Kälteeinbruch

Erschienen: Januar 2013

Bibliographische Angaben

  • Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2013, Seiten: 560, Übersetzt: Ina Kronenberger und Stephanie Elisabeth Baur

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Brigitte Grahl
Solider Krimi ohne große Überraschungen

Buch-Rezension von Brigitte Grahl Jun 2014

Skandinavische Krimis sind meist so düster und hart wie das dortige Klima. Der norwegische Autor Jan-Erik Brekke macht mit seinen Büchern keine Ausnahme. In seinem zweiten Krimi, der wieder um den Ermittler Anton Brekke gestrickt ist, geht es um Kindesmissbrauch, Russenmafia und Menschenhandel. Während Kommissar Anton Brekke den Tod eines Lehrers aufklärt und sich dabei in die Verfolgung seines Hauptverdächtigen, entfaltet sich parallel dazu ein Drama um einen litauischen Kleinkriminellen und zwei Kindern, die er nach Norwegen "liefern" soll. Als er mitbekommt, was mit den beiden geschehen soll, widersetzt er sich den Auftraggebern mit gewalttätigen Folgen.

Fjell greift für Kälteeinbruch in den dramaturgischen Baukasten und setzt mit bewährten Bausteinen einen Krimi zusammen. Das Endergebnis ist ein Werk, dem der natürliche Erzählfluss fehlt. Sporadisch wird z. B. die subjektive Erzählperspektive des unbekannten Täters eingestreut, ohne dass sie der Geschichte einen wichtigen Impuls gibt. Es gibt zwei Haupthandlungsstränge, die viel zu lange autonom nebeneinander her laufen. Erst spät werden sie zusammengeführt. Die vielen Personen und Erzählerwechsel machen es dem Leser schwer, den Überblick zu behalten. Trotz der Länge des Buches nimmt sich Fjell nicht den Raum, seinen Nebenfiguren Tiefe zu geben. Viele Geschichten werden nur angedeutet. Weniger Figuren, Nebenhandlungen und Seiten hätten dem Buch gut getan. Das größte Problem ist aber der Protagonist der Krimireihe.

Kommissar Anton Brekke ist spielsüchtig, nachtragend, sehr von sich überzeugt und mit zynischem Humor ausgestattet. Das macht ihn ziemlich unsympathisch. Als Leser fühlt man eher mit seinen "Opfern", seien es Kollegen, Täter oder Verdächtige, mit. Brekkes mitleidlose Verfolgung des Hauptverdächtigen, seine Verhörmethoden wie auch sein Versuch, den neuen Partner seiner Ex-Frau zu diskreditieren, erwecken Abneigung. Da reißt auch Brekkes genialer Instinkt beim Lösen seiner Fälle nichts raus. Wenn man lieber mehr von den Nebenfiguren als der Hauptfigur lesen möchte, ist das kein gutes Zeichen. Einen unsensiblen Großkotz als Alternative zum traumatisierten Ermittler zu schaffen, mündet in einem neuen Klischee/Stereotyp und ist keine gute Lösung.

Bei aller Kritik ist Kälteeinbruch ist solider Krimi, aber er reißt nicht mit. Die Hauptfigur ist problematisch und kein Sympathieträger, dem man gerne wiederbegegne möchte und an dem man Anteil nimmt. Was man Fjell und Kälteeinbruch zugute halten muss, ist, dass er es schafft, den Leser mit einem Täter zu überraschen, der absolut nicht voraussehbar war. Ein Kunststück, das wenigen Krimis gelingt.

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