Bookish - Staffel 1
Serien-Kritik von Karsten Kloß (03.2026) / Titel-Motiv: © UKTV/Nicolas Velter
Ein Buchhändler im Dienste der Polizei.
London, 1946: Nach seiner Haftstrafe soll Ex-Sträfling Jack (Connor Finch) sich in der Archangel Lane in einem antiquarischen Buchladen mit dem Titel „Book’s“ melden, um dort seinen neuen Job anzutreten. Schon beim reinkommen weist er den Mitarbeiter darauf hin, dass es falsch geschrieben ist, da man Bücher in der Mehrzahl nicht mit einem Apostroph schreiben würde. Leider ist er genau an den falschen geraten, denn der Ladenbesitzer Gabriel Book (Mark Gatiss) erklärt ihm, dass er mit seinem Nachnamen ein Wortspiel betrieben hat.
So kommen die beiden unterschiedlichen Männer ins Gespräch und Book bietet ihm weiterhin den Job an, sagt aber auch gleichzeitig, dass er mehr ist als nur ein Buchhändler. Genau zu diesem Zeitpunkt betritt auch seine Frau Trottie (Polly Walker) den Buchladen und berichtet von einem seltsamen Fund. An einem zum Abriss freigegebenen Haus sind die Überreste von mehreren Leichen gefunden worden und scheinbar benötigt Inspector Bliss (Elliot Levey) Books Hilfe.
Ein Buchhändler auf Verbrecherjagd
So kommt es, dass Jack, der eigentlich nur einen Job und eine Unterkunft gesucht hat, in einen mehr als komplexen Kriminalfall hineinstolpert. Book hat nämlich einen Brief von Churchill (was er auch häufig betont) mit dem er die Berechtigung hat, der Polizei unter die Arme zu greifen. Ganz zum Missfallen von Sgt. Morris (Blake Harrison), der Zivilisten unter allen Umständen von Tatorten fernhalten möchte. Doch dieser Leichenfund soll nicht der einzige bleiben. Kurz darauf wird der alte Apotheker in einer Blutlache ermordet in seinem Geschäft aufgefunden. Gibt es da einen Zusammenhang?

Kaum dass Book diese Morde aufgeklärt hat, wartet auch schon der nächste Fall auf ihn. Ein junger Filmemacher hat die Archangel Lane für seinen neuen Spielfilm ausgesucht und nutzt auch die Front des „Book’s“ sowie die Front vom Tapetenladen von Trottie für als Kulisse. Während draußen die Dreharbeiten laufen, verstirbt in Trotties Laden plötzlich eine Statistin.
Diese hatte wohl vorher etwas von der seltenen Schokolade stibitzt, die für Stewart Howard (Jacob Fortune-Lloyd) den Hauptdarsteller des Films gedacht war. Leider war Gift in den Pralinen und Book gelingt es gerade noch rechtzeitig Howard von naschen an den Pralinen abzuhalten. Doch wer trachtet dem beliebten Man nach dem Leben? Kann es die Reporterin Nerina Bean (Amanda Drew) sein, die scheinbar pikante Details aus seiner sowie aus der Vergangenheit seiner Ehefrau Sandra Dare (Joely Richardson) ausgegraben hat. Doch was ist dann das Motiv? Book beginnt mit seinen Ermittlungen und entdeckt dabei Abgründe der Filmindustrie in die er lieber nicht geschaut hätte.
Einige Zeit später geschieht in der Bar in einem vornehmen Hotel ein weiterer Mord. Ein Pilot wird dort vor Trotties Augen vergiftet. So wie es aussieht, war er aber nicht das richtige Opfer, denn im Hotel befinden sich auch die beiden Prinzessinnen Ruhije (Angeliki Papoulia) und Nafije (Rina Krasniqi), die nach einem Umsturz in ihrem Land fliehen mussten und seitdem in Angst vor einem Attentat leben. Diese haben direkt neben dem Mann gesessen und nach einer Ablenkung die Drinks vertauscht, da sie mit genau solchen Attentaten gerechnet haben.

Book beginnt mit seinen Ermittlungen und es werden dabei viele private Wunden aufgerissen, da Mr. Kind (Paul McGann) ein alter Freund ist und viel über Books Vergangenheit weiß. So ist er auch einer der wenigen Menschen der weiß, warum Book und Trottie ihren Auszubildenden Jack bei sich aufgenommen haben. Trotz allem findet Book nach einiger intensiver Suche Hinweise auf den wahren Täter sowie das wahre Opfer des Mordanschlags. Wie so oft ist nichts so, wie es scheint…
Kriminalfälle in London kurz nach dem zweiten Weltkrieg
Mit der Krimiserie „Bookish“ reiht sich Autor und Hauptdarsteller Mark Gattiss in die illustre Reihe der „Whodunit“ Serien und Geschichten ein. Mit seiner von ihm verkörperten Figur Gabriel Book hat er einen etwas seltsamen Ermittler erfunden, der nun der Inhaber eines Buchladens ist, während des Krieges aber im Geheimdienst tätig war und daher einen offiziellen Brief von Winston Churchill hat. Durch diesen hat er sozusagen einen Freifahrtschein und darf der Polizei bei den Ermittlungen unter die Arme greifen.
Dabei ist Book aber nie alleine. Ihm zur Seite stehen seine Ehefrau Trottie und die junge Nora (Buket Kömür), die im Laden ihres Onkels auf der anderen Straßenseite arbeitet und gerne Krimiautorin werden möchte, sowie Hund. Nun kommt auch noch der ehemalige Sträfling Jack hinzu. Dieser versteht nicht ganz, warum er ausgerechnet von Book und Trottie ausgewählt wurde und beginnt daher mit eigenen Ermittlungen. Scheinbar haben auch Book und Trottie ein paar Geheimnisse, die nicht an die Öffentlichkeit kommen sollen und die alles von ihnen Aufgebaute zerstören könnten…

Die erste Staffel der Serie besteht aus drei Fällen, die jeweils in zwei Episoden aufgeteilt wurden. Schon die ersten paar Minuten der Handlung sind äußerst bizarr, dadurch aber überaus witzig. Dieses Niveau wird auch versucht über den Rest der Serie zu halten, wobei der Witz eher durch Kleinigkeiten entsteht und niemals zu klamaukhaft wird. Dieser Spagat ist dabei aber auch notwendig, da die Fälle und auch alles andere drum herum immer ein wenig düsterer, verworrener und melancholischer werden und nur der eine oder andere Wortwitz dieses gekonnt durchbricht.
Doch nicht nur dieses ist hervorzuheben. Auch die Kostüme, die Kulisse und die historische Genauigkeit der Serie sind nicht zu verachten. Auch wenn die meisten Szenen nicht in London gedreht wurden, sondern in Belgien und nur einige Außenaufnahmen direkt in London gemacht wurden. Dennoch ist dieses typische Londoner Flair passend eingefangen und man fühlt sich als Zuschauer direkt in die britische Hauptstadt nach dem Krieg zurückversetzt.
Fazit
Mit „Bookish“ gibt es nun eine weitere gut gemachte Krimiserie, die mir persönlich manchmal zu verworren war, die mich aber durch die Machart, die Figuren und die Szenerie wieder abgeholt hat, so dass ich die Ermittlungen des Gabriel Book in vollen Zügen genießen konnte.



Neue Kommentare