Und ewig seid ihr mein

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2006, Seiten: 320, Originalsprache

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Sylvia Rucker
Klarer und geradliniger Ausdruck, hohe Spannungskurve - grandios!

Buch-Rezension von Sylvia Rucker Nov 2006

Der Kriminalpsychologe Balthasar Levy hat bis vor zwei Jahren in der Abteilung von Sven Demandt beim BKA gearbeitet. Doch dann unterläuft ihm bei den Ermittlungen zu einem Serienkiller ein fataler Fehler, der schließlich zu seinem Ausscheiden führt.

Unter der Belastung seines persönlichen Versagens versucht Levy mit viel Alkohol sein Leben in den Griff zu bekommen und ist seitdem als freiberuflicher Fallanalytiker tätig, der nachts arbeitet und die Tage verschläft.

Bis ihn eines Tages der seinerzeit ungelöste Mordfall zu den Ermittlungen in einem neuen Fall bringt: Offensichtlich hat der Täter von damals wieder zugeschlagen, denn es wurden wiederum menschliche Innereien an einem Flussufer gefunden.

Demandt, der von der Leiterin der Ermittlungen, Kriminalhauptkommissarin Hortensia Michaelis um Amtshilfe gebeten wird, schaltet daraufhin Levy ein. Vordergründig aufgrund Personalmangels, in der Hauptsache allerdings, weil er von dessen Fähigkeiten absolut überzeugt ist. Also muss Michaelis, die Levy noch von den ersten Ermittlungen her kennt, ihn widerwillig in ihr Team aufnehmen, obwohl sie ihn für labil und für ein unkalkulierbares Risiko hält.

Eine gerichtsmedizinische Untersuchung des gefundenen Organs bringt erste Erkenntnisse über das Opfer, mit denen sich Michaelis an die Öffentlichkeit wendet, um eine Identifizierung zu ermöglichen.

Levy hingegen hat seine ganz eigene Ermittlungstechnik. Er vertraut mit einer höchst ungewöhnlichen Methode auf sein Unterbewußtsein und stößt damit vor allem bei Michaelis auf wenig Verständnis. Diese Methode führt ihn bei Recherchen im Internet zu einer Gruppe von Satanisten, die zur Durchführung ihrer Rituale menschliche Eingeweide verwenden. Mit der Hilfe seines Kollegen Alexej Naumov, einem Computer-und Internetspezialisten, entdeckt er schließlich über diese Gruppe Dirk Sauter, der in der Nähe zum Fundort der Innereien wohnt. Sauter hatte für seine eigenen Feiern zu Ehren Satans angeblich Kontakt zu einem Lieferanten im Internet namens "Meister" hergestellt, der ihn mit menschlichen Organen versorgt.

Unverzüglich macht sich Levy auf, um Sauter vor Ort zu überprüfen und gerät mitten in eine schwarze Messe, bei der es ihm im letzten Moment gelingt, ein Organ sicherzustellen. Eine anschließende DNA-Analyse belegt zweifelsfrei, dass dieses Organ und das am Ufer gefundene zu ein und derselben Person gehören, nämlich zu einem Musiker, der aufgrund des polizeilichen Öffentlichkeitsaufrufs von seiner Frau als vermisst gemeldet worden ist.

Damit ist für Michaelis der Fall so gut wie gelöst und Sauter der Täter. Doch Levy hat so seine Zweifel, gibt es da doch immer noch diesen mysteriösen Meister.

Und der meldet sich schließlich telefonisch bei Levy und gibt wertvolle Tipps.

Es ist einfach grandios, wie Roman Rausch mit einem klaren und geradlinigen Ausdruck eine hohe Spannungskurve erzeugt und diese fast konstant auch beibehält.

Ohne übermäßig ausschmückendes (und störendes) Beiwerk gelingt es ihm, einen sympathischen, fast Mitleid erregenden Balthasar Levy zu skizzieren, über dessen Kindheit und Beruf man viel erfährt und der dennoch geheimnisvoll und verschlossen bleibt. Verstärkt wird dieser Eindruck noch durch dessen außergewöhnliche Fähigkeiten, sich tief in die Gedanken und die Psyche des Täters hineinzuversetzen und praktisch durch seine Augen zu sehen. Ermittlungsarbeit also einmal ganz anders!

Viele feine Spuren werden ausgelegt, deren Bedeutung und Zusammenhang man erst langsam so richtig entdeckt und begreift. Dies wird besonders deutlich, wenn Levy und die Polizei getrennt voneinander ermitteln und teilweise unterschiedliche Wege gehen. Denn Levy wird aufgrund eines Alkoholrückfalles vorzeitig von dem Fall abgezogen, was ihn zwecks Rehabilitation jedoch motiviert, den Fall alleine und vor allem vor der Polizei aufzuklären.

Auch wenn die Lösung dann im Grunde klar ist, bleibt es spannend, denn Rausch holt zu einem großen Finale aus, bis sich auch das letzte Puzzleteil zum Gesamtbild findet und man sich nicht mehr fragen muss, wer es denn nun war!

Der Leser sollte darauf gefasst sein, dass es keine 08/15 Lösung gibt nach dem Motto, der Mörder war der Gärtner. (Aber keine Angst, es waren auch keine grünen Männchen vom Mars, die plötzlich vom Himmel fallen). Da der gesamte Thriller entsprechend schlüssig aufgebaut ist, fällt es aber nicht schwer, sich auf dieses Ergebnis auch einlassen zu können.

Einzig und allein der Umstand, des Rätsels Lösung zu "verdoppeln", ist vielleicht ein bisschen viel, aber das soll auch der einzige kleine Kritikpunkt sein. Ansonsten fesselt das Buch (auch nach dem zweiten Lesen!), überzeugt absolut und man kann auf das nächste Werk mit der Figur Levy nur sehr gespannt sein!

Und ewig seid ihr mein

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Letzte Kommentare:
08.04.2011 10:51:51
Chrisu

Dieser Thriller ist mein erster vom Autor und ich kann nur sagen, dass ich weiterhin seine Bücher verfolgen werden.
Er baut die Spannung von Anfang an auf, es gelingt ihm immer wieder, den Leser einzulullen und eine neue Fährte zu legen, einen Irrweg weiter zu verfolgen, um dann ein großes Fragezeichen zu setzen.
Und zum Schluß die große Bombe, wer ist wer und wer ist der Mörder und warum.
Einfach herrlich.

14.08.2008 01:44:50
Rolf.P

Der Autor hat einen packenden und verwinkelten Psychothriller abgeliefert, der tief in die Pathologie eines Serientäters abtaucht.
Roman Rausch fesselt den Leser mit Einblicken in die Psyche sowohl eines Serienmörders als auch in die des Psychologen und immer dann, wenn man meint, dem Täter wirklich nahe zu kommen, gibt es wieder eine Wendung, einen neuen Aspekt.
Überzeugend sind die Charaktere, besonders die des Profilers Levy, der in einen Strudel aus Selbstzweifel und Wahnsinn gerät. Die Sprache ist direkt und schnörkellos und passt zu diesem Hochgeschwindigkeitsbuch, die Hauptfiguren -gute und böse- sind überzeugend beschrieben.
Trotz einiger durchaus blutiger Szenen überschreitet der Autor meinen Meinung nach nie eine gewisse Grenze. Man hat nie den Eindruck, dass diese nur der Effekte wegen in die Geschichten gebracht wurden, sondern eher um diese zu intensivieren. In Gegensatz zu einigen anderen Romanen habe ich sie hier nie als störend oder deplatziert empfunden.

Wer Thriller um Serienkiller und Psychologie liebt, kommt hier sicherlich auf seinen Geschmack.

06.05.2008 12:08:12
eureka

Widerstrebende Meinungen haben mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht. Mein Fazit: Wer sich einer ungewöhnlichen Geschichte öffnen will, landet einen Volltreffer. Andere, die nach amerik./schwed. Einheitsmustern Ausschau halten, sind überfordert. Die Geschichte ist psychologisch genial ausgearbeitet, zum bersten spannend und "highway-to-hell" düster.
Man hat einfach das Gefühl, dass der Autor gut recherchiert hat und den geschilderten Abgründen nicht fern steht. 10 von 10 Punkten

20.01.2008 00:23:56
Heaven23

Heute erstanden und in einem Lesemarathon schon beendet Ich habe selten so ein verdammt gutes Buch gelesen. Es ist abgründig, erschreckend und unheimlich spannend. Ich bin nur froh, dass ich das Licht angelassen habe...ohne Licht hätte ich mich wohl tierisch gefürchtet

27.09.2007 17:53:10
Jana

Dieser Roman zeigt die Abgründe der menschlichen Psyche, wobei er sowohl zu tiefst grausam, als auch hochgradig genial ist. Dieses Buch gehört zu meiner absoluten Favoritenliste.

29.08.2007 13:02:54
rigo

Spannnend, hintergründig, intelligent - so mein Urteil zu diesem Buch. Ich weiß gar nicht, was meine Vorredner da von sich geben. Wer auf leicht verdauliche Ware ala Leon oder Brwon hoffen, werden sicherlich überfordert.
Für mich isr das absolut ein Klasse Buch.

10.08.2007 23:40:50
benchen02

SORRY, ABER ICH FINDE DIESES BUCH UNGLAUBLICH LANGWEILIG UND KONSTRUIERT! EINES DER WENIGEN BÜCHER, DIE ICH NICHT ZUENDE GELESEN HABE! DIE BEZEICHNUNG THRILLER IST ABSOLUT NICHT ANGEBRACHT! NUR WENN AUF MERKWÜRDIGE ART UND WEISE BLUT FLIEßT, SOLLTE DIESER BEGRIFF NICHT GLEICH VERWENDET WERDEN! SCHADE! HABE MIR WIRKLICH MEHR ERHOFFT!!!

01.07.2007 10:09:30
LuLa

Endlich wieder mal ein Buch das jeden Cent wert war. Eine hinterlistige Geschichte ist das, die an "Lost Highway" von David Lynch erinnert - dunkel und mysteriös.

26.06.2007 09:16:43
Stephan Balzer

Roman Rausch ist sicherlich sehr phantasiebegabt und deshalb kann der Schluss des Buches nicht überzeugen. Zu konstruiert und weit hergeholt, dabei aber schon viel zu lange vorhersehbar - da kommt keine wirkliche Spannung auf. Sprachlich wenig aufregend, meines Erachtens "Krimi-Dutzend-Ware".

04.06.2007 03:15:34
Connie

Ein Hammerteil. Von der ersten bis zur letzten Zeile absolut spannend und überzeugend. Wenn ein Krimi(Thriller) in den letzten Monaten/Jahren diese Bezeichnungen verdient haben, dann dieser.

07.01.2007 19:39:42
Ingrid Zierlein

Ich war ganz begeistert von dem Buch. Als weiblicher Krimifan bin ich derartig gute Romane meist nur von meinen Crime-Ladies gewohnt, wie Patricia Cornwell, Minett Walters, Elisabeth George, Charlotte Link etc. Die Geschichte ist gut recherchiert, fesselt, ist so spannend, dass man es nur ungern aus der Hand legt, weil man ja irgendwann auch mal schlafen muss. Für einen Krimifan, der gerne psychologisch angehauchte Handlungen liebt, ist es ein Muss, dieses Buich zu lesen. Weiter so Herr Rausch!

23.11.2006 12:37:37
Tristan

Das Buch ist spannend, keine Frage. Allerdings ist das Ganze schon unrealistisch geraten, denn wenn man am Ende angelangt ist und sich fragt, mit welcher Wahrscheinlichkeit solch ein Plan in die Realität umgesetzt werden kann, kommen starke Zweifel auf ... wem aber lückenlose Plausibilität egal ist, der wird gut unterhalten.

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