South of Hell

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

Lotta Rüegger (Übersetzung), Holger Wolandt (Übersetzung)

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Andreas Kurth
Ein ausgebuffter Doppelagent aus Ostberlin rettet auch noch Amerika

Buch-Rezension von Andreas Kurth Apr 2020

Thomas Engstrøm hat ein Faible für bisweilen kryptisch anmutende Kapitelüberschriften. In “South of hell”, dem zweiten Teil seiner Reihe um den ehemaligen CIA/Stasi-Doppelagenten Ludwig Licht aus Ostberlin, folgt auf den Prolog das Kapitel “Opus 14 minus 19 Tage - Die subtile Begabung”. Was Opus denn ist, erfährt der Leser erst ganz am Schluss der rasanten und mitunter verstörenden Geschichte. Dafür geht es immerhin mit vertrauten Figuren los. Clive Berner, genannt GT, als Chef der Berliner CIA-Station der damalige Führungsoffizier von Ludwig Licht, ist jetzt bei einer privaten Sicherheitsfirma. Er verdient dreimal soviel wie im Staatsdienst, aber die Jobs sind ähnlich schmutzig.

Es geht darum, dass der Selbstmord eines 18-jährigen Junkies mit einem Politiker in Verbindung gebracht wird, der gerade mitten im Senats-Wahlkampf steht. Pikanterweise handelt es sich um Ron Harriman, der zu Berners Zeiten der US-Botschafter in Berlin war - und die beiden waren nicht gerade beste Freunde. Dennoch bittet Harriman den früheren Geheimdienstler um Hilfe, denn bei allen persönlichen Differenzen schätzt er dessen fachliche Expertise - und er hat offenbar auch keine andere Wahl.

Berner wiederum hält mehr als große Stücke auf Ludwig Licht, den er für den geeigneten Ermittler hält, um die Hintergründe der ganze Affäre in Amerika aufzuklären. Die beiden haben in den anderthalb Jahren seit dem Blutbad in der syrischen Botschaft in Berlin, mit dem der erste Band der Reihe endete, nichts voneinander gehört. Dennoch bietet GT Ludwig jetzt einen überaus lukrativen Job in den USA an. Nach minimalem Zögern kann der chronisch klamme Licht dem Geld nicht widerstehen, und macht sich auf den Weg.

Licht infiltriert eine Truppe von Preppern, Waffennarren und Anti-Semiten

Die Recherchen des deutschen Alt-Agenten gestalten sich dann jedoch ziemlich kompliziert. Es zeigt sich schnell, dass die Gegenkandidatin von Harriman, die Republikanerin Gwen Heart, mit überaus obskuren Figuren zusammen arbeitet. Melvin Klace, ein Rechtsradikaler reinsten Wassers, führt eine mehr als bunt zusammengesetzte Polit-Sekte, die er auf seiner ausgedehnten Ranch in Pennsylvania versammelt. GT und seine Mitarbeiter sowie der eingeflogene Ludwig Licht sehen keine Chance, an die Hintergründe des Vorgangs heranzukommen - es sei denn, Licht gelingt es, undercover in die Truppe von Preppern, Waffennarren und Anti-Semiten einzudringen.

Der ausgebuffte Ostberliner, bei dem ich wegen der Verfilmung von “West of Liberty” immer noch Wotan Wilke Möhring  vor Augen habe,  zeigt aber auch auf ungewohntem Terrain, was für ein ausgebuffter Schweinehund er doch ist. Er dringt nicht nur in die Organisation von Klace ein, die eine Bandbreite von harmlosen Spinnern bis zu Angehörigen des Ku-Klux-Klans zeigt, sondern er deckt auch noch eine weitreichende Verschwörung auf.Thomas Engstrøm hat sich hier einen wirklich spannenden Plot ausgedacht.

Ludwig Licht ist ein ausgekochter Schweinehund

Ludwig Licht ist der unbestrittene Star der Erzählung - wie schon im ersten Band der Reihe. Clive Berner und seine Mitarbeiter, aber auch die Bösewichter um Klace und Heart sind interessante Nebenfiguren, aber eben nur Nebenfiguren. Immerhin erfüllen sie alle ihre wichtige Funktion in der Geschichte. Also ist es weitgehend die One-Man-Show des Ludwig Licht. Aber in der ungewohnten Umgebung kann ich mir die Figur nur schwer vorstellen. Doppelagent für CIA und Stasi in Berlin, im Nachkriegsberlin in der ganzen Metropole unterwegs - das hat gepasst. Jetzt muss sich Licht zwischen den ganzen rechten Spinnern in Pennsylvania behauptet. Das funktioniert, weil er ein ausgekochter Schweinehund ist, wie der Leser schon aus dem ersten Band weiß - ist aber gewöhnungsbedürftig.

Die beiden Politiker Harriman und Heart treten nur am Rande auf, der wirkliche Bösewicht ist Klace, flankiert von einigen bösen Jungs und Mädchen. Da gibt es auch so einigen überraschende Wendungen, Thomas Engstrøm zeigt, dass er Geschichten gut und spannend erzählen kann. Das Setting hätte ich mir etwas raffinierter und intensiver gewünscht. Die Ranch, der See, die Wälder - das hätte man stärker in die Geschichte einbauen können. So ist der Plot sehr dialogbasiert, der Aufmarsch von Preppern, Rechtsradikalen und Ku-Klux-Klan wird eine wenig en passant geschildert. Dafür punktet der Autor im dramatischen Finale, das in der Hauptstadt Washington stattfindet, und keine Wünsche offen lässt, sondern eines Thrillers würdig ist.

Fazit:

Zu “West of Liberty” habe ich geschrieben, die “Jagd der CIA auf die Whistleblower dürfte in der geschilderten Form ziemlich nahe an der Realität sein.” Das sehe ich hier anders. Zwar gibt es solche Truppen wie die geschilderte Anhängerschaft von Klace in den USA sicherlich, aber dass private Sicherheitsdienste in dieser Form eingreifen, und so fast Wahlkämpfe entschieden werden? Aber wer weiß das schon so genau? In den USA des Donald Trump scheint leider vieles möglich. Auf jeden Fall ist “South of Hell” ebenso unterhaltsam wie der Vorgänger-Band - nur das Setting ist eben gewöhnungsbedürftig. Insgesamt wieder ein lesenswertes und hochspannendes Buch.

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