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Birgit Stöckel
Gelungene Protagonisten, Spannung und Humor

Buch-Rezension von Birgit Stöckel Jan 2020

Jonathan Kirchhoff hat Geld im Überfluss - und einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Wenn er das Gefühl hat (oder einen entsprechenden Tip von einem Informanten bekommt), dass die Kripo mit einem ungewöhnlichen Fall zu tun hat, in dem sie nicht weiterkommt oder in dem sich Ungereimtheiten verbergen, greift er ein und auf die Hilfe seines Freundes Nik Pohl, eines ehemaligen Kripo-Beamten, zurück.

Die Entführung der 14-jährigen Greta Grohnert ist so ein ungewöhnlicher Fall: Nicht nur wird der Fahrer der Familie bei der Entführung kaltblütig und gezielt erschossen, es geht auch zunächst keine Lösegeldforderung ein. Als diese dann letztendlich doch eintrifft, ist sie alles andere als überzeugend. Die Polizei und Nik ermitteln in völlig unterschiedliche Richtungen, als weitere Jugendliche verschwinden…

Keine neue Idee, aber größtenteils gut umgesetzt

Bei Krimis stellt sich ja meistens nicht die Frage, ob die Grundidee innovativ oder einzigartig ist, sondern ob die Umsetzung gelungen ist. So greift Hartung mit der Entführung einer Jugendlichen auch ein altbekanntes Motiv auf, versteht es allerdings bereits im Prolog, Spannung aufzubauen und das Interesse der Lesenden zu wecken. Nur führt eben genau dieser Prolog in Verbindung mit dem Titel dazu, dass der versierte Krimifan recht bald eine ungefähre Ahnung von dem Tatmotiv hat - und der Auflösung somit der große Überraschungseffekt fehlt.

Doch zum Glück für den Roman ist es eben nur eine Ahnung, und es gibt vieles, was sich erst nach und nach zueinander fügt, so dass die Spannung erhalten bleibt. Um die falschen Fährten von wahren zu trennen und die Details zu einem Ganzen zusammenzusetzen, ermittelt Nik sowohl in den Tiefen der Unterwelt als auch in den Sphären der besseren Gesellschaft - und oft ist das eine vom anderen nicht zu unterscheiden.

Nik, Balthasar und Jon - das bewährte Trio

Nik Pohl ist der typische Einzel- und Draufgänger, der kein Problem damit hat, auch mal die Fäuste sprechen zu lassen. Wer bereits den ersten Teil „Auf zerbrochenem Glas“ kennt, wird feststellen, dass Nik jedoch etwas gelassener geworden ist. Zwar kann er immer noch ordentlich austeilen und einstecken, und ist auch des Öfteren frustriert über den schleppenden Verlauf der Ermittlungen, doch scheint er nicht mehr ganz so angekotzt vom Leben zu sein wie im ersten Teil.

Er erträgt es sogar recht stoisch, dass Balthasar von Auenfelden, der exzentrische Pathologe und dritte im Ermittlerbunde, samt seinem leicht soziophobischen Papagei bei ihm in der Wohnung unterkommt - sehr zum Amüsement der Leseenden. Jon hingegen bleibt auch in der Charakterisierung das, was er in der Geschichte ist: Der Mann im Hintergrund und damit ziemlich blass. Einblicke in seinen Hintergrund würden ihm definitiv mehr Profil geben.

Sprachlich ist das Ganze kein Highlight, aber ordentlich gemacht und leicht zu lesen. Gelungen und auflockernd ist der humorvolle Unterton, der immer auftaucht. Dass Zusammenspiel von Nik und Balthasar ist ein wunderbares Beispiel dafür, sind die beiden doch in fast allem entgegengesetzte Pole. Auch der Versuch Balthasars und Jons, sich aktiv in das Geschehen einzumischen und Nik zu unterstützen, dürfte für einige Lacher sorgen. Es sei nur soviel verraten: Es ist gut, dass Nik sich meistens selber zu helfen weiß.

Fazit:

„Vom gleichen Blut“ ist ein angenehm zu lesender, spannender Krimi, den ein bisschen der Fluch des zweiten Buchs trifft. Zumindest wer den ersten Teil kennt, kennt auch schon das zwar sehr gelungene, aber jetzt eben auch schon gewohnte Zusammenspiel der drei Protagonisten, das schmälert ein bisschen den Reiz. Außerdem ist die Handlung an sich dieses Mal zumindest in Ansätzen leichter zu durchschauen. Nichtsdestotrotz bietet „Vom gleichen Blut“ zusammen mit einem passenden Getränk der eigenen Wahl für ein paar Abende gute Unterhaltung.

Vom gleichen Blut

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