Prost, auf die Erben

Erschienen: März 2021

Bibliographische Angaben

- TB, 356 Seiten

- Bd. 2 [Kommissar Tischler ermittelt]

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Thomas Gisbertz
Amüsanter Provinzkrimi für Zwischendurch

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Mär 2021

Ludwig Holzinger, ein erfolgreicher Bauunternehmer, wird in seiner Villa in Brunngries tot in seiner Badewanne aufgefunden. Was zunächst wie ein Unfall aussieht, entpuppt sich schnell als Mord. Hauptkommissar Tischler gerät unter Druck, denn ein Ferienort wie Brunngries kann diese Publicity überhaupt nicht gebrauchen - zumal das neu gebaute Chaletdorf kurz vor der Eröffnung steht.

Nur: Wer hat den Baulöwen umgebracht? Und warum wundert sich keiner darüber?

Hallodri und Bauunternehmer

Constantin Tischler, Hauptkommissar und neuer Dienststellenleiter von Brunngries, hat sich erst vor Kurzem von München in die beschaulichen Chiemgauer Alpen versetzen lassen. Doch auch in Oberbayern ist man vor Mord nicht gefeit. So bekommen es Tischler und sein Assistent, der etwas unbeholfene Polizeiobermeister Felix Fink, erneut mit einem kniffligen Mordfall zu tun: Diesmal hat es den „Holzinger Wickerl“ erwischt. Der hiesige Bauunternehmer war nicht gerade ein Kostverächter, was Frauen und wilde Partys betraf. Auch wenn ihn menschlich betrachtet kaum einer mochte - die Häuser wollten alle von ihm bauen lassen.

Ob Arbeiter, die kein Geld für ihre Arbeit im neuen Chaletdorf erhielten, Männer, deren Frauen mit dem „Wickerl“ fremdgingen, oder sein Halbbruder Thomas, der auf den Bauunternehmer alles andere als gut zu sprechen ist - Tatverdächtige gibt es im idyllischen Dorf genügend. Kein einfacher Fall für Hauptkommissar Tischler ...

Bestseller-Autor aus Freising

Friedrich Kalpenstein gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten Autoren des Edition M Verlags von Amazon. Bekannt geworden ist er durch seine unterhaltsame und humorvolle „Herbert“-Romanreihe, die seit 2015 in nunmehr sieben Bänden erschienen ist. Deren zweiter Teil, Wie Champagner, wird demnächst verfilmt.

Mit Prost, auf die Erben erscheint nun der zweite Band einer Krimireihe um Constantin Tischler und Polizeiobermeister Felix Fink. Der durchaus mutige Schritt in das Krimigenre gelingt Kalpenstein problemlos.

Als Stadtmensch bekommt es Hauptkommissar Tischler auch im zweiten Band mit den kauzigen, aber stets herzlichen Einwohnern des idyllischen Ortes Brunngries zu tun. Wie so häufig muss auch Tischler zunehmend erkennen, dass sich hinter der freundlichen Fassade des Ferienortes so manche Intrige, Amigo-Affäre und sogar Mordlust verbirgt.

Die Hörbücher werden im Übrigen von Helmfried von Lüttichau gelesen, der mit seinem bayrischen Dialekt den Figuren des Provinzkrimis erst richtig Leben einhaucht. Von Lüttichau ist hierzulande vor allem durch die TV-Krimiserie Hubert & Staller bekannt; nicht nur deswegen erinnert die bayrische Provinzkrimireihe von Friedrich Kalpenstein in ihrer Atmosphäre und inhaltlichen Gestaltung an die erfolgreiche Vorabendserie der ARD.

Amüsanter Schreibstil

Eines sei vorweg gesagt: Wer auf nervenaufreibende Spannung, atemberaubende Verbrecherjagden und düstere Atmosphäre hofft, der liegt hier vollkommen falsch. In der neuen Krimireihe von Autor Friedrich Kalpenstein geht es trotz Mord eher gemütlich und vor allem humorvoll zu; wenn man derlei Kriminalromane mag, wird man hier bestens bedient. Ob skurrile Typen, traditionelle Oberbayern, Ermittler, die noch am Rockzipfel der Mama hängen, oder Bürgermeister, die ihr ganz eigenes Verständnis von Ausschreibungen und Volksnähe besitzen: Kalpenstein liefert ein wahres Gagfeuerwerk und unterhält damit bestens.

Leider tritt dabei der eigentliche Fall auch schon einmal in den Hintergrund; Kalpenstein neigt manchmal dazu, seinen lustigen Einfällen und seiner Situationskomik mehr Platz als notwendig einzuräumen. Leser dieser Art von Kriminalromanen werden dies aber sicherlich verzeihen, weil es hier einfach um gute, kurzweilige Unterhaltung geht. Dies gelingt dem Autor auch mühelos, auch wenn er sich nahe an der Grenze zum Albernen bewegt. Wenn Tischler versucht, dem „Wiener Salonbeuschel“ (einer Raffinesse aus Kalbslunge mit Kalbsherz in einer Soße von Sardellen und Kapern) von Finks Mama zu entkommen, muss man ebenso herzhaft lachen wie über den Vorwurf von Luise Brand, Sekretärin der Dienststelle Brunngries, dass Tischler den einzigen vernünftigen Metzger des Ortes verhaftet habe - und das wegen einer Lappalie wie Mord.

Lokalkrimi mit viel Humor

Kalpenstein gelingt ein typischer Provinzkrimi. Der Kriminalfall wird phasenweise zur Nebensache, dafür besitzt der Roman viel Lokalkolorit und ein gemächliches, aber kurzweiliges Erzähltempo. Gern wird auch das ein oder andere Klischee über die ortsansässigen Bayern in die Handlung eingebunden, die wiederum mit viel Humor statt Action punktet. Wer gerne die Baltasar-Senner-Reihe von Wolf Schreiner (erschienen im Goldmann Verlag) liest oder Rita Falks Eberhofer-Krimis (dtv) mag, der wird auch Friedrich Kalpensteins neue Buchserie mit Begeisterung lesen. Mit den bekannten Provinzkrimi-Autoren braucht Freidrich Kalpenstein den Vergleich nicht zu scheuen.

Dennoch wäre es für die weiteren Bände sicherlich gut, wenn die Morde dieselbe Originalität aufweisen würden wie die Figurendarstellung. Dies wäre sicherlich ein weiterer Gewinn für die Reihe, deren dritter Band Prost, auf die Jugend bereits im August 2021 erscheinen wird.

Fazit

Regional- und Provinzkrimis gibt es mittlerweile zu Genüge. Dennoch ragt die neue Krimireihe von Friedrich Kalpenstein aus der breiten Masse hervor, weil der Autor über viel Humor verfügt und das richtige Händchen für die Eigenheiten und Schwächen der Dorfbewohner besitzt. Trotz vereinzelter Längen ein unterhaltsamer Kriminalroman - die perfekte Lektüre für die Osterferien.

Prost, auf die Erben

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