North of Paradise

Erschienen: Januar 2020

Bibliographische Angaben

Lotta Rüegger, Holger Wolandt (Übersetzung)

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Andreas Kurth
Agenten, Alligatoren und ein alter Stasi-Fuchs

Buch-Rezension von Andreas Kurth Jul 2020

Wenn im Stadtteil Little Havannain Miami zwei Exil-Kubanermit Autobomben getötet werden, kann das vieles bedeuten. Kämpfe unter den Kubanern, Angriffe aus der organisierten Kriminalität, eine Aktion des kubanischen Geheimdienstes. Mit Ludwig Licht, einst Doppel-Agent von amerikanischem und ostdeutschem Geheimdienst, soll eine erfahrene Straßen-Ratte ihre Nase in die Angelegenheit stecken. So wollen FBI, CIA und der private Sicherheitsdienstleister EXPLCO herausfinden, was da los ist - ohne sich wirklich die eigenen Hände schmutzig zu machen.

Kontaktperson für Ludwig ist ist einmal mehr Clive Berner, der schon zu Stasi-Zeiten sein Führungsoffizier bei der CIA war. Berner arbeitet mittlerweile für ein deutlich besseres Gehalt in der privaten Sicherheitsbranche, ist aber immer noch bestens vernetzt. Der inzwischen in Miami als kleiner Clubbetreiber lebende Licht braucht wie immer Geld, und nimmt den Job an - ohne zu ahnen, auf was er sich da eigentlich einlässt. Berner rät Licht, die Söldnerin Cathy Marcela anzuheuern, die bei einer früheren Aktion gute Dienste als Drohnen-Pilotin geleistet hat. Der Deutsche folgt dem Rat, und das Duo macht sich an die Mission - einschließlich der unkonventionellen Methoden, die beide bevorzugen.

“Interessante Vorgehensweise”, sagte Marcela, als Ludwig die Frau auf die Rückbank gesetzt und ihr den Sicherheitsgurt angeschnallt hatte. Dank der gefesselten Hände war jedes Entkommen unmöglich.
“Danke. Hast du was Beruhigendes?”
Wortlos zog Marcela eine Plastiktüte aus der Tasche. “Stets zu Diensten.” Sie reichte Ludwig zwei Tabletten.
Er beugte sich zu Esquivel nach hinten und riss das Klebeband ab. Anders als in Kinofilmen saß es ziemlich lose. Er zeigte ihr die Tabletten.
“Sie können es sich aussuchen”, sagte er gelassen. “Entweder Sie nehmen die, oder ich klebe ihnen den Mund wieder zu.”

Auch im dritten Teil der Ludwig-Licht-Reihe geht es wieder um politisch motivierte Gewalt und Kriminalität, es sind CIA, Exil-Kubaner, Russen und natürlich auch Kubaner im Boot. Dazu jede Menge Agenten, Idealisten und politische Spinner. Thømas Engsstrøm erzählt erneut eine spannende Geschichte, bleibt allerdings mit der Qualität etwas hinter den ersten zwei Bücher seiner kleinen Reihe zurück. Aber er hat einige komplizierte politische Implikationen eingebaut.

Und wie immer zeigt er Ludwig Licht als alten Stasi-Fuchs, der mit so ziemlich allen Wassern gewaschen ist. Nach dem spektakulären Prolog mit dem Attentat in Little Havanna ist die Geschichte zunächst wenig dynamisch, der Autor muss zunächst sein Personaltableau aufstellen und die Verhältnisse darlegen. Und all das in seinem zuweilen lakonischen Schreibstil. Wichtige Informationen gibt es dann schon mal eher en passant. Bemerkenswert fand ich bei der Lektüre, dass Ludwig Licht hier trotz aller Drecksarbeit, die er verrichten muss, als durchaus selbst-reflexiver Mensch dargestellt wird.

Der Schuss. Wie der Schlag des Richterhammers nach einem langen, fürchterlichen Prozess hallte er in der Schlucht wieder.
Schuldig.
Er ertrug es nicht, noch länger an diesem Ort zu verweilen, sondern kehrte wieder zu dem Seil zurück.
Erschöpft ließ er sich in die Hocke sinken und riss sich das Headset vom Kopf, nahm den Karabiner von der Schulter und schüttete sich einige Hände voll Wasser ins Gesicht. Dann legte er den Kopf in den Nacken und betrachtete das Himmelsgewölbe mit finsterer Miene. Er schloss die Augen und entfernte sich aus seinem Körper. Als er sie wieder öffnete, war leider alles wie zuvor.
Die Schlacht war gewonnen. Aber der Krieg?
Der Krieg hatte es nicht eilig.

Action und Spannung kommen am Ende nicht zu kurz. Allerdings hat sich der Autor auch einige dichterische Freiheiten genommen, die ich ihm allerdings verzeihe. Die Russen haben auf Kuba eine Abhöranlage installiert, und mit holographischen Mini-Festplatten will die CIA die Ergebnisse abschöpfen. Ich werde das hier nicht eingehender schildern, aber da hat sich der Autor technischen Unsinn einfallen lassen. Macht nix, für die Geschichte ist es gut, und am ende ist spannende Unterhaltung gefragt, und nicht Präzision wie bei einem Sachbuch. Richtig gefallen hat mir dann das mehr als spektakuläre Finale auf Kuba.

Fazit:

Die Bände der Ludwig-Licht-Reihe spielen alle an verschiedenen Orten, bauen aber aufeinander auf. Es macht im Grunde wenig Sinn, sie einzeln und ohne Kenntnis der Vorgänger zu lesen. Und leider muss ich feststellen, dass “North of Paradise” der bislang schwächste aus der Reihe ist. Das bedeutet aber nicht viel, denn hier wird immer noch gute Unterhaltung geboten. Es ist durchweg spannend - und Ludwig Licht ist ein spezieller Protagonist, den man gerne begleitet. Da nimmt man als Leser auch kleinere Schwächen in Kauf.

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Letzte Kommentare:
31.07.2020 22:27:32
Der Waldschrat

Oh je, da schwafelt wieder einmal ein Autor in einem "Pseudo politischem Sumpf", ein Doppelagent der Stasi und dann das CIA, sehr frei recherchiert aber wer weiß, vielleicht sieht sich der Autor ja eher im Bereich der Fantasy... Und nicht zu vergessen, ostdeutscher Geheimdienst bedeutet "linke Mauermõrder und Volksfeinde..."
Ja nun, politisch motivierte Gewalt ist ja nun nicht wirklich neu und aufregend, es wäre nur mal ein Fortschritt, wenn Autoren realitätsnah schreiben würden und endlich mal Rückgrat beweisen würden indem man die Gefahr ganz klar links positioniert. Aber dies ist ja nicht erwünscht und würde Menschen eventuell zum Nachdenken anregen.
Wie dem auch sei, der Autor liefert biedere langweilig in der Masse untergehende Kost.

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