In ewiger Ruhe

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • Berlin: Aufbau, 2015, Seiten: 400, Übersetzt: Wolfgang Thon
  • London: Harvill Secker, 2014, Titel: 'The final silence', Originalsprache

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Jörg Kijanski
Ein weiterer Fall mit (und für) Jack Lennon

Buch-Rezension von Jörg Kijanski Mär 2015

Raymond Drew ist tot und seine Enkelin Rea Carlisle soll dessen Haus in Belfast erben. Doch als Rea beim Aufräumen in Drews Schlafzimmer ein Buch findet, verschlägt es ihr den Atem, denn ein Serienmörder hat hier seine Erlebnisse minutiös niedergeschrieben. Dass ihr Onkel ein Serienmörder ist und mit Hilfe des entdeckten Buches womöglich lang zurückliegende Verbrechen nunmehr aufgeklärt werden können, kommt für Reas Vater Graham allerdings nicht in Betracht. Viele Jahre saß er im Provinzparlament Nordirlands, jetzt winkt ihm bei den nächsten Wahlen der Einzug in das Parlament in Westminster. Daher muss ein Skandal auf jeden Fall verhindert werden.

 

"Du und Raymond wart bei den Paramilitärs. Welche sind das? UDA? UVF? Hast du Angst, dass das jetzt ebenfalls rauskommt?"
"Ich war nie Mitglied. Ich hatte Kontakte zu diesen Gruppen, ja, aber ich war nie Mitglied."
"Kontakte. Dann ist ja alles bestens. Du hast einfach nur Kontakte zu diesen Mörderschweinen."

 

Rea weiß sich keinen anderen Rat und wendet sich an Detective Jack Lennon, mit dem sie vor fünf Jahren ein Verhältnis hatte. Als Rea und Jack am nächsten Tag das Haus von Drew betreten merkt Rea schnell, dass etwas nicht stimmt. Das geheimnisvolle Buch wurde gestohlen. Lediglich ein Foto, das ihren Vater und Drew gemeinsam mit einigen Paramilitärs zeigt, hat sie behalten und gibt dieses Jack, damit er Erkundigungen einziehen kann. Doch bereits am darauf folgenden Morgen gilt Jack als Hauptverdächtiger im Mordfall Rea Carlisle, die im Haus ihres Onkels erschlagen wurde...

Lennon ist am Ende, ermittelt aber auf eigene Faust.

Eine Rückkehr Jack Lennons war nicht unbedingt zu erwarten, denn nach seinem letzten Einsatz fing er sich gleich drei Kugeln ein. Da er bei dieser Gelegenheit auch noch einen Kollegen erschoss wurde er suspendiert. Seitdem läuft sein Heilungsprozess eher schleppend. Schmerztabletten und Alkohol bestimmen seinen Alltag, der ihm zunehmend entgleitet, was auch das Verhältnis zu seiner Nachbarin Susan stark belastet. Bei ihr wohnt er mit seiner Tochter Ellen, seinem ganzen Stolz. Wäre da nicht die Familie McKenna, die ihm nach dem Tod von Ellens Mutter Marie McKenna, das Leben schwer macht. Jack ist am Ende, doch dass er als Hauptverdächtiger im Mordfall Rea Carllisle gilt, ruft ihn erneut auf den Plan und macht ihn in den Augen von Detective Chief Inspector Serena Flanagan nur noch verdächtiger.

 

"Nein, kein Irrtum, Jack. Sie ist identifiziert worden. Und es wurde ein Mann beim Verlassen des Hauses gesehen, der aufgebracht war und die Haustür zuknallte. Ich habe die Beschreibung des Mannes gelesen. Das warst du, Jack. Du bist gesehen worden, als du ungefähr zur Tatzeit das Haus verlassen hast."
"Sie ist also tot? Rea ist tot? Bist du sicher?"
"Ja, ich bin sicher. Es gibt keinen Zweifel. Jack, hast du überhaupt begriffen, was ich dir erzählt habe?"

 

Gekonnt setzt Stuart Neville seine Serie um den eigenwilligen Jack Lennon fort. Die Probleme zwischen Katholiken und Protestanten in Belfast klingen hierbei nur noch gelegentlich durch, beispielsweise wenn die Familie McKennas ins Spiel kommt oder der konservative Unionist Graham Carlisle. Ein zur Gewalt neigender Mann mit alten Verbindungen zu Paramilitärs, der nun mit allen Mitteln in Westminster einziehen will und dafür alles unterordnet. Gefühle für Frau und Tochter halten da nur auf und so verweigert er weitgehend die Zusammenarbeit mit den Ermittlern und besteht gegenüber den Medien auf die Wahrung seiner Privatsphäre. Dabei vermutet ausgerechnet seine Frau Ida, dass ihr Mann durchaus als Mörder der eigenen Tochter in Betracht kommen könnte. Doch DCI Flanagan hat mit Lennon ihren Favoriten bereits ausgemacht.

 

"Dein Gesicht kenne ich. Du warst heute Mittag in allen Fernsehnachrichten. Es heißt, du hast dieses Mädchen umgebracht."
"Ich war das nicht."
"Sehr komisch. Genau dasselbe habe ich auch gesagt, als sie mich eingebuchtet haben."

 

Durch viele kurze Kapitel und ständig wechselnde Szenarios mit diversen handelnden Personen gelingt es Stuart Neville einmal mehr, das Lesetempo auf hohem Niveau zu halten. 60 großzügig gedruckte Kapitel auf knapp 400 Seiten peitschen voran, so dass man das Buch gut in einem Rutsch durchlesen kann (und möchte). Was will man mehr? Vielleicht mitraten, wer denn der Mörder von Rea und ob ihr Onkel tatsächlich ein Serienmörder war? Dies gelingt nur bedingt, denn die Zahl der mitwirkenden Personen bleibt überschaubar. Dennoch gibt es einige Wendungen und selbst Leser mit einer Vorliebe für skandinavische Krimis könnten hier einmal zugreifen. Ob Jack Lennon (der sowieso), Serena Flanagan, Graham Carlisle oder Lennons einziger Freund bei der Polizei Alan Uprichard; sie alle haben ihre Geheimnisse beziehungsweise ihre Probleme im privaten Bereich, was mitunter ein bisschen übertrieben wirkt. Sei es drum: Jack Lennon ermittelt wieder, wenn auch nicht mehr offiziell, und das ist doch eine gute Nachricht. Und wer weis, vielleicht sucht DCI Flanagan in Zukunft ja noch einen guten Ermittler?

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