Der Verräter

Erschienen: September 2019

Bibliographische Angaben

Daniela Stilzebach (Übersetzung)

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Carola Krauße-Reim
Der letzte Fall für Beier und Iqbal

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Nov 2019

Nach „Der Hirte“ und „Der Bote“ ist „Der Verräter“ der letzte Band in der Trilogie rund um die Osloer Ermittler Frederik Beier und Kafa Iqbal.

Ein Mitarbeiter des norwegischen Verteidigungsministeriums wird zusammen mit seiner Freundin ermordet. Auf dem Auto des Opfers prangt das Wort „Verräter“. Kurz darauf verschwindet eine Journalistin, die sich für den Toten und seine streng geheime Arbeit interessiert hat. Die Aufklärung dieses Falles wird für Beier und Iqbal immer persönlicher. Sie kommen einem Politskandal auf die Spur, der nicht nur Norwegen, sondern sie ganz persönlich in Gefahr bringt, und mit ihrer beider Vergangenheit eng verknüpft ist.

Baier und Iqbal laufen wieder zur Höchstform auf

Wer die beiden Vorgänger zu diesem Buch nicht kennt, könnte einige Schwierigkeiten mit den Personen haben. Johnsrud charakterisiert seine Protagonisten nicht aufs Neue, sondern durch immer wieder eingestreute Rückblicke. Das dürfte zwar dem Neueinsteiger reichen, macht es dem Kenner der Serie aber leichter, weiß er doch, dass Beier ein introvertierter Mann mit schwierigen Familienverhältnissen und Drogenvergangenheit ist, und dass Iqbal pakistanische Wurzeln hat, und dass beide sich erst zusammen raufen mussten um als Team zu arbeiten.

Auch in „Der Verräter“ müssen die beiden so einiges einstecken, physisch wie psychisch, denn es zeigt sich, dass sie direkt involviert sind und nicht nur außenstehende Ermittler bleiben. Johnsrud schafft es, dem Leser die Gewissenskonflikte anschaulich zu vermitteln. Wem kann man trauen? Wer ist der Kollege wirklich? Welche Geheimnisse tragen die anderen mit sich herum, was wird verschwiegen und, was ist überhaupt die Wahrheit? Obwohl Beier und Iqbal an einem Strang ziehen sollten, wird schnell klar, dass jeder für sich arbeitet, sie sich nicht mehr vertrauen, und jeder versucht, seine persönliche Beteiligung an dem Fall zu vertuschen, denn alles deutet auf einen Politskandal riesigen Ausmaßes hin.

Nordic-Noir vom Feinsten

Dieser Thriller hat alles was es braucht um Spannung zu erzeugen. Eine Geheimorganisation, die so mächtig ist, dass sie über Leichen geht und die Politik beeinflussen kann. Korrupte Politiker, die ihr dreckiges Geschäft verstehen und sich gegenseitig beharken. Polizeibeamte, die von der Vergangenheit eingeholt werden, und ansonsten überall mehr oder weniger tragische Schicksale. Johnsrud erzählt das alles auf gewohnt hohem Niveau und fesselt den Leser dabei mit immer neuen Wendungen und ungeahnten Erkenntnissen.

Nach „Der Bote“ ist dieser Thriller weniger verschachtelt und kompliziert, aber nicht weniger spannend. Es braucht ein wenig Geduld um in die Geschichte zu finden, doch dann erwartet den Leser Nordic-Noir vom Feinsten. Immer wieder setzt der Autor neue Spannungsmomente, die durch längere stillere Phasen unterbrochen werden. Die sind manchmal etwas zu ausufernd und können dadurch das Tempo aus der Geschichte nehmen, doch wenn man gerade glaubt, das Buch würde langweilig, kommt der nächste Knaller und man ist gleich wieder gefesselt.

Alle losen Enden aus der Reihe werden verknüpft

„Der Verräter“ nimmt die Geschehen aus den beiden Vorgängerbänden wieder auf und verknüpft alle losen Enden zu einem Ganzen, das es in sich hat. Hierbei ist nicht alles unbedingt logisch, und die Helden halten wieder einmal mehr aus als jeder „Ottonormalverbraucher“, aber das kennt man von Johnsrud ja schon und es ist auch nicht so übertrieben, dass es den Lesespaß nimmt. Der Epilog zeigt dann noch einmal ganz explizit, wie undurchsichtig Politik sein könnte,  und wie der Leser mitsamt den Ermittlern falsch liegen kann.

Man muss die beiden ersten Teile der Trilogie nicht kennen, um der Handlung folgen zu können. Geschickt wird Vergangenes in Aktuelles eingebunden. So erlebt der Leser noch einmal die Schrecken des Solro-Massakers und die Bedrohung durch einen Virus. Zum Schluss ist scheinbar klar, wie alles zusammen hängt, wobei man sich doch nicht des Eindruckes erwehren kann, dass manches vom Autor so gebogen wurde, dass es gepasst hat.

Gerade, was Kafa Iqbal betrifft, ist die Logik etwas zu oft außen vorgelassen worden, als dass ihre Geschichte glaubhaft wäre. Aber – es ist eine Thriller-Trilogie und kein Sachbuch. Und, wenn der Leser zum Schluss Abschied nehmen muss von Beier und Iqbal, ist es trotz allem ein wenig traurig, denn Logik hin oder her, spannend und menschlich war es immer mit den beiden.

Fazit:

„Der Verräter“ ist natürlich ein Muss, wenn man das ungleiche Ermittlerduo Beier und Iqbal kennt. Aber auch jeder Neueinsteiger wird nicht enttäuscht sein von dem was ihm präsentiert wird. Menschliche Schicksale, politische Abgründe, globale Bedrohungen und Politskandale garantieren Spannung auf den immerhin mehr als 660 Seiten.

Zum Schluss noch eine Anmerkung an den Verlag: Sehr bedauernswert ist die Verwendung des Begriffes „Zigeuner“, gerade im Zusammenhang mit dem Holocaust. Ich vermisse die political correctness, aber noch mehr die Sensibilität von Autor, Übersetzer, Lektor und Verlag.

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