Und führe uns nicht in Versuchung

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • München: Piper, 2012, Seiten: 288, Originalsprache

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Lisa Wild hätte sich wirklich eine Menge Ärger sparen können, wäre sie nicht so unfassbar neugierig. Hätte sie nicht besser das verzweifelt vor sich hin klingelnde Handy ignoriert? Dann wäre sie nämlich nicht auf den toten Besitzer gestoßen, der wenige Zentimeter von seinem Telefon entfernt auf dem Waldboden liegt. Während Lisa Hals über Kopf den Tatort verlässt, stolpert sie über zwei unbestrumpfte Frauenbeine: die nächste Leiche …

Und führe uns nicht in Versuchung

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Letzte Kommentare:
12.06.2013 10:31:57
Dr. Astrid van Nahl

Seit mich bei einer fränkischen Schlachtschüssel eine rosafarbene Schweineschnauze, nebst Ringelschwänzchen und Haxen auf den Tisch gekippt, anschaute, habe ich ein ganz besonderes Verhältnis zu diesen Tieren. Schon gar, wenn sie so herausfordernd liebenswert und im wahrsten Sinne des Wortes saublöd daherkommen, wie auf dem Cover des neuen Kriminalromans von Susanne Hanika, der von uns heiß erwartet wurde.

„Kriminalroman“ heißt es wieder schlicht auf dem Cover — welche Wohltat, kein Thriller, kein Psy-chokrimi, bei dem ich mich hinterher wieder drei Tage lang hinter heruntergelassenen Rollläden verstecken muss, damit mich (in meiner Vorstellung) kein Psychopath ermordet. Ein Kriminalroman ‒ und wie seine beiden Vorgänger vom Feinsten, ein Buch, mit dem man sich voller Vorfreude zu-rückzieht, mit dem man es sich gemütlich macht, das man schon mal vorweg in Gedanken genießt, weil man ja irgendwie weiß, wie es sein wird, und trotzdem voll Spannung ist, in welche haarsträubende Situation diesmal wohl Lisa Wild geraten wird.

Und in der Tat, wieder einmal kann man sich auf Susanne Hanika verlassen. Nichts dazu gelernt hat sie, die Lisa Wild, angehende Journalistin, genau so naiv und eifrig bemüht und verliebt in ihren Max ist sie, wie in den beiden anderen Romanen — obwohl sie ja eigentlich fest entschlossen ist, nie wieder eine Leiche zu finden oder, sollte das unwahrscheinliche Erlebnis denn doch noch einmal eintreten, wenigsten die Augen fest zuzukneifen und einen großen Bogen um jedweden Toten zu machen. Max könnte mit ihr zufrieden sein!

Und voll der guten Vorsätze, beschwingt von dem Gedanken, von der Volontärin zur Jungjournalistin aufgestiegen zu sein (und somit nicht mehr über Taubenzüchter und Kaninchenschau berichten zu müssen, sondern über Facebook und Co.), radelt die Lisa durch den Wald und amüsiert sich bald über den Depp, der im Wald sein Handy verloren hat, das jetzt da irgendwo vor sich hin dudelt. Und da sie ja ein hilfsbereiter Mensch ist, denkt sie, sie könne es ja suchen und vielleicht sogar dem Besitzer wiedergeben. Was der sich freuen wird!

Nun, das wird er dann allerdings nicht. Lisa findet zwar das Handy und gleich auch noch dessen Besitzer, aber letzterer ist leider bereits mausetot und liegt einfach so im Wald herum. Blöd für Lisa, muss sie sich doch jedes Mal übergeben, wenn sie eine Leiche findet, und das macht ja nun wirklich keinen Spaß.

Max hat es nicht einfach. Gibt es doch schon die unerfreulichsten Sprachprobleme, alldieweil er, fern von Bayern geboren, deren Sprache für eine ihm bislang unbekannte Fremdsprache hält, so hat er nun auch noch Lisa am Hals — nein, nicht so, wie er gern hat, sondern Lisa als wild entschlos-sene Ermittlerin in Sachen Todesfall. Und als sei das nicht genug, stolpert Lisa auch noch über zwei nackte Frauenbeine. Die nächste Leiche. Und zu allem Überfluss ist die auch noch mit der Anne-liese, Lisas bester Freundin aus Sicht der Anneliese jedenfalls, verwandt. Deshalb muss Lisa einfach etwas tun, als die Anneliese sie so inständig um Hilfe bittet.

Und noch ein wunderbares „Problem“ hat Susanne Hanika diesem Roman beschert, und zwar in Form von Maarten aus Ostfriesland, seines Zeichens Praktikant bei Max. Noch einer also, der die Sprache nicht spricht, und das ist doch ein ziemliches Hindernis, will man die alteingesessene Dorfbevölkerung so richtig verhören, denn ganz bestimmt haben ein paar von ihnen eine Leiche im Kel-ler — im übertragenen Sinne gemeint, diesmal. So ist es eine fabelhafte Idee von Max, den Maarten einfach bei Lisa unterbringen oder vielmehr bei der Großmutter. Die entwickelt schnell große Liebe zu Maarten und nimmt ihn unter ihre Fittiche, vor allem was das Essen betrifft, während Lisa ihm einen Schnellkurs in Sachen Fremdsprache sprich: Bairisch, verabreicht mit den passenden Hinweisen, „wie behandle ich die Dorfeingeborenen, wenn ich ihnen was Gescheites entlocken will?“. Grund zu Eifersucht für Max? Aus seiner Sicht schon!

Herrliche Situationen ergeben sich aus diesen Konstellationen, die man beim Lesen still vor sich hin kichernd am liebsten in die Länge ziehen möchte, damit sie nicht so schnell vorbei sind. Das ist der Vorteil dieses Krimis: Er läuft ganz ruhig und gleichmäßig dahin, doch weit davon entfernt, langweilig zu sein. Er bietet aber Raum für die nun schon bekannten skurrilen Dorfbewohner und die Ent-faltung ihrer Charaktere, so ungemein treffend, dass man aus dem zustimmenden Nicken gar nicht mehr herauskommt. Und die Situationskomik, sie kommt an keiner Stelle zu kurz. Ich denke da zum Beispiel an die Episode mit der vergrabenen Kloschüssel — nein, hier nicht mehr dazu, bitte selber lesen. Es lohnt sich!

Dabei ist es doch eigentlich ein boshafter Krimi. Da geht es mir ein bisschen so wie bei Loriot. Über seine wundervollen Geschichten lacht man, weil sie so lustig sind — aber in Wirklichkeit ist schon ganz schön böse Kritik am menschlichen Verhalten dabei. Ganz so scharf es nicht in Susanne Hani-kas Krimis, aber sie legt trotzdem immer wieder erbarmungslos Schwächen und Mängel bloß, nimmt ihre Geschlechtsgenossinnen und Landsmänner ganz schön auf die Schippe. Aber das Ganze kommt mit so viel ehrlicher Liebenswürdigkeit und tiefem Humor herüber, dass niemand, wirklich niemand sich darüber ärgern kann, selbst wenn man manchmal (als geborenen Fränkin, die ich bin) glaubt, in einen Spiegel zu blicken ...

Dass es Susanne Hanika gelingt, bei so viel „Drumherum“ trotzdem einen ausgesprochen spannen-den Krimi zu schreiben, stellt nur einmal mehr ihr Erzähltalent unter Beweis. Was ich mir wünsche? Noch viele Leichen für Lisa Wild und ihren Max. Und ewiges Leben für die Großmutter!