Das süße Gift der Zwietracht

Erschienen: Januar 2004

Bibliographische Angaben

  • London: Hodder & Stoughton, 2001, Titel: 'Fruitful Bodies', Seiten: 342, Originalsprache
  • München: Knaur, 2004, Seiten: 525, Übersetzt: Ursula Bischoff

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Peter Kümmel
Man kann keine Beziehung zu den Personen aufbauen

Buch-Rezension von Peter Kümmel Aug 2004

"Ein hinreißender psychologischer Spannungsroman an schönen Schauplätzen" titelt die Times auf dem Buchrücken. Davon kann ich leider überhaupt nichts nachvollziehen. Die Schauplätze sind der südenglische Kurort Bath, von dessen Atmosphäre absolut nichts rüberkommt sowie eine ländliche Klinik. Vielleicht meint man mit den "schönen Schauplätzen" auch den kurzen Ausflug nach Salzburg.

Oder sollte jemand an seltsam anmutenden Beschreibungen wie der folgenden Darstellung von "Lindenbäumen in der aufgedunsenen Wiese" Gefallen finden?

 

"Ihre tropfnassen Blätter schienen über ein natürliches Grün hinaus zu sein und glänzten nun unschicklich, als hätten sie ihre Farbe der prallen, acrylhaltigen Frische eines fluoreszierenden Filzstiftes zu verdanken."

 

"Hinreißend" mag die doch ziemlich belanglose Geschichte vielleicht für ein Teil der weiblichen Leserschaft sein. Eine recht schwierige Beziehung zwischen einer Cellistin und einem Kriminalbeamten gestört durch eine mit ihrem Dackel störende trunksüchtige ältere Musiklehrerin mag vielleicht für den ein oder anderen amüsant sein, für mich war sie nur nervend und langweilig.

Nur sporadisch zeigt die Autorin, dass sie Humor besitzt wie in einem kurzen eingeschobenen Kapitel, in dem sie sich selber auf die Schippe nimmt:

 

"Deine Erste ist eine Morag, ob du's glaubst oder nicht. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass es Leute gibt, die wirklich so heißen."

 

Daß jedoch von einem "psychologischen Spannungsroman" rein gar nichts zu sehen ist, dürfte nicht nur mein subjektiver Eindruck sein. Die Story plätschert über hunderte von Seiten so vor sich hin. Fast überliest man es sogar, dass zwischendurch ein Mord geschieht, so nebensächlich scheint das alles zu sein. Und daß der Inspector seine Freundin an den Tatort eines gerade verübten Mordes mitnimmt, scheint gerade im konservativen England mehr als unglaubwürdig.

Da ist man dann richtig dankbar, als endlich kurz vor Schluß nach über 400 Seiten etwas Leben in die Handlung kommt und man beginnt, die Zusammenhänge zu begreifen. Doch trotz aller mehr oder minder nachvollziehbarer Motive ist auch der Schluß aufgrund logischer Schwächen ein Ärgernis: wenn man vorhat, sowohl Person A als auch Person B zu umzubringen, dann reicht man nicht zuerst Person A die Mordwaffe, damit dieser zunächst Person B tötet. Wie sich aufgrund dessen die prekäre Lage für den Protagonisten zum Guten wendet, dürfte jedem klar sein.

Ärgerlich zudem die Täuschung des Lesers durch ein Mißverständnis während eines Telefongesprächs. Blättert man nach der Aufklärung zurück zum Telefonat, so kommt man sich plump veräppelt vor. Denn an dem beschriebenen Dialog war nun absolut nichts falsch zu verstehen. Mag sein, dass dies im Original anders ist.

Hauptübel des gesamten Romans ist die farblose Darstellung aller Personen. Wenn selbst die Protagonisten so blass gezeichnet werden, dass man weder Sympathie für sie empfinden noch ihre Handlungen nachvollziehen kann, dann fehlt einem jegliche Beziehung zu dem Buch.

Das süße Gift der Zwietracht

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