Bluthaus von Romy Fölck

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Ehrenwirth.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, 2010 - heute.
Folge 2 der Frida-Paulsen-Serie.

  • Bergisch Gladbach: Ehrenwirth, 2018. ISBN: 978-3-431-04111-8. 320 Seiten.
  • [Hörbuch] Köln: Lübbe Audio, 2018. Gesprochen von Michael Mendl. ISBN: 978-3-7857-5758-1. 6 CDs.

'Bluthaus' ist erschienen als Hardcover HörbuchE-Book

In Kürze:

Die junge Polizistin Frida Paulsen versucht sich auf dem Obsthof ihrer Eltern zu erholen. Doch als ihre Schulfreundin Jo nach einem Besuch bei ihr in einen Mordfall verwickelt wird und spurlos verschwindet, ermittelt Frida mit Hilfe ihres Kollegen Bjarne Haverkorn auf eigene Faust. Dabei scheint ein altes Reetdachhaus an der Ostsee eine entscheidende Rolle zu spielen. Dort wurde vor 20 Jahren eine Familie ermordet. Der Täter wurde nie gefunden.

Das meint Krimi-Couch.de: Solider Krimi mit allem was dazu gehört 80°

Krimi-Rezension von Carola Krauße

Starkes Ermittlerduo aus Itzehoe

Mit Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn hat Romy Fölck ein ebenso ungleiches wie starkes Team geschaffen. Auch, wenn man die beiden erst jetzt, im zweiten Buch mit ihnen, kennenlernt, ist sofort klar wie sie ticken. Trotz des Altersunterschiedes können sie gut miteinander auskommen und sich vor allem aufeinander verlassen. Das sie beide dazu private Probleme haben, macht sie umso sympathischer.

Frida kämpft mit sich und ihrer Zukunft als Polizistin oder Nachfolgerin auf dem Obsthof ihrer Eltern. Und Haverkorn muss seine gescheiderte Ehe verdauen und sich mit der Tatsache abfinden eine bisher unbekannte Tochter zu haben, die ganz dringend Hilfe benötigt. Fölck präsentiert zwei überaus menschliche und realistische Typen mit Stärken und Schwächen und zieht damit den Leser gleich in die Geschichte.

Nebenschauplätze bereichern die Geschichte

Romy Fölck stellt zwar die Ermittlungen in den Vordergrund, baut aber mit den persönlichen Problemen der Protagonisten interessante Nebenschauplätze ein. Und auch die dort agierenden Charaktere sind gut getroffen. Für Haverkorn geht es um das Überleben seiner kranken Tochter, von deren Existenz er bis dato nichts wusste. Die daraus resultierenden Probleme bilden eine eigene Geschichte in der Geschichte, bei der man mitfiebert und hofft, dass sie gut ausgehen wird. Genauso ist es mit Fridas Sorgen um den heruntergekommenen elterlichen Hof. Das Geld für Investitionen fehlt, die Ernte steht wegen Dauerregen auf dem Spiel und die Eltern haben keinen Nachfolger. Auch hier bangt der Leser mit und hofft auf eine passende Lösung.

Wohlproportionierte Spannung mit leichtem Grusel

Gleich zu Beginn wird klar, dass hinter dem unangekündigtem Besuch der Freundin Jo mehr steckt als kurzes Hallo-Sagen. Als Jo dann auch noch das sterbende Mordopfer findet und sich merkwürdig verhält, hat die Autorin den Leser am Wickel. Während Frida Paulsen dem Verschwinden der Freundin nachspürt, kommen immer mehr Details zu Tage, die eine Verbindung zwischen den Vorfällen vor 20 Jahren und denen in der Gegenwart annehmen lassen. Stück für Stück gerät der Leser in den Bann um eine ermordete Familie, eine überlebende Tochter und Machenschaften des LKA.

Dabei wird in der Erzählung immer wieder zwischen 1997 und der Gegenwart gewechselt, was dem Leser ermöglicht direkt an den Vorkommnissen im Reeddachhaus teilzuhaben. Und genau dieses Setting bringt dann auch den Grusel in die Geschichte. Ein abgeschiedenes, seit damals verlassenes und verrammeltes Haus, ohne direkte Nachbarn, an der windgepeitschten Ostsee bietet alles um das Kopfkino in Gang zu setzen. Die etwas spleenigen Nachbarn und die Einsamkeit des Ortes tun den Rest.

Showdown mit Knalleffekt

Obwohl man immer mehr hinter das Geheimnis rund um das Bluthaus kommt, ist die tatsächliche Auflösung überraschend. Hier fährt die Autorin alles auf, was zu einem echten Showdown gehört. Spannung pur, nochmalige unvorhergesehene Wendungen und natürlich Gefahr für alle Beteiligten. Das es hier auch ein bisschen unlogisch und überspitzt dramatisch zugeht, verzeiht man gerne. Ist doch der Schluss der bis dahin fesselnden Geschichte ebenbürdig.

Trotzdem gehört Bluthaus für mich nicht ganz in die Spitzenklasse der Kriminalromane. Der Erzählstil ist zu geradlinig, die Handlung ebenso. Es fehlen mir die immer wiederkehrenden plötzlichen Wendungen, die so nicht vorhersehbar waren. Und die wenigen Vorhandenen hätten besser auf- und ausgebaut werden können, damit wäre die Geschichte noch vielschichtiger und undurchschaubarer geworden.

Stoff für einen Fernsehfilm

Romy Fölck ist mit Bluthaus ein Krimi gelungen, der den Leser von Beginn an fesselt. Dabei ist das atmosphärisch dichte Setting der absolute Pluspunkt. In ihm wird eine Geschichte erzählt, die getragen wird von sympathischen und authentischen Charakteren und der Verknüpfung verschiedener Zeitebenen. Wer sich durch die schlichte Erzählweise nicht irritieren lässt, findet hier genau das richtige für einen spannenden Lesegenuss an einem dunklen Herbstabend. Doch ich finde, der Stoff eignet sich auch gut für einen Fernsehfilm. Vielleicht können wir ja Frida und Bjarne auch mal außerhalb der Buchseiten kennenlernen.

Carola Krauße, November 2018

Ihre Meinung zu »Romy Fölck: Bluthaus«

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Roland's Bücherblog zu »Romy Fölck: Bluthaus« 15.11.2018
"Bluthaus" ist der zweite Band der Frida-Paulsen-Reihe von Romy Fölck. Der Krimi spielt dabei in zwei Zeitebenen, zum einen im Jahr 1997 und in der Gegenwart. Obwohl ich bisher den ersten Band nicht kenne, konnte ich mich sofort in der Geschichte zurechtfinden. Schon der Beginn im Herbst 1997 nimmt den Leser mitten in dem spannenden Geschehen gefangen. Frida Paulsen, die noch mit den Erinnerungen aus ihrem ersten Fall kämpft wird durch ihre Jugendfreundin Jo erneut in einen Mordfall hineingezogen. Als Jo auch noch als Hauptverdächtige gilt, beginnt sie selbst wieder mit den Nachforschungen. Ihr Kollege Bjarne Haverkorn ist nämlich der ermittelnde Beamte in diesem Fall. Romy Fölck ist in diesem Regionalkrimi eine gute Mischung aus Spannung und Privatleben der Protagonisten gelungen. Diese wirken auf den Leser sympathisch mit all ihren Sorgen und Nöten. Dabei nimmt dieser Teil aber nie überhand, der Krimifall bleibt im Vordergrund. Und da ergeben sich im Laufe der Geschichte immer mehr Ungereimtheiten. Dies hält die Geschichte auch immer spannend und man rätselt als Leser dadurch wie nun alles zusammenhängt. Zwar bleiben ein paar Kleinigkeiten im Verborgenen, dies lässt aber Luft für einen weiteren Band. "Bluthaus" war für mich ein kurzweiliges Lesevergnügen und am Ende war ich mir sicher, das ich den ersten Band "Totenweg" unbedingt auch noch lesen muss.
Venatrix zu »Romy Fölck: Bluthaus« 22.10.2018
Während Frida Paulsen auf dem Apfelhof ihrer Eltern mithilft und über ihre weitere Zukunft bei der Polizei nachdenkt, ändert sich sowohl im Leben ihrer Freundin Jo als in dem ihres Kollegen Bjarne Haverkorn einiges.

Jo wird verdächtigt eine Frau ermordet zu haben. Doch anstatt mit der Mordkommission zu kooperieren, versucht die Detektivin den Fall auf eigene Faust zu lösen und ihre Unschuld zu beweisen. Dabei verschwindet sie spurlos …

Bjarne hat mit den eigenen Dämonen der Vergangenheit zu kämpfen, als ihm seine frühere Freundin erklärt, dass er Vater einer vierzigjährigen Tochter ist, die todkrank ist und eine neue Leber braucht.
Einzig Frida scheint diesmal, obwohl noch vom Dienst karenziert, die Fäden in der Hand zu halten und heftet sich auf Jos Fersen. Sie stößt dabei auf das „Bluthus“, ein sogenanntes „Safe-house“ der Polizei, in dem sich vor Jahren ein blutiges Drama abgespielt hat.

Meine Meinung:

Die Spannung ist stellenweise kaum auszuhalten. Ich habe das Buch mehr oder weniger in einem Stück gelesen. Die düstere Atmosphäre rund um das Bluthus ist der Autorin gut gelungen. Geschickt führt sie die Leser in die Irre. Die eine oder andere Spur entpuppt sich als Sackgasse.
Elegant sind die Rückblenden zu dem, lange zurückliegenden Verbrechen eingeflochten. Stück für Stück enthüllt sich langsam die Tragödie.

Frida und Bjarne haben sich wieder ein wenig weiterentwickelt. Jeder hat sein Schicksalspäckchen zu tragen. Für Frida scheint sich der Weg zurück in die Mordkommission wieder aufzutun. Bjarne muss erst einmal wieder gesund werden. Nachdem er ohnehin schon an der Grenze zur Pensionierung steht, könnte er sich ins Privatleben zurückziehen und Frida als väterlicher Freund zur Seite stehen. Das wäre doch eine Idee für einen 3. Band, oder?

Der Schreibstil ist wie schon in „Totenweg“ gut zu lesen. Dem Leser sind wenige Atempausen vergönnt. Tempo und Spannungsbogen sind recht hoch.

Fazit:

Ein bis zur letzten Seite fesselnder Krimi, dem ich gerne 5 Sterne gebe.
leseratte1310 zu »Romy Fölck: Bluthaus« 21.10.2018
Frida Paulsen hat den letzten Fall noch nicht verwunden und will sich auf den elterlichen Hof in der Elbmarsch erholen. Doch ein Hilferuf ihrer Freundin Johanna Arndt, genannt Jo, beendet diese Erholungsphase. Sie hatte bei einem Gewitter Unterschlupf gesucht und eine durch Messerstiche schwer verletzte Frau gefunden. Doch die Frau starb. Da Jo dann abgehauen ist, gilt sie als Tatverdächtige. Bjarne Haverkorn ist für den Fall zuständig und so ermitteln Bjarne und Frida wieder in der gleichen Sache. Fridas Suche führt zu dem Bluthaus auf der Halbinsel Holnis, in dem vor vielen Jahren eine Familie grausam ermordet wurde. Der Fall blieb ungeklärt.
Wie schon der Vorgängerband „Totenweg" lässt sich auch dieser Krimi wieder sehr flüssig lesen und die Geschichte hat mich von Anfang an gepackt. Auch dieses Mal ist die Atmosphäre wieder ziemlich düster.
Die Charaktere sind sehr gut und authentisch dargestellt. Nachdem ich im letzten Band eine Weile brauchte, bis ich mit Bjarne Haverkorn und Frida Paulsen wurde, sind sie mir nun sympathisch und ich habe sie gerne bei ihren Ermittlungen begleitet.
Wie Frida hatte auch Bjarne eine Auszeit nötig, aber inzwischen ist er wieder im Dienst. Doch auch weiterhin quälen ihn private Probleme. Der Fall wird daher mit zwei unterschiedlichen Ansätzen bearbeitet, denn dass Frida die Sache auf sich beruhen lässt, ist für sie unmöglich. Aber am Ende ergänzen sich Bjarne und Frida perfekt. Doch was hat die Hinrichtung von 1997 mit dem aktuellen Mordfall zu tun?
Die Rückblenden in die Vergangenheit sorgen dafür, dass so nach und nach Zusammenhänge erkennbar sind und doch bleibt man im Unklaren darüber, wer der Mörder ist. Es gibt auch immer wieder falsche Spuren, so dass die Spannung erhalten bleibt. Am Ende wird es dann noch gefährlich für die Ermittler.
Ich kann den spannenden Krimi mit interessanten Charakteren und einer düsteren Atmosphäre nur empfehlen.
TochterAlice zu »Romy Fölck: Bluthaus« 29.09.2018
Eine Freundin in Not. Oder ist sie auf der Flucht?

Es geht um Jo, Fridas Freundin aus Schulzeiten: eines Tages steht sie auf dem Apfelhof von Fridas Eltern, auf dem sich Frida nun zur Unterstützung eingenistet hat: sie braucht Hilfe. Wenig später gibt es eine Leiche - eine ehemalige Polizistin. Jo wurde mit ihr zusammen gesehen und ist nun spurlos verschwunden. Ist sie möglicherweise eine Mörderin? Kennen sich die beiden von früher? Auch wenn Frida eigentlich gar nicht im Dienst ist, diesem Fall kann sie sich nicht entziehen.

Auch Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn, der Frida bereits als Jugendliche im Rahmen von Ermittlungen kennengelernt hat und auch im "Totenweg" eine Rolle spielte, tritt wieder auf den Plan - wieder als Fridas Kollege, auch wenn sie ja eigentlich nicht "richtig" im Dienst ist..

Auch diesmal ermitteln Bjarne Haverkorn und Frida Paulsen sowohl gemeinsam als auch getrennt voneinander. Auf beiden lastet die Vergangenheit - sowohl privat als auch beruflich, wobei es vor allem bei Bjarne vollkommen neue Entwicklungen gibt.. Werden sie es schaffen? Hat Frida neben ihrer Arbeit auf dem Apfelhof überhaupt Zeit? Kann sie ihrer Freundin Jo helfen oder muss sie diese verhaften.

Inhaltlich dicht und sehr atmosphärisch und auch der Stil von Romy Fölck gefällt mir sehr, aber daran habe ich auch nicht gezweifelt, weil ich bereits mehrere Krimis von ihr gelesen hatte. Dabei war "Totenweg" der bisherige Höhepunkt - das "Bluthaus" steht ihm aber nur wenig nach und ist es allemal wert, gelesen zu werden.

Denn wieder ist Romy Fölck ein atmosphärischer Krimi mit regionalen Akzenten und interessanten Charakterengelungen, der sich zu einem mitreißenden Whodunnit entwickelt. Abgesehen von einigen Kleinigkeiten - manches kam mir ein wenig unlogisch vor, einige Erzählstränge wurden nicht so ausgeführt, wie ich es mir erhofft hatte- hat mir das Buch wirklich gut gefallen und ich habe es mit Spannung und Vergnügen gelesen und kaum aus der Hand legen können.

Romy Fölck, eine Autorin, an der ich dranbleiben werde. Ich freue mich schon jetzt auf einen möglichen dritten Band mit Frida und Bjarne und hoffe sehr, dass alle anderen Akteure aus ihrem privaten Umfeld, die für sie selbst von Bedeutung sind, auch weiterhin eine Rolle spielen werden.
niggeldi zu »Romy Fölck: Bluthaus« 26.09.2018
Überzeugender zweiter Fall


Fridas und Bjarnes neuer Fall hat es in sich! Frida hat sich von den Geschehnissen im Fall zuvor noch nicht erholt, da landet sie auch schon wieder mittendrin: Ihre Freundin Jo entdeckt eine Leiche und gerät unter Mordverdacht. Frida will das nicht glauben und klinkt sich daher in Bjarnes Ermittlungen ein. Langsam entfalten sich vor den beiden grausame Geschehnisse der Vergangenheit …

Ich LIEBE das Cover! Schon das des Vorgängerbandes mochte ich gerne, aber dieses gefällt mir sogar noch besser! Es passt wunderbar zur Geschichte und strahlt etwas Düsteres, Bedrohliches aus.

Der Schreibstil ist wie gewohnt äußerst angenehm und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Man erfährt mehr über Jos Vergangenheit und wird von den Ereignissen förmlich mitgerissen. Die Charaktere haben sich außerdem gut und nachvollziehbar entwickelt und sie werden einem
noch sympathischer.
Die wechselnden Perspektiven bringen nicht nur Abwechslung in die Geschichte, sondern steigern auch die Spannung und animieren dazu, unbedingt weiterlesen zu wollen. Auch der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart fügt sich gut ins Gesamtbild ein. Die Auflösung ist aufregend und tragisch zugleich, man fühlt richtig mit den Charakteren mit.

Ich kann das Buch und seinen Vorgänger nur empfehlen und hoffe, die Fortsetzung lässt nicht allzu lange auf sich warten. :) 5 Sterne!
PMelittaM zu »Romy Fölck: Bluthaus« 26.09.2018
1997 wird eine Familie ermordet, nur die Tochter kann entkommen. Was ist aus ihr geworden?

Bjarne Haverkorn ist noch nicht lange zurück bei der Mordkommission, als er zu einer Leiche gerufen wird. Eine junge Frau hatte die Tote noch lebend gefunden, konnte sie aber nicht mehr retten. Die Tote, Catrin Conradi, wurde eindeutig ermordet, und wie sich herausstellt, hat sie früher für das BKA gearbeitet, liegt hier das Motiv?

Auch Haverkorns Privatleben ist derzeit nicht einfach, seine Frau ist noch in der Klinik, als er eine überraschende Nachricht erhält, die sein Leben auf den Kopf stellt.

Frida Paulsen hat sich auf den Hof ihrer Eltern zurückgezogen, sie braucht Abstand und Ruhe, um sich klar zu werden, wie ihr Leben weitergehen soll. Da erhält sie einen Anruf ihrer (Schul)Freundin Jo. Jo hat eine Leiche gefunden und nun Angst, dass man sie verdächtigen könnte. Und dann ist Jo auf einmal verschwunden.

Wer „Totenweg“ kennt, kennt die Protagonisten bereits, und freut sich, sie hier wiederzutreffen und zu erfahren, wie es ihnen seit den damaligen Geschehnissen ergangen ist. Wer den Vorgängerband noch nicht gelesen hat, kann dem Roman dennoch problemlos folgen. Die Autorin hat es gut verstanden, die Ereignisse ausreichend zu integrieren, ohne zu spoilern.

Der Roman ist sehr spannend, zumindest die beiden ersten Drittel konnten mich fesseln und machten den Roman für mich zum Pageturner, vor allem auch, weil man als Leser wunderbar miträtseln kann. Wo ist die Tochter der ermordeten Familie abgeblieben? Warum wurde Catrin Conradi gerade jetzt ermordet? Warum ist Jo verschwunden? Erzählt wird flüssig und bildreich, die Emotionen und Gedanken der Charaktere kommen gut zum Ausdruck. Die Ereignisse im Jahr 1997 werden in Rückblenden nach und nach erzählt, das beantwortet manche Frage, schafft aber auch immer wieder neue.

Mit dem letzten Drittel kam bei mir leider die Ernüchterung. Ich kann es einfach immer weniger leiden, wenn künstlich Spannung erzeugt wird, weil ein Protagonist in Gefahr gerät. Romy Fölck hat meiner Meinung nach hier mit Drama übertrieben, zumal auch in Haverkorns Privatleben die Damatik so überhand nimmt, dass er sich kaum auf den Fall konzentrieren kann. Für mich litt darunter die Spannung anstatt sie zu erhöhen.

Die Auflösung ist okay, allerdings hätte ich mir gewünscht, dass sie eher durch Ermittlungsarbeit denn durch Zufälle gelingt, mir scheint auch nicht alles ganz logisch zusammenzupassen.

Dennoch, der Roman hat mich über weite Strecken gut unterhalten, ich bin emotional involviert gewesen und möchte auf jeden Fall wissen, wie es mit Bjarne und Frida weitergehen wird. 78°

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