Ungarn und die Mitwirkung der Buchhelden beschreibt - einfach nur peinlich. Für das Geld sollte man besser ein anderes Buch kaufen.

30.08.2010 09:51:38
mo

Kann dieses Buch auch nicht weiterempfehlen! Wie schon gesagt ist die Handlung flach kontruiert, den Figuren fehlt die Motivation. Wieso gehört der ehehmalige KGB-Agent auf einmal zu den Guten?? Ich habe mich durch das Buch gequält, meiner Meinung nach schlecht recherchierte Details. Es ist auch nicht vorstellbar, dass \'EIN Mensch das alles aushält, was der Held hier erleidet! Allein die Beschreibung der Überstellung der GEfangenen per Schiff habe ich seitenweise übersprungen! Es kam keine Spannung auf und man wusste ohnehin, dass er überlebt.

04.04.2010 20:55:56
sapkowski

Nachdem es aufgrund von einer eigentlich geheimen Rede des aktuellen Staatsoberhaupts der Sowjetunion Chruschtschow zu Unruhen und Racheakten kommt, wird der ehemalige KGB – Agent Leo Stepanowitsch Demidow damit beauftragt den Tod von zwei Geheimdienstlern aufzuklären.
Scheint dies schon ein schwieriges Unterfangen zu sein, kommt es für Leo noch härter als seine kleine Familie in Gefahr gerät und er daraufhin merkt, dass ein Zusammenhang zu seiner Vergangenheit besteht, als er selbst noch treuer Anhänger des kommunistischen Systems war.
Leos zweites Abenteuer „Kolyma“ beginnt zunächst sehr schleppend und unspektakulär. Im Gegensatz zu Tom Rob Smiths Vorgänger „Kind44“ wurde ich überhaupt nicht von der Geschichte gefangen genommen. Es fehlt hier sowohl Nervenkitzel als auch Tiefgang.
Das Einzige, das einem beim Lesen an den Nerven zerrte war die Ungeduld über den zähen Plot und das Unverständnis über so viel Naivität der Figuren.
„Kind44“ war vom Thema her viel besser gewählt und dadurch auch viel interessanter. Die Handlung war viel realer und schockierender, um einiges intensiver und glaubwürdiger als die von „Kolyma“.
Hier sind sowohl Handlung als auch Protagonisten sehr oberflächlich gehalten. Man findet keinen richtigen Zugang zur Geschichte und das bisschen Spannung, das kurz aufflackerte und auf besseres hoffen ließ, ging auch wieder schnell verloren.
Einzig der Schluss und eben diese Hoffnung auf Besserung konnten etwas retten.
Dennoch war „Kolyma“ nach dem wirklich phänomenalen Debüt „Kind44“ die reinste Enttäuschung.
Ich hoffe, dass die weiteren Fälle von Leo Demidow wieder besser werden, wenn es denn noch welche gibt. Dass Smith es besser kann, hat er mit „Kind44“ bewiesen. Deswegen wohlwollende drei Sterne!

08.02.2010 17:53:37
somiegall

Habe ich ein anderes Buch gelesen? Wieso keine Hintergründe? Chruschtschows "Geheime Rede" und die Folgen, im Großen wie im Kleinen, waren mir bis dato kaum bewusst. Habe mich bereits während der Lektüre "schlau" gemacht. Spannend!
Ebenso die moralischen Entscheidungen und Nöte der Hauptcharaktere machen das Buch lesenswert.
Ich gehe davon aus, dass die Übersetzung wohl nicht so gelungen ist (Zeitdruck?), denn das englische Original war wie sein Vorgänger zu lesen.

21.05.2009 14:31:47
killerknobl

Nach " Kind 44 " das ich an 2 Tagen verschlungen habe war " Kolyma " vorhersehbar und bei weitem nicht so spannend wie der erste Teil. Neue Hintergründe gab es nur wenige und der geschichtliche Hintergrund war nicht so brilliant recherchiert wie im ersten Buch. Ich bleibe trotzdem Tom Rob Smith-Fan und hoffe das nächste Buch kann " Kind 44 " das Wasser reichen.

19.04.2009 16:56:09
Uwe Bäßler

Dieses, als zweiter Teil geschriebenes Buch kann man sich (leider) sparen. War "Kind 44" ein Volltreffer, mit wenigen Abstrichen, ist "Kolyma" eine Geschichte aus dem Bereich "Dutzendware".
Meine Erwartungen über weitere geschichtliche Hintergründe sind enttäuscht worden - sehr sehr schade !
Ich kann nur empfehlen sich dieses Buch zu leihen, für das Geld bekommt man bessere Lektüre !

20.02.2009 23:37:46
Fender

Ich habe "kind 44" nicht gelesen, habe also keinen Vergleich. "Kolyma" hat mich jedoch ein wenig enttäuscht: was als spannender Krimi beginnt, versinkt immer mehr in einer wirklich hanbüchenen Story (ich frage mich, ob es ein Autor wagen würde, solch, letzendlich opferverhöhnenden, Politkintop über Nazideutschland zu schreiben!). Gegen Ende wähnt man sich nur noch in einer unnötig brutalen Soapopera. Dennoch muß ich einräumen, daß ich mich wenigstens teilweise gut unterhalten fühlte. Was für Leute, die Politthriller lieben, und auf Glaubwürdigkeit keinen grossen wert legen. Der Michael Bay des Thrillers!

31.01.2009 19:56:18
Tomto

Genauso wie bei „Kind 44“ trennen sich die Meinungen zu diesen Roman. Was auch gut ist. Gleichermaßen wie sein Vorgänger hat mir „Kolyma“ sehr gut gefallen. Nicht die hollywoodreifen Flucht- und Verfolgungsszenen, auch nicht das Thema Schuld und Sühne haben mich beeindruckt. Vielmehr die Menschlichkeit, welche Smith manchen Figuren, meiner Meinung nach gelungen, einverleibt. Die Fehler die der Mensch macht und welche spätern Konsequenzen damit verbunden sind, werden in diesem Buch ebenfalls behandelt. Besonders eine Szene hat es mir schwer angetan. Auf dem Gefangenenschiff, welches Leo ins Gulag bringt, versucht ein junger Wärter Anschluss mit den anderen Wärtern zu finden. Leider wählt er dafür den falschen Weg und muss die Folgen ertragen. Dieser Gefühlskampf, wie ihn jeder Mensch täglich erlebt, haben mich an das Buch gefesselt. Natürlich empfehle ich diesen Roman zu lesen, aber die Entscheidung liegt bei euch.

29.01.2009 09:44:54
loewenhonig66

Ich habe nach der Lektüre von "Kind 44" auf den neuen Band von Tom R. Smith gewartet und hätte meine Seele verkauft, das neue Buch so früh wie möglich zu ergattern. Gut, dass ich das gelassen habe. "Kolyma" ist ein Reinfall sondergleichen. Der Plot ist - verglichen mit "Kind 44" - langweilig wie ein russischer Winter und sprachlich diletantisch. Schade, schade, schade... Offenbar ist Smith ein wirklicher Wurf nur im ersten Band gelungen - und jetzt ist "Sendeschluss". Kommt vor. Kommt vor allem vor, wenn Verlage zu sehr drängen. Während die ein Nachfolgewerk am Markt lancieren wollen, hämmert der momentan phantasielose Autor irgendwas in sein Laptop. Und beides geschieht "am gleichen Tag", wie Tom R. Smith sagen würde, denn diese blödsinnige Überschriftenformel kommt ungezählte Male vor. Nee, bloß nicht lesen! Dann lieber noch einmal "Kind 44" zur hand nehmen.

15.01.2009 11:20:10
Harriet Bergmann

Kolyma kann an Kind 44 nicht heranreichen. Die Fortsetzung
der Geschichte ist unglaubwürdig, reißerisch, ja manchmal
geradezu lächerlich. Es ist zu befürchten, daß weitere Fortsetzungen folgen. Man kann kaum glauben, daß es sich um den gleichen Autoren handelt. War Kind 44 gut recherchiert und aufgebaut, scheint Kolyma aus der Feder eines Dilettanten zu stammen. Wo war der Lektor?