Spinner

Erschienen: Januar 1997

Bibliographische Angaben

  • Elsdorf: Klein und Blechinger, 1997, Seiten: 256, Originalsprache
  • Hillesheim: KBV, 1999, Seiten: 254, Originalsprache

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Johannes Fischer

Buch-Rezension von Johannes Fischer Apr 2004

"Spinner" ist ein durchaus vergnüglicher Krimi von Ralf Kramp, der eine mysteriöse Mordserie in der Eifel aus der Sicht eines Mannes namens Herbie erzählt, der im wahrsten Sinne des Wortes "einen neben sich gehen" hat. Der unsichtbare Begleiter trägt den Namen Julius und ist für alle anderen Menschen unsichtbar. Da sich Herbie häufig mit Julius unterhält - beide benehmen sich zuweilen wie ein altes zänkischen Ehepaar, das nicht miteinander, aber auch nicht ohne einander kann -, gilt er in seiner Umgebung als Spinner.

Eines abends, als Herbie, der nicht nur Spinner, sondern auch Spanner ist, über den Hof hinweg seiner Nachbarin beim duschen zuguckt, wird er Zeuge eines Mordes. Jene Nachbarin aus dem Rotlichtmilieu wird brutal erstochen. Zusammen mit seiner süßen Cousine, mit der er auch eine kleine Liebesgeschichte durchlebt, geht er auf Mördersuche und bringt sich und seine Helferin natürlich in große Gefahr.

Die Geschichte an sich ist gut, die Konstruktion mit einigen überraschenden Wendungen nicht zu simpel, aber dennoch einfach zu durchschauen, so dass der Leser der Handlung jederzeit folgen kann. Das Personal ist gleichfalls überschaubar, ebenfalls die Orte der Handlung. Das ist ein Plus, das nicht jeder Krimi für sich in Anspruch nehmen kann.

Auf kriminalistische Feinheiten oder psychologische Tiefen wird man allerdings vergeblich hoffen. Nicht einmal andeutungsweise erklärt wird, warum Herbie "einen neben sich laufen" hat. Hätte er diese Macke nicht, die Geschichte könnte sich genauso entwickeln. Der eingebildete Julius hat also keinerlei Funktion außer jener, zur Unterhaltung beizutragen.

Und so kann man das Buch durchaus als gute Unterhaltung werten, ideal für eine Zugreise. Es ist aber kein Buch, das lange nachwirkt, nachdem die letzte Seite gelesen ist.

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Letzte Kommentare:
28.11.2016 12:05:50
A. Peters

Ich habe das Buch als Hörbuch bei der Autofahrt gehört. Die Geschichte ist flüssig und vergnüglich erzählt. Bei der einen oder anderer Stelle musste ich schmunzeln oder lachen. Zwar dauerte es ein paar Minuten bis ich mich an die Mundart der Eifel gewöhnt hatte, aber danach war es schnell ‚Normalität‘. Ähnliches hatte ich auch bei anderen Krimis, bei der mit Mundart gesprochen wurde. Für mich bedeute das, die Geschichte hat mich mitgenommen. Kein blutiger Psychothriller sondern ein Krimi den man nebenbei gut hören kann. Sympathische Protagonisten mit der einen oder anderen Schrulligkeit. Falls man sich mit den Gedanken während des Hörens abschweift, kommt an schnell wieder rein, wenn die Konzentration wieder voll da ist. Auf jeden Fall werde ich weitere Hörbücher von Ralf Kramp hören.

07.07.2008 16:40:00
Norbert Rolfes

Der erste Band der mit einigem Lokalkolorit in der Eifel spielende Reihe um den "Spinner" Herbie Feldmann ist ein höchst unterhaltsamer Krimi, der vor allem von seinen skurilen Figuren lebt. Dabei steht neben der Spannung, welche nicht zu kurz kommt, vor allem jede Menge schwarzer Humor im Vordergrund, was vielleicht an Ralf Kramps karrikaturistischem Background liegt. Der Roman liest sich flüssig und schnell. Durchaus sehr empfehlenswert!

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