METHAN

Erschienen: Januar 2012

Bibliographische Angaben

  • München: Page & Turner, 2012, Seiten: 512, Originalsprache

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Andreas Kurth
Hauen und Stechen auf der Hurtigroute

Buch-Rezension von Andreas Kurth Feb 2012

Nastja Paragina sieht sich um die Früchte ihrer wissenschaftlichen Arbeit gebracht. Gemeinsam mit ihren russischen und amerikanischen Kollegen hat sie in einer Forschungsstation auf einer Insel in der Laptew-see lange geforscht, um herauszufinden, wie das unter dem Meersgrund liegende Methan verflüssigt und so gefördert werden kann. Als sie erkennt, dass man ihr die Hauptrolle an den Ergebnisse der Forschung nehmen will, erliegt sie dem Werben des Norwegers Espen Terjesen, der für den Energie-Konzern seines Bruders arbeitet. Gemeinsam mit Mitgliedern seiner Security-Abteilung sorgt sie dafür, dass die Station zerstört wird. Gleichzeitig wir ein Flugzeug mit den übrigen Mitgliedern des Forschungsteams per Bombe zum Absturz gebracht. Paragina gilt als tot – wird aber von zahlreichen Geheimdiensten kurz darauf auf einem Pressefoto mit Terjesen identifiziert. Das Paar geht an Bord eines Schiffes der Hurtigrouten – und Geheimagenten etlicher Länder sind ebenfalls dabei. Torsten Renk und Henriette von Tarow werden vom MAD ebenfalls auf die Tour geschickt – und schnell geht es auf der Trollfjord für viele der Beteiligten um Leben und Tod.

Mit dem vierten Buch aus der Torsten-Renk-Reihe zeigen Iny Klocke und Elmar Lorentz leider eindrucksvoll, dass man als Autor erfolgreicher historischer Romane nicht unbedingt unbeschadet in das Genre der Polit-Thriller wechseln kann. In schneller Folge hat das Autorenpaar vier Bücher um den MAD-Agenten und seine ach so erfolgreichen Kollegen zu Papier gebracht. Spätestens bei der jüngsten Folge der Reihe scheinen die beiden den Bogen jedoch gnadenlos überspannt zu haben. Der Plot wirkt auf den ersten Blick überaus reizvoll, und insgesamt nicht zu weit hergeholt. Der Kampf um noch unerschlossene Energiereserven dürfte in der Tat spannend werden, und es gibt sicher etliche Nationen und auch Privat-Konzerne, die dabei nicht gerade mit feinen Methoden vorgehen. Aber die Ausgestaltung der Geschichte ist dann doch eher hanebüchen. Der wissenschaftliche Hintergrund ist teilweise recht unausgegoren und wirkt einfach schlecht recherchiert, Einzelheiten der Handlung machen den Eindruck, aus einem Baukasten-System für Polit-Thriller zu stammen, und die Dialoge sind zuweilen schwer erträglich.

Die bösen Norweger mit ihren Unterwasser-Stationen und Militär-U-Booten wirken zwar skrupellos, aber zuweilen etwas tumb. Die deutschen Agenten – und auch die einiger anderer Nationen – wirken dagegen mehr als überzeichnet. So kann beispielsweise die Computer-Expertin des MAD jedes System knacken und umsteuern – wenn sie denn nur genug zu essen und zu trinken bekommt. Aber auch Torsten Renk und Henriette von Tarow sind derart ausgebuffte Typen, da ist man schon froh, wenn sie in ihren Tarn-Dialogen das deutsche Spießer-Paar raushängen lassen.

Eigentlich schade, denn Iny Klocke und Elmar Lorentz können viel besser Geschichten erzählen, als sie das hier unter dem Pseudonym Nicola Marni praktizieren. Der rote Faden der Handlung ist gut ausgedacht, aber schlampig umgesetzt. Die Dialoge schwanken zwischen überzogen und klischeehaft, sowie lust- und einfallslos.

Überhaupt werden hier Figuren kombiniert, die aus dem Hollywood-Baukasten stammen könnten. Der gut gebaute US-Boy zerrt beispielsweise die knallharte russische Chefagentin ins Bett – bis beide den gemeinsamen Gastod sterben. Überhaupt das Kapitel "Zehn kleine Negerlein". Die Idee, wie im Orient-Express reihenweise Protagonisten über die Klinge springen zu lassen, ist ja durchaus gut. Aber dann erwartet man doch etwas mehr Phantasie bei der Umsetzung. Dass ein Ami blindwütig losstürzt und einen anderen Agenten mal eben über Bord wirft, ist ja nun nicht besonders originell.

Deutlich kürzer, dafür überlegter, mit knackigeren Dialogen, mit besser recherchiertem Hintergrund, und nicht ganz so überlegenen deutschen Agenten, das hätte dem Buch wirklich gut getan. Teilweise werden hier Seiten mit belanglosen Nebenhandlungen gefüllt, die der vergnüglichen Lektüre wirklich nicht dienlich sind. Irgendwann hat man kapiert, dass PC-Spezialistin Petra schwanger und launisch ist - das muss nicht endlos ausgewalzt werden. Methan hätte ein wirklich gutes Buch werden können - so versinkt es allenfalls in der grauen Masse spannender, aber eher belanglose Romane.

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