Die Löwin aus Cinque Terre

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • Hamburg: Kindler, 2006, Seiten: 410, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2007, Seiten: 410, Originalsprache
  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2009, Seiten: 656, Originalsprache, Bemerkung: Großdruck

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Sabine Reiß
Zum dritten Mal von München nach Italien

Buch-Rezension von Sabine Reiß Mär 2006

Die Toskana-Fraktion war im ersten und zweiten Band dran, nun schickt Felicitas Mayall Laura Gottberg, die Hauptkommissarin aus München, auf einen Ausflug an die ligurische Küste, genauer gesagt nach Cinque Terre, eine Ansammlung von fünf kleinen Dörfern, die nur über eine Straße zu erreichen sind. Sicherlich haben sich schon Millionen von Touristen aufgrund des malerischen Anblicks dahin verirrt, doch Laura Gottberg ist im Dienst und dennoch ist ihre Reise nicht ganz offizieller Natur.

Bis dahin allerdings muss sie zunächst die Ermittlungen in München aufnehmen, wo eine junge Frau tot im Hof eines mehrstöckigen Mietshauses aufgefunden wird. Der Verdacht liegt nahe, dass sie sich aus dem offenen Fenster im obersten Stock des Treppenhauses gestürzt hat. Im Dachgeschoss darüber wurde eine luxuriöse Wohnung eingerichtet, die anscheinend nur sporadisch genutzt wird und deren Besitzer nur schwer zu erreichen ist.

Wo ist der Zusammenhang?

Die Vermisstenanzeige der Arztfamilie Denner gibt Aufschluss über ihre Identität; es handelt sich um Valeria Cabun, ein italienisches Aupairmädchen, die sich um die Kinder der Denners kümmert und seit dem Morgen vermisst wird. Doch welche Verbindung hatte Valeria zu dem Haus? Nähere Untersuchungen ergeben, dass ein Selbstmord unwahrscheinlich ist. Die beiden Ärzte scheinen keine gute Meinung von ihr zu haben und machen deutlich, dass für sie ihr Umgang im Allgemeinen und ihr schwarzer Freund im Besonderen Grund genug für den Tod des jungen Mädchens darstellt.

Die Kommissarin Laura Gottberg ist keine schillernde Persönlichkeit und auch keine besonders toughe Frau, die im Alleingang ermittelt, aber sie macht ihren Job gut, dem sie sich mit Haut und Haar verschrieben hat und kann dies auch halbwegs mit ihrem Status als alleinerziehende Mutter von zwei Kindern vereinbaren, die zugegebenermaßen schon aus dem Gröbsten raus sind. Nachdem sie vor einiger Zeit einen netten Commissario aus Florenz kennengelernt hat und dieser nun seinen Besuch über Ostern ankündigt, ist sie gezwungen, ihren Kindern von ihrer neuen Liebe zu erzählen, was sie bisher erfolgreich vermieden hat.

Guter Durchschnitt in punkto Unterhaltung

Der Großteil der Handlung ist in München angesiedelt, doch wie in den beiden vorigen Büchern gibt es bald einen Grund, ins schöne Italien aufzubrechen, auch wenn es nicht unbedingt notwendig wäre. Die Handlung wird dadurch nicht sonderlich vorangetrieben, aber Laura versucht dadurch, die familiären Hintergründe Valerias zu verstehen und somit die Gründe für ihren Tod ein wenig mehr zu beleuchten. Zudem beschwört Felicitas Mayall damit eine ganz nette Atmosphäre herauf, die sicherlich einen Reiz des Buches ausmacht. Es werden sich insbesondere Leser angesprochen fühlen, die einem Drumherum um die Krimihandlung nicht abgeneigt sind, doch dies ufert niemals aus und die Nebengeschichten bleiben auf einem akzeptablen Niveau.

Die Stimmung ist weniger deprimierend als im Vorgängerroman, wo sich der Nebel nicht nur über die Stadt, sondern auch aufs Gemüt gelegt hat. Spannungsmäßig bewegt sich der Roman wie der zweite Band im Mittelfeld: Nach einem verhaltenen Start steigert sich die Spannung zwar nicht extrem, aber doch soweit, dass man gerne am Ball bleibt. Langeweile kommt nicht auf. Die Auflösung ist schlüssig, aber kaum überraschend, da stetig darauf hingearbeitet wird, und doch trifft die Autorin damit einen Nerv. Sie zeigt mit ihrer Geschichte sehr deutlich, wie sich Rassismus und Fremdenhass durch alle Gesellschaftsschichten zieht.

Alles in allem kommt die Unterhaltung nicht zu kurz und der Liebesgeschichte wird nicht allzu viel Gewicht beigemessen. Man kann gespannt sein kann, welche italienische Region im nächsten Roman aufs Korn genommen wird. Wie wäre es mit dem touristisch nicht ganz so überlaufenen Umbrien?

Die Löwin aus Cinque Terre

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Letzte Kommentare:
29.12.2013 15:45:38
schatzili

ich lese sie gern, die felicitas. aber das mit den klischees stimmt. ich empfinde es aber als nette unterhaltungsliteratur, die sich gut weglesen lässt, wenn nichts besseres zur hand ist. die bücher sind nicht vergleichbar mit andreas föhr oder so. sicher gibt es besseres, aber einen verriss möchte ich doch nicht machen.

12.11.2012 16:24:45
Bernie Bär

Wen man - so wie ich - darauf steht, dass die Ermittler auch eine Familie haben, lesen sich de Romane von Felicitas Mayall gut.
Die Romane sind immerhin spannend genug - weil interessant -, dass man die Bücher nicht aus der Hand legen möchte.

Diesen Roman fand ich einen ticken schwächer als die beiden ersten, aber immer noch gut genug, dass ich die Reihe fortsetzen werde.

75 Grad wie von der Rezensorin!

09.10.2010 20:03:54
Helen Meyer

Das Buch liest sich wie ein Groschenroman. Der Fall selbst wirkt wie ein konstruiertes Alibi, um die Protagonistin im schönen Italien ermitteln zu lassen. Der Vater, der Geliebte, alles entspricht dem Klischee von Vorstellungen, die nicht wirklich über den üblichen Horizont eines Tatortkrimis aus dem Fernseher hinaus gehen. Solch einen Schund braucht man nicht zu lesen, den gibt es 3x die Woche in der ARD.

17.03.2008 16:27:39
Markus Matthias Eichenberger

Auf Empfehlung meiner sehr geschätzten Konstanzer Buchhändlerin (Bücherschiff)gelesen. Allerdings musste ich mich durchkämpfen. Der gar zu konstruierte Plot langweilte mich von A-Z. Natürlich muss der Wein Barolo heissen, der Nebenschauplatz Cinque Terre. Auch die Haupt-und Nebenfiguren voller gängiger Clichés. Und hat ein - wenn auch verliebter - Commissario nichts gescheiteres zu tun, als sich seine Ferien mit Kriminalarbeit zu versauen? Meiner Meinung nach eignet sich dieser Roman bestenfalls für eine Fortsetzungsstory in einer zweitklassigen Unterhaltungszeitschrift.

17.03.2008 16:17:03
Markus Matthias Eichenberger

Auf Empfehlung meiner sehr geschätzten Konstanzer Buchhändlerin (Bücherschiff)gelesen. Allerdings musste ich mich durchkämpfen. Der gar zu konstruierte Plot langweilte mich von A-Z. Natürlich muss der Wein Barolo heissen, der Nebenschauplatz Cinque Terre. Auch die Haupt-und Nebenfiguren voller gängiger Clichés. Und hat ein - wenn auch verliebter - Commissario nichts gescheiteres zu tun, als sich seine Ferien mit Kriminalarbeit zu versauen? Meiner Meinung nach eignet sich dieser Roman bestenfalls für einen Fortsetzungsstory in einer zweitklassigen Unterhaltungszeitschrift.

03.09.2007 11:42:17
Katrin

Gerade bin ich mit dieses Buch fertig geworden. Es war das erste von Felicitas, das ich gelesen haben. Ich konnte es gar nicht mehr aus den Händen legen. Dieser Krimi ist eine gelungene Mischung aus Detektivgeschichte, Mitraten, Erotik, Romatik, und Menschenstudie.Ich werde die anderen Bücher von Felicitas auch noch lesen. Ich hoffe aber, dass sich Laura Gottberg's privates Glück mit ihrem Commissario noch weiter entwickelt. Denn mit einem intakten Privatleben arbeitet es sich besser:-))) Die Kinder werden ja bald flügge.

04.04.2006 20:31:39
Brigitte

Ein sehr unterhaltsames Buch, welches Spass macht. Die Nebenschauplätze dominieren nicht, sondern laufen in gesundem Mass nebenher.
Die Spannung ist nicht übermäßig, doch liest man gerne weiter und ist gespannt, wie sich alles auflöst.
Auch der 3. Fall mit Laura Gottberg macht Hoffnung auf weitere Folgen.