Todesurteil

Erschienen: Januar 2015

Bibliographische Angaben

  • München: Der Hörverlag, 2015, Seiten: 2, Übersetzt: Achim Buch, Bemerkung: vollständige Lesung

Couch-Wertung:

85°

Leser-Wertung

-
Zum Bewerten, einfach Säule klicken.
 50° 100°

Zum Bewerten, einfach Säule klicken.

Bitte bestätige - als Deine Wertung.

Gebe bitte nur eine Bewertung pro Buch ab, um die Ergebnisse nicht zu verfälschen. Danke!

14 x 91°-100°
4 x 81°-90°
1 x 71°-80°
0 x 61°-70°
0 x 51°-60°
0 x 41°-50°
0 x 31°-40°
0 x 21°-30°
0 x 11°-20°
1 x 1°-10°
B:89.95
V:19
W:{"1":0,"2":0,"3":0,"4":0,"5":0,"6":1,"7":0,"8":0,"9":0,"10":0,"11":0,"12":0,"13":0,"14":0,"15":0,"16":0,"17":0,"18":0,"19":0,"20":0,"21":0,"22":0,"23":0,"24":0,"25":0,"26":0,"27":0,"28":0,"29":0,"30":0,"31":0,"32":0,"33":0,"34":0,"35":0,"36":0,"37":0,"38":0,"39":0,"40":0,"41":0,"42":0,"43":0,"44":0,"45":0,"46":0,"47":0,"48":0,"49":0,"50":0,"51":0,"52":0,"53":0,"54":0,"55":0,"56":0,"57":0,"58":0,"59":0,"60":0,"61":0,"62":0,"63":0,"64":0,"65":0,"66":0,"67":0,"68":0,"69":0,"70":0,"71":0,"72":0,"73":0,"74":0,"75":0,"76":0,"77":0,"78":1,"79":0,"80":0,"81":0,"82":0,"83":0,"84":0,"85":0,"86":1,"87":0,"88":0,"89":0,"90":3,"91":1,"92":0,"93":1,"94":3,"95":1,"96":0,"97":0,"98":1,"99":0,"100":7}
Jürgen Priester
Ein starkes Team

Buch-Rezension von Jürgen Priester Mai 2014

Ein gutes Personal ist für einen Schriftsteller schon fast die halbe Miete zu einem Publikumserfolg. Für den Krimi-Sektor gilt da: Was wäre Stieg Larssons "Millenium-Trilogie" ohne Lisbeth Salander oder Jo Nesbøs Reihe ohne Harry Hole? Wäre eine Elizabeth George berühmt geworden ohne Lynley/Havers oder Michael Robotham ohne Joe O'Loughlin? Man stelle sich Ostfriesenkrimis ohne Ann-Kathrin Klaasen oder Kluftinger-Romane ohne "Klufti" vor.

Der österreichische Erfolgsautor Andreas Gruber hatte in Todesfrist, dem Auftakt seiner neuen Reihe, das Duo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez ins Rennen geschickt. Der schillernde Niederländer, Fallanalytiker und Psychologe beim BKA in Wiesbaden, und die etwas mausgraue Kommissarin vom Kriminaldauerdienst in München konnten bei der Fahndung nach einem Serienmörder so richtig punkten. Dominierte Maarten S.Sneijder in seiner Skurrilität noch das Geschehen in der ersten Folge, so hat der Autor im vorliegenden zweiten Band Todesurteil die Gewichtung zugunsten von Sabine Nemez verschoben. Zu ihnen gesellt sich diesmal (oder überhaupt?) die Staatsanwältin Melanie Dietz aus Wien. Gemeinsam, doch räumlich getrennt – sie werden sich erst spät kennenlernen – sorgt das Trio für die Thriller-Spannung, wie wir sie von Andreas Gruber gewohnt sind.

Kommissarin Sabine Nemez ist zu einem zweijährigen Studiengang beim BKA in Wiesbaden eingeladen, zu dem sich nur ein kleiner Kreis der hellsten Köpfe der Polizeibehörden einfindet. Da sie sich in ihrer Bescheidenheit nicht zu dieser Elite zählt, kann sie nur vermuten, dass Lehrgangsleiter Maarten S. Sneijder sie protegiert hat. Die beiden kennen sich ja aus einem spektakulären Fall. Da sie schon einmal in Wiesbaden ist, will sie ihre Beziehung zu ihrer Jugendliebe Erik Dorfer, der auch beim BKA beschäftigt ist, auffrischen. Sie hatten im vergangenen Jahr eine Fernbeziehung gepflegt, die zu guter Letzt eingeschlafen war. Sabine ist völlig geschockt, als sie erfährt, dass Erik auf der Intensivstation eines Krankenhauses liegt. Ihm wurde während des Dienstes in seinem Zimmer beim BKA in den Kopf geschossen. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt. Wie es ihre Art ist, kann Sabine die Ermittlungen nicht anderen überlassen, sie muss sich da einschalten. Dabei sollte sie eigentlich ihre ganze Konzentration auf ihr Studium richten, denn, wie sie aus Erfahrung weiß, Maarten S. ist ein strenger Lehrmeister. Er konfrontiert seine Schüler mit vier alten sehr komplexen Fällen, die bei aller Unterschiedlichkeit eins gemeinsam haben: die bisherigen Ermittlungsergebnisse sind unbefriedigend.

Zur gleichen Zeit ermittelt in Wien die Staatsanwältin Melanie Dietz in einem mutmaßlichen Serienmörderfall. In einem Waldstück nahe der Hauptstadt kann sich ein elfjähriges Mädchen in die Arme eines älteren Ehepaars retten. Die Kleine war splitternackt, ausgemergelt und geistig verwirrt. Sie wird in ein Krankenhaus eingeliefert. Melanie Dietz übernimmt den Fall, da sie auf Fälle von Kindesmissbrauch spezialisiert ist und weil sie die Mutter des Kindes gekannt hat. Auf dem Rücken des Mädchens ist großflächig eine Szene aus Dantes "Inferno" tätowiert. Die chronologische Einordnung der Darstellung innerhalb Dantes Werk lässt mutmaßen, dass es noch weitere Opfer geben müsste. Eine großangelegte Suchaktion im Umkreis der Stelle, wo das erste Mädchen entdeckt wurde, bringt denn auch eine weitere Mädchenleiche an den Tag. Ihr wurde die Haut des Rückens entfernt.

Die Handlung wird im Wesentlichen von zwei Hauptsträngen (Wiesbaden und Wien), die sich einander abwechseln, getragen, wobei ersterer sich noch weiter verästelt. Unterbrochen werden die beiden Handlungsstränge von fünf Intermezzi (Schlünde der Hölle), in denen sich eine anfangs nicht einzuordnende Person zu Wort meldet. Der permanente Szenenwechsel, der es dem Autor ermöglicht, mit Cliffhangern die Spannung hochzuschrauben, ist in den letzten Jahren ein beliebtes Stilmittel geworden. Von manchen Autoren wird die Arbeit mit immer kürzer werdenden Kapiteln und immer häufigeren Cliffhangern bis zum Exzess betrieben. Andreas Gruber lässt es moderat angehen und das wirkt sich positiv auf den Erzählfluss aus. Spannung und Zugkraft lassen sich eh besser mit ausgefeilten Kriminalfällen entwickeln und davon bietet Todesurteil reichlich. Ein Hoch auf die Fantasie des Autors. Fünf/sechs Fälle, die parallel und/oder nacheinander untersucht werden, sind schon eine Herausforderung für den Leser, der ja keine Ahnung hat, wohin sie alle führen werden. Dass sie letztendlich irgendwie miteinander in Verbindung stehen, ist dem erfahrenen Leser natürlich klar.

Nach Beendigung der Lektüre, als alle Unklarheiten beseitigt waren, stellte sich dem Rezensenten u.a. die Frage: Ist das Serienmörder-Thema dreißig Jahre nach Hannibal Lecter noch zeitgemäß? Mit Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez hat Andreas Gruber ein wirklich starkes Team am Start, das man gerne weiter begleiten möchte. Wäre es da nicht angesagt, ihnen Fälle vorzulegen, die mehr unsere Lebenswirklichkeit spiegeln?

Todesurteil

Todesurteil

Deine Meinung zu »Todesurteil«

Hier kannst Du einen Kommentar zu diesem Buch schreiben. Wir freuen uns auf Deine Meinungen. Ein fairer, respektvoller Umgang sollte selbstverständlich sein. Danke!

Letzte Kommentare:
15.04.2019 17:00:13
tassieteufel

In einem Wald bei Wien findet ein Rentnerpaar die seit einem Jahr verschwundene 10 jährige Clara, ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus „Dantes Inferno“ tätowiert. Das Mädchen ist völlig verstört und spricht kein Wort, so dass die Ermittler vor einem Rätsel stehen.
Währenddessen unterrichtet Fallanalytiker Maarten S. Sneijder an der BKA Akademie hochbegabten Nachwuchs unter dem sich auch Sabine Nemez befindet, die Sneijder bereits beim Struwelpeter Fall geholfen hat. Während die Nachwuchsklasse ungelöste Mordfälle durchgeht, entdeckt Sabine Nemez einen Zusammenhang zwischen mehreren Mordfällen, die scheinbar nicht miteinander zu tun haben. Als Sneijder spurlos verschwindet, ist Sabine auf sich allein gestellt.

Auch der 2. Teil der Sneijder/Nemez Reihe konnte mich wieder komplett begeistert, denn neben einer spannenden und wendungsreichen Story lebt die Geschichte eben auch von seinem ungewöhnlichen Ermittlerduo, das diesmal Verstärkung von der Wiener Staatsanwältin Melanie Dietz bekommt. Zunächst laufen die beiden Handlungsstränge Wiesbaden/Wien aber getrennt und ein Zusammenhang scheint nicht zu bestehen. Hier sorgen Szenenwechsel und offene Kapitel dafür, dass die Spannung stets hoch bleibt und man immer wissen möchte, wie es weitergeht. Im Verlauf der Handlung spitzen sich die Ereignisse in beiden Handlungssträngen immer weiter zu und je mehr Details ans Licht kommen, um so schwieriger wird es für die Ermittler, da sie teilweise auch nicht ganz legale Methoden anwenden müssen. Hier zieht der Autor die Spannungskurve nochmal deutlich an und es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
Wie schon gesagt lebt das Buch auch von seinen beiden Hauptprotagonisten, von denen man wieder ein wenig mehr erfährt. Während Sabine um ihren im Koma liegenden Freund Erik Dorfer bangt, ist Sneijder gewohnt ein ziemliches Ekelpaket, dass seine Umwelt nur zu deutlich spüren läßt, für wie unfähig er sie hält. Doch unter der harten Schale steckt ein weicher Kern und der Leser lernt eine recht gut getarnte Seite an dem Fallanalytiker kennen, die ihn tatsächlich ein wenig liebenswert macht. Sneijders bissiger Humor sorgt zudem dafür, dass man trotz der brutalen Morde auch immer mal schmunzeln kann.
Insgesamt ist der 2. Teil für das Duo Nemez/Sneijder wieder flott geschrieben, wendungs- und abwechslungsreich und legt ein hohes Tempo vor. Der Fall an sich ist in sich abgeschlossen, ich kann aber trotzdem nur empfehlen, in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das einfach zum besseren Verständnis der Charaktere beiträgt.

FaziT: ein komplexer und wendungsreicher Thriller, der nicht nur mit einer spannenden Story aufwartet, sondern auch durch sein stacheliges Ermittlerduo überzeugt! Wer nicht zartbesaitet ist und Spannung, Tempo und eine vielschichtige, verwickelte Story zu schätzen weiß, der ist hier genau richtig!

01.11.2018 14:19:29
Jürgen

Gruber ist wahrlich kein großer Schriftsteller.. Seine Formulierungen sind ungelesen und stereotyp. Der Plot ist fernab jeglicher Realität. Aber er versteht es Spannung aufzubauen und damit den Leser bei der Stange zu halten. Fazit : annehmbare Lektüre für weniger anspruchsvolle Krimileser. Ich würde das Werk mit 60 von 100 Punkten bewerten.

12.03.2018 07:16:42
mg11

Bei "Todesurteil" wird einem eine vielschichtige Story präsentiert, die hauptsächlich über zwei Handlungsstränge erzählt wird. Besonders haben mich die Sneijders Lehrstunden fasziniert. Nemez und Sneijder waren natürlich wieder spitze, aber auch die Charakterisierungen aller anderen Personen wurden wieder erneut hervorragend auf Papier gebracht. Obwohl ich diesen zweiten Teil der Reihe einen Ticken schlechter bewerten würde als Band 1, war dies wieder ein Thriller auf obersten Niveau und es hat mir sehr viel Spaß gemacht dieses Werk zu lesen. Vielen Dank Herr Gruber! Band 3 liegt bereit!

05.03.2018 18:39:51
Klaus

Hiermit lobe ich lobe ich mal ausdrücklich das Hörbuch dieses spannenden Psycho Thrillers, gelesen von Achim Buch. Klasse gelesen, denn er schafft es sehr gut den Leser durch seine tolle Stimme zu fesseln.
Wohl wahr, ein wenig zu viel Einfallsreichtum in dieser gruseligen Geschichte, aber genau das Richtige um die Spannung von Anfang bis Ende hoch zu halten.
Das Ermittlerduo ist ein starkes Team von dem ich persönlich gerne mehr haben möchte.
Ein paar Ungereimtheiten gab es am Schluss.Vielleicht war ich auch nur unkonzentriert. Was ist mit Tina ? Was ist mit "Dr.Bell(?)".Wie geht es mit Clara weiter ? Wie geht es mit Melanie weiter ?
Egal...so viele Erzählstränge hervorragend kombiniert. Grosses Lob an den Autor.

24.02.2018 22:40:06
Bergpflanze

Nachdem ich Todesfrist gehört hatte und mir das Ermittlerduo sehr gut gefallen habe ich mich an einen zweiten Gruber gewagt. Die Geschichte auch diesmal wieder sehr spannend aber leider für mich viel zu grausam. An vielen Stellen musste ich vorspulen weil ich es nicht hören konnte. Leider fand ich diesmal auch die Geschichte zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Nun gut, es ist keine Doku aber ein wenig mehr Realismus hätten nicht geschadet. Fazit: Spannung top, Ermittlerduo top, Plot ein wenig sci-fi, nichts für zarte Gemüter!

13.12.2017 14:59:50
Petra S.-B.

Todesurteil war für mich das erste Buch des Autors von dem ich bis dato noch nichts gehört hatte ... aber ich war direkt begeistert ... sowohl vom Schreibstil als auch von der Handlung ... und dann natürlich dieses Geniale Duo Sneijder-Nemez ... ich kann mittlerweile perfekt holländisch fluchen ;)) ... die beiden Handlungsstränge bieten Spannung vorm Feinsten, ich war wie gefesselt, konnte und wollte das Buch nicht weglegen ... Andreas Gruber könnte mit seinem Team Sneijder-Nemez für mich zu einem Lieblingsschriftsteller mutieren ...

21.01.2016 13:13:58
KK aus T

Interessante Geschichte. Leider sehr schlecht recherchiert. Leider vergällt der mangelnde Realitätssinn dem Leser, der nicht so auf Märchen steht, den ganzen Krimigenuss.
Da ist ein BKA-Mitarbeiter Fallanalytiker, Rechtsmediziner und wer weiß was noch alles. Rechtsmediziner haben ein Medizinstudium hinter sich und dann noch eine über Jahre dauernde Facharztausbildung. Die Kombination ist völlig absurd.
Der Neurochirurg auf der Intensivstation ist ebenfalls noch Rechtsmediziner. Der muss ja anfangen zu saufen. Naja, wenn die Geschichte um 1900 gespielt hätte...

Vermutlich wird in der nächsten Geschichte von Andreas Gruber eine Figur auftauchen, die Bundespräsident, Top-Spieler in der Fußball-Bundesliga und nebenbei noch Papst ist.

Wie gesagt, schade um die Geschichte

13.12.2015 20:14:30
K.nom

bisher habe ich immer geglaubt, dass nur Fantasy-Fans etwas tiefer gelegt sind. Aber ich muss mich korrigieren, Thriller-Fans dito. Wattt'n Scheiss, aber den Fähigkeiten des BKA, wie die NSU-Ermittlungen bestens bezeigen. Keiner der Supe Ermittler kommt durch Recherchen zum Kasus knacktus, sondern nur per Zufall, oder göttliche (?) Eijngebung zu Ergebnissen. Der Gipfel ost, dass eine ausgebildete Polizistin nicht in der Lage ist, ihren Kontrahenten (ebenfalls mit brilloianter Intelligenz ausgestattet, aber warum kommt man ihm auf die Spur?) auf Armeslänge entfernt und unbewaffnet, mit tels einer im Anschlag befindlichen und auf denselbengerichteten Waffe unschädlich zu machen, sondern nur ein weniges Holz zu zerspliittern. Natürlich begibt man sich fast immer nur im Alleingang in todesgefährliche Situationen, stösst dann an irgendeine Geräuschquelle, um dem Bösewicht die Gelegenheit zu ngeben einen kalt zu machen. Gegebenenfalls geht man auch in High Heels auf die Jagd in schlammiger oder steil ansteigender Umgebung. Falls mal eine potenzielle Unterstützung greifbar wäre, ist die zu dämlich, abzusichern, sondern stellt sich neben den gefährdeten, um dann von hointen n das Auge eins auf die 12 zu bekommem. Schwund gibt es schliesslich überall. Also nee, muss ich nicht nochmal haben.
In Österreich, das Wolf Haas hat, befördert eine derartige Nullnummer zum Erfolgsautor, ich weissnicht, armes Österreich.

15.08.2015 10:35:53
rolandreis

Es geht nach "Todesfrist" weiter mit dem 2. Fall des Duo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez. Nemez kommt jetzt als Studentin zum BKA nach Wiesbaden und trifft dort gleich mal auf Widerstände. Auch dieser Thriller war wieder geprägt durch Hochspannung. Die beiden parallel verlaufenden Handlungsstränge stehen sich in nichts nach. Dabei wird geschickt kapitelweise zwischen den beiden Handlungsorten in Wien und Wiesbaden gewechselt und im Laufe des Buches dann diese zusammengeführt. Maarten S. Sneijder ist für mich der Dr. House unter den Fallanalytikern. Verachtend, arrogant und nur auf sich selbst bedacht vollbringt der Niederländer Höchstleistungen wie kein anderer. Dass er dabei so manche Regel bricht und Menschen vor den Kopf stößt, ist ihm herzlich egal. Auch wenn Sneijder ein Kotzbrocken ist, habe ich ihn sofort ins Herz geschlossen. Für mich ist er ein liebenswertes Ekel. Aber auch seine Partnerin Sabine Nemez ist einem von Beginn an sympathisch und man geht beim Lesen mit ihren Höhen und Tiefen in den ersten Tagen am BKA richtig mit. Aber auch die Wiener Staatsanwältin Melanie Dietz konnte mich überzeugen, mit ihrem oftmals richtigen Riecher, die auch mal nicht ganz so gesetzestreue Wege einschlägt, um die Wahrheit aufzudecken – kein Wunder, da Clara die Tochter von Melanies ehemals bester Freundin ist. In Summe ein weiteres sehr spannendes Buch aus der Feder von Andreas Gruber, der bei mir persönlich derzeit ganz oben in der Rangliste steht, da er mich mit seinen Stories immer wieder total fesselt. Auch hier fiel es mir immer wieder schwer das Buch aus der Hand zu legen um mich meinen täglichen Aufgaben zu widmen. Für mich ein Volltreffer und ich hoffe auf weitere Fälle der Ermittlerteams Sneijder / Nemez.

04.08.2015 14:13:56
Monia

Tolles Buch! Die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt und es wurde auch nie langweilig. Besonders gut gefallen hat mir, dass nicht nur das Profiling oder die Rechtsmedizin diesen Fall gelöst haben, sondern dass auch richtige Polizeiarbeit gezeigt wurden und das nur das Zusammenspiel alles Parteien zur Wahrheit geführt haben.

14.06.2015 23:10:32
James_Blond

Unterhaltsamer Thriller, wenngleich mir Todesfrist ein bisschen besser gefallen hat.

Wenn die Studierenden (Sabine, Tina & Co) zu ermitteln begonnen haben, fühlte ich mich, als wäre ich in in einem Buch TKKG, Die fünf Freunde bzw. Die drei Fragezeichen für Erwachsene ;-)

Jedenfalls Gratulation an den Autor, der den Vergleich mit skandinavischen Krimiautoren locker standhält. Chapeau.

27.04.2015 14:02:47
Marco Ruhl

@ Frau Ziegler und generellOb der Gerichtsmediziner an den (Serien-) Morden beteiligt war, lässt Gruber ja gerade offen. Er war nur am Motiv/Anlass als Betroffener beteiligt, weil ihm dasselbe Schicksal widerfuhr wie dem tatsächlichen Mordauftraggeberduo. Von diesem Duo ist übrigens der eine Teil nach 10 min Lektüre noch nicht bekannt. Leider stützt also ihr zweiter Kommentar die Meinung, sie hätten aus Enttäuschung, dass der Roman nicht bringt, was Sie wollten, einfach den Autor runterputzen wollen. Recht haben sie nur damit, dass der Wiener Teil der Intrige wenig Überraschungen für einen routinierten Krimileser bietet. Generell gibt es ein unschönes Missverhältnis zwischen dem intellektualistischen, eigentlich ansprechenden Whodunnit à la Agatha Christie über 400 Seiten und einem drehbuchreifen, effekthascherischen Showdown, der damit wenig zu tun hat, über 150 Seiten. Auch wie das Duo die Opfer mit österreichischem Hintergrund in Deutschld gefunden haben will, bleibt dunkel. Ebenso warum Nemez und Dietz in einem extrem regulierten Umfeld trotz regelwidrigen Verhaltens kaum eingebremst werden, schon gar die Regeln der grenzüberschreitenden Amtshilfe ohne Europol für sie nicht gelten und alles mit ein paar Telefonaten abgeklärt ist. Dass Nemez sich, bereits angezählt, quasi als Sneijder ausgibt und das halbe BKA mitspielt, ist abstrus und realitätsfremd. Dass sie immer, wenn's nicht weitergeht, einen neuen Verbündeten findet, der vorher gar nicht da oder gar Gegner war, ihr sofort aber rücksichtslos vertraut, ist kompositorisch schwach. Das Buch ist gut geschrieben, liest sich flüssig. Der Wiesbadener Ermittlungsteil lädt zum Mitraten ein. Die Idee eines Serienmörders, der auf der Metaebene agiert, ist intelligent entwickelt. Aber die Stringenz der Durchführung der Mordserie durch das Auftraggeberduo hat Lücken auf Anfängerniveau. Die Anbindung des Wiener Teils der Intrige an die deutsche Mordserie über das Inferno-Motiv ist mehr als bemüht. Gruber wollte m.E. zu viel. Deshalb bleiben die psychologisch und/oder institutionell interessanten Problemkreise schemahaft und ohne Tiefenschärfe. Das ist schade, denn ansonsten ist das eigentlich ein gutes Buch. War mein erster Gruber und wird nicht der letzte sein, denn der Mann scheint schreiben zu können. Und in einem gebe ich Frau Ziegler recht: Der große Erfolg des Erst- oder Zweitlings produziert fast immer Strickmuster-Nachkömmlinge mit wenig Tiefenschärfe.

24.04.2015 19:14:29
carmen ziegler

nun muss ich mich doch wehren, mir hat bis jetzt alles von andreas gruber sehr gut gefallen,warum wohl kaufe ich ihn...? aber erstens,dantes inferno..wer das bild vor auge hat,tätowiert auf dem rücken einer 10 jährigen..weil der ja so großflächig ist,und dann noch so gut gestochen,das man es erkennt,also bitte...dann beim ersten hinweis,gerichtsmediziner..da klingelt es doch schon...selbstverständlich habe ich das buch durchgelesen,ich konnte gar nicht glauben,das es von herrn gruber ist,wenn jemand wirklich viele krimis gelesen hat, wird der keine überraschungen geboten haben..? ehrlich gesagt,glaube ich ist bei den meisten autoren irgendwann die luft raus,aber verträge müssen erfüllt werden,also wird weitergeschrieben...bin deshalb gespannt auf den neuen von inge löhnig..!allein wegen dem münchenflair bisher für mich sehr lesenswert...also,nix schlechtes über herrn gruber...nur für mich war es halt ein schmarrn...

21.04.2015 11:18:47
leseratte1310

Nach mehreren vergeblichen Versuchen hat Sabine Nemez ihren Platz an der Akademie des BKA ergattert. Als eine von fünf Studenten ist sie dem Kurs von Maarten S. Sneijder zugeteilt worden. Sie hatte bereits das zweifelhafte Vergnügen mit ihm zu arbeiten. Als Sneijder mit seinen Studenten ungelöste Fälle bespricht, entdeckt Sabine Zusammenhänge.
Die zehnjährige Clara taucht ein Jahr, nachdem sie verschwunden ist, wieder auf. Sie hat ein Tattoo auf ihrem Rücken, das Bilder aus Dantes Inferno zeigt. Ein Fall für die Staatsanwältin Melanie Dietz, die mit der Mutter von Clara befreundet war.
Gibt es zwischen diesen beiden Fällen eine Verbindung?
Abwechselnd erfahren wir Details aus Wiesbaden und Wien. Während in Wiesbaden Sabine die Ermittlungen vorantreibt, gerade weil Sneijder ihre Erkenntnisse abschmettert, übernimmt in Wien die Staatsanwältin einen Teil der Ermittlungsarbeit. Die beiden sympathischen Frauen sind verbissen, wenn es darum geht, ein Verbrechen aufzuklären. Sabine ist mutig und geht auch eine Menge Risiken ein. Melanie, immer in Begleitung ihres Therapiehundes, bewegt sich gerne am Rande der Legalität, wenn sie einen Verdacht hat. Erst ist der ermittelnde Kommissar Hauser davon wenig begeistert, aber die beiden haben ein gemeinsames Ziel. Maarten S. Sneijder ist sowieso eine sehr spezielle Persönlichkeit. Auf den ersten Blick ist er ein Kotzbrocken, aber wir lernen auch seine anderen Seiten kennen, die er gerne verborgen hält, und dann wirkt er schon sympathischer. Sabine kann mit seiner Art indessen gut umgehen. Sneijder ist auf jeden Fall eine sehr interessante Person, die diesen Thriller zu etwas Besonderem macht.
Der Autor vermag es, einen immer wieder in die Irre zu leiten, so dass die Lösung der Fälle lange im Dunkeln bleibt. Doch am Ende fügt sich alles logisch zusammen.
Die komplexe Geschichte ist packend und man möchte das Buch überhaupt nicht aus der Hand legen, obwohl die Beschreibungen der grausamen Verbrechen einen oft erschaudern lassen. Ungewöhnliche Charaktere und viele unverhoffte und dramatische Wendungen sorgen dafür, dass die Geschichte von Anfang bis Ende unterhaltend und sehr spannend ist.
Ein sehr überzeugender Thriller.

11.04.2015 08:46:23
kervraud

Der Beitrag von Jürgen Priester spricht mir aus der Seele: Auch ich habe den Eindruck, dass Frau Ziegler das Buch gar nicht gelesen hat und es aus unerfindlichen Gründen "runterkritisiert"! Ein solches Verhalten finde ich dem Autor gegenüber niederträchtig! Mir hat das Buch enorm gut gefallen, und ich wünsche mir von potentiellen Lesern, dass sie sich von der Leser-Prozent-Skala nicht beeinflussen lassen, denn Frau Ziegler hat den Wert wahrscheinlich massiv nach unten "korrigiert"!!!

10.04.2015 14:52:58
Jürgen Priester

Die Vorschreiberin, Carmen Ziegler, die von sich behauptet, eine routinierte Krimileserin zu sein, schürt mit ihrer Aussage: "wusste ich nach 10 Minuten was und wer" den Verdacht, dass sie das Buch überhaupt nicht gelesen hat. Deshalb fehlt auch jegliche weitere Kritik, welche ich von einer routinierten Leserin erwarten würde.Ihre letzten Sätze legen nahe, dass es ihr nur darum ging, den Autor zu diffamieren .Ihr Kommentar, so inhaltsleer, wie er ist, sollte beizeiten gelöscht werden.

09.04.2015 15:31:44
Schneeglöckchen

Mir hat "Todesurteil" gut gefallen. Auch ich habe in meinem Leben schon unzählige Krimis und Thriller gelesen. Aber so versiert wie meine Vorschreiberin, daß ich nach 10 Minuten Lesen schon wußte, "was und wer", bin ich dann doch nicht.
Der Autor hat mit dem Ermittlerduo Nemez/Sneijder ein sehr ungewöhnliches "Paar" erdacht, das oft auf Vorschriften "pfeift" und sich damit in Bedrängnis und Lebensgefahr bringt.
Im vorliegenden Fall mag vielleicht die Wahrscheinlichkeit, daß sich so etwas wirklich abspielen könnte, sehr gering sein. Aber ist es das nicht bei jeder ausgedachten Geschichte? Ich möchte beim Bücherlesen unterhalten, gefesselt und der Wirklichkeit entrückt werden.
Bei "Todesurteil" war das der Fall.
Sollte der Autor jemals die von meiner Vorschreiberin vorgeschlagene Einladung zum Spaghettiessen aussprechen, so bin ich sicher, daß ein 5-Sternemenü dabei herauskäme.

08.04.2015 21:17:02
Carmen ziegler

Also nein wirklich ? Wie kann so ein langweiliges Buch, so gute Kritiken bekommen? Bei aller Liebe, aber als routinierte Krimileserin, wusste ich nach 10 Minuten was und wer. Bitte, bitte nicht noch mehr davon.vielleicht könnte der Autor einen Kochkurs machen und zu Spagetti einladen. Mirakuli, das wäre dann das gleiche Niveau .

06.04.2015 10:58:02
Gela

Ein ungewöhnlicher Ermittler, der tiefe Einblicke in die menschliche Psyche gewährt. Eine junge, ehrgeizige BKA-Akademie-Absolventin, die gern gegen Regeln verstößt und über sich hinauswächst.
Überraschende Wendungen, Morde, die scheinbar nichts miteinander gemein haben und ein Lauf gegen die Zeit machen diesen Krimi besonders.
Man hält teilweise die Luft an und fiebert bis zum Ende mit.
Unbedingte leseempfehlung

03.04.2015 16:31:36
c-bird

Spannung und überraschende Wendungen garantiert!

Ein Jahr ist es her, dass die 10jährige Clara plötzlich in Wien verschwand. Doch nun taucht das Mädchen wieder auf und ist völlig verstört. Der Rücken Claras ist voller Tätowierungen mit Motiven aus Dantes „Inferno“. Staatsanwältin Melanie Dietz erkennt in Clara die Tochter einer verstorbenen Freundin und geht deshalb doppelt engagiert an den Fall heran. Dabei entdeckt sie Ungeheuerliches...
Zeitgleich nimmt Sabine Nemez ihr Studium an der Akademie des BKA in Wiesbaden auf. Hier unterrichtet der niederländische Profiler Maarten S. Schneijder, den Sabine noch von früher kennt. Ungelöste Mordfälle aus den letzten Jahren stehen auf dem Programm. Sabine gehört zu den Besten der Studenten und so ist es auch sie, die einen Zusammenhang zwischen den ungelösten Fällen erkennt. Doch der Täter hat sein Werk noch nicht vollendet – und die Spur führt nach Wien…

Es ist der zweite Fall für das Duo Maarten S. Schneijder und Sabine Nemez. Nachdem schon „Todesfrist“ für mich beste Unterhaltung und Spannung pur war, so steht dem „Todesurteil“ in nichts nach.
Andreas Gruber hat hier ein fantastisches Duo geschaffen, das eigentlich recht unterschiedlich ist. Schneijder, der eigentlich jeden den er anspricht sofort in irgendeiner Art beleidigt, ist dann schon wieder so unsympathisch, dass man ihn als Leser einfach nur gern haben muss. Und Sabine ist die junge, ehrgeizige und sympathische Studentin. Doch eines haben beide gemeinsam: Sie ticken ungefähr gleich und besitzen eine besondere Fähigkeit: kaum einer kann sich besser in die Gedankenwelt von Verbrechern hineinversetzen als sie. Aber auch Melanie Dietz, die Staatsanwältin ist eine intelligente und energische Frau, die auch gerne mal außerhalb des Dienstweges ermittelt. Erzählt werden die beiden Handlungsstränge Wien/Wiesbaden immer abwechselnd bis schließlich die Fäden zusammenlaufen.
Ein Plot voller Spannung und überraschenden Wendungen. 570 Seiten erscheinen anfangs recht viel, doch ich möchte keine einzige davon missen. Es gibt keine unnötigen Längen, sondern pure Unterhaltung mit einigen doch recht blutigen Szenen. Das Tempo ist hoch und die Story eigentlich sehr komplex. Andreas Gruber ist einfach ein fantastisch guter Erzähler.
Im Spätsommer wird „Racheherbst“ erscheinen, doch noch viel mehr freue ich mich auf eine Fortsetzung des Gespanns Schneijder-Nemez.

10.03.2015 20:13:33
nina2401

Endlich gab es für mich ein Wiedersehen mit Maarten S. Sneijder. Ich durfte den „ollen Knötterkopp mit Herz“ bereits in dem Thriller Todesfrist kennen lernen. Sein scharfer Verstand, sein gewöhnungsbedürftiger Humor, seine Schlagfertigkeit und seine Gradlinigkeit haben es mir von Anfang an leicht gemacht, ihn zu mögen. Nicht unbedingt auf den ersten Blick, aber dafür um so inniger.

Auch in Todesurteil läuft er von Anfang an zu seiner gewohnten Hochform auf. Ich bin immer wieder fasziniert, welche Schlüsse fähige Ermittler ziehen können und da steht Sabine Nemez ihrem Mentor in nichts nach. Den Gegenpart in Wien besetzt die äußerst taffe und gleichzeitig liebenswerte Staatsanwältin Melanie Dietz, die mich durch ihre unkonventionelle Art direkt begeistert hat.
Andreas Gruber erzählt in zwei Strängen, die sich abwechseln. Anfangs hatte ich überhaupt keine Ahnung, wie die ungelösten Fälle in Wiesbaden und die Entführung in Wien zusammen hängen. Ab und zu wirft Andreas Gruber mir kleine Informationshäppchen zu, die mir Nahrung für unzählige Spekulationen geben. Manche Hinweise habe ich gar nicht als solche erkannt und manchmal führten sie mich in eine komplett falsche Richtung.

Andreas Gruber hat seinen Plot sehr raffiniert konstruiert und führt mich ganz schön an der Nase herum. Und immer wieder überrascht er mich mit verblüffenden Wendungen. Mit dem Ergebnis, dass ich mich kaum trennen konnte von Todesurteil. Dieses Buch hat für einen Thriller ungewöhnlich viele Seiten, durch die ich fast geflogen bin. Das lag zum einen an der sehr spannenden Story, aber auch an Grubers flottem und fließendem Schreibstil.

Todesurteil gliedert sich in neun Tage bzw. Abschnitte, die alle mit einem stimmungsvollen und passenden Zitat eingeleitet werden. Die einzelnen Kapitel sind nicht besonders lang und durch die wechselnden Handlungsorte baut Andreas Gruber eine enorme Spannung auf, die zuweilen kaum auszuhalten ist. Manche Abschnitte enden mit einem Ausflug in den „Schlund der Hölle“ und da sind Gänsehaut und Herzklopen garantiert.
Je weiter ich gelesen habe, um so gespannter war ich auf die Auflösung. Und damit hat mich Andreas Gruber dann wirklich überrascht. Das beste daran war, dass ich anfangs fast auf der richtigen Spur war, diese dann aber wieder verloren habe, weil ich mich auf andere Wege verleiten ließ. Großes Kompliment an Andreas Gruber, das ist wahrlich meisterhaft.

Fazit: Brillant konstruierter und nicht vorhersehbarer Thriller, der mich gefesselt und fasziniert hat!

08.03.2015 15:08:11
wendelin

„Manchmal denke ich, das Leben eines Ermittlers ist ein langer süßer Selbstmord.“ – Konrad Wessely

Wenn auf eine Story das Adjektiv vielschichtig passt, dann auf „Todesurteil“ von Andreas Gruber. Was er und hier serviert sind 2 komplexe Handlungsstränge. Einer spielt in Deutschland, wo sich die BKA Studenten, insbesondere Sabine Nemetz, mit 4 „Coldcases“ beschäftigen, die blutiger und mysteriöser kaum sein könnten. Bei dem anderen, handelt es sich um einen aktuellen Fall, der in Wien angesiedelt ist.

Es ist ein Thriller der in seiner Blutigkeit an amerikanische Vorbilder erinnert, dieses Szenario aber in ein europäisches Umfeld transportiert. Meiner Meinung nach, funktioniert der Transfer gut. Kurze Kapitel und häufige Tatortwechsel machen Tempo, ohne einen durchs Buch zu hetzen. Spannung entsteht vor allem dadurch, dass man versucht die losen Enden zu verknüpfen, die vielen roten Fäden nicht aus den Augen zu verlieren, Täter zu identifizieren, Motive zu suchen und natürlich durch spektakuläre Einzelaktionen der Protagonisten. Dabei ist man den Ermittlern nur um eine Nasenlänge voraus, weil man beide Handlungsstränge parallel beobachten kann.

Maarten S. Sneijder wird bereits zum zweiten Mal ins Rennen geschickt. Die fiktive Figur des Fallanalytikers beim BKA Wiesbaden, ist eine charismatische Persönlichkeit. Mich erinnert er an einen modernen Sherlock Holmes. Genialer Exzentriker oder exzentrisches Genie? In jedem Fall misanthropisch, sarkastisch, schwer zugänglich und gerne auch mal bis unter die Haarspitzen zugekifft. Merkwürdigerweise wächst er einem trotzdem schnell ans Herz. Ihm zur Seite steht seine Studentin Sabine Nemetz, unkonventionell und hartnäckig, auch sie bereits bekannt aus dem ersten Buch. Ein schräges aber schlagkräftiges Team, das immer wieder mit gewagten Alleingängen für Hochspannung sorgt.

Auch das Team in Wien scheint nicht so recht zusammen zu passen. Die engagierte Staatsanwältin Melanie Dietz mit Therapiehund Sheila und der tröge Kriminalbeamte Hauser mit seinen Geckos, haben wenig gemeinsam und tun sich dementsprechend schwer mit der Zusammenarbeit.

Mit Nemetz und Dietz hat Andreas Gruber 2 intelligent und sympathische Frauen erfunden, die durchaus ihren Mann stehen. Mit den Herren der Schöpfung wird man in diesem Buch schwerer warm. Auf mich wirken die Frauenfiguren in diesem Buch durchweg glaubhafter, als die Männer. Das mag aber daran liegen, dass ich selbst eine Frau bin.

„Todesurteil“ bietet für jeden Lesegeschmack spannende Unterhaltung. Wer sich gerne in kranke Serienmörder hineinversetzt, wird ebenso bedient wie der, der gerne polizeiliche Ermittlungen verfolgt und mitspekuliert. Wer schräge Charaktere mag, wird sie in diesem Buch genauso vorfinden wie der, der sie eher realitätsnäher und bodenständig bevorzugt. Außerdem eine äußerst komplexe Story mit Tempo, Spannung und überraschenden Wendungen. Ich habe mich über 570 Seiten lang gut unterhalten gefühlt und an keiner Stelle kam Langeweile auf.