Mördernest

Erschienen: Januar 2005

Bibliographische Angaben

  • Dortmund: Grafit, 2005, Seiten: 350, Übersetzt: Ingrid Krane-Müschen & Michael J. Müschen
  • London: Allison & Busby, 2003, Titel: '(In) Cold Blood', Seiten: 276, Originalsprache

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Sabine Reiß
Neues Lesefutter für Liebhaber des britischen Krimis

Buch-Rezension von Sabine Reiß Aug 2005

Wer dem britischen Polizeiroman verfallen ist, wird immer auf der Suche nach neuem Lesefutter sein. Mit wem auch immer man sich über dieses Thema unterhält, es fallen die gleichen Namen: P.D. James, Ruth Rendell, Martha Grimes, Elizabeth George, Deborah Crombie. Aber die Damen schreiben einfach zu langsam für den seriengeprüften Anglophilen - Alternativen müssen her. Susan Kelly? Nie gehört. Das soll nun anders werden. Ihr vierter Roman Mördernest muss als Testobjekt dienen.

Was ist drin - was ist dran?

Zunächst einmal überrascht das Paket wenig. Hauptfigur der Geschichte ist Superintendent Greg Summers, der einen neuen Mitarbeiter in seinem Bezirk begrüßt: den undurchschaubaren Chief Inspector Alex Lomax. Aufgaben gibt es genug. Gerade erst ist der bekannte Anwalt John Hathaway in die Gegend von Newbury gezogen, der seitdem bereits mehrmals das Opfer von Vandalismus wurde. Gibt es einen Zusammenhang mit seinem letzten Aufsehen erregenden Prozess? Er verteidigte Graham Scobie, der des Mordes an der bekannten und beliebten Nachrichtensprecherin Devon Bliss verdächtigt wurde. Der spektakuläre Freispruch durch die Geschworenen rief Empörung in der Öffentlichkeit hervor, aber nicht nur dort. Da sich Scobie ebenfalls in Newbury aufhält, zieht es den Reporter des Outlook Reuben ap Morgan ebenfalls in die Gegend, um den vermeintlich Unschuldigen weiterhin im Auge zu behalten. Eine zweite Anklage für ein und dasselbe Verbrechen ist zwar ausgeschlossen, aber vielleicht kann er ihn bei einer neuerlichen Straftat ertappen. Doch auch der Neue im Team, Alex Lomax, hatte seine Gründe, dass er sich gerade auf diesen Posten beworben hat.

Die Untersuchungen im Fall Hathaway werden von Greg Summers persönlich durchgeführt, da der nächste Nachbar des Strafverteidigers ein verurteilter Straftäter ist, der nach Verbüßen seiner Strafe unter einer neuen Identität lebt, was unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit geraten darf. Die Lage spitzt sich zu, als ein Mord geschieht.

Altbewährtes im positiven Sinne

Susan Kellys Figuren sind unprätentiös und normal. Außer dass der geschiedene Greg Summers in einer Beziehung mit der Witwe seines Sohnes lebt, gibt es keine Besonderheiten. Das Privatleben der Ermittler steht nicht im Vordergrund, es ist einfach nur da. Und damit unterscheidet sich Mördernest sogar von einigen Romanen der oben genannten britischen Crime-Ladies, die zum Teil glatt als Familiensaga durchgehen könnten. Am ehesten findet man diese Struktur noch bei P.D. James, wo manche Romane zunächst mit der Charakterisierung eines Opfer beginnen und die Hauptfigur Commander Adam Dalgliesh erst nach einiger Zeit seinen Auftritt hat.

Dementsprechend kann sich Susan Kelly auf die Geschichte konzentrieren, die sie uns erzählen will und das ist ihr außerordentlich gut gelungen. Sie greift auf bewährte Zutaten zurück und ist doch weit entfernt vom 08/15-Plot eines Englandkrimis, denn altbewährt heißt nicht gleichzeitig negativ. Nicht jeder Krimi muss eine Innovation darstellen, um gut zu sein. Bereits zu Beginn spürt man, dass die Geschichte um einiges vielschichtiger sein muss, als es die Grundstruktur vermuten lässt. Geschickt verteilt sie wenige falsche Fährten, die man sogleich zu durchschauen glaubt, doch wie sich am Ende offenbart, gelingt dies dem Leser nur teilweise. Klischees lässt sie dabei außen vor. Sie erzeugt mit einfachen Mitteln eine subtile Spannung, der man sich nicht entziehen kann. Auch sprachlich punktet der Roman bei mir.

Mördernest überzeugt auf ganzer Linie. Liebhaber des britischen Polizeiromans kommen dabei voll auf ihre Kosten.

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Letzte Kommentare:
02.12.2007 08:11:07
Taennsche

Susan Kelly erreicht hier mMn nicht mehr ganz das Niveau der vorherigen Romane mit Inspektor Summers. Vielleicht liegt es daran, dass in diesem Teil relativ wenig von Summers Privatleben berichtet wird oder vielleicht auch daran, dass die Figuren alle etwas oberflächlich dargestellt werden. Ebenfalls hat mich die Geschichte diesmal nicht sehr begeistert.
Zusätzlich hatte ich auch das Gefühl, dass entweder die Übersetzung manchmal nicht besonders geglückt (sprich hölzerner Satzbau) oder dann doch das Original eben nicht überzeugend war. Trotzdem wäre die Übersetzung weiterer Summers-Romane durchaus wünschenswert!