Die dunklen Wasser von Aberdeen

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • London: HarperCollins, 2005, Titel: 'Cold Granite', Originalsprache
  • München: Goldmann, 2006, Seiten: 544, Übersetzt: Andreas Jäger
  • München: Goldmann, 2007

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Michael Drewniok
Alles schon dagewesen - allerdings nicht so scheußlich

Buch-Rezension von Michael Drewniok Okt 2006

Nach langer, krankheitsbedingter Arbeitspause kehrt Detective Sergeant Logan McRae in den Dienst der Grampian Police im ostschottischen Aberdeen zurück. Bereits am ersten Tag muss er einen grausigen Mordfall übernehmen: In einem Graben fand man den Körper des erst dreijährigen David Reid. Seit drei Monaten wurde das Kind vermisst. Sein Mörder hat ihn erdrosselt. Schlimmer noch: Er ist offensichtlich zur Leiche zurückgekehrt und hat sich "Souvenirs" abgeschnitten.

Wie sein Chef, der aufbrausende Detective Inspector Insch, schließt McRae aus dem planvollen Vorgehen des Mörders, dass David womöglich nicht dessen erstes Opfer ist. Außerdem ist davon auszugehen, dass er seine kranke Fantasie an einem weiteren Kind ausleben wird. Und tatsächlich verschwindet kurz darauf der fünfjährige Richard Erskine. Die schlimmsten Befürchtungen scheinen sich zu bewahrheiten, als auf einer Müllhalde eine Kinderleiche gefunden wird. Allerdings handelt es sich um den Körper eines drei- oder vierjährigen Mädchens, das niemand als vermisst gemeldet hat.

Als ob dies nicht längst genug ist, verschwindet noch ein Kind. Alle Beamten der Grampian Police ermitteln intensiv in diesen Fällen von Mord und Entführung. Die Öffentlichkeit ist aufgestört, die Medien fachen den die Auflage stärkenden Volkszorn gezielt an. Auch die Politik wird aufmerksam und setzt Insch und seine Leute publicitywirksam unter Druck. McRae muss sich nicht nur um die unbekannte Kinderleiche kümmern. Man überträgt ihm auch einen Mordfall, dessen Opfer man ohne Kniescheiben aus dem Hafenbecken gezogen hat. Es handelt sich um einen engen "Mitarbeiter" des Gangsters Malcolm McLennan, genannt "Malk the Knife", der aus Edinburgh in die Unterwelt von Aberdeen drängt.

Die nächsten Tage werden hart für die Polizei. Immer neue Verdächtige tauchen auf und entpuppen sich als unschuldig - oder etwa nicht? Weiter Spuren führen nur zu neuen Fragen, menschliche Abgründe tun sich gleich in Serie auf. Nur langsam klärt sich das Durcheinander - Zeit genug für den wahren Täter, sich ein neues Kind zu schnappen...

Kopie mit hohem Unterhaltungswert

Breit ist der Schatten, den Ian Rankin als Krimiautor über Schottland wirft; seit er den unvergleichlichen Inspektor John Rebus in ebenso tragische wie-bizarre Fälle verwickelt, hat sich für diese nordenglischebritische Variante des Thrillers sogar ein eigener Genrebegriff namens "Tartan Noir" eingebürgert. Er beschreibt sehr gut ein bestimmtes literarisches Webmuster, das Rankin vorbildhaft durchexerziert: Düstere Mordfälle geschehen in einer rauen (Stadt-) Landschaft, die von ebensolchen Bewohnern bevölkert wird. Der Tonfall ist (wie das Wetter) Moll, wobei freilich die "skandinavische Tristesse", die spätestens seit den auflagenstarken Wallander-Romanen des Henning Mankell als Markenzeichen für den sozialkritischen europäischen Krimi der Gegenwart gilt, durch einen ruppigen, trockenen Humor sehr angenehm gebrochen wird: Die Welt ist schlecht, aber das muss uns nicht auch noch den Leseabend verderben!

Nun tritt Stuart MacBride in Rankins Fußstapfen - die Parallelen sind jedenfalls unübersehbar. (Sie werden vom Verfasser auch gar nicht geleugnet, sondern in einem hübschen In-Joke auf S. 421 angesprochen.) "Die dunklen Wasser von Aberdeen" liest sich wie ein Rebus-Roman, was zunächst einmal durchaus als Lob zu verstehen ist. Der Plot ist angenehm vertrackt und wird sauber entwickelt, die Ermittlungen sind spannend geschildert, die Schauplätze plastisch beschrieben, die Figuren wirken lebendig.

Und doch ist da zweierlei, das irritiert. Die Übereinstimmung zwischen Rankin und MacBride ist manchmal zu auffällig; man spricht nicht nur dieselbe Sprache, sondern auch mit derselben Zunge, wobei Rankin natürlich "unverdächtig" dasteht - John Rebus ermittelt schon seit den 1990er Jahren. (Der Goldmann Verlag unterstreicht die "Verwandtschaft" übrigens durch eine Buchgestaltung, die sich eng an die der Rankin-Bestseller anlehnt - hier sollen Leser "umgeleitet" werden.)

Zweitens missvergnügt MacBrides Versuch, sich durch noch größere Originalität in der Schilderung perverser Gewaltverbrechen zu etablieren. Der Autor setzt hier auf ein Mehr an Blut, Verwesung und Pathologengemetzel. Gleichzeitig nagt er wie ein politisch unkorrekter Biber am ohnehin morschen Stamm eines Tabus: Er lässt seinen Serienmörder auf kleine Kinder los, die er als Opfer unter getreuer Schilderung aller grässlichen Details quasi benutzt. Dies wäre nicht nötig; ein Irrer, der sich an Erwachsenen vergreift, hätte es genauso getan. MacBride setzt hier unverhohlen auf den unvergleichlichen Schrecken, den das Kapitalverbrechen am "unschuldigen" Kind auslöst; ein billiger Trick, den man ihm übel nimmt - dies nicht nur, weil einem bei der Lektüre übel wird, sondern weil es kalkuliert wirkt.

Alte Bekannte unter neuen Namen

Ist Logan McRae ein bisher unbekannt gebliebener Bruder von John Rebus? Auch hier sind die Ähnlichkeiten frappant, nur dass das Geschick dem Kollegen aus Aberdeen deutlich heftiger mitgespielt hat - ein weiteres "Mehr", aber nicht unbedingt "Besser", das MacBride seinem Helden angedeihen lässt. McRae ist - ganz genretypisch - ein guter Polizist, was von den bornierten Vorgesetzten natürlich nicht zur Kenntnis genommen wird. Er ist ein sperriger Charakter, von Natur aus sogar für einen Schotten ein wenig eigenbrötlerisch, und die Kollegen meiden ihn fast abergläubisch, seit ihn - jetzt dreht MacBride mächtig an der Schicksalsschraube - vor mehr als einem Jahr ein 15-facher Frauenmörder bei einem Kampf auf Leben & Tod mit dem Messer beinahe ausweidete. "Lazarus" nennen nennt man ihn nun im Revier, ist er doch dem Sensenmann nur knapp entronnen und muss für den Rest seines Lebens mit Narben und Schmerzen leben.

Privat sieht es auch nicht rosig aus. Natürlich - auch hier regiert das Klischee - hat ihn die Freundin verlassen, die ihm indes - Stoff für allerhand zukünftige Verwicklungen ist garantiert- als Arbeitskollegin verbunden bleibt. McRae bläst nach Feierabend ordentlich Trübsal, schaut zu tief in die Flasche, verstrickt sich ungeschickt in perspektivenlose Liebeshändel. Glücklicherweise ist Constable Watson, McRaes Partnerin, recht bodenständig. Sie erdet den manchmal allzu sehr von seiner Inspiration mitgerissenen McRae und vermittelt darüber hinaus dem Leser pflichtschuldig die übliche Palette chauvinistischer Ungerechtigkeiten, denen auch die Polizeibeamtin von Heute ausgesetzt ist.

McRaes Vorgesetzter bleibt eine prägnante Nebenrolle als großer Exzentriker. Detective Inspector Insch ist ein poltriger Dickwanst, der pausenlos Gummibärchen, Lakritz und anderen Geleekram mampft. Selbstverständlich verbirgt sich hinter dieser Fassade nicht nur ein wacher Verstand, sondern auch ein mitfühlendes Herz, so dass McRae und Insch sich in jenen Ritualen ergehen können, die in einer wahren Männerfreundschaft sentimentale Sympathiebekundungen ersetzen... - eine Spiegelung von Andy Dalziel & Peter Pascoe aus Reginald Hills wunderbarer Krimi-Serie.

MacBride besetzt viele Rollen seines Krimis geschickt mit leicht überzeichneten Figuren. Hart an der Grenze zum Klischee agieren abgebrühte Polizisten, wüste Ganoven, dreiste Reporter. In der doch sehr düsteren Geschichte sorgen trockene Wortwitze für notwendige humoristische Momente, ohne dadurch den Plot zu unterminieren. In diesem Punkt kann MacBride Ian Rankin übrigens mühelos das Wasser reichen, so dass der Kreis sich schließt: Dieser "Tartan Noir" kann empfohlen werden, auch wenn er direkt am Webstuhl neben dem Original entstanden ist...

Die dunklen Wasser von Aberdeen

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Letzte Kommentare:
07.09.2018 16:14:18
Gerlinde Leyrer

Ich war von diesem Buch leider sehr enttäuscht! Nachdem viele den Vergleich zu Rankin gezogen haben, den ich sehr gut finde, hatte ich doch einige Erwartungen. Schon nach wenigen Seiten war klar, dass dieses Buch in einer anderen Klasse spielt: weder die Story (ziemlich konstruiert und wenig realistisch), noch die Sprache (bisschen holperig, langatmig, die Beschreibungen wirken sehr bemüht) können mit den Werken von Rankin mithalten. Gefühlt auf jeder Seite wird das entweder regnerische oder stürmische oder kalte Wetter ausführlich beschrieben und als zum ungefähr 100. mal dem Inspektor der kalte Regen in den Kragen gelaufen ist und das Wasser in seine Schuhe quatscht, war ich kurz davor, das Buch wegzulegen!! Es ist ja schön, wenn der Autor versucht, durch gewisse Schilderungen eine besondere Atmosphäre zu schaffen, aber MacBride nervt ziemlich damit. Die Figuren sind teilweise völlig überzeichnet, wirken slapstickartig und lächerlich (wie ernstzunehmen ist eine leicht nymphomanisch agierende Vorgesetzte?!). Wem diese Art Thriller gefällt, der hat vermutlich gefallen an diesem Buch. Sonst ist es sinnvoller nochmals eins von Ian Rankin zu lesen!

26.08.2017 15:23:58
Eva

Spannend und hintergründig. Zeigt gekonnt die Verkettung von Gewalt auf, die in Zeitungsschlagzeilen oft zu kurz kommt. Wie aus Opfern Tätern werden - mehr möchte ich nicht verraten. Hin und wieder herrlich sarkastisch.

Habe das Buch allerdings im Original gelesen, nicht auf Deutsch. Von Fäkalsprache - wie von jemand anderem hier angemerkt - ist da nichts fest zu stellen, vermutlich ist die deutsche Übersetzung nicht so gut. Würde auch definitiv das Original empfehlen mit allen schottischen Ausdrücken und Redewendungen. Ohne die verliert das Buch viel.

80 Grad

23.03.2015 19:25:48
benfi

Der Thriller 'Die dunklen Wasser von Aberdeen' ist das Debütwerk des schottischen Autors Stuart MacBride. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Handlung im abseits liegenden Aberdeen in Schottland spielt. Dies ergibt somit schon einmal fundierte Ortskenntnisse. Und auch sonst weiß der Autor schnell den Leser an seine sehr eigenwilligen Charaktere zu fesseln, allen voran natürlich Logan McRae. Dieser ist allerdings eher in die Kategorie Anti-Held einzustufen. Oder besser wäre noch 'melancholischer Held'. MacBrides Erzählweise ist schroff, teilweise dreckig und aufgrund der Romanhandlung von Kindermorden gerade für Eltern stellenweise harter Stoff, der einem beim Lesen schon das eine oder andere Mal bedrückt schlucken lässt. Faszinierend bei dem Autor ist, dass er auch seine ganzen Bösewichte in einem solchen Licht erscheinen lässt, dass sie dem Leser manchmal gar nicht so unsympathisch erscheinen. Dazu weiß MacBride wann er mit der Handlung Fahrt aufzunehmen hat und wann er die Handlung dosiert abbremst. Dies gefällt sehr und so fliegen die Seiten nur so an des Lesers Augen vorüber. Der Autor reiht sich damit in die Riege schottischer Krimi-Autoren wie Val McDermid oder Ian Rankin, wobei er letzteren sogar in seinem Roman erwähnt, als ein Polizist bei der Wache dessen Romane liest, feine Idee! Ein guter Auftakt um den Detective Sergeant McRae - das war bestimmt nicht der letzte Roman, den ich von Stuart MacBride lesen werde...
83°

01.01.2015 10:28:44
Manno Tammena

Alter Krimifan (8o Jahre):

Im großen Ganzen gut konstruiert. Erinnert (gewollt?) an Ian Rankin. Etwas störend die durchgehend gewählte Fäkalsprache. Wenn das die übliche Polizeisprache in Schottland ist, dann "Gute Nacht". - Spannend war es bis zum Ende!
Ob ich aber den Nachfogeband lesen werde, weiß ich noch nicht. Eventuell ist es einen Versuch wert!

23.11.2014 09:54:45
lesemaus

Es war definitiv ein lesenswerter gut konstruierter Krimi. Ian Rankins Rebus mochte ich ehrlich gesagt nicht und auch hier tat ich mich anfangs mit McRaes Art zu reden schwer. Sie sind sich schon sehr ähnlich...

Das jemand sich traut so stark an das Thema Kindesmisshandlung dran zu gehen, ist schon echt mutig! Ein Tabu- und Ekelthema zugleich. Mir hat es beim Lesen immer wieder geschaudert... Weil leider ist es so weit nicht hergeholt...

09.03.2013 12:12:07
Torsten

Das Buch wird dem reisserischen Klappentext nicht gerecht - und das ist wirklich gut so!
Der Fokus liegt eben nicht auf dem angepriesenen (und auch von KC kritisierten) Gemetzel und es ist auch keineswegs ein Thriller der einen "mit angehaltenem Atem" lesen lässt.
Das ist ein wirklich guter klassischer Krimi. Es werden anfangs derart viele Fälle ausgebreitet, dass man sich schon beginnt zu fragen warum so vieles nebeneinander passieren muss - dann aber werden ganz säuberlich alle Fäden aufgewickelt und zu einem Finale zusammengeführt. Ein Whodunit bei dem man wirklich erst ganz zum Schluss den tatsächlichen Täter findet, nachdem zuvor jede Menge andere Verwicklungen entwickelt und wieder aufgelöst werden.
Das Ganze in einem flapsigen Stil, der ein Vergnügen zu lesen ist.
Wenn auch die folgenden Plots so gut und komplex entwickelt sind, ist das der Beginn einer grossartigen Serie.

14.07.2012 23:39:18
CSIler

Mein erstes Buch von Stuart MacBride u. ich fand es super. Schon lange nicht so ein tolles Buch gelesen.
Sehr schöne Story, sehr spannend/fesselnd, netter sympathischer Hauptprotagonist (mit menschlichen Schwächen u. Stärken), interessante Vorgesetzte u. Kollegen u. kurze Kapitel (wodurch man das Buch sehr schnell lesen kann).
Obwohl es eigentlich eine traurige Story ist (Mord an Kindern), beitzt es doch ein wenig (trockenen) Humor.

Ich finde, dass es kein Vergleich ist mit Ian Rankin.

27.04.2011 23:07:59
Ursula

Zufaellig ist mir dieses Buch in die Hand gefallen und eigentlich hab ich es nur aus Verzweiflung gelesen, weil gerade nichts anderes da war.
Allerdings wurde ich von der Handlung sofort gefesselt obwohl sie teilweise schon schraeg und ekelhaft war. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb sind die 550 Seiten wie im Flug vergangen und ich hab gleich den zweiten Band bestellt.
Eines der besten Buecher seit langem!!!

27.02.2011 20:51:11
Ponchman

Der beste Krimi, den ich seit langem gelesen habe, was primär an der wunderbaren Figur DS Logan McRae liegt. Einerseits rauhbeinig, andererseits mit einer wunderbaren Portion feinsten schottischen Humors gesegnet. Traumhaft. Die Story ist ebenfalls sehr gelungen und treibt den Leser gut durch die Seiten. Wer sagt, es sei nicht schrecklich genug, meint sicher die fehlenden blutrünstigen Details. Wer danach sucht, sollte bei Mo Hayder oder Tess Gerritsen bleiben. Der Thrill spielt sich bei McRae eher in der Düsternis, in der Morbidität ab- was einen viel tiefsitzenderen Schrecken verursacht als die hardboiled Literatur. Wer grandioses Kopfkino sucht, ist hier goldrichtig. 95° von mir und Daumen hoch!

26.02.2011 11:18:08
Frankie

Dies war mein erstes Buch von Stuart Mc Bride. Es hat mich von Anfang an gefesselt. Die Hauptperson ;DS Mc Rae finde ich sehr sehr gut. Endlich ein Detective der es nicht leicht hat. Als Mensch und als Ermittler bekommt er trotz hervorragender Arbeit immer eines auf die Mütze. Das macht ihn so sympatisch,ja beinahe bemittleidenswert.Doch so gehts auch im richtigen Leben zu und her.Es wird einem nichts geschenkt.Ich finde Mc Bride hat hier eine wirklich gute Mischung aus Ironie,Spannung,Härte,Erotik und Lifestyle gefunden. Auch das Szenario im verregneten Aberdeen fand ich ausgezeichnet.(War selbst schon dort und kann die Beklemmtheit nachvollziehen.)Auf jeden Fall habe ich mir alle Bücher von Mc Bride gekauft und ich freue mich wirklich riesig darauf,sie zu lesen.

11.03.2010 12:09:04
Sarah

Köstlich böse und skuril und man kann trotzdem schmunzeln. Armes Aberdeen, es ist wirklich mit bescheidenem Wetter geschlagen, aber ich liebe habe dieses Buch inhaliert!
Die Charaktere sind liebevoll beschrieben und manchmal möchte man dem einen oder anderen den Hals selbst umdrehen oder warnen.
DS Mc Rae ist ein absoluter Sympathieträger, mit all seinen Stärken und Schwächen wirkt er sehr menschlich und geerdet. Seien Vorgestzten könnten nicht unterschiedlicher sein, aber als Team überstehen sie auch die schlimmste Situationen, ich freue mich auf die folgenden Bücher!

24.12.2009 12:31:15
José

Vorweg: ich hatte sehr große Hoffnungen in "Die dunklen Wasser von Aberdeen" gesteckt. Die Meinungen der Leser schwankten zwischen hervorragend und genial und auch die Krimi-Rezension des Herrn Michael Drewniok streute dem Werk mit 85° Rosen. Vor allem sein Sätzchen: "Alles schon dagewesen-allerdings nicht so scheußlich" ließ mich doch hoffen, dass es sich bei diesem Werk von Stuart MacBride um einen unterhaltsamen und gleichzeitig spannenden Krimi handelt.

Aus diesem Grund kaufte ich auch das Buch und begann zu lesen, die Seiten wurden immer weniger und ich fragte mich dann doch nach 400 Seiten: "wo bleibt die versprochene Spannung mit schrecklichen, den Magen umdrehenden Szenen?" So dachte ich vielleicht kommt sie ja noch, aber außer noch mehr Beschreibungen von Aberdeen und einem an den Haaren herbeigezogenen Ende, kam da nichts mehr...und plötzlich war das Werk zu Ende und ich konnte die allgemeine Jubelstimmung um dieses Buch nicht ganz nachvollziehen.

Klar hat der Autor mit DS Logan McRae und Constable Jackie Watson ein sympathisches Ermittlerpaar geschaffen, das aber schon 100mal unter anderen Namen in anderen Romanen aufgetaucht ist. Die Geschichte plätschert so vor sich hin ohne auch nur einmal richtig Spannung zu erzeugen. Das Wort "scheußlich" traue ich mich gar nicht auszusprechen im Zusammenhang mit diesem Roman.

Und um ehrlich zu sein, ein Vergleich mit Ian Rankin hinkt sehr und ist in meinen Augen fast schon eine Beleidigung für den klar besseren Autor Rankin.

Also kurz: wer Lust auf eine knapp 550 Seiten umfassende Analyse des Aberdeener Polizeiapparats mit allen seinen durchaus amüsanten Protagonisten hat, der es allerdings an Spannung fehlt, dem empfehle ich das Buch gerne weiter.
Für alle anderen, die einen spannenden, mit viel Blut und Leichenteilen ausgeschmückten Roman erwartet hatten, muss ich leider enttäuschen.

Hochachtungsvoll,
Ihr Josè F.

07.12.2009 19:30:51
lesebrille

Mein erster MacBride und sicherlich nicht der Letzte. Interessante Charaktere, ein Ermittler, der von Kollegen den Spitznamen "Lazarus" erhält, ein Süssigkeiten Süchtiger Vorgesetzter und ein anhänglicher Reporter sind nur eine kleine Auswahl der Typen, die den spannenden Krimi bevölkern. Aberdeen ist die düstere und nasse Bühne für einen Serienmörder. Mein Urteil : lesenswert.

12.10.2009 20:07:20
Jenny

Ein absolutes Muss für Schottland-Fanatiker! Meiner Meinung nach ist Stuart Macbride ein Meisterwerk gelungen. Ich hatte in letzter zeit kein besseres Buch zur Hand. Seine fiktive Geschichte fesselt, spricht an und sorgt für ganz viel Freude, wenn man mit Ironie und Sarkasmus vertraut ist.

Auch wenn es Vergleiche mit dem sagenhaften Ian Rankin aufkommen, hat MacBride doch fantastische Charaktere und eine ganz eigene Story erfunden.

Wo bleibt der nächste Teil :D

01.09.2009 14:02:49
Keera

Mac Bride ist ein gut lesbarer, spannender Krimi, voll mit trockenem Humor gelungen.
Dass der ganze Aberdeener Polizeiapparat dabei bevölkert wird von echten „Typen“, tut dem Lesevergnügen natürlich keinen Abbruch.
Mit Augenzwinkern wird die so gängige düstere Stimmung in Krimis persifliert - in Edinburgh mag es ja OFT regnen, in Aberdeen regnet es jedoch IMMER! Die gebrochenen, neurotischen Ermittler, die die Welt der Krimis bevölkern, werden bei der Polizei von Aberdeen durch lauter noch viel kaputtere Typen getoppt. Da gibt es die Kette rauchende DI Steel und den stets Süßigkeiten lutschenden DI Insch, und auch die attraktive, kühle und arrogante Pathologin ist gelungen. Liebevoll gezeichnet wird die Hauptperson, DS Logan McRae, der, kämpfend mit alten physischen und psychischen Verletzungen und Unsicherheiten (daher sein Spitzname Lazarus), das wesentliche seiner Arbeit nicht aus den Augen verliert.
Der Kriminalfall, oder vielmehr die Kriminalfälle, mit denen es McRae zu tun kriegt, werden spannend und logisch aufgerollt. Dabei wird die Schmerzgrenze trotz des Themas „Kindesmord“ nicht überschritten, da Mac Bride dem Leser stets einen gewisssen inneren Abstand zum Geschehen erlaubt. Dass das viele Leser und Kritiker nicht schätzen ist klar, mir hat es ermöglicht, diesen Krimi mit Vergnügen und zur Entspannung zu lesen.
Das war nicht mein letzter MacBride

20.07.2009 20:29:19
Schrodo

Der Held des Autors, Detective Sergeant Logan McRae der nach einer Messerattacke schwer verletzt wurde, nimmt das erste Mal seit neun Monaten wieder an einer Ermittlung teil.
In einem Graben wird die erwürgte Leiche eines vierjährigen Jungen gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es die Tat eines Serienkillers war.
Die Handlung der Geschichte ist gut aufbereitet, ein etwas düsteres Szenario mit vielen Opfern und jeder Menge Täter. Der schottische Dauerregen tut sein Übriges.
Der Plott ist eher durchschnittlich und die Geschichte plätschert oft ein wenig vor sich hin, ohne aber langweilig zu werden. Die beschriebenen Charaktere dagegen kommen überaus sympathisch rüber, insbesondere der Süßigkeiten mampfende DI Insch, der penetrante Schreiberling Miller oder die hübsche DC Watson…die Zuckerpuppe, oder eiserne Jungfrau der Story.
Der Held, DS Logan McRae ist ein herrlicher Kerl, durch seine manchmal etwas unbeholfene Art, oder sein dauerndes Erröten bei DC Watson, brachte er mich öfters zum Schmunzeln.
Es werden viele unterschiedliche Personen beschrieben, so dass man leicht die Übersicht verlieren kann. Man sollte daher bei der Sache bleiben und keine längeren Lesepausen einlegen. Die Spannung ist durchschnittlich, was dem Buch aber überhaupt nicht schadet, zumal sie zum Ende hin doch stark ansteigt.
MacBride hat mehrere Handlungsstränge perfekt ineinander verwoben, um am Schluss eine Auflösung zu präsentieren die für mich nicht wirklich voraussehbar war. Das Buch ist absolut empfehlenswert und ich werde mir ganz sicher die kommenden Ergüsse des Herrn MacBride ebenfalls zu Gemüte führen…ich muss doch erfahren wie es mit McRae und Watson weitergeht.

24.01.2009 14:01:42
realsatiriker

Nun gut, DS Logan könnte in der Tat der lang verschollene Bruder der Rankin Schöpfung DI Rebus sein, aber mal ehrlich: wen stört das ?

Zu üblich ist doch inzwischen die Figur des rebellischen, dem Alkohol zugeneigten, einzelgängerischen Kommissares, als dass es sich lohnen würde sich darüber aufzuregen. Wer über intakte Familien lesen will kann ja bei Commissario Brunetti bleiben ;-)

Ich persönlich kann - wahrscheinlich in starkem Kontrast zu meinem eigenen Leben - nicht genug bekommen von den sarkastischen, zynischen Ermittler wobei ich manchmal dabei ertappe Trinkgewohnheiten zu vergleichen. In dieser Statistik sehe ich Rebus vor Nesser van Veeteren und dann erst MacBrides Entdeckung DS Logan.

So sehr sich dieses Buch aquch Stereotypen bedient, hat es doch einen augefeilten Plot, dessen Auflösung eher zufällig daherkommt und von daher nicht wirklich vorhersehbar wirkt. Dies liegt daran, dass viele Handlungsstränge ineinandergreifen, die eigentlich seperat voneinander zu betrachten sind.

Was mir bei diesem Krimi fehlt ist aber die absolute Gänsehaut, die man manchmal nicht erklären kann, sich aber darin äussert, dass man ein Buch nicht aus der Hand legen kann. Es plätschert ein wenig so vor sich hin, ohne hochklassig oder wirklich schlecht zu sein.

Fazit: kein monumentales Werk auf dem Markt der Spannungsliteretur, aber durchaus ein Buch welches es mit der Rebus Reihe von Rankin aufnehmen kann.

KC: 80

26.12.2008 16:24:12
CharlyDD

Klasse Auftakt! Ich habe von MacBride 3 Dinge über Aberdeen gelernt:
1. Es regnet- IMMER.
2. Der Großteil der Polizeibelegschaft hat ein offensichtliches Alkoholproblem und
3. Es scheint keine Schusswaffen zu geben.
Kein Witz! Die Polizisten prügeln sich noch mit den Verdächtigen bei der Festnahme- ganz wie in alten Filmen. Einfach toll!

Am Anfang des Buches wurde ich von leichten Zweifeln befallen ob ich mich mit MacBrides Art sich auszudrücken arrangieren kann. Speziell die abfälligen Bemerkungen über getötete und mißbrauchte Kinder waren zeitweise echt grenzwertig. Der Autor hat sich aber schnell wieder auf das wesentliche konzentriert: Seinem Held ein Gesicht zu geben und dafür zu sorgen das wir gern mit ihm ermitteln. Und das ist ihm prächtig gelungen: DS Logan "Lazarus" McRae ist ein herrlicher Vogel, der mich durch seine unbeholfene, tolpatschige Art immer wieder zum Lachen gebracht hat. Alles in allem ist er schon so eine richtig arme Socke. Die ihm zur Seite gestellte "Jackie" Watson und sein Vorgesetzter DI "Ich-suche-ständig-nach-Süßigkeiten" Insch sind auch nicht zu verachtenund ich bin gespannt wie sich die einzelnen Personen weiter entwickeln.

Fazit: Wer Rankin mag, muss MacBride lieben, weil die Parallelen sind nicht zu überlesen.

30.10.2008 02:04:56
Karsten Lange

Muss man ewig den Vergleich mit Rankin an den Haaren herbeizerren? Natürlich hat MacBride seinen Kollegen auf dem Schirm, aber ich hatte nicht den Eindruck, dass er versucht, ihn nachzuahmen, ich denke vielmehr, dass er was sehr Eigenes versucht, und das sollte man ihm doch bitteschön auch zugestehen, statt dauernd mit hinkenden Vergleichen zu kommen. Ich hatte eben aufgrund dieser Besprechung etwas Rankin-ähnliches erwartet und war deshalb anfangs enttäuscht, so dass ich fast das Buch wieder weggelegt hätte. Habe mich dann aber doch überzeugen lassen, nachdem ich ein kurzes Interview mit MacBride gesehen hatte. Da war er so ganz anders, als sein Kollege aus Edinburgh, dass ich das Buch auch gleich ganz anders gelesen habe. Also bitte, nicht immer diese Schubladen, vor allem, wenn sie nicht zugehen!

28.10.2008 13:14:39
Lena

Dieses war mein erstes Buch von diesem Autor und ich war völlig von den Socken. Zwar ist es anfangs doch sehr langatmig und etwas fad.aber es wird dan nach 100 seiten doch noch sehr spannend. Auch Logan MacRae ist ein sehr ironischer Charakter.
Immer wieder tritt er in kleine Fettnäpfchen, wird zum Polizeihelden wider Willen und eigentlich fühlt er sich immer ein bisschen vom Schicksal veräppelt. "Warum immer ich?".
Abschließend würde ich sagen sehr gelungen:)

08.08.2008 18:13:05
Tadeusberlin

Für einen Erstling bemerkenswert reif und gut lesbar.Rankin ist zwar länger dabei, aber MacBride ist sicher eine gute Ergänzungder britischen Krimi-Szene.Nur als Wetter-Frosch ist er mir ein wenig einseitig...Fehlerlos sind beide nicht,aber was solls,selbst Edgar Wallace hatte seine GegnerEs ist nicht immer einfach,den Personen eine eigene Note zu geben,MacBride hat aber gut geschafft.Die anspielung auf Rankin ist wohl eine Art Verbeugung vor dem "großen Meister".

23.06.2008 22:41:30
Kinsey

Durchaus solider Krimi-Erstling des Schotten Stuart MacBride. Spannender Plot, gut umgesetzt, flüssig zu lesen. Mir persönlich hat ein bißchen die große Spannungskurve, die die Geschichte von Anfang bis Ende zusammenhält und dann im Finale mündet, gefehlt, aber wirklich störend ist das nicht. An die Werke des schottischen Landsmanns Ian Rankin reicht er zwar nicht heran - dazu fehlt es an der Prise Humor, die Rankin so auszeichnet – aber was nicht ist, kann ja noch werden! Nur an einer Stelle, als ein Polizist dabei „erwischt“ wird, ein Buch von Ian Rankin zu lesen, blitzt so etwas wie (Selbst-)Ironie durch.

11.02.2008 00:41:55
Rolf.P

Der Hauptakteur Logan McRae ist derart menschlich, jeder seiner Gedanken sofort nachvollziehbar, dass man als Leser schon nach wenigen Seiten eine Art Beziehung zu ihm aufgebaut hat und zu wissen glaubt was er als nächstes tun könnte.
Spannende Wendungen, gut beschriebene Charaktere und eine klare, oft witzige Schreibweise machen diesen Thriller zu einem echten Vergnügen.
Krimiunterhaltung vom Feinsten!

06.11.2007 17:42:43
heiniboss

Stuart MacBride beschehrt dem Krimi-Fan ein absolut gelungenes Debüt! Tatsächlich kommen Rankin bzw Rebus Fans (wie meiner einer auch) hier voll auf ihre Kosten. MacBride ist die Rettung für die Leser, die bereits alles von Rankin verschlungen haben. Die teilweise etwas überzogen hart dargestellten Fälle, werden durch eine gute Priese Humor und Wortwitz (von mir ein Kompliment an die Übersetzung!!!) gemildert und bieten so ein tolles krimi-Lesevergnügen! Ein wirklich gelungenes Krimi-Paket, welches MacBride auch in der Fortsetzung zu liefern vermag!! ...unbedingt lesen!!!

03.11.2007 13:09:04
kissace

GEIL... Absolut klasse das Buch.. Für alle Rankin -fans absolut zu empfehlen.. Geht in etwa in dieselbe Richtung wie dir John Rebus Romane ohne zu sehr abzukupfern.
Ein TOP-KRIMI.
95 Grad

20.10.2007 10:34:04
Claudinsche

Ein wirklich toller Krimi. Gut geschrieben, spannend und ab und zu herzhaft zum Lachen. Im Privatleben könnte er wirklich John Rebus sein, wenn Logan auch nicht so verknöchert und muffelig ist. Das Leben, jenseits des Polizeialltages, kommt auch nicht zu kurz. Nur manchmal kamen mir zu viele *Zufälle* auf einmal in dem Fall vor. DI Insch ist auch nicht zu verachten, der *Süsse*( Süssigkeiten-Fan).
Ein gelungenes Debüt von Stuart MacBride und deswegen fange ich nun gleich Band 2 an.

01.10.2007 15:44:00
barbara

Da war ich schon so enttäuscht alle aktuellen Ian Rankin Romane gelesen zu haben und dann fällt mir dieses Goldstück in die Hände.

Ich hatte von Stuart Macbride im Radio gehört, davon dass er der neue Ian Rankin sei und auch seine Krimis in Schottland spielen.
Da ich nun Britische Krimis liebe, habe ich mir gleich darauf "Die dunklen Wasser von Aberdeen" gekauft, gelesen und sogar dabei gelacht.

Die Charaktere sind fabelhaft. Der sich vom Leben gestraft fühlende Logan Macrae ist zwar der Protagonist, doch der heimliche Star für mich ist DI Insch.
Ich hatte direkt ein Bild von ihm vor Augen als den etwas seltsamen aber lustigen und sehr eigenen Charakter des Sir John in den alten Edgar Wallace Filmen.
Ich kann ihn mir so lebhaft vorstellen, dass ich sogar jetzt bei dem Gedanken an den Süßigkeitsvernarrten Herrn lächeln muss.

Doch auch Logan MacRae ist ein sehr ironischer Charakter. Genauso wie ich ihn mag.
Immer wieder tritt er in kleine Fettnäpfchen, wird zum Polizeihelden wider Willen und eigentlich fühlt er sich immer ein bisschen vom Schicksal veräppelt. "Warum immer ich?".

Und trotz des Humors den ich hier bisher gepriesen habe, kommt auch die Spannung nicht zu kurz.

Stuart MacBride ist meine neue Droge und ich kann es kaum abwarten noch mehr von ihm zu lesen!

30.09.2007 12:48:04
Bio-Fan

Allem Anschein nach habe ich ein anderes Buch gelesen als alle anderen auf dieser Seite. Ich fand es grottenschlecht bis zur Seite 80, denn da habe aufgehört, weil ich aufgrund der Ungereimtheiten so wütend war. Kleines Beispiel: in der 2, Szene des Buches wird dem DS McRae das Gesicht "zu Brei" geschlagen, ohne das es sichtbare Folgen zuhaben scheint, denn auf den folgenden 60 Seiten wird noch nicht mal eine gebrochene Nase erwähnt. Das war eine Ungereimtheit von mehreren und das auf 80 Seiten.
Wenn es in der Geschichte eine Spur von Humor gab, dann hat der Übersetzer dafür gesorgt, dass es mir nicht auffiel.
Einen Vergleich zu Rankin zu ziehen ist eine Unverschämtheit. Das einzig gemeinsame ist der Schauplatz: Schottland.
Man kann einwenden, dass man einen Roman nicht nach 80 Seiten bewerten kann; ich bewerte auch nur diese Seiten, weil ich nicht 1 Buchstaben weiter lesen werde. Ich bin nur froh, dass ich dieses Buch nicht gekauft habe, dass es nur geliehen ist. 20 Grad

28.07.2007 06:52:22
Malkav

Ich muss gestehen, dass ich bislang noch keinen Ian Rankin gelesen und dies bislang mein erstes Krimi-Werk ist, da ich mal eine andere Sorte Buch brauchte. Kombiniert mit einem Faible für Schottland habe ich mir dieses Machwerk sofort unter den Nagel gerissen.

Jede Figur innerhalb des Romans waren Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die kettenrauchende DI Steel, der zuckersüchtige DI Insch, der vom Schicksal geplagte DS McRae, die "Eiserne Jungfrau" PC Watson, die "Eiskönigin" Isobel Mc Allister und noch viele mehr. Sie alle haben mir auf symphatische Weise die Lesestunden versüßt.

Neben den ziemlich oft eingestreuten humoristischen Dialogen, spart Stuart McBride auch nicht mit der nötigen, realistisch dargestellten und zugleich morbiden Beschreibung der Tatorte und Tathergänge. In meinen Augen war diese ausführliche Beschreibung der Situationen generell natürlich schrecklich und ensetzend, doch hätte ich es auch nicht anders erwartet.

Auch wenn dies mein erster Krimi war und ich ansonsten nicht viel von diesem Genre verstehe, kann ich doch sagen, dass ich das zweite Werk von McBride (welches ich momentan auch lese) genauso verschlingen werde, wie ich es mit dem ersten Fall von Logan McRae gemacht habe. Daumen hoch für Stuart McBride.

07.07.2007 17:33:50
cantona

Erstklassiges Buch. Spannend und witzig. Vergleich mit Rankin drängen sich auf, was ja nun nicht unbedingt gegen MacBride spricht. Ich freue mich schon auf Buch Nr. 2 und Nr. 3.

12.04.2007 20:48:52
Matthias

Ein gutes, spannendes und durchaus eigenständiges Buch. Gerade die Tabutemen Kindsmißbrauch- und Tötung sind der Realität nicht so fern. Und wieso soll es nicht erlaubt sei, in einem Krimi auch diese Thematik anzusprechen. Die Bilder von Aberdeen passen zu düsteren Stimmung des Plotts und daher finde ich auch einen In-sich geschlossenen Stil; passend zu den grausamen Kindstötungen. Die Beschreibung der Forensik ist m.E. auch interessant, und irgendwie kommt ja auch ein Großteil der Unterhaltungswert des Buches aus der Morbidität dieser Szenen. Also ich warte auch auf das neue Buch von MacBride!

04.03.2007 18:22:37
Luca

Als sehr großer fan von Ian Rankin habe ich dieses Buch verschlungen.Es stimmt einfach alles:das Wetter,die Stadt,die stimmung.
Klar Detective Segerant LoganMcRace kann man schon als einen Bruder von Rebus sehen,man hat direkt das gefühl das Ian Rankin dem Autor tips gegeben hat.Einziger schwachpunkt:die letzte Seite.Warum?,na wal dann das Buch zu ende ist:-).
L.G.Luca

27.02.2007 16:49:23
Jenni

Ich bin fleissige Ian Rankin-Leserin und konnte mir darum diesen neuen Roman von Stuart Mac Bride nicht entgehen lassen. Und ich wurde nicht enttäuscht! Eine interessante Story mit viel Tempo, es kommt nie Langeweile auf. Die Ähnlichkeit mit Rankin hält sich meiner Meinung nach jedoch in Grenzen.

Ich freue mich schon jetzt auf das neue Buch :-)

28.01.2007 16:28:10
anna.scot

Für mich einer der besten Krimis, die ich je gelesen habe - die Story spannend bis zuletzt, die Charaktere für mich absolut echt und ehrlich und "Zack! Voll auf die Nase" ließ mich lauthals lachen.
Mord und Schändung an Kindern als Plot ist zugegebenermaßen starker "Tobak", aber ich empfinde die Schilderungen der toten Kinder nicht als zu brutal oder grausam - ein totes Kind trifft nun mal ins Mark - die Realität ist nun mal grausam; man muss nur die Nachrichten schauen.
Als eingefleischter Schottland, Ian Rankin und jetzt auch Stuart MacBride-Fan habe ich mir den neuen Titel bereits vorbestellt und kann ihn kaum erwarten.

28.01.2007 13:23:22
Gaby

Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten MacBride - spannend geschrieben, dabei sicherlich grenzwertig in den bildhaften Beschreibungen der Verbrechen und der Tatorte. Aber es handelt sich ja auch um keinen in den Highlands oder in Cornwall spielenden Familienroman. Und ja: das Thema Gewalt gegen Kinder soll in Kriminalromanen aufgegriffen werden, denn anscheinend ist der menschlichen Seele auch in realo keine Scheußlichkeit entfernt.

Herrlich der trockene Humor, der immer wieder aufblitzt - ich verweise auf die Schilderung der Demo und das Schild der "Pedophilie-Gegner" sowie der Befürchtung Logans, jetzt ginge es wohl den Fußfetischisten an den Kragen, nachdem auch schon Kinderärzte und Fußpfleger zu leiden hatten. Ich bin schon ganz gespannt, wer denn jetzt der Kindermörder ist. Für mich ein toller Krimi! Die Kritiken meiner Vorredner überzeugen mich nun doch davon, mir jetzt endlich einen der Ian Rankin-Krimis vorzunehmen, die mir als sturzlangweilig geschildert wuden.

27.11.2006 12:19:20
Guido

Von der äußeren Aufmachung fast ein Rankin, innen jedoch deutlich anders. Auf die stellenweise ekeligen Szenen hätte der Autor gut verzichten können. Sie sind weder spannend, noch der Handlung dienlich. Diese Griffe in die Ekelkiste hat MacBride auch gar nicht nötig, denn das Buch ist wirklich gut geschrieben, die Charaktere durchaus sympathisch. Es ist zu hoffen, dass solche Beschreibungen künftig nicht mehr in seinen Büchern auftauchen, denn dieses Buch macht ansonsten Lust auf mehr.

20.11.2006 21:42:28
tomco

Wenn es nicht regnet, fegen Schneestürme durch die grauen Straßenzüge, und viel zu viele Einwohner, die nicht Polizisten sind oder selbst Dreck am Stecken haben, werden früher oder später vom Verbrechen eingeholt: das Bild, das Stuart MacBride in "Die dunklen Wasser von Aberdeen" zeichnet, dürfte die Tourismusmanager der schottischen "granite city" nicht gerade in Jubelstürme ausbrechen lassen. Die Story beschränkt sich auf die zwölf Tage der Mordermittlungen, und so erfahren wir wenig persönliches über den kanpp dem Tode entronnenen und deshalb von seinen Kollegen "Lazarus" genannten Detective Sergeant Logan McRae, dessen Vorgesetzte unter starkem Druck der Presse und der Öffentlichkeit stehen und die vor allem die Angst antreibt, Ermittler aus der Hauptstadt Edinburgh vor die Nase gesetzt zu bekommen - natürlich eine Reminiszenz an Ian Rankins Detective Inspector John Rebus. Im Vergleich mit McRae ist der deutlich ältere Rebus weniger naiv, dafür skrupelloser und natürlich zynischer, McRae scheint blasser und ein wenig langweiliger. Aber auch die Figur des DI Rebus mußte sich erst im Lauf der jahre entwickeln, und so ist "Die dunklen Wasser von Aberdeen" ein fulminantes Krimi-Debüt mit stimmigen, wenn auch häufig nur oberflächlich angerissenen Charakteren und einer fesselnden Story. Romane, in denen es um Morde an Kindern geht, stellen immer eine geschmackliche Gratwanderung dar, aber MacBride versteht es, trotz seines oft lässigen und humorvollen Stils den "Opfern" ihre Würde zu lassen. Ein mit 540 Seiten umfangreicher Krimi, an dessen Schluß ich bedauert habe, das Ende schon erreicht zu haben. Und auch wenn MacBride in seiner Danksagung beteuert, daß Aberdeen gar nicht so schlimm sei, wie es sich anhöre - Kind möchte man in dieser Stadt nicht sein...

20.11.2006 09:12:55
Henri Jendly

Als eingefleischter Rankin-Freak bin ich dennoch von MacBride überzeugt: Die Parallelen schimmern durch; aber als Aussicht auf die Nachfolge von Rebus sicher eine gelungene Alernative! Derber, deftiger in der Sprache, ebenfalls mit Witz und Ironie, insbesondere der Hinweis auf den scheinbaren Geistesvater Rankin.
Die Geschichte ist gut strukturiert, spannend bis zum Schluss und keinesfalls als neuer Wein in alten Schläuchen abzutun. Denken wir an den ersten Rankin-Roman (Flint), dann steht hier noch sehr viel Entwicklungspotenzial zur Verfügung, auf dessen Ausschöpfung wir gespannt sein dürfen.

19.11.2006 19:41:48
Leoaliasleo

MacBride, Die dunklen Wasser von Aberdeen -- wirklich ziemlich duster, der Roman.
Großartige Milieuschilderung und Rätselraten bis zum Schluß, wo sich dann die verschiedenen Fallstricke, die der Autor gelegt hat, auflösen.
Nur noch eine Anmerkung, die detailierten Autopsieberichte waren mir persönlich zu brutal.

30.10.2006 17:41:17
ulli

Wenn man mal davon absieht, daß auch dieser Krimi in Schottland spielt und eine düstere Grundstimmung mit Einschüben von Humor hat, ist eine Verwandtschaft zu Rankin zwar nicht ganz von der Hand zu weisen, aber in keinster Weise vorherrschend. Dazu sind die Helden zu unterschiedlich. Ansonsten: Spannende Geschichte, gut erzählt, mit sympathischen (z. B. Gummibärchen verschlingenden) Figuren. Mehr als solide Krimikost, von Rankin aber noch ein paar Hüpfer entfernt.

Kleiner Tipp am Rande: Schottland ist nicht England, einen Schotten als Engländer zu bezeichnen fast eine Beleidigung und den Schotten ihr Tartan-Noir zu nehmen und den Nordengländern (die kein Tartan kennen) zuzuschieben, eine recht unglückliche Feststellung.

12.10.2006 20:36:08
Martin Tepe

Mit dem Hauptdarsteller, Logan McRae, hat der Autor eine Figur kreiert
die authentisch und sympathisch daherkommt. Die Geschichte ist von
Anfang an spannend und logisch aufgebaut und hat mich bis zur letzten Seite
gefesselt. Der Schreibstil und die Charaktere haben bei mir mehr als ein Mal den Verdacht aufkommen lassen, dass Ian Rankin irgendwie die Hände im Spiel gehabt haben könnte, die Erwähnung eines seiner Bücher hat dieses noch verstärkt.