No Man's Land

Erschienen: Januar 2018

Bibliographische Angaben

  • New York: Grand Central, 2016, Titel: 'No man's land', Seiten: 420, Originalsprache
  • München: Heyne, 2018, Seiten: 528, Übersetzt: Norbert Jakober

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Jörg Kijanski
Krachender Reißer mit Serienstar Chief Puller

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Jun 2018

30 Jahre ist es her, da verschwand Jackie Puller in Fort Monroe. Ihr Schicksal blieb bis heute ungeklärt. Ihr Mann, Drei-Sterne-General John Puller sr., ist inzwischen dement. Nun wird er beschuldigt, seine Frau ermordet zu haben. Ausgerechnet von Lynda Demirjian, einer früheren Freundin Jackies, die kurz vor ihrem nahenden Tod, sie hat Krebs im Endstadium, reinen Tisch machen will. Damals kam nie ein Verdacht gegen Puller auf, da er sich auf einem Einsatz in Deutschland befand und erst einen Tag nach Jackies Verschwinden wieder in Fort Monroe erschien.

"Sie haben also Ermittlungen eingeleitet, aufgrund eines Briefes, den eine sterbenskranke Frau über Ereignisse geschrieben hat, die dreißig Jahre zurückliegen?"

John Puller jr., Ermittler beim CID in Quantico, der Eliteeinheit der Militärstrafverfolgungsbehörde der US Army, kurz Chief Puller genannt, ist von der Beschuldigung entsetzt. Ein CID-Kollege ermittelt gegen seinen Vater, der sich aufgrund seines Zustandes nicht wehren kann. Puller ist von der Unschuld seines Vaters überzeugt, doch schnell zeigt sich, dass dieser seinerzeit schon einen Tag vorher zurück war und somit sehr wohl etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun gehabt haben könnte.

Im Laufe seiner Ermittlungen stößt Puller auf einen Serienmörder, der kurz vor dem Verschwinden seiner Mutter in Williamsburg, das nur dreißig Autominuten von Fort Monroe entfernt liegt, vier Frauen ermordete. Auch dieser Fall wurde nie aufgeklärt, im Gegenteil, die Ermittlungen des FBI wurden sogar eingestellt.

Derweil wird am anderen Ende Amerikas Paul Rogers aus dem Gefängnis entlassen. Zehn Jahre saß er wegen Mordes ab, nun will er Rache für das Unrecht, welches ihm vor dreißig Jahren angetan wurde. Sein Weg führt zurück zu Fort Monroe, dort wo alles begann...

Viel Army, viel Action und Superhelden-Comic

"Der beste Ermittler der Militärpolizei" ist zurück und ermittelt nach "Zero Day", "Am Limit" und "Escape" bereits in seinem vierten Fall. Als seine Mutter verschwand war John Puller acht Jahre alt, ein kleines Kind, das sich kaum noch an den verhängnisvollen Tag erinnern kann. Dass es ganze dreißig Jahre dauert bis er hinter das Geheimnis des Verschwindens seiner Mutter kommen möchte - geschenkt. Fans von Bestsellerautor David Baldacchi (Gesamtauflage aktuell über 130 Millionen) und besonders der Serie um Chief Puller dürfen ungesehen zugreifen. Sie bekommen, was sie erwarten. Knallharte Action und Ermittlungsarbeit beim Militär mit gelegentlichen Querverweisen auf das FBI und die hohe Politik. Mehr Amerika, mehr martialisches Gehabe, mehr Pathos geht kaum. Die Fahne, der Adler, die nationale Sicherheit & und dennoch - oder gerade deswegen - ein heilloses Durcheinander mit Störfeuer und Intrigen von allen Seiten bis in die höchsten Ämter des Staates. Zudem darf der Hinweis nicht fehlen, man mag von einem Mini-Spoiler sprechen, obwohl es entsprechende Anzeichen schon sehr früh in dem Roman gibt, dass sich der Autor womöglich von der aktuellen Flut an Superhelden-Verfilmungen inspirieren ließ.

Vielleicht aber auch von Dean Koontz und Co., wer weiß es schon. Schnell wird klar, dass der ausgebrochene Paul Rogers alles ist, nur kein gewöhnlicher Mensch. So kann er beispielsweise problemlos Fassaden hinaufklettern und verfügt über unmenschliche Kräfte. Vergessen sind Superman oder Spiderman. Es ist letztlich einmal mehr der oft bemühte Plot von militärischen Experimenten, die furchtbar aus dem Ruder liefen.

Sofern es Thrillerfans geben sollte, die den Autor noch nicht kennen, so sei der Hinweis erlaubt, dass dieser sehr viele, meist dicke Bücher in recht kurzer Zeit veröffentlicht. Vieles geschieht nach der Methode Baukasten, die Figuren sind wenig greifbar, die Dialoge oft martialisch, hölzernplump oder belustigend (je nach Sichtweise). Dinge die vermeintlich wichtig sind werden zudem gerne mit einigen Seiten Abstand (unnötigerweise) wiederholt. Kurz: So krachledern wie die Action ist mitunter der Schreibstil.

So passiert es, dass John zu seinem Bruder Robert sagt "Du warst noch keine zehn." und (rund hundert Seiten) später auf die Bemerkung "Du warst acht Jahre alt, dein Bruder zehn." anwortet "Stimmt." Solche Schnitzer können im Eifer des Gefechts passieren. Ebenso gibt es zahlreiche Wiederholungen, denn bei den Befragungen damaliger "Zeugen", erfährt Puller mehrmals - und in ähnlich klingenden Formulierungen - wie toll sein Vater war und wie viele Sterne dieser hatte und so weiter. Man hätte es gerne etwas straffen können, aber - wie geschrieben - die Fans der Serie werden es (trotzdem) mögen.

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Letzte Kommentare:
03.03.2019 10:27:00
Oldman

Baldacci kann flüssig schreiben, und er entwickelt hier auch eine spannende Story, wobei er allerdings das Tempo nicht halten kann und zum Ende hin etwas nachläßt. Mir gefällt, dass er grundsätzlich auf Überflüssiges verzichtet und in solchen kurzen Kapiteln erzählt, dass die Dynamik der Geschichte großenteils bestehen bleibt. Was mich aber an diesem Protagonisten stört ist die moralinsaure und teilweise für mein Empfinden das Militär verherrlichende Hauptfigur. Meine Güte, was ist dieser Mann doch gut, einfach schrecklich. Lesenswert ist das Buch durch den Antagonisten, diese Figur ist recht ungewöhnlich, verraten will ich hier nichts, aber diese Person hat das Buch für mich lesenswert gemacht. Dennoch werde ich die nächsten Bücher mit der Hauptfigur Puller nicht mehr lesen, der militärische Ton geht mir einfach auf die Nerven.

28.10.2018 15:16:56
Herbert Schorr

Für mich wurde das Machwerk für jugendliche Fans des amerikanischen Militärs "verbrochen" und entwickelt mit seinen Protagonisten :John Puller = Jack Reacher und Paul Rogers = HULK eine mit längerer Lesedauer immer unglaubwürdigere und haarsträubendere Handlung.
Ist der Beginn der Handlung mit viel Phantasie noch "nachvollziehbar" so entwickelt sich das Ganze mit der Zeit immer mehr zu einem brutalen Kindergarten Science Fiktion.
Die Dialoge haben Comic Niveau,die Handlung ist unterirdisch und es gibt so viele Detailfehler,daß man höchstens deswegen das Buch als Negativ Beispiel benutzen sollte.
Mich ärgert nur noch mehr der eine Euro den ich für die Vorbestellung in meiner Bücherei ausgeben mußte.

03.10.2018 08:03:27
Harry Rehm

Vielleicht war es meine Schuld vorherJo Nesbø gelesen zu haben. So könnte sich ein Kulturschock anfühlen.
No Mans Land wird als Thriller bezeichnet ist aber ein Groschenheft in Buchform.
Wenn schon auf der ersten Seite ein wettergegerbtes Gesicht beschrieben wird, dass 10 Jahre keinen Sonnenstrahl gesehen hat kräuseln sich schon die Zehennägel.
Und es geht immer so weiter. Der Autor versucht einen knallharten Typen zu zeichnen mit breiten Schultern und schmalen Hüften, der auch gleichzeitig noch eine Supernase hat. Er kann nach seiner seiner vorzeitigen Entlassung aus dem Gefängnis (durch Schlamperei der Verwaltung) im Bus sofort "billiges" Parfüm erkennen. Das kann nicht nur am Übersetzer liegen.
Einfachste Tätigkeiten und Vorgänge werden ausführlich beschrieben und mit Gemeinplätzen garniert. Kein Platz für eigene Gedanken. Keine Spur von Humor. Nur steriles Gerede.
Aber es gibt auch Gutes: Man bleibt von der sonst weitverbreiteten Unsitte Fahrzeugtypen und Waffen ausführlich zu bezeichnen, verschont.
Wer das Buch lesen möchte kann doch eine x-beliebige Seite aufschlagen und ein Leseprobe entnehmen. Guten Appetit!