Zwischen Angst und Schatten

Erschienen: Januar 2007

Bibliographische Angaben

  • Granada: Zoela, 2003, Titel: 'Entre el miedo y las sombras', Originalsprache
  • Köln: Edition Köln, 2007, Seiten: 168, Übersetzt: Bernhard Straub

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Wolfgang Reuter
Kompromisslos und glaubwürdig

Buch-Rezension von Wolfgang Reuter Mai 2007

Spätestens seit Leonardo Padura laufen Schriftsteller aus Kuba Gefahr, zu einer Modeerscheinung zu werden. Amir Valle, zwölf Jahre jünger als Padura, hat aber ganz andere Absichten. Das liegt vor allem an seiner persönlichen Geschichte. Als kompromissloser Journalist, Literaturkritiker, Leiter einer kubanischen Literaturbildungsstätte und Schriftsteller der jüngeren kubanischen Generation mit steigender internationaler Anerkennung wurde er dem Regime Castros suspekt, die zunehmenden Repressionen zwangen ihn zur Flucht. Derzeit lebt er als Gast des PEN - Zentrums in Deutschland.

Unter anderem schreibt Valle Kriminalromane, das vorliegende Buch ist der dritte aus der Reihe mit Kommissar Alain Bec und dem Ex-Mafioso Alex Varga. In seiner aktiven Zeit als Mafia-Boss auf Kuba verwendete Alex Varga bestimmte Grabstätten, um die sterblichen Überreste von Feinden oder Konkurrenten loszuwerden. Diese Orte kennen nur wenige Personen. Doch ausgerechnet dort findet man drei verweste Leichen, und das betrachtet er als persönlichen Angriff auf seine Autorität. Er beschließt, mit allen Mitteln diesen Fall aufzuklären...

Im Vergleich zu Amir Valle wirkt Leonardo Padura wie ein harmloser, angepasster Poet. Valles Sprache ist nüchtern und doch intensiv, sie hat eine hohe Qualität und Formulierungskraft (Kompliment an den Übersetzer Bernhard Straub, der sich auch schon bei Manuel Vazquez Montalban hervorgetan hat).

Seine Kapitel sind kurz und trotzdem unglaublich dicht. Er schreibt sich seine ganze Wut von der Seele, und alles beruht auf realen Begebenheiten. In den knapp 170 Seiten schreibt er über Prostitution, Drogen, Rassismus, Mord, Bandenwesen, die allgegenwärtige Korruption von der Polizei bis in die Krankenhäuser, Gewalt an den Schulen, Schwarzhandel, Verfall der Bausubstanz Havannas, und vieles mehr. Es ist wie die Katharsis des Amir Valle.

Die Grundlage für seine Romane sind seine langjährigen Recherchen über das Phänomen der Prostitution in Kuba, es sind Reflexionen über die kubanische Realität. Er liebt seine Heimat, das klingt in seinen Texten immer wieder durch, und er möchte mit seiner Arbeit tatsächlich Veränderungen in Kuba bewirken. Das macht er kompromisslos und auch glaubwürdig. Amir Valle ist eine bedeutende und kritische Stimme der kubanischen Intellektuellen und ein eminent politischer Schriftsteller. Auf die Frage, wie er das heutige Kuba in einem einzigen Satz beschreiben würde, antwortete er in einem Interview mit den Lateinamerika-Nachrichten:

 

"Es ist gleichzeitig ein furchtbar schönes und furchtbar trauriges Kuba."

 

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