Anders de la Motte: Sommernachtstod

Ein Kind verschwindet, ein Dorf schweigt – ein fesselnder Kriminalroman von Schwedens peisgekröntem Autor Anders de la Motte!

Sommernachtstod

Ein Schatten scheint über einem Dorf in Südschweden zu liegen, seit dort vor 20 Jahren der kleine Billy Nilsson spurlos verschwand. Der vierjährige Billy jagt im Garten seines Elternhauses einem Kaninchen hinterher – und verschwindet. Wie vom Erdboden verschluckt an diesem lauen Sommerabend. Die von den Eltern informierte Polizei sucht eine Woche lange vergeblich nach dem Kind, aber Billy wird nie gefunden. Das vermutete Szenario – Billy hat sich versteckt/verlaufen/ist verunglückt – verschiebt sich zunehmend zugunsten einer anderen Erklärung, die da lautet: Tommy Rooth, ein ortsbekannter Frauenheld und Wilderer, hat den Jungen entführt, um sich an dessen Onkel, Harald Aronsson, zu rächen. Einen nicht geringen Anteil an dieser Version der Ereignisse trägt dabei Harald Aronsson selbst. Er ist der mächtigste Mann im Ort, besitzt Ländereien, ist ein Geschäftsmann, mit dem Rooth mehrfach aneinander geraten ist. Tatsächlich gibt es ein paar Verdachtsmomente gegen Rooth, doch sie reichen nicht aus. Er wird auf freien Fuß gesetzt, woraufhin er aus dem Dorf verschwindet und seine Frau samt Kindern zurücklässt.

Billys Familie zerbricht an dem Verlust des Kindes: Die Mutter, Magdalena, nimmt sich das Leben; die jugendlichen Geschwister, Vera und Mattias, verlieren sich nach und nach aus den Augen. Mattias wird Polizist; der Vater, Ebbe, bleibt allein auf dem Hof zurück, züchtet Rosen und hütet die Zimmer der Verstorbenen wie ein museales Erbe. Nichts darf verändert werden.

Vera verlässt dagegen die Heimat, ändert ihren Namen in Veronika Lindh, wird Therapeutin und Trauerbegleiterin, ist aber innerlich zutiefst verstört. Der Verlust der Mutter, der »Verrat« von Mattias, der das Dorf nicht mit ihr verlassen hat, und eine unglückliche Liebesgeschichte führen zum Zusammenbruch.

Zwanzig Jahre später kehrt Billys Schwester Veronika in das Dorf ihrer Kindheit zurück. Zu verstörend sind die Details, die ihr Isak, ihr neuer Patient, über einen verschwundenen Jungen berichtet hat. Seine Schilderungen erinnern Veronika stark an den Fall ihres kleinen Bruders. Könnte er noch am Leben sein? Um endlich Gewissheit zu haben, will sie auf eigene Faust herausfinden, was sich damals zugetragen hat – und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Und wie vertrauenswürdig ist eigentlich Isak?

Ihre Familie will nichts von Isak wissen. Der Vater wirkt verängstigt, der Onkel noch einflussreicher und großkotziger als früher, der Bruder hat private Probleme, und der ehemalige Ermittler im Fall hat die Stadt schon lange verlassen. Dennoch beschließt Veronika, ihn aufzusuchen und ihm von Isak zu erzählen.

Der Autor

Anders de la MotteAnders de la Motte, geboren 1971, arbeitete mehrere Jahre als Polizist in Stockholm und in der Security-Branche, bevor er Schriftsteller wurde. 2010 debütierte er mit »Game« und gewann auf Anhieb den Preis der Schwedischen Akademie der Krimiautoren für den besten Erstling. Bisher hat er sechs Kriminalromane veröffentlicht, »UltiMatum« wurde 2015 als bester schwedischer Kriminalroman ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in der Nähe von Malmö.