Stiller als die Nacht

Rezension von Kathrin Walther (11.2025)

Spannender Adventskalender in Form eines Hör-Krimis...

... bei dem man selbst in die Rolle der Ermittlerin schlüpft und durch gutes Zuhören und cleveres Kombinieren dem Täter am Ende hoffentlich auf die Spur kommt!

Hoch oben im Norden, genauer gesagt im abgelegenen Dörfchen Vännerby, scheint die Welt noch in Ordnung. Doch weit gefehlt, der merkwürdige Mord an deinem Ex-Kollegen Kommissar Jens Holm gibt so einige Rätsel auf. Verdächtige gibt es genug, sodass es gar nicht so einfach ist, dem wahren Täter auf die Spur zu kommen. Doch die Zeit drängt, gemeinsam mit deinem Kollegen Gustav Eglund bleiben dir nur 24 Tage, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Wird es euch gelingen, alle Hinweise richtig zu deuten und die Wahrheit rechtzeitig ans Licht zu bringen? Andernfalls seid auch ihr in großer Gefahr…

Mörderisch spannender Advent

In „Stiller als die Nacht“ wird man selbst zum Ermittler beziehungsweise zur Ermittlerin. In der Identität der 45-jährigen Kriminalkommissarin Inga Svensson aus Stockholm versucht ihr 24 Tage lang, den Mord an eurem Ex-Kollegen, Mentor, Ratgeber, 2. Papa und Partner against Crime Jens Holm aufzuklären, der ermordet in seiner Wohnung in Vännerby aufgefunden wurde. Gemeinsam mit eurem mürrischen Kollegen Eglund reist ihr hoch in den Norden bis an den Rande des Polarkreises, wo das kleine Dörfchen Vännerby und somit der Schauplatz eures Einsatzortes liegt.

Schnell merkt ihr, dass ihr Holm längst nicht so gut gekannt habt, wie ihr glaubtet. In seiner Wohnung findet ihr einige Hinweise, denen ihr nachgehen wollt und die euch zu verschiedenen Stationen des Dörfchens führen. Ihr erfahrt, dass Holm im Kirchenchor gesungen hat und sich um sein Liebesleben das ein oder andere Gerücht rankt. Mit jedem neuen Gespräch erfahrt ihr etwas mehr über seine Zeit in Vännerby, wobei sich der ein oder andere Verdächtige herauskristallisiert, der ein Mordmotiv haben könnte. Ein falsches Geständnis führt euch auf eine falsche Spur. Dabei drängt die Zeit, denn euch bleiben nur 24 Tage, um den Fall zu lösen. Wird es euch am Ende gelingen, den wahren Täter zu finden und die einzelnen Puzzlestückchen richtig zusammenzusetzen?

Spannend durch die Adventszeit

Ein Adventskalender der etwas anderen Art ist „Stiller als die Nacht“, der sich aus zwei Teilen zusammensetzt: Einer digitalen App und einem analogen Kalender mit Türchen. In einer Mischung aus Hörspiel, Krimi und Exit-Game geht es darum, den Mord an Kommissar Jens Holm aufzuklären. Jeden Tag erwartet uns Hobbydetektive dafür eine kurze Audio-Sequenz mit einer Länge von etwa 5 Minuten in der zugehörigen App, die sich kostenfrei herunterladen lässt. Durch das Tippen auf das jeweilige Datum lässt sich der passende Abschnitt abspielen, sodass sich die Geschichte Stück für Stück fortsetzt.

Um zu wissen, wie der Kalender funktioniert, befindet sich im inneren des analogen Kalenders eine kurze Einführung. Hier lässt sich in fünf Schritten erfahren, wie man mit jedem Tag der Wahrheit einen Schritt näher kommen kann. Ist das erste Türchen des Kalenders noch nummeriert, ist für das Finden der weiteren Türchen im dreiteiligen Winterbild gutes Zuhören gefragt, um mithilfe der Hinweise das nächste Türchen öffnen zu können. Hinter jedem Türchen verbirgt sich ein kleiner Zettel mit der jeweiligen Nummer, sodass man auf den ersten Blick erkennen kann, ob man mit seiner Vermutung richtig lag. Lag man falsch, lässt sich das Türchen zum Glück wieder verschließen, ohne dass man groß erkennen kann, dass es bereits versehentlich geöffnet wurde. Stück für Stück ergeben die Zettelchen das Mörder-Board, auf dem sich verschiedene Hinweise finden, die beim Lösen des Falls helfen.

Um nach 24 Tagen keinen wichtigen Hinweis vergessen zu haben, gibt es außerdem den Tipp, sich jeden Tag ein paar Notizen zu machen. Keine schlechte Idee, da auch kleine Details entscheidend sein können und die Geschichte wirklich viele Wendungen und Überraschungen bereithält, sodass die Anzahl der Verdächtigen am Ende mehrere Personen umfasst, die nach dem Öffnen des letzten Türchens verhört werden können. Ziel ist es, anhand der Hinweise den wahren Täter direkt zu überführen. Liegt man richtig, erfährt man dies im Verhör. Lag man falsch, geht es ans nächste Verhör mit dem nächsten Verdächtigen. Dieses Spiel setzt sich solange fort, bis der wahre Täter gefunden ist. Bestenfalls ist natürlich der erste Verdacht direkt ein Treffer, wenn gut zugehört und clever kombiniert wurde.

Insgesamt ist die Geschichte spannend und abwechslungsreich erzählt, was auch an unterschiedlichen Sprechern und dezenten Hintergrundgeräuschen liegt. Der Zeitbedarf pro Tag ist mit etwa 15 Minuten angegeben, wobei dabei sehr hochgegriffen wurde und die meisten Türchen wahrscheinlich nur die Hälfte der Zeit beanspruchen, während für den 24. Dezember etwas mehr Zeit eingeplant werden sollte. Während das Finden des nächsten Türchens relativ leicht ist, ist das Ermitteln des richtigen Täters am Ende doch deutlich schwieriger. Schön wäre noch ein Ermittler-Buch oder etwas ähnliches gewesen, in dem sich die Namen der Verdächtigen mit einem Bild und ein paar freien Zeilen zum Eintragen finden würden. Für Menschen, die sich Namen nicht so gut merken können und die Fakten lieber einem Bild zuordnen, wäre das Lösen des Falls dadurch etwas einfacher. Andernfalls kann es passieren, dass man am Ende, bei der Liste der Verdächtigen fürs Verhör, vor vielen Namen steht und gar nicht so genau weiß, wer sich hinter dem jeweiligen Namen verbirgt, da schon eine ganze Reihe an Personen im Laufe der Geschichte vorkommt.

Fazit

Insgesamt ein schöner Kalender, der sowohl Krimi- als auch Rätselfreunden eine spannende und abwechslungsreiche Adventszeit beschert. Sowohl der physische Kalender als auch die kurzen Audio-Snippets sind gut aufeinander abgestimmt, sodass sich das Rätsel rund um den Mord Stück für Stück zusammensetzt und man am Ende hoffentlich den richtigen Täter entlarven kann!

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