Die Toten von Moonlight Bay

Erschienen: Januar 2006

Bibliographische Angaben

  • München: Knaur, 2006, Seiten: 298, Originalsprache

Couch-Wertung:

80°
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Peter Kümmel
Die Faszination des ersten Falles fehlt

Buch-Rezension von Peter Kümmel Jun 2005

Daryl Simmons ist der Mann für besondere Fälle. Als halber Aborigine mit besonderen Fähigkeiten ist ihm der normale Polizeidienst zu stupide. So wird er immer dorthin geschickt, wo sich ungewöhnliche Verbrechen ereignet haben und die ermittelnden Beamten nicht mehr weiterkommen. Sein 2. Fall führt ihn in den Südwesten des australischen Kontinents in den kleinen Küstenort Moonlight Bay, wo das Wetter zu dieser Jahreszeit alles andere als einladend und Simmons Tarnung als Tourist schon etwas ungewöhnlich ist.

Fünf Jahre ist es her, dass John Grammar vom Leuchtturm von Moonlight Bay zu Tode gestürzt war. Es konnte niemals geklärt werden, ob es sich um einen Unfall handelte oder ob er Selbstmord begangen hatte. Seit dieser Zeit ist der Turm dem zuständigen Inspektor des Schifffahrtsamtes unheimlich. Das stürmische regnerische Wetter tat ein übriges dazu, dass die diesjähige Inspektion alles andere als angenehm war. Als er den Turm aufschließen wollte, bemerkte er, dass der Schlüssel von innen steckte. Er lief um den Turm herum und stolperte wieder über eine Leiche. Der Tote war Tom Grammar, Johns Sohn. In seiner Panik sah er plötzlich durch den Regen bei den Klippen eine schemenhafte Frauengestalt in einem weißen Gewand, die genauso schnell wie sie aufgetaucht war auch wieder verschwand.

Doch das sind nicht die einzigen seltsamen Dinge, die in Moonlight Bay geschehen sind. Simmons lernt im Pub George Markham kennen, einen Trinker. George ist vom Schicksal arg gebeutelt. Zuerst starb seine Frau, nachdem sie in ihrem Auto von einer Schlange gebissen wurde. Als er sich wieder etwas gefangen hatte, verschwand seine Tochter spurlos. Auch Mary, die Tochter des fanatischen Reverends, ist mit 15 Jahren plötzlich verschwunden. Einige der Bewohner behaupten, dass es sich bei der Erscheinung der Frau an den Klippen, der bereits mehrmals gesehen wurde, um Mary handelt.

Bei der Inspizierung des Leuchtturms bemerkt Simmons selber die mysteriöse Erscheinung. Als er Nachforschungen anstellt, wohin die Frau verschwinden konnte, macht er eine Entdeckung, die Licht in einige Unklarheiten bringt. Doch seine Tarnung fliegt auf und er gerät in große Gefahr.

Die stürmische Küste ist so gar nicht die Gegend, in der Daryl Simmons seine Fähigkeiten ausspielen kann. Er stammt aus dem Outback, dem Landesinneren, wo er Spuren zu deuten weiß, die ein gewöhnlicher Mensch überhaupt nicht erkennt. Hier muß er sich von Einheimischen die Tricks beim Angeln zeigen lassen. Doch sein psychologisches Einfühlungsvermögen hilft dem sympathischen Polizisten, das Vertrauen der Leute zu gewinnen und so kommt er schnell zu wichtigen Informationen, die ihn Schritt für Schritt der Lösung des Falles näherbringen.

Der Roman bietet wieder einen gut durchdachten Plot und viel Spannung. Die Charaktere rutschen leider ein wenig ins Klischeehafte ab. So wie man bereits Simmons' cholerischen Chef kennengelernt hat, stellt der Autor Sergeant Walker, dem netten Polizisten der Stadt, einen ebenso unfähigen wie unsysmpathischen Vorgesetzten gegenüber. Und der fanatische Reverend Reed verdammt jeden, der nicht ebenso wie er selbst alleine auf Gott vertraut,

Die Toten von Moonlight Bay bietet eine völlig andere Atmosphäre als Simmons' 1. Fall Ein Gespür für Mord. Dies zeigt zwar, dass Alex Winter sich nicht in einer Schiene festfahren will, doch fehlt leider die Faszination, die im Vorgänger so begeistern konnte. Vom  Flair der Mythen über die Aborigines bleibt leider wenig übrig. Damit bleibt zwar immer noch ein sehr guter Krimi, aber eben kein ungewöhnlicher, sondern ein ziemlich normaler Krimi.

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