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Carola Krauße-Reim
Gewaltexzesse, Grausamkeiten - aber keine Spannung

Buch-Rezension von Carola Krauße-Reim Jun 2019

„Der Seelenhirte“ ist der dritte Fall für Hauptkommissarin Klara Frost. In gewohnt distanzierter Manier muss die „Exorzistin“ einen Serienmörder finden, der seine Opfer auf grausame Weise hinschlachtet. Und genau hier liegt der Schwachpunkt dieses Thrillers. Die geschilderten Gewaltszenen erzeugen keine Spannung, sondern Abscheu. Sicher sieht das die erkleckliche Fangemeinde des Autors anders. Doch für mich, und Rezensionen geben nun mal die subjektive Meinung des Rezensenten wieder, muss ein Thriller vielschichtig sein, auf mehreren Ebenen spielen, seine Spannung aus Handlungen und Dialogen und nicht zuletzt den Protagonisten selbst ziehen. All das habe ich hier schmerzlich vermisst.

Eine tätowierte Hauptkommissarin und ein Praktikant mit vielen Befugnissen

Klara Frost ist reich, wohnt in einem Hotel, raucht auch in raucherfreien Zonen wie ein Schlot und ist von oben bis unten tätowiert. Ich mag ungewöhnliche und nicht angepasste Charaktere, doch sie müssen auch realistisch sein. Schon allein die Tatsache, dass sie qualmen kann, wo sie will und nicht nur, wo sie darf, ohne auch nur einmal Ärger zu bekommen, ist unwahrscheinlich. Dass sie dann auch noch wenig versteckte Tatoos hat, ist noch weniger plausibel, sind die doch bei der sächsischen Polizei verboten. Auch ihr ansonsten selten angepasstes Verhalten ist für eine hochrangige Polizistin nicht angebracht und würde auch nicht toleriert. Die Individualität der Protagonistin hätte man auch auf andere Weise unter Beweis stellen können.

Dass Praktikanten, nach Ansicht des Autors, bei der Polizei gleich zu Tatorten dürfen und auch darüber hinaus wesentlich mehr Befugnisse haben als Kaffeekochen und Akten sortieren, halte ich ebenfalls für sehr weit hergeholt. Hier wäre weniger mehr, und vor allem realistischer gewesen, sowohl was die ungewöhnliche Polizistin als auch ihren fragwürdigen Praktikanten betrifft.

Platte Dialoge und eine vor Blut triefende Handlung

Der Prolog hat Hoffnung auf einen durchaus spannenden Thriller gemacht. Doch gleich das erste Kapitel hat gezeigt, dass es hier mehr um abgeschlagene Köpfe, aufgeschnittene Menschen und sonstige Widerwärtigkeiten getränkt in literweise Blut geht. Anscheinend hält es Elias Haller wie sein fiktiver Autor Israel, der sagt „Meine Thriller sind handlungsgetrieben, mir geht es weniger um die Personen, sondern vielmehr darum, den Leser durch ständige Wendungen, Cliffhänger und Schockmomente in Atem zu halten“.

Na ja, Wendungen und Cliffhänger gibt es nicht wirklich, dafür aber reichlich Schockmomente. Kaum tut sich ein neuer Tatort auf, weiß der Leser, dass es wieder grausam zugerichtete Menschen geben wird und, dass Blut ein Hauptbestandteil der Szenerie ist. Nur in Atem halten tat er mich so nicht. Wenn man schon eine ausgefeilte Handlung zugunsten von Brutalität abschreiben muss, hätten ja wenigstens die Dialoge das Niveau retten können.

Doch weit gefehlt. Diese sind so platt und aufgesetzt cool, dass sie zum Rest der Geschichte passen. Was dann auch noch als Lösung präsentiert wird, ist so unglaubwürdig, dass auch der Schluss das ganze nurmehr abrundete und ich froh war das Buch aus der Hand legen zu dürfen.

Fazit:

Ohne die ständigen Gewaltexzesse und Grausamkeiten, dafür mit besseren Dialogen und ausgefeilteren Charakteren hätte „Der Seelenhirte“ durchaus ein gelungener Thriller sein können, denn die Verquickung von Kirche, Sünden und Morden ist immer für Spannung gut. Doch so ist eine abstoßende Geschichte herausgekommen, die sich lediglich von einem Schockmoment zum nächsten bewegt. Den eigenen Anspruch, „menschliche Abgründe“ zu zeigen, hat der Autor leider in zu viel Brutalität, Blut und anderen Körpersekreten ertränkt.

Der Seelenhirte

Der Seelenhirte

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Letzte Kommentare:
19.06.2019 09:14:12
TGerwert

Klappentext:
Klara Frost ermittelt wieder: Der dritte Fall der Leipziger Hauptkommissarin von Kindle-Bestsellerautor Elias Haller.
Er sieht sich als der gute Hirte und findet jedes böse Schaf.
Auf dem Hof eines Schafzüchters bietet sich ein grausames Bild: Die komplette Familie wurde ausgelöscht, ein Teil der Opfer mit einem Schwert enthauptet. Von der Brutalität am Tatort ist nicht nur die sonst so abgeklärte Kriminalhauptkommissarin Klara Frost erschüttert, sondern die gesamte Mordkommission.

Zum Autor:
Elias Haller, Jahrgang 1977, lebt in einer sächsischen Großstadt. Den Zündstoff für seine packenden Thriller bezieht er aus seiner beruflichen Erfahrung mit Rechtsbrechern und deren Opfern. Seine Leidenschaft fürs Schreiben ermöglicht es ihm, kaltblütige Mörder und tragische Helden aufeinander los zulassen, ohne dabei ein schlechtes Gewissen zu haben.

Zum Buch / Meine Meinung:
Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Anders lässt es sich nicht beschreiben!
Es war mein erstes Buch von Elias Haller und es wird sicher nicht mein letztes sein!
Die Ermittlungen im Buch werden von Klara Frost geleitet ein echt schräger aber sympathischer Charakter deren beiden ersten Fälle ich bis jetzt nicht gelesen habe.
Der Autor versetzt und ins die Welt eines besonders blutigen Serienkillers. Hier muss man aber ganz klar sagen, dass es kein sinnloses blutiges Gemetzel ist, sondern es dem Autor gelingt sich sehr geschickt entlang der Grenzen zwischen spannende Erzählung mit blutigen Elementen und dem „zu viel an Blut“ bewegt.
Obwohl man hautnah dabei ist, ist es nicht leicht den Täter zu identifizieren, denn es werden viele Finten gelegt und Wendungen geschaffen, die einem wie Sand die Verdächtigen durch die Finger rinnen lassen.
Die Saat beim Leser legt Elias Haller bereits zum Einstieg in den Roman mit dem Prolog durch den Fund einer alten Handschrift durch einen Jugendlichen. Weiter geht es von Opfer zu Opfer des Seelenhirten, der ein perfides Spiel mit seinen Opfern treibt. Der Schreibstil ist dabei sehr flüssig und angenehm lesbar. Hierdurch kann man sich problemlos in die beschriebenen Szenen versetzen und dadurch ganz intensiv in die spannende Handlung eintauchen
Klara Frost, die Protagonistin ist sicherlich eine der schrägsten Ermittlerinnen in der deutschen Thrillerlandschaft, nicht nur durch ihr Äußeres sondern schon mit der Tatsache, dass sie Lindenberg-like in einem Hotel wohnt und ihr die Kollegen und Kolleginnen ziemlich „schnuppe“ sind. Und doch hat sie auch Seiten an sich, die sie sympathisch machen. Zum Beispiel wenn sie sich wie im Buch um ihren jungen Kollegen Oli P. kümmert nachdem dieser auch Bekanntschaft mit dem Seelenhirten machen durfte.
Was mir persönlich neben dem Haupthandlungsstrang gut gefiel, war zum einen der „Nebenkriegsschauplatz“ einer Internetsexanzeige von Klara und die damit aufkommenden Verwicklungen und die „Buch im Buch Sequenzen“.
Fragt man sich anfangs noch, warum so viel aus einem Thriller eines Leipziger Autors in das Buch einfließt, schließt sich diese Erkenntnis zum Ende des Buches und man ärgert sich ein wenig, ob man doch konzentrierter diese Passagen hätte lesen sollen um ggf. Hinweise auf den Mörder zu bekommen.
Diese Passagen bieten aber auch gleichzeitig ein wenig „Entspannung“ von der ansonsten sehr aufregenden Haupthandlung und spielen doch eine wichtige Rolle in derselben.
Für mich ist dieses Buch absolut die Thrillerentdeckung des Jahres und der Autor hat mich auf jeden Fall als neuen „Fan“ gewonnen. Auf jeden Fall werde ich mir die beiden anderen Frost-Bände besorgen und sicher auch in seine andere Reihe reinschnuppern.

Absolut top und gebe hier sehr gern die Höchstpunktzahl und lege das Buch jedem Thrillerfan ans Herz!

27.05.2019 10:49:42
leseratte1310

Klara Frost ist erschüttert, als sie sich den Tatort auf dem Hof eines Schafzüchters anschaut. Die ganze Familie wurde brutal ermordet, einige Mitglieder der Familie wurden sogar mit einem Schwert enthauptet. Doch bei diesem Massaker bleibt es nicht, denn schon bald gibt es einen Doppelmord. Dann zeigen sich Parallelen zwischen den tatsächlichen Taten und denen im Buch eines Krimiautors. Der Seelenhirte sucht sich als Opfer die Menschen, die mit den Kardinalstugenden nichts zu schaffen haben und seiner Meinung nach verderbt leben. Während Klara noch im Boch nach weiteren Hinweisen sucht, macht der Seeelenhirte weiter.
Dies ist nach „Der Augenmacher“ und „Der Todesschöpfer“ der dritte Thriller mit der Leipziger Hauptkommissarin Klara Frost. Ich kannte die Vorgängerbände nicht, was aber nichts ausmacht. Da ich Elias Hallers Kriminalhauptkommissar Erik Donner aber kenne, ahnte ich schon, dass es blutig und brutal wird. Also nichts für schwache Nerven, aber zum Glück blitzt hin und wieder auch Humor auf, was das Ganze erträglicher macht.
Es ist eine etwas merkwürdige Geschichte, welche die Abgründe drastisch hervorholt, die in Menschen stecken können.
Klara Frost ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, dafür ist sie zu exzentrisch, aber sie hängt sich in ihre Fälle hinein. Regeln befolgt sie nicht unbedingt, wenn die ihr im Weg stehen. Aber auch privat macht ihr jemand das Leben schwer. Aber auch die anderen Personen sind gut und individuell gezeichnet. Unterstützung erhält Klara dieses Mal durch den Praktikanten Oli P., der mir gut gefallen hat.
Es gab eine Reihe von Verdächtigen, aber bis zum Ende war ich mir nicht sicher, wer denn diese Blutspur durch Leipzig zieht und wurde letztendlich dann überrascht.
Ein sehr spannender, aber auch blutiger Thriller.