Der werfe den ersten Stein

Erschienen: Januar 2003

Bibliographische Angaben

  • München: Ullstein, 2003, Seiten: 399, Übersetzt: Angelika Kutsch
  • Stockholm: Norstedt, 2001, Titel: 'Första stenen', Seiten: 358, Originalsprache
  • München: Ullstein, 2004, Seiten: 399
  • Berlin: Ullstein, 2010, Seiten: 399

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Sabine Reiß
Noch ein Schwede

Buch-Rezension von Sabine Reiß Sep 2004

Was wohl die deutschen Verlage an den biblischen Titeln finden? Sie klingen alle ähnlich und man verwechselt die Bücher sehr leicht. Bei Thomas Kangers erstem Krimi allerdings scheint "Der werfe den ersten Stein" zumindest an den Originaltitel angelehnt zu sein.

Kanger stellt uns seine Protagonistin Elina Wiik vor, Kriminalassistentin bei der Polizei in Västerås. In ihrer bisherigen Dienstzeit hat sie sich meist mit misshandelten Frauen beschäftigt, unter anderem auch weil sie Zugang zu ihnen findet; allerdings würde sie gerne richtige Kriminalfälle bearbeiten. Als mitten in der Nacht ein Bürgerhaus in einem kleinen Ort in der Nähe abbrennt und in der Asche die verkohlten Überreste eines Mannes gefunden werden, hofft Elina, dass sie zur Ermittlungstruppe gehören wird, doch sie soll nur die Stellung im Polizeirevier vor Ort halten und alle Hinweise von der Bevölkerung aufnehmen, zum Team wird sie nicht gehören. Nachmittags meldet sich dort Peter Adolfsson, der Zeitungsbote aus der Gegend, und teilt mit, dass er die Feuerwehr gerufen hatte. Warum ist er nicht vor Ort geblieben ist und hat am Telefon keinen Namen genannt?

Ein guter Zeuge?

Seine Zeugenaussage ist klar und präzise. Aufgrund der Beschreibung eines Autos, das er in der Nähe gesehen hat, gerät schnell der Diskothekenbesitzer Ismael Mehmedovic in Verdacht, das Feuer gelegt zu haben. Elina Wiik macht sich bei ihren Kollegen unbeliebt, als sie vor einem vorschnellen Urteil warnt. Sie hat das Gefühl, dass an der Zeugenaussage von Peter etwas nicht stimmt. Als der Vater des Jungen nicht von der Arbeit zurückkehrt, wird ihr die Bearbeitung der Vermisstenmeldung übertragen. Sie glaubt, dass er einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist und sieht in diesem Fall ihre große Chance.

Thomas Kanger beschreibt den Polizeialltag meines Erachtens recht realistisch, indem er auch mal Wochen verstreichen lässt, ohne dass die Polizisten bei ihrer Arbeit weiterkommen, sei es durch Urlaub oder durch Wartezeiten auf Ergebnisse. In vielen anderen Büchern wird der Eindruck erweckt, eine Art Task Force sei Tag und Nacht bei der Arbeit und würde Verbrechen trotz der mühevollen Kleinarbeit in relativ kurzer Zeit aufklären.

Rassismus und Vorurteile

Der Autor zeigt im Laufe der Geschichte deutlich auf, wie Aussagen und Beweise so gedeutet werden, dass sie dem gewünschten Ergebnis entsprechen. Es ist beängstigend, wie wenig Chancen ein Unschuldiger hat, wenn sich das Schicksal gegen ihn verschworen hat. Doch nicht nur Rassismus wird hier thematisiert, sondern auch Vorurteile, mit denen Elina Wiik als Frau zu kämpfen hat. Ihr Bauchgefühl bei der Einschätzung von Personen wird als typisch Frau abgetan, ohne dass es sich lohnt, die Ermittlungsergebnisse kritisch zu überprüfen. Dabei wird die junge Kriminalassistentin als äußerst zielstrebig und eigenwillig charakterisiert, so dass dem Leser bald klar wird, dass sie ihren Weg so oder so machen wird.

Ein konstruiertes Ende

Insgesamt liest sich die Story ganz gut, doch über das Ende kann man sich nur wundern. Es ist ja nicht falsch, dass sich jemand auf seine Gefühle verlässt, aber wie Elina Wiik den Fall schlussendlich löst, das ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen, so dass einem diese fast zu Berge stehen. Hier merkt man meines Erachtens, dass es sich um den ersten Krimi von Thomas Kanger handelt und man sollte ihm nachsehen, dass sein Plot (noch) nicht abgerundet ist. Seine Figur ist zwar nicht überdurchschnittlich, aber das Potenzial für bessere Fälle ist vorhanden.

Der werfe den ersten Stein

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Letzte Kommentare:
23.03.2019 22:27:37
stefan niedner

Ein Krimi, der weniger von der Spannung lebt, sondern sein Hauptaugenmerk einerseits auf die Ermittlungsarbeit der Polizei andererseits auf die Themen Fremdenfeindlichkeit/Nationalsozialismus in Schweden und Gewalt in der Familie legt. Zur Polizeiarbeit: Die alten Hasen kümmern sich um die Ermittlung einer Brandstiftung, bei der auch der Hausmeister ums Leben gekommen ist, finden auch den mutmaßlichen Täter. Diese Polizisten kommen sehr bärbeißig herüber und haben, wie sollte es anders sein, am Ende Unrecht. Dagegen ist Elena Wiik eine taffe junge Polizeibeamtin, die ihre eigenen Ideen (oft auf ihre Intuition gebaut) auch gegen mannigfaltige Widerstände der Männerwelt innerhalb des Kollegiums umsetzt und am Ende natürlich auf der richtigen Fährte landet. Dies ist leider alles ziemlich absehbar. Der zweite Schwerpunkt wird aber auch nicht tiefgründig beleuchtet, man hätte auch an diesen Punkten deutlich mehr draus machen können, ja müssen. Aus diesen Gründen handelt es sich um einen durchschnittlichen Krimi, der sich sprachlich gut lesen lässt, aber einen wirklich nicht vom hocker reisst.

15.03.2008 22:49:53
Rosalie

Insgesamt ein schön zu lesender Titel.
Ich konnte mir gut vorstellen wie vielschichtig Polizeiarbeit sein kann.
Daß sich verschiedene Fäden zu einem
verbinden, war gut nachzuvollziehen.

Leider konnte ich bereits nach einem Drittel
des Buches das Ende ahnen. Aber insgesamt schadete das der Spannung
nicht.

27.01.2008 18:22:30
simsa

Mit hat dieses Buch von Thomas Kanger sehr gut gefallen und ich werde mit Sicherheit noch weitere von ihm lesen.

Besonders gut fand ich, dass von diesem Buch eine Ruhe ausging. Handlungen wurden nicht zu schnell erzählt oder getroffen und man merkte schnell, dass in der Geschichte selber auch eine gewisse Zeit verstrich, bevor neue Erfolge zu verbuchen waren. Das tut dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch. Ich fand es fesselnt und spannend und kann es nur empfehlen!