Moornacht (Die North York Moor-Reihe 1)

  • Penguin
  • Erschienen: Januar 2026
  • 0
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Carola Krauße-Reim
75°1001

Krimi-Couch Rezension vonApr 2026

Die Probleme der guten Gesellschaft von Whitby.

In den North York Moors wird der verkohlte Leichnam eines Mannes gefunden. Er war jemand, der gerne in der feinen Gesellschaft von Whitby mitgemischt hätte, doch seine Geschäfte waren ein Bremsklotz dafür. DCI Bolton und sein Team bearbeiten den Fall. Mit dabei ist die neue DS Sam Fox, die zwar sehr fähig ist, doch mit ihrer Art nicht allen gefällt. Als sich herausstellt, dass vor Jahren schon einmal eine Leiche an genau derselben Stelle gefunden wurde, begibt sich Sam auf die Spur und gerät in einen Sumpf aus gefährlichen Geheimnissen.

Eine neue Reihe

Nach der Simon-Jenkins-Reihe, die in Cornwall spielt, hat sich Arnold Küster alias Ian Bray dieses Mal das nördliche England als Setting ausgesucht. Das kleine Küstenstädtchen Whitby wurde durch Bram Stokers „Dracula“ bekannt und zieht noch heute viele Touristen aus aller Welt an. Die Landschaft der Moore, die Einsamkeit und Weite, meist nur mit Schafen bevölkert und die Küste mit ihren Buchten und Stränden bietet eine besondere Atmosphäre. Die hat Bray gekonnt eingefangen und verwebt sie mit den spannenden Ermittlungen. Doch stehen die eigentlich gar nicht im Mittelpunkt, sondern die Protagonistin Sam Fox.

Sam ist anders

Samantha Fox ist Einzelgängerin. Doch das ist nicht ihre einzige Eigenschaft, die sie von dem ansonsten sehr familiären Team in Whitby unterscheidet. Seit ihrer Kindheit ohne feste Wurzeln, macht es ihr nichts aus, erst einmal in der Jugendherberge unterzukommen. Hauptsache sie kann ihrer Leidenschaft als Schlagzeugerin nachkommen und der Strom an Alkohol versiegt nicht. Doch in ihrem Inneren fechtet sie Kämpfe aus und das stets drohende Aus in Whitby macht ihr mehr zu schaffen als sie zugeben will. Ian Bray reiht sich mit dieser problembeladenen und aneckenden Protagonistin ein in eine Reihe von ebensolchen Vorgänger-Protagonistinnen und -Protagonisten. Anscheinend sind augenblicklich ausgeglichene und völlig normale Ermittler nicht angesagt. Dieser Hintergrund macht natürlich die Person interessant, kann aber, wie in Sams Fall, das Geschehen zu sehr dominieren.

Die Story dreht sich im Kreis

Es beginnt spannend mit einer verkohlten Leiche im Moor und wird noch interessanter je mehr über die Geschäfte des Toten herauskommt. Doch dann dreht sich die Geschichte um sich selbst. Immer wieder werden die gleichen Probleme durchgekaut, immer wieder geht Sam in den Pub um sich zu betrinken und Schlagzeug zu spielen. Ständig denkt ihr Kollege nur an seine Sukkulenten und die Kathedrale von York, in der er so gerne Glocken läuten würde. Dadurch sackt die Spannung etwas ab und man muss sich schon ein bisschen durchkämpfen. Da helfen die gelegten Fährten auch nicht wesentlich weiter. Der Schluss ist so banal, dass man fast schon enttäuscht ist, doch kann die Lösung eben auch einmal viel einfacher sein, als gedacht.

Fazit

Eine neue Reihe mit einer ungewöhnlichen Ermittlerin. Der erste Band hebt sich zwar nicht aus der Masse an Krimis heraus, doch ist er solide Krimikost. Vielleicht konzentrieren sich die Folgebände, nachdem Sam Fox nun ausdrücklich vorgestellt wurde, etwas mehr auf die Ermittlungen und lassen eine durchgehend hohe Spannung zu.

Moornacht (Die North York Moor-Reihe 1)

Ian Bray, Penguin

Moornacht (Die North York Moor-Reihe 1)

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