Mordsand

Erschienen: Februar 2021

Bibliographische Angaben

- HC, 432 Seiten

- Bd. 4 [Elbmarsch]

Couch-Wertung:

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Carola Krauße-Reim
Langsam wird es öde

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Mär 2021

Mordsand ist der vierte Krimi aus der Serie rund um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Einmal mehr entführt uns Romy Fölck in die Elbmarschen, wo ein Skelett im Schlick gefunden wird, an Händen und Füßen gefesselt. Kurze Zeit später wird auf einer Nachbarinsel ein umstrittener Bauunternehmer tot aufgefunden, ebenfalls gefesselt. Frida, Bjarne und ihr Team von der Itzehoer Kriminalpolizei ermitteln. Dr. Torben Kielmann spielt ebenfalls eine tragende Rolle - und das nicht nur bei der Identifizierung des Skeletts, sondern auch in Fridas Leben ...

Atmosphäre zum Greifen nah

Ein großer Pluspunkt in den Krimis dieser Serie war schon immer die gekonnte Schilderung der Landschaft an der Elbe. Die Atmosphäre am Fluss, in den Obstplantagen und im flachen Marschland konnte Fölck stets so dicht schildern, dass man sich während der Lektüre leicht dorthin versetzen konnte. Auch dieses Mal schafft sie es, den Herbst in dieser Region anschaulich zu vermitteln: Die feuchte Kälte, die Regenschauer, der modrige Geruch am Wasser und die Einsamkeit der Elbinseln machen viel Stimmung und ziehen den Leser in die nicht ganz so gut gelungene Geschichte. Allerdings wäre eine beigefügte Karte des Gebietes gut gewesen, denn nicht jeder kennt sich blind in der Elbmarsch und ihren Inseln aus.

Die Charaktere treten auf der Stelle

Zwischen dem ersten und diesem vierten Band ist einige Zeit vergangen. Frida gehört fest zum Team der Kriminalpolizei, und sie und ihr Kollege Bjarne haben schon so einiges miteinander erlebt. Frida ist mittlerweile mit dem Gerichtsmediziner Dr. Kielmann liiert und Bjarne wohnt mit seiner Tochter zusammen, doch eine Entwicklung der beiden Figuren sucht man vergebens; sie agieren noch genauso wie am Anfang der Geschichten - ebenso alle anderen Personen, deren Kreis immer der gleiche ist und die nur durch direkt mit dem Fall verbundene Charaktere erweitert werden. Dabei ist Fridas Vater immer das Arbeitstier auf dem Hof; ihre Mutter bemuttert und bekocht alle mit gleichbleibender Begeisterung; ihre Freundin Jo ist gewohnt muffelig; und Boxtrainer Milan ändert sich auch nie. Alle Figuren sind extrem eindimensional: Wenn sie einmal gehandelt haben, weiß man, wie sie es weiterhin tun werden, denn Ecken und Kanten fehlen ihnen. Das nimmt den eigentlich guten Krimis viel an Schwung. Wenn dann auch noch die privaten Probleme und das Familienleben viel mehr Raum einnehmen als die Ermittlungen, ist der Ofen aus; Langeweile kehrt ein und die Gefahr besteht, dass die Geschichte zu einem wenig anspruchslosen Regio-Krimi verkommt.

Die Spur führt in die Zeit des Kalten Krieges

Die Spannung bewegt sich aufgrund der ausführlich geschilderten privaten Nebenschauplätze auf sehr sparsamen Niveau. Das können auch die durchaus packenden Rückblicke in vergangene Zeiten nicht ändern: In diesen Flashbacks wird das Leben eines Jungen in der DDR der 80er Jahre beschrieben, der erst im Waisenhaus, dann im Jugendwerkhof und zum Schluss sogar im geschlossenen Jugendwerkhof in Torgau war. Fölck hat sich eingehend mit diesen Institutionen befasst, die ihr als ehemalige DDR-Bürgerin nicht fremd waren. Ihre Recherche zeigt Zustände in diesen Anstalten, die haarsträubend waren; diese Passagen des Buches sind sehr intensiv und erschütternd. Dagegen sind die eigentliche Ermittlung zu den Morden und der Aufbau des Krimis nahezu langweilig: Die Arbeit der Polizei ist überschaubar und die Lösung bahnt sich schon bald an, wenn der endgültige Schluss auch so nicht ganz zu erahnen war. Mordsand ist so der bisher schwächste Krimi dieser Reihe. Die Verknüpfung der Morde mit dem Thema Jugendwerkhof in der DDR hätte eine wesentlich packendere Geschichte abgeben können.

Fazit

Mordsand, der vierte Band der Reihe, enttäuscht. Romy Fölck legt auf Kosten der Kriminalgeschichte und der Spannung zu viel Gewicht auf die privaten Seiten der Ermittler, die dann auch noch in ihrer Figurendarstellung sehr eingefahren sind. Da kann man nur hoffen, dass sich das im bereits angekündigte fünften Band (und in allen weiteren) ändert und die Tat und die Arbeit von Frida und Bjarne wieder im Mittelpunkt stehen werden.

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Letzte Kommentare:
15.04.2021 19:39:59
Gaby2707

Frida und Bjarne werden immer besser

So hatten sich Martin und Lenchen ihren Zeltausflug auf die Elbinsel Bargsand in der Unterelbe nicht vorgestellt. Finden sie hier am Strand einen Schädel, der wohl schon länger hier liegt, aber jetzt erst frei gespült wurde.
Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn, Kommissare der Kripo Itzehoe, sind schnell vor Ort und übernehmen den Fall. Die Leiche, wie die Gerichtsmedizin heraus findet eines männlichen Toten, lag hier über 30 Jahren, gefesselt an Händen und Füßen. Kurze Zeit später wird auf der kleinen Elbinsel Füürsand eine weitere, aber erst kürzlich in den Sand eingegrabene Leiche gefunden. Wen hat sich der Hamburger Bauunternehmer, der hier ebenso gefesselt wurde, wie der Mann von vor 30 Jahren, zum Feind gemacht? Hängen die beiden Fälle zusammen? Die Spuren gehen bald in Richtung eines Jugendwerkhofes, einer Erziehungsanstalt in der ehemaligen DDR.

„Mordsand“ ist schon der 4. Fall, den ich zusammen mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn aufkläre. Da ich die Beiden seit Beginn der Reihe sehr lieb gewonnen habe, ist es wie ein Besuch bei guten Bekannten, wenn ich wieder in Deichgraben, wo Frida bei ihren Eltern in der Marsch lebt, ankomme. Diesmal ist auch Jo, Fridas Freundin wieder mit dabei, die ich auch sehr gerne mag. Genau so wie Dr. Torben Kielmann, Fridas Freund, der mir hier einen riesigen Schrecken bereitet. Ich genieße es, die Entwicklung der Figuren mit zu erleben. Dadurch komme ich ihnen mit der Zeit immer näher. Romy Fölck schafft einen sehr guten Mix zwischen Privatem und dem neuen Fall.

Durch Rückblenden in die Vergangenheit, wo ein Junge bzw. junger Mann von dem, was er in diesen Jugendwerkhöfen der ehemaligen DDR erlebt hat, berichtet, wurde schnell klar, dass er irgendwie mit den Toten in Zusammenhang steht. Aber wer ist er? Was ich da zu lesen bekam, hat mich schon sehr mitgenommen und erschüttert. Ein Kapitel ostdeutscher Geschichte, von dem ich schon des öfteren gelesen habe und es jedes mal wieder nicht glauben kann, dass es solche Maßnahmen von Gewalt und Folter an Kindern und Jugendlichen wirklich gegeben hat.

Die Spannung baut sich langsam aber stetig auf. Meine Nerven sind froh, als sich die Ermittlungen nach vielen falschen Fährten, auf die ich mich habe locken lassen, und einigen für mich unvorhersehbaren Wendungen nachvollziehbar auflösen. Romy Fölck beweist einmal mehr, dass ein spannender Krimi auch ohne großes Blutvergießen und Gemetzel auskommt. Meinem Lesegeschmack kommt das sehr zugute.

Rita Fölck schafft es mit ihrem Erzählstil, meine Sinne anzusprechen. Ich meine den Wind, den Regen, den Nebel und die Kälte im Oktober spüren zu können. Ich kann das Schmatzen der Gummistiefel im Matsch hören. Und ich habe den Geruch von Brackwasser in der Nase. Ich fühle mich total hineingezogen in die Ermittlungen, nicht nur auf den kleinen Elbinseln.

Ein spannender Fall, eine höchst interessante Geschichte um die Jugendwerkhöfe der ehemaligen DDR und zumeist sympathische Menschen, denen ich hier begegne, machen dieses Buch zu einem, das ich sehr gerne gelesen habe.

03.04.2021 11:54:14
Venatrix

Auch in ihrem vierten Krimi rund um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Kriminalpolizei Itzehoe sorgt Autorin Romy Fölck für Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Ein junges Paar entdeckt auf der kleinen Insel Bargsand einen Totenschädel, der wie man wenig später zu einem 30 Jahre alten Skelett gehört, das sitzend aufgefunden wird. Zunächst deutet nichts auf Fremdverschulden hin, was sich spätestens bei der nächsten Leiche, die kurz darauf in ähnlicher Stellung gefunden wird, relativiert. Diesmal weiß man allerdings sofort, wer der gefesselt eingegrabene Tote ist. Es ist ein Baulöwe, der durch seine skrupellose Art mehr Feinde als Freund hatte.

Noch kann niemand einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten herstellen. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn tappen im Dunkeln. Die Spuren führen in die Jugendwerkhöfe der ehemaligen DDR und zu vier Jungen, die das Schicksal für immer auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden hat.

Meine Meinung:

Romy Fölck ist wieder eine tolle Fortsetzung gelungen. Besonders interessant sind die Schicksale der vier Jungs, die in den Jugendwerkhöfen zu angepassten Bürgern erzogen werden sollten. Doch statt Fürsorge erleben die Jungen Terror und Sadismus, der auch innerhalb ihrer Gruppe gelebt wird. Puh, ganz schön heftig!

Gut gefällt mir, dass die Krimihandlung und die privaten Seiten der Ermittler ausgewogen sind. Die Leser erfahren einiges aus dem Privatleben von Frida und ihren Eltern. Z.B. wie sie mit Mühe den Bauernhof ihrer Eltern vor dem Bankrott gerettet hat oder von Bjarne und seiner kranken Tochter. Auch das zarte Pflänzchen der Zuneigung zwischen dem Rechtsmediziner Thorsten und Frida ist elegant in die Handlung eingewoben. Die kratzbürstige Frida hat auch ihre empfindliche Seite. Sie kann sich gut in andere hineinversetzen und so findet auch ein ausgerissenes Mädchen Unterschlupf bei den Eltern auf dem Hof. Alle diese Nebenhandlungen sind perfekt in die Krimihandlung eingebettet und tragen zum Fortgang zu den Ermittlungen bei und sind nicht nur Beiwerk.

Das eine oder andere Mal habe ich mich fast auf den Holzweg führen lassen, denn zum einem hätte die eine oder andere Figur hätte wohl das Potenzial zum Täter gehabt, und zum anderen hat die Autorin recht geschickt Fallstricke und Sackgassen in die Story eingebaut.

Fazit:

Wieder eine gelungene Fortsetzung, die durch penible Recherche zu einem unrühmlichen Teil der DDR-Geschichte positiv auffällt. Aufgrund des wohldosierten Lokalkolorits und dem fesselnden Schreibstil, kann ich gerne 5 Stern vergeben.

30.03.2021 14:55:04
niggeldi

Vierter Fall für Frida und Bjarne

Im neuen Fall für das Elbmarsch-Team wird auf einer Insel ein im Sand vergrabener Toter entdeckt, der wohl vor dreißig Jahren umgebracht wurde. Kurz darauf wird in der Nähe ein Hamburger Bauunternehmer auf fast die gleiche Weise ermordet aufgefunden. Frida und Bjarne müssen davon ausgehen, dass beide Fälle zusammenhängen.

Das Cover passt zur Geschichte und zur restlichen Buchreihe.

Der Schreibstil ist wie immer flüssig zu lesen, doch die Spannung hat sich bei mir leider nicht eingestellt wie bei den vorherigen Teilen. Das Buch lässt sich zwar auch als Einzelband lesen, da der Fall in sich geschlossen ist, jedoch empfehle ich, die drei vorherigen Bände davor zu lesen, da man so mit dem Privatleben der Ermittler besser mitkommt. Mich konnte das Buch leider nicht so mitreißen wie bisher, die Polizei stochert irgendwie fast nur im Dunkeln herum und die Ermittlungen werden oft von privaten Nebenschauplätzen unterbrochen, was mir ein bisschen zu viel war. Die Aufklärung des Falls ist wenigstens rund und lässt keine Fragen offen.

Ich hoffe, der nächste Band wird wieder so aufregend wie die vorigen Fälle. 3 Sterne

12.03.2021 10:41:59
Darts

Frida Paulsens Leben verläuft gerade in friedlichen, angenehmen Bahnen. Sie wohnt mit ihren Eltern, in einer getrennten Wohnung, auf dem Paulsenhof. Mit Torben, dem Rechtsmediziner führt sie eine Fernbeziehung und ihre Freunde Milan und Jo möchten gerne den großen Stall mieten und zu einem Boxclub umbauen. So käme wieder Leben auf den Hof.
Da wird Frida zu einem Skelettfund auf Bargsand gerufen. Ca. 30 Jahre lag dieses vergraben im Schlick. Frida und ihr Kollege Bjarne Haverkorn von der Mordkommission in Itzehoe stehen erst einmal vor einem Rätsel. Als am nächsten Morgen auf der Nachbarinsel Füürsand auch noch der Leichnam von Kirsten, einem Hamburger Bauunternehmer gefunden wird, wird es noch komplizierter. Gehören die beiden Todesfälle irgendwie zusammen? Denn nach der Untersuchung des Skeletts und einer Altersschätzung müßten die beiden Männer ungefähr vom gleichen Geburtsjahr sein.
Romy Fölck hat mit Mordsand den vierten Band der Krimireihe mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geschrieben. Wieder im gewohnt flüssigen, spannenden Schreibstil. Für die Mordermittlungen braucht man keine Vorkenntnisse aus den ersten drei Fällen, aber um die persönlichen Strukturen besser zu verstehen, sind diese Vorkenntnisse schon wichtig. Besonders in der Hinsicht, dass sie einen großen Teil des Buches einnehmen.
Leider gibt es auch einen ernsten Teil in dieser Geschichte. Immer wieder gibt es Rückblendungen auf einen düsteren Teil der DDR Geschichte. Den Jugendwerkhof in Torgau; eingebaut als Erinnerungen eines der Jungen, welche dort in den 80er Jahren einsaßen.
Skelettfund, Mord, Privates und die Tagebucheinträge wurden von der Autorin zu einem spannenden, lesenswerten Kriminalroman zusammengefügt. Viele Spuren, einige verdächtige Personen lassen den Leser miträtseln. Leider gibt es bei den Ermittlungen einen einschneidenden Unfall bei einer der Hauptpersonen. Wie sich deren Gesundheitszustand entwickelt, erfahren wir hoffentlich im nächsten Band, welcher bereits ' in der Mache' ist.
Ich freue mich schon drauf, denn ich lese gerne Kriminalreihen, bei denen das Privatleben der Ermittler nicht zu kurz kommt und diese auch noch menschlich geblieben sind.

BEHIND THE DOOR
Der Raum. Die Tat. Das Rätsel.

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