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Thomas Gisbertz
Mord im Vogelsberg

Buch-Rezension von Thomas Gisbertz Mai 2020

Ein Mann liegt nackt auf einem kahlen Felsen, mitten im Nirgendwo, sein Körper verstümmelt. Ihm wurde das Wort „Verrat" auf die Brust gebrannt, sein Kopf offenbar von Wildtieren angenagt, so dass er nicht zu identifizieren ist. Die Symbole auf seinem Körper und die Art der Tötung lassen auf einen Ritual-Mord schließen, doch dann stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um den Bürgermeister einer Gemeinde handelt, in der ein Windpark gebaut werden soll.

Hat der Mord mit diesem umstrittenen Projekt zu tun? Kommissar Ralph Angersbach beginnt zu ermitteln und stößt bald an seine Grenzen, vor allem als eine weitere Leiche auftaucht.

Ritualmörder oder Windkraftgegner?

Nachdem die Mordkommission Bad Vilbel aufgelöst wurde, wird Ralph Angersbach zurück nach Gießen abkommandiert, während es Sabine Kaufmann bereits vor einem Jahr zum LKA Wiesbaden zog. Daher bekommt es Angersbach nun alleine mit einem Leichenfund im Wald bei Fuchshain zu tun. Auf einem vorchristlichen Opferstein liegt der bis zur Unkenntlichkeit zerschlagener Körper des Bürgermeisters Martin Lubitz.

Anscheinend plante er, zusammen mit der Rückenwind-AG einen Windpark zu errichten. Gegen dieses Vorhaben regt sich schon seit Jahrzehnten Widerstand in der Dorfgemeinschaft. Wie Angersbach bei den Ermittlungen herausfindet, gab es bereits vor 20 Jahren einen ähnlichen Todesfall. Der erfahrene Kommissar erkennt, dass er Hilfe vom LKA benötigt. In seiner Not wendet er sich an seine ehemalige Kollegin Sabine Kaufmann, die ihren Urlaub abbricht, um Angersbach zu unterstützen.

Gemeinschaftsarbeit zweier Autoren

Wie bereits bei „Sühnekreuz“, dem bis dato letzten Band der Angersbach-Kaufmann-Reihe, erhielt Daniel Holbe auch bei „Totengericht“ Unterstützung von seinem Schriftstellerkollegen Ben Tomasson, mit dem Holbe seit längerem beruflich und freundschaftlich verbunden ist. Diese Zusammenarbeit hat sich nun eingespielt. Gab es im letzten Band noch Logikschwächen und Probleme bei der Figurendarstellung, so ist „Totengericht“ handwerklich ein gelungener Kriminalroman.

Daniel Holbe, der seit Jahren bereits die Julia-Durant-Reihe des verstorbenen Andreas Franz fortsetzt, feiert auch ein Jubiläum. Seit nunmehr zehn Jahren ist er als Autor tätig. Der fünfte Band um das Duo Angersbach und Kaufmann, „Blureigen“, soll im Dezember erscheinen. Dann wird Ben Tomasson auch auf dem Cover als (Co-)Autor genannt werden.

Bekannte Thematik

Man kann über die Themen in Kriminalromanen bestens streiten. Wirklich neu sind die Aufhänger meistens nicht. Das gilt auch für den aktuellen Roman von Daniel Holbe. Ermittlungen und Morde im Umkreis einer Bürgerinitiative, die gegen einen geplanten Windpark in Hessen kämpft, kennt man bereits aus Nele Neuhaus‘ Roman „Wer Wind sät“. Ähnliches gilt für den Sagen-umwobenen Opferstein, der in der Kriminalliteratur nicht neu ist. Aber was Holbe und Tomasson daraus machen, ist ein durchaus gelungener Krimi. Außerdem ist es absolut legitim und nachvollziehbar, bekannte Motive aufzugreifen. Leider nutzt das Autorenduo das Motiv des Opfersteins in ihren Roman zu wenig, da sie es - und das wird früh deutlich - nur als Aufhänger nutzen.

Während der Fall eher schleppend anläuft, gewinnt er im Verlauf deutlich an Dynamik, wenn das Duo Angersbach und Kaufmann wieder vereint ist. Bis dahin hat man etwas den Eindruck, dass nicht der Mordfall, sondern die Suche nach einer neuen Bleibe für Ralph Angersbach im Vordergrund steht. Als nach etwa 100 Seiten Sabine Kaufmann als Unterstützung naht, nimmt die Handlung allmählich Fahrt auf und man darf sich als Leser auf ein wendungsreiches Ende freuen. Leider ist das nicht unbedingt überraschend, was mit der Auswahl der Verdächtigen und ihrer Darstellung zu tun hat. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Eigenwillige Charaktere

Die Figurenauswahl ist in den Romanen von Daniel Holbe immer recht eigenwillig. Waren es im letzten Band doch recht stereotype Figuren, so findet man diesmal kaum „normale“ Protagonisten. Man bekommt es unter anderem mit einer sektenartigen Gruppierung, Elfenbeauftragten, einer Mittelalterkommune und einer Dreier-Liebes-WG auf einem Bauernhof zu tun. Diese Auswahl muss man nicht unbedingt mögen, sie hat aber durchaus ihren Charme. Zumindest bietet dieses Personaltableau genügend Raum für Humor und überraschende Wendungen.

Holbe bietet wirklich ein Sammelsurium ausgefallener Figuren, die mitunter auch unterhalten können. Insgesamt verlässt sich der Autor aber zu sehr auf deren Unterhaltungswert, sodass der Roman erst nach und nach Spannung aufkommen lässt, auch wenn der Täter von Anfang an äußerst brutal vorgeht.

Fazit: 

Daniel Holbe und Ben Tomasson gelingt ein kurzweiliger, aber erst allmählich spannend werdender Kriminalroman mit eigenwilligen Figuren. Der Roman hat durchaus seinen Unterhaltungswert. Im Vergleich zum Vorgängerband ist er handwerklich gelungen. Das Autorenduo scheint sich allmählich einzuspielen. Insgesamt ist „Totengericht“ nicht nur für Fans des Autors lesenswert.

Totengericht

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