Dexter: Wiedererwachen
Serien-Kritik von Karsten Kloß (07.2026) / Titel-Motiv: © Leonine
Dexter Morgan ist von den Toten wiederauferstanden
Plötzlich wacht der Serienmörder Dexter Morgan (Michael C. Hall) aus dem Koma auf. Die Erinnerungen strömen genauso heftig zurück. Er hatte nach dem Wirbelsturm in Miami ein neues Leben in der Kleinstadt Iron Lake gefunden und lebte dort einige Zeit unter falschem Namen. Dann hat sein Sohn Harrison (Jack Alcott) ihn gefunden und, nachdem Dexter ihm seinen dunklen Begleiter gezeigt hat, scheinbar erschossen. Doch Dexter hat es überlebt und versucht seitdem wieder auf die Beine zu kommen.
Während er noch im Krankenhaus liegt, bekommt er unerwarteten Besuch von seinem ehemaligen Freund und Kollegen Angel Batista (David Zayas). Dieser hat nun einige Nachforschungen seinerseits betrieben und zweifelt erheblich daran, dass ihr Ehemaliger Kollege der Serienkiller „Bay Harbor Butcher“ war. Er ist zufällig über Ermittlungsergebnisse seiner Ex-Frau gestoßen, die alle auf eine Person hindeuten – Dexter. Doch Dexter kann ihn erneut überzeugen, dass er es nicht ist und erfährt ganz zufällig, dass sich Harrison in New York aufhält. Dorthin flieht er auch bei der nächsten Gelegenheit, als Batista erneut ein Gespräch mit ihm führen möchte.
Dexter und sein dunkler Begleiter sind wieder unterwegs
Harrison hat unterdessen eine Anstellung als Laufbursche im noblen Empire Hotel untergekommen. Dort macht er sich eigentlich ganz gut, bis ein gewaltbereiter Gast eine junge Frau betrunken macht um sie zu vergewaltigen. Er bittet Harrison vorher sogar noch um Hilfe und behauptet, dass seine Frau zu viel getrunken hätte. Harrison tritt an dieser Stelle in die Fußstapfen seines Vaters, bringt diesen Gewalttäter um, zerstückelt die Leiche in der nun verlassenen Hotelküche und entsorgt die Teile im Hausmüll – was natürlich entdeckt wird und Ermittlungen im Hotel nach sich zieht. Leider ist Harrison einer der Verdächtigen, da er ein falsches Alibi bei der überaus schlauen Ermittlerin Claudette Wallace (Kadia Saraf) angibt.
Dexter seinerseits ist in New York angekommen und möchte das Verhältnis zu seinem Sohn wieder verbessern. Beim letzten Mal ist er von ihm angeschossen worden, also geht es nicht schlechter. Davor benötigt er aber erst einmal einen Job. Als er in den Nachrichten vom neuen Serienkiller, dem „dunklen Passagier“ hört, der Fahrer von Mitfahrdiensten mit einer Drahtschlinge köpft, da weiß er auch ganz genau, welchen Job er gerne machen möchte – die Arbeit als Fahrer bei einem Mitfahrdienst. Es kann schließlich nur einen „dunklen Passagier“ geben und das ist nicht der Nachahmer auf der Rückbank der Mitfahrdienste, sondern Dexters dunkle Seite.

Schon bald kommt er diesem „Nachahmer“ auf die Spur. Er „lädt“ ihn in seinen „Killroom“ ein und entledigt sich seiner, ganz nach alter Art. Danach verbrennt er die Leichenteile in einem verlassenen und verfallenen Fabrikgebäude. Bei den Habseligkeiten des Mörders entdeckt Dexter eine seltsame Einladung zu einem Treffen mit Gleichgesinnten. Dexter ist natürlich neugierig und schlüpft in die Identität des „dunklen Passagiers“. Schon kurz darauf trifft er in einem noblen Penthouse auf den reichen und exzentrischen Leon Prater (Peter Dinklage). Dieser ist ein Fan und Sammler von Serienkillern und Serienkiller-Memorabilien. Ein Fest für Dexter, der sich nun schon seine nächsten Schritte überlegt…
Gleichzeitig versucht Harrison, sich aus den Fängen der Polizei zu entziehen. Detective Wallace lässt ihn nämlich nicht so einfach vom Haken. Zu seinem Glück ist Dexter aber da, der ihm im Hintergrund hilft und einige von Harrison übersehene Spuren beseitigt. Kurz darauf gibt er sich Harrison zu erkennen und die beiden beginnen, an ihrer Vater- und Sohn-Beziehung zu arbeiten. Doch das Netz um Harrison zieht sich immer enger zusammen. Dann kommt auch noch Glück im Unglück dazu, denn Dexter kann ein überaus wichtiges Beweisstück an einem anderen Tatort platzieren. Doch wird das reichen…?
Dexter Morgan ist zurück auf der Suche nach neuen Opfern
Lange mussten Fans nun nicht auf neue Geschichten um den Serienmörder Dexter Morgan warten. Nachdem die eigentliche Serie im Jahre 2013 ein eigentlich ganz zufriedenstellendes Ende gefunden hatte, wurde der Figur 2021 in der Miniserie „New Blood“ und 2024 im Prequel „Original Sin“ neues Leben eingehaucht. Nun ist Dexter Morgan in „Wiedergeburt“ wieder zurück, diesmal in den Straßen von New York City, und versucht dort erneut nach dem Codex seines Vaters zu leben.
Doch Dexter ist nicht alleine. Wie auch schon in der eigentlichen Serie, hat er nicht nur das Abbild seines Vaters als sein Gewissen mit dabei, sondern baut sich durch einen kurzen Kontakt zu Mitfahrdienst-Fahrer Blessing Kamara (Ntare Guma Mbaho Mwine) einen neuen Freundeskreis auf. Blessing lässt ihn direkt in seiner kleinen Einliegerwohnung einziehen und heißt ihn in seiner Familie willkommen. Dazu kommt noch sein Sohn Harrison, der zwar seine eigenen Probleme hat, doch nach einigen Anlaufschwierigkeiten wieder mit seinem Vater ein Vertrauensverhältnis aufbaut.

„Dexter: Wiedererwachen“ ist eine gute Krimiserie, die einem ein gutes nostalgisches Gefühl gibt. Eigentlich ist es so wie früher, nur dass seine Schwester Debra nicht mehr als Dexters moralischer Kompass und Anker in der Welt dient, sondern sein Sohn Harrison. Diesmal fängt es mit der Aufarbeitung des Endes der letzten Miniserie an und schwenkt dann zu den typischen Eigenschaften der Dexter Reihe um – der Jagd, den Morden, dem Endgegner – und dabei versucht er immer unter dem Radar der Polizei zu fliegen.
Für diese erste neue Serienstaffel konnten die Macher um Clyde Phillips einige hochkarätige Gaststars verpflichten, die jetzt auch dem nun schon legendärem „Dexter“ Kosmos angehören. Neben kurzen Cameo-Auftritten von Erik King als James Doakes, Jimmy Smits als Miguel Prado, John Lithgow als „Trinity Killer“ Arthur Mitchell, C.S. Lee als Vince Matsuka sowie Desmond Harrington als Joey Quinn, konnten auch noch Uma Thurman, Krysten Ritter, Neil Patrick Harris, Eric Stonestreet und David Dastmalchian verpflichtet werden. Welche Rolle letztere in der Serie spielen werden, wird hier aber noch nicht verraten.
Ansonsten war eigentlich alles dabei, was man als Fan von einer richtigen Fortsetzung erwarten würde. Es gab genug Spannung, genug Morde mit viel Blut, aber auch genug Witz und Familienleben, um das Schreckliche wieder ein wenig zu relativieren.
Fazit
Mir persönlich hat es gefallen. Für Neulinge ist die Serie nicht wirklich geeignet, da zu viele Referenzen auf die alten Staffeln gemacht werden. Fans der eigentlichen Serie werden aber begeistert sein und die Rückkehr des „Bay Harbour Butchers“ auch gebührend feiern.
Bilder: © Leonine


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