Staub im Schnee

Erschienen: Januar 2008

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 2008, Seiten: 192, Originalsprache

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Thomas Kürten
Wenn es leise rieselt

Buch-Rezension von Thomas Kürten Jan 2008

Rückblende: Es ist über zwanzig Jahre her, dass ich die Fußballbilder von Panini sammelte. Immer in der Hoffnung, neue Gesichter in den Tütchen zu entdecken und das Album voll zu kriegen. Beim HSV spielte damals ein Erik Solér, der in der Bundesliga sonst nicht weiter auffiel. Keine Ahnung, wie dieser Spieler es geschafft hat, sein Bildchen damals trotzdem in jedes zweite Tütchen zu bringen. Der Name Solér war bei mir unten durch, ich hatte ihn zigfach doppelt.

Sprung zurück in die Gegenwart. Erik Solér ist längst vergessen. Inzwischen veröffentlicht sein Schweizer Namensvetter Ernst erfolgreich seine Kriminalromane um den Züricher Kommissar Fred Staub und sein Ermittlungsteam aus dem Bereich "Besondere Verfahren". Und diese Krimis wissen zu gefallen. Nachdem Staub bereits im Feuer und im Wasser war, ist er nun im dritten Band "im Schnee".

Eine Kugel für die Lottofee

Der Fernsehmoderator Yves Schneider, seines Zeichens Lottofee des Schweizer Fernsehens, wird erschossen auf einer verschneiten Waldlichtung gefunden. Rund um den Tatort sind jedoch keine Fußspuren und der Mann ist gerade eine Stunde erst tot. Ein Rätsel. Während Staub gerade erst die Ermittlungen aufnimmt, mit Schneiders Freunden und den Arbeitskollegen beim Sender erste Gespräche führt, und erste Spuren in Richtung Drogenmissbrauch, Glückspiel, Schulden und Schwulenszene deuten, brennt das Anwesen Antonio Antoluzzos. Schneider und Antoluzzo hatten denselben Liebhaber - und in Antoluzzos Hemdtasche steckt ein Foto Schneiders. Auch im Haus findet man die Tatwaffe, mit der Schneider getötet wurde. Des Rätsels Lösung: eine schnöde Eifersuchtstat?

Für die Presse schnell eine Auflösung zu präsentieren, nimmt den öffentlichen Druck aus den Ermittlungen. Doch Staub und sein Team wissen, dass noch zu viele Fragen offen sind. Die Suche geht also weiter.

Auf die Schweizer Art

Schweizer Krimis sind immer wieder ein Genuss. Wo sonst findet man noch Vokabeln wie "Natel" oder "Lavabo" (Handy bzw. Waschbecken), wo sonst werden Bratwürstchen "grilliert" und wo, wenn nicht hier, findet man noch "Rahmkrügli"? Schön, dass der deutsche Verlag des schweizerischen Autors solche Purzelbäume zulässt.

Ansonsten lassen sich Solérs Romane als unterhaltsam und unspektakulär, aber keinesfalls harmlos beschreiben. Staub menschelt sehr, wird als Kommissar mitunter gelenkt von Emotionen. Zwar hat er Job und Privatleben im Großen und Ganzen im Griff, erlebt jedoch in beiden Bereichen auch schon mal kleinere und größere Krisen. Was diese Figur so sympathisch macht, lässt sich wohl am besten mit "Bauchgefühl" beschreiben, was wohl den wesentlichen Antrieb für sein Handeln darstellt. Er fasst die Zweifel des Lesers zusammen, ohne selbst zunächst eine Antwort zu kennen. Sein dritter Fall bietet eine Reihe von Ansätzen dafür, wird ruhig und besonnen angegangen und letztendlich souverän aufgeklärt. Auf die Schweizer Art eben.

Staub im Schnee

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Letzte Kommentare:
18.07.2008 18:26:49
K.-G. Beck-Ewerhardy

Leider habe ich gerade erfahren, dass Ernst Solér verstorben ist. Im Frühjahr 2009 wird sein letzer Roman "Staub im Paradies" erscheinen. Ich bin sehr traurig. :-(

19.02.2008 19:25:57
K.-G.Beck-Ewe

Es ist einer der schneereichen Januartage in Zürich und Umgebung, als Staub und sein Freund und Kollege Michael Neidhart zu einem im Wald gelegenen Vitapfad gerufen werden, wo die durchlöcherte Leiche einer bekannten Fernsehpersönlichkeit gefunden wurde.
Wieso diese Person in Joggingkleidung im Schneesturm unterwegs gewesen ist, wie sie an diesen Ort gekommen ist und wer sie erschossen hat ist zunächst unklar, doch ein "klärender Selbstmord" scheint die Ermittlungen schnell zu beenden und Staub die Möglichkeit zu geben einige berufsbedingte Spannung in seinem Eheleben zu lockern. Doch bei einem partnerschaftlichen Saunaaufenthalt beginnen sich auich die geistigen Verspannungen zu lösen und es zeigen sich immer mehr Ungereimtheiten in dem zunächst so klar scheinenden Fall, den Staub und seine Kollegen dann sofort wieder aufdröseln.

Lakonisch von dem Ich-Erzähler Staub vorgetragen, der durchaus zur Selbstkritik fähig ist ohne sich ständig in Sack und Asche zu hüllen, entwickelt sich hier ein schneller und interessanter kleiner Krimi, den man problemlos in einem Zug weglesen kann. Und der sich dabei wirklich lohnt.

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