Das Grab unter Zedern von Remy Eyssen

Buchvorstellung und Rezension

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Frankreich / Provence, 2010 - heute.
Folge 4 der Leon-Ritter-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2018. ISBN: 978-3-548-28907-6. 320 Seiten.

'Das Grab unter Zedern' ist erschienen als Taschenbuch E-Book

In Kürze:

Zu Beginn der Sommersaison wird ein vermeintlicher Kindermörder aus dem Gefängnis entlassen. Das Berufungsgericht in Toulon hat ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ganz Le Lavandou steht Kopf. In dieser aufgeladenen Atmosphäre wird ein Toter am Strand gefunden. Der Mörder scheint klar zu sein, aber Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter glaubt nicht an die einfache Variante. Seine Nachforschungen führen ihn auf die idyllische Insel Porquerolles. Tiefer und tiefer gräbt er sich in die Geschichte der Inselbewohner, aber seine Nachforschungen gefallen nicht allen. Denn alles deutet daraufhin, dass der Täter von damals dabei ist, weitere Verbrechen zu begehen. Doch niemand will dem Rechtsmediziner glauben.

Das meint Krimi-Couch.de: Rechtsmedizin mediterran 80°

Krimi-Rezension von Kirsten Kohlbrei

Es ist Ende Juni, und die Hochsaison in der Provence steht vor der Tür, als die Nachricht über die Entlassung Paul Simons den Badeort Le Lavandou in Aufregung versetzt. Simon wurde einige Jahre zuvor als Mörder seiner Tochter Amélie verurteilt, nun aber vom Berufungsgericht in Toulon aus Mangel an Beweisen freigesprochen – und ist zurückgekehrt. Für den Großteil der Einheimischen bleibt er jedoch der Täter, und auch in den Reihen der Polizei, die nun in wieder aufgenommenen Ermittlungen den wahren Schuldigen überführen soll, herrscht Misstrauen.

Le Lavandou, das ist auch die Wahlheimat des deutschen Rechtsmediziners mit französischen Wurzeln, Dr. Leon Ritter. Nach seinem Weggang aus Deutschland ist er an der Côte d’azur privat und beruflich gut angekommen. Der neue Job als Leiter der Rechtsmedizin einer südfranzösischen Provinzklinik gefällt ihm.

Und obwohl ihn die Erinnerung an seine tote Frau noch nicht wirklich loslässt, hat er sich mit der Beziehung zu der stellvertretenden Polizeichefin Capitaine Isabelle Morell auch emotional auf einen Neuanfang eingelassen.

Leon Ritters Ermittlungen deuten auf einen Mord hin

Ritter distanziert sich zunächst von jeglicher Vorverurteilung des Freigesprochenen, wird aber auch beruflich in den Fall Simon involviert, als am Strand ein Toter gefunden wird. Da eigentlich nichts die Urlaubsstimmung der Touristen trüben soll, möchte der Polizeichef Zerna, Isabelles Vorgesetzter, das ganze nur zu gerne als Unfall darstellen. Er reagiert auf Leons Untersuchungsergebnisse, die auf einen Mord hinweisen, wenig begeistert.

Dass seine erfolgreichen, aber unorthodoxen Ermittlungsmethoden dem Einzelkämpfer Leon nicht nur Befürworter, sondern auch Neider und Kritiker bescheren, erfährt er deutlich, als ihm von seinem Klinikleiter ein karrierebewusster Kollege als Partner zugeteilt wird, der ihn seiner Meinung nach in seiner Arbeit eher behindert, als unterstützt. Unbeeindruckt von jeglichen Störungen folgt der deutsche Médicin Légiste allerdings unbeirrt seiner Intuition.

Todesfälle und dunkle Boten der Vergangenheit erschüttern die Sommeridylle

Ein mysteriöser Knochenfund führt ihn auf die der Küste vorgelagerten Insel Porquerolles und als es zu weiteren Todesfällen kommt, zeigt sich, dass die Aufklärung in der Gegenwart nicht ohne die Klärung lang zurückliegender, düsterer Ereignisse erfolgen wird. Wenn Leons Verdacht sich bewahrheitet, droht von einem früheren Täter höchste Gefahr, und nur schnelles Handeln kann Leben retten. Gegen alle Widrigkeiten und Widersacher beginnt mit Isabelles Unterstützung ein Wettlauf gegen die Zeit.

Remy Eyssen schickt seinen wissenschaftlichen Ermittler nun schon zum vierten Mal auf Verbrechersuche. Aber auch für neue Leser funktioniert der Einstieg in die Ritter-Reihe problemlos. En passant liefert der Autor fehlende Informationen und verleiht seinen Hauptcharakteren mehr und mehr Kontur.

Im Alltag ist der deutsche Docteur beliebt bei den Einheimischen, als Gast in seinem Stammbistro »Chez Miou« oder als Mitspieler auf dem Boule-Platz. Zudem beleben weitere charakteristische Personen die Handlung: Isabelles aufmüpfige Teenager-Tochter Lilou, der Veteran der Fremdenlegionär Jean-Claude, die Wahrsagerin Pilar sind da nur einige Beispiele.

Spannung trifft auf das provenzalische Savoir-Vivre

In Kombination mit Komponenten des Savoir-Vivre – dem Café im Bistro, dem »Chillen« beim Glas Rosé im eigenen Weinberg, dem Pastis zwischendurch und den unaufdringlichen Beschreibungen der provenzalischen Landschaft – entsteht ein Gesamtbild, das den Leser die mediterrane Atmosphäre regelrecht wohlig spüren lässt: Sommerhitze, Gesang der Zikaden, Korkeichen und glitzerndes blaues Meer. Die atmosphärische Darstellung korrespondiert mit der Handlung, wenn im wahrsten Wortsinn Sturm an der Küste aufkommt, als sich die Geschehnisse dramatisch zuspitzen. Es kühlt ab, es regnet und der Levant türmt meterhohe Wellen auf.

Eyssens schreibt kurze Kapitel mit knappen Dialogen. Ein zuweilen etwas holpriger Sprachstil wirkt sich auf den Lesefluss nicht zu störend aus. Durch den Prolog und Einschübe aus der Perspektive des nicht genannten Täters bekommt der aufmerksame Leser relativ früh erste Hinweise auf den Schuldigen, kann Leon bei seinen Ermittlungen über die Schulter schauen und selber Verdächtigungen anstellen. Dabei streut Eyssen so manche Spuren, die in der Sackgasse enden.

Im vermeintlichen Paradies lauern unter der Oberfläche düstere Wahrheiten

Nachdem die Handlung lange Zeit ruhig dahinplätschert, fügen sich zum Ende die Ergebnisse wie Mosaiksteinchen zueinander. Die Ereignisse für das Ermittlergespann überstürzen sich dann zwar etwas, aber es bleibt überraschend bis zur letzten Seite.

Auch wenn eine vergleichbare Geschichte im Krimi und schlimmer in der Wirklichkeit nicht neu ist, gelingt Eyssen eine Variante mit gelungenem Spannungsbogen. Dabei bedient er sich gleichermaßen der Elemente eines Wohlfühlskrimis, als auch realistischer Gesellschaftsabbildung.

Letztendlich zeigt er, dass auch im vermeintlichen Paradies unter der Oberfläche düstere Wahrheiten lauern, die aufgedeckt erschreckende Ausmaße annehmen können. Einer Realität, der sich der Einzelne nicht verschließen kann und darf.

Die Provence als Krimi-Schauplatz boomt und da ist »Das Grab unter Zedern« eine gute Wahl, als unterhaltsame, aber nicht seichte Lektüre für den Frankreich-Reisenden oder die Daheimgebliebenen: Oui, c’ est bon. D’accord!

Kirsten Kohlbrei, Juli 2018

Ihre Meinung zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern«

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wampy zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 31.07.2018
Buchmeinung zu Remy Eyssen – Das Grab unter Zedern„Das Grab unter Zedern“ ist ein Kriminalroman von Remy Eyssen, der 2018 bei Ullstein erschienen ist. Dies ist der vierte Fall für den deutschen Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter, der nun in der Provence arbeitet und im kleinen Städtchen Le Lavandou wohnt.Zum Autor:
Remy Eyssen (Jahrgang 1955), geboren in Frankfurt am Main, arbeitete zunächst als Redakteur bei der Münchner Abendzeitung, später als freier Autor für Tageszeitungen und Magazine. Anfang der 90er Jahre entstanden die ersten Drehbücher. Bis heute folgten zahlreiche TV-Serien und Filme für alle großen deutschen Fernsehsender im Genre Krimi und Thriller.Klappentext:
Zu Beginn der Sommersaison wird ein vermeintlicher Kindermörder aus dem Gefängnis entlassen. Das Berufungsgericht in Toulon hat ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ganz Le Lavandou steht Kopf. In dieser aufgeladenen Atmosphäre wird ein Toter am Strand gefunden. Der Mörder scheint klar zu sein, aber Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter glaubt nicht an die einfache Variante. Seine Nachforschungen führen ihn auf die idyllische Insel Porquerolles. Tiefer und tiefer gräbt er sich in die Geschichte der Inselbewohner, aber seine Nachforschungen gefallen nicht allen. Denn alles deutet daraufhin, dass der Täter von damals dabei ist, weitere Verbrechen zu begehen. Doch niemand will ihm glauben...Meine Meinung:
Bei fast jedem der meist kurzenKapitel wechselt die Erzählperspektive. Die meisten Figuren sind knapp und ein wenig stereotyp gezeichnet. Einzig die Hauptfiguren Leon Ritter, Isabelle Morell und ihre pubertierende Tochter Lilou sind intensiver gezeichnet, aber auch hier gibt es wenig Ecken und Kanten. Neu in der Serie ist ein zweiter Gerichtsmediziner, Dr. Bodin. Auch er ist recht stereotyp negativ gezeichnet.Die Handlung wird durch die vielen Perspektivwechsel vorangetrieben und es gibt auch unterschiedliche Sichten auf die Geschehnisse. Ein gewisser Running Gag ist diesmal das Auffinder mehrerer vermutlicher Unfallopfer oder Selbstmörder, die Leon Ritter dann aber zweifelhaft erscheinen und von ihm als Mordfälle eingeordnet werden. Die Szenen, die aus der Sicht des Täters und des Opfers beschrieben werden, erzeugen eine dunkle Grundstimmung. Aber der Täter glaubt, dass er etwas Gutes tut und ist von seiner Mission überzeugt.Leon ist in Le Lavandou heimisch geworden und verfügt über einen großen Bekanntenkreis, aus dem er immer wieder Informationen erhält. Gerade seine Boule-Freunde sind reine Wissensträger. Nach spannenden Episoden folgen immer wieder ruhigere Abschnitte, die durch Atmosphäre und mediterranes Flair überzeugen. Auch der Humor kommt nicht zu kurz. Wie in den Vorgängern kommt es auch immer wieder zu Spannungen im Polizeiteam und der ein oder andere Mitarbeiter hat mit Vorurteilen zu kämpfen, sei es als Opfer oder auch als Täter.Beeindruckend ist Leons Art, sich seinen Patienten zu nähern. Er ist ein sehr guter Wissenschaftler, aber er vertraut seinem Bauchgefühl. So fallen ihm viele Kleinigkeiten auf, die auf den ersten Blick belanglos aussehen.Es gibt einige Kritikpunkte, aber die Mischung gefällt mir diesmal besser als im Vorgängerband, vielleicht auch weil es wieder etwas positiver und heller erscheint. Leon und Isabelle arbeiten wieder ganz gut zusammen und gehen andere Wege als der Rest der Beamten. Für die Entwicklung der Figur Leon Ritter ist bezeichnend, wie gut er sich mit seinem Assistenten in der Gerichtsmedizin versteht. Auch andere kleine Figuren machen Spass, sei es der Inseldoktor, die Wahrsagerin, der Ex-Legionär und so weiter. Man spürt hier die Liebe des Autors zu der Region und den Menschen, die dort wohnen und arbeiten.Ein bisschen unglücklich war der Schluss nach dem Schluss, den es für mich nicht gebraucht hätte.Fazit:
Es ist wieder die Mischung aus Kriminalfall, südländischer Atmosphäre und liebevoller Figurenzeichnung, die mir an dieser Serie gefällt. Dieser Band wirkt wieder etwas heller wie der Vorgänger und das tut dem Buch gut. Gerne vergebe ich fünf von fünf Sternen (90 von 100 Punkten) und spreche eine klare Leseempfehlung aus.
Barbara62 zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 22.07.2018
Geheimnisvolle Ile de Porquerolles
Nach „Tödlicher Lavendel“, „Schwarzer Lavendel“ und „Gefährlicher Lavendel“ war ich sehr gespannt, welches Adjektiv die im Mittelmeerraum beheimatete Pflanze im vierten Band der provenzalischen Krimireihe von Remy Eyssen schmücken würde, doch mit „Das Grab unter Zedern“ rückt dieses Mal eine andere botanische Gattung in den Fokus. Das bekannte Personal bleibt allerdings glücklicherweise erhalten, in erster Linie der deutsche Gerichtsmediziner Dr. Leon Ritter vom Krankenhaus Saint-Sulpice und seine Lebenspartnerin Capitaine Isabelle Morell, stellvertretende Polizeichefin der Gendarmerie nationale von Le Lavandou. Das Duo ist nicht nur privat inzwischen ein gutes Paar, auch ihre berufliche Verbindung ist überaus erfolgreich. Die Polizistin hat die „spezielle Arbeitsweise“ Leons schätzen gelernt hat und vertraut im Gegensatz zu ihren Kollegen seinem Bauchgefühl und seinen Methoden. Umso betroffener reagieren Leon und Isabelle, als der Klinikchef ihm einen zweiten Gerichtsmediziner aus Avignon zur Disziplinierung wegen der ungewöhnlichen Vorgehensweisen zur Seite stellt. Ein Schock für den Einzelkämpfer Leon, dem Intrigen, Mobbing und Eifersüchteleien zuwider sind.

Viel Zeit zum Grübeln bleibt ihnen nicht. Kurz vor Beginn der Touristensaison wird der Vater der vor fünf Jahren spurlos verschwundenen zehnjährigen Amélie Simon vom Berufungsgerichtshof in Toulon in einem Wiederaufnahmeverfahren aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Der ursprünglich in einem Indizienprozess wegen Mordes verurteilte Paul Simon ist damit zum Entsetzen vieler Bürger wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft hat die Wiederaufnahme der Ermittlungen durch die Gendarmerie nationale von Le Lavandou unter der Aufsicht der für Kapitalverbrechen zuständigen Police Juridicaire, der Kriminalpolizei von Toulon, angeordnet. Noch während sich die Kollegen von Isabelle über die ihrer Ansicht nach unnötigen neuen Ermittlungen ärgern, wird nach einem Sturm die Leiche des Besitzers eines gestrandeten Bootes gefunden, dessen natürliche Todesursache Leon vehement bestreitet. Es wird nicht der letzte Tote sein, bei dem Leon seine berüchtigte Vorliebe für ungewöhnliche Mordtheorien unter Beweis stellt. Und alle Spuren scheinen - zum Leidwesen des unter Seekrankheit leidenden Gerichtsmediziners - auf die Insel Porquerolles zu führen...

Ich bin inzwischen bekennender Fan dieser leicht zu lesenden, sehr unterhaltsamen Krimireihe mit dem sympathischen Personal und dem richtigen Mix aus Ermittlungen, Privatleben und provenzalischem Flair. Allerdings war ich dieses Mal nach 180 Seiten sicher, die Auflösung zu kennen, und behielt recht. Obwohl die Spannung darunter gelitten hat, habe ich auch die zweite Hälfte gerne gelesen und verfolgt, wie Remy Eyssen falsche Spuren gelegt, die Ermittler langsam auf die richtige Spur gebracht und am Ende sogar mehr als einen dramatischen Showdown präsentiert hat.

Trotz der Einschränkung bin ich auch beim nächsten Band garantiert wieder dabei, egal ob mit Lavendel, Zedern oder einer anderen Gattung der provenzalischen Pflanzenwelt.
Odenwaldwurm zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 12.06.2018
Zu Beginn der Sommersaison wird ein vermeintlicher Kindermörder aus dem Gefängnis entlassen. Das Berufungsgericht in Toulon hat ihn aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ganz Le Lavandou steht Kopf. In dieser aufgeladenen Atmosphäre wird ein Toter am Strand gefunden. Der Mörder scheint klar zu sein, aber Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter glaubt nicht an die einfache Variante. Seine Nachforschungen führen ihn auf die idyllische Insel Porquerolles. Tiefer und tiefer gräbt er sich in die Geschichte der Inselbewohner, aber seine Nachforschungen gefallen nicht allen. Denn alles deutet daraufhin, dass der Täter von damals dabei ist, weitere Verbrechen zu begehen. Doch niemand will Leon Ritter glauben... (Klappcovertext vom Buch)

Ich bin sehr gut in den vierten Band der Krimi-Reihe von Toulon gekommen, obwohl ich nicht alle Bände er Serie kenne. Der Schreibstil ist sehr gut und flüssig zu lesen. Die Charaktere und die allgemeine Beschreibung sind sehr bildlich. So das man meint man sitzt mit den anderen Personen im Bistro " Chez Miou". Dies ist aber nicht die einzige tolle bildliche Szene. Man kann die wunderschöne Landschaft der Provence erahnen. Der Autor bringt eine gute Spannung in die Story, so dass man das Buch kaum aus den Händen legen kann. Die auch bis zu Schluss aufrecht erhalten bleibt. Der Interessante Verlauf der Geschichte ist einfach nur fesselnd. Der vermutlich zu unrecht verurteilte Kindermörder Paul Simon wird aus dem Gefängnis entlassen. Dr. Leon Ritter, der Leitung der Rechtsmedizin, ist von Simons Unschuld überzeugt. Er will beweisen, dass Simon nicht seine eigene Tochter ermordet hat und beginnt deshalb zu ermitteln. Werden diese Ermittlungen Erfolgreich sein? Was werden Dr. Leon Ritter und Isabelle, die Kommissarin wohl alles erwarten? Dem Autor ist hier ein recht spannender Krimi gelungen. Das Ende hat mir gut gefallen, leider war es für mich dann doch etwas schnell und sehr kurz gehalten. Aber sonst war es ein toller Krimi und Kritiken auf hohem Niveau.

Ich kann die Story nur jedem Krimi-Fan empfehlen. Ich werde sicherlich noch die anderen Bände noch lesen. Die ich aus dieser Serie noch nicht kenne.
Der Krimi bekommt von mir 4,5 Sterne
buecherwand13 zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 27.05.2018
Eine Mischung aus Kommissar Dupin und Tatort - Spannung und Sommerfeeling

Der deutsche Rechtsmediziner Leon Ritter genießt bei seinem Commandant Zerna kein besonders gutes Ansehen. Daher verbessert sich ihr Verhältnis nicht gerade, als nach und nach mehrere Unfälle auftreten, von denen Ritter behauptet, es handle sich aus seiner Sicht um Morde. Stimmt seine Einschätzung oder hat Zerna recht, der die Fälle möglichst schnell abgeschlossen sehen möchte? Und besteht eine Verbindung zwischen den Ereignissen, vielleicht sogar in Form eines Serienmörders, der möglicherweise gerade auf der Suche nach einem weiteren Opfer ist?

Mit "Das Grab unter Zedern" ist Remy Eyssen ein Krimi gelungen, der mich zunächst durch die sommerlich-südfranzösische Atmosphäre und die gelungene Charakterisierung von Situationen und Personen, später aber auch immer mehr durch die Handlung gefesselt hat.

Absolut zu empfehlen für Krimifans, die auch das Urlaubsfeeling lieben. Das Wissen der ersten drei Bände hat mir als Erstleser von Leon Ritter nicht gefehlt. Ich kann mir aber auf jeden Fall vorstellen, diese Wissenslücke bald zu schließen und mich auch in die "alten" Fälle zu stürzen.
leseratte1310 zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 26.05.2018
Der mutmaßlicher Kindermörder Paul Simon wird vom Gericht mangels Beweisen freigesprochen. Das versetzt die Bevölkerung von Le Lavandou natürlich in helle Aufregung. Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter bekommt es mit einem Toten zu tun, der an den Strand gespült wurde. Ritter glaubt nicht, dass der Mann beim Sturm über Bord gegangen ist. Er betreibt wieder einmal seine eigenen Nachforschungen, die ihn auf die Insel Porquerolles führen.
Dies ist bereits der vierte Fall, in dem Dr. Leon Ritter seine Ermittlungen betreibt. Dem Autor gelingt es ganz wundervoll, die typische Provence-Atmosphäre rüber zu bringen.
Die Provence hat es Ritter angetan, so dass er sich hier niedergelassen hat. Er hat die Gepflogenheiten der Menschen hier übernommen und mit Isabelle und ihrer Tochter Lilou eine Familie gewonnen. Nur mit den Kollegen gibt es Probleme. Besonders Polizeichef Zerna mag Leons Einmischung nicht, gibt aber gerne mit Ermittlungserfolgen an. Die Zusammenarbeit mit dem neuen Kollegen Dr. Bodin gestaltet sich auch schwierig. Aber Ritter kann sich durchaus behaupten.
Obwohl Paul Simon freigesprochen wurde, sind alle der Meinung, dass er der Mörder sein muss. Er muss nicht nur Anfeindungen und Bedrohungen über sich ergehen lassen, sondern verliert auch noch seinen Job.
Dieser Krimi ist wieder sehr spannend. Da die Polizei anderer Meinung als Ritter ist, muss er wieder einmal selbst herausfinden, wer da mordet. Es dauert eine Weile, bis sich herausstellt, in welche Richtung die Spuren führen.
Ich kann diesen Provence-Krimi nur empfehlen.
Leselottchen zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 23.05.2018
Ein wunderbarer Südfrankreich Krimi

Remy Eyssen schafft es immer wieder mich zu begeistern.
Der aus Deutschland kommende Rechtsmediziner Dr. Leon Ritter hat sich, im inzwischen vierten Band dieser Buchreihe sehr gut in Südfrankreich eingelebt, liebt Land und Leute. Die Beziehung und das Zusammenleben mit der stellvertretenden Chefin der Gendarmerie Nationale, Isabelle Morelle und ihrer pubertierenden, überaus erfrischenden Tochter Lilou passt wunderbar ins Geschehen.

Der Prolog hat es gleich in sich. Ein fürchterliches Familiendrama wirkt erschütternd.
Das Thema dieses Frühsommers in Le Lavandou, das auch Leon und Isabelle beschäftigt, ist die Freilassung von Paul Simon. Nach fünf Jahren hinter Gittern hat eine Wiederaufnahme des Verfahrens bewirkt, ihn wegen mangelnder Beweise freizulassen. Hat er seine damals 10-jährige Tocher ermordet oder nicht. Eine Leiche wurde nie gefunden.
Gleichzeitig wird am Strand ein männlicher Toter angespült.
Die Gemüter der Bevölkerung in Le Lavandou sind erhitzt.
Dr. Leon Ritter ist bei seiner Arbeit in der Gerichtsmedizin wieder ganz in seinem Element und ein richtiger Zauberer. Er entlockt den Toten Geheimnisse, wie sonst keiner. Da kann man bloß hoffen, dass sein neuer Kollege bald das Weite sucht. Bei seinen Nachforschungen besucht er mehrmals die idyllische Insel Porquerolles, da alle Fäden dort zusammenzulaufen scheinen.

Die Landschaft ist wie geschaffen, für einen spannenden und ereignisreichen Frankreich Krimi.
Die überaus gelungene Schreibweise entführt mich jedes Mal mittenrein ins Geschehen. Nach dem Lesen des ersten Buches habe ich vor lauter Begeisterung einen Urlaub dort verbracht. Und so fällt es mir leicht, die ganz besondere Atmosphäre dieser Landschaft einzufangen.
Eine spannende Story, fantastisch erzählt, perfekt durchdacht, mit vielen kleineren Nebengeschichten über die Menschen und die Natur. Einmal angefangen kann ich die Bücher von Remy Eyssen nicht mehr aus der Hand legen. Das Lesen macht Lust auf mehr.
Ich hoffe immernoch sehr, dass diese großartige Krimireihe bald verfilmt wird.
Das Buchcover gefällt mir wie immer außerordentlich gut. Der Titel ist passend. Wie oft habe ich diese Buchreihe schon Bekannten von mir empfohlen und auch dieses Band werde ich begeistert weiterempfehlen.
Für mich eines der Highlights der vielen französichen Krimireihen, die derzeit angeboten werden.
venatrix zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 21.05.2018
Im nunmehr vierten Band um Dr. Leon Ritter, Rechtsmediziner aus Deutschland, der seine zweite Heimat im beschaulichen Städtchen Le Lavandou im Süden Frankreichs gefunden hat, dreht sich alles um Paul Simon. Simon soll vor Jahren seine Tochter Amélie ermordet haben. Nun hat das Berufungsgericht das Urteil gegen ihn aufgehoben und Paul Simon kehrt nach Le Lavandou zurück. Doch lange kann er sich seiner neuen Freiheit nicht erfreuen. Er wird von der selbsternannten Bürgerwehr attackiert. Dabei will er doch nur den wahren Täter finden. Der neue Ehemann seiner Ex-Frau, ein gescheiterter Immobilienspekulant, hätte ein Motiv, da Amélie Erbin eines großen Vermögens ist.

Dann wird am Strand eine männliche Leiche gefunden, die von Ritters Vorgesetzten als Unfall angesehen wird. Da Leon Ritter an dieser Theorie zweifelt, beginnt er auf eigene Faust zu recherchieren. Dies führt den leicht an Seekrankheit leidenden Rechtsmediziner auf die Insel Porquerolles, wo er auf einige recht interessante Persönlichkeiten trifft und eine weitreichende Entdeckung macht.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Capitaine Isabelle Morell stellvertretende Leiterin der Gendarmerie Nationale in Lavandou, ermittelt Leon Ritter mit teils unkonventionellen Methoden. Die Erfolge werden den beiden Recht geben, auch wenn das Chef Zerna nicht passt.

Meine Meinung:

Dem Autor ist wieder ein recht spannender Krimi gelungen.
Leon Ritter entwickelt sich. Er nimmt ein wenig von seiner Umgebung an. Diesmal darf er granteln und bietet vor allem Polizeichef Zerna mehrmals die Stirn, der ihm mit Dr. Bodin einen Konkurrenten vor die Nase setzt.

Remy Eyssen orientiert sich diesmal an zwei authentischen Kriminalfällen aus Österreich, die dem Fall eine recht dramatische Wendung geben. Allerdings, geht über den Querelen in der Dienststelle, ein wenig das Motiv des Täters unter.
Gut gefällt mir, dass Leon Ritter immer das Ohr an den Menschen hat. So spricht er immer wieder mit Außenseitern der Gesellschaft wie Pilar oder lässt sich von seinen Boule-Partnern die Familiengeschichten der Dorfbewohner erzählen.
Dass er einen Tag auf der Insel Porquerolles als „Insel-Doktor“ aushilft, öffnet ihm eine mögliche Perspektive, wenn ihm Dr. Bodin den Job in der Gerichtsmedizin wegschnappt (was ich allerdings weder hoffe noch glaube).

Fazit:

Die Auflösung des Falles, der ja eigentlich aus mehreren Komponenten besteht, wirkt auf mich diesmal ein wenig hastig. Ich habe den höchst subjektiven Eindruck, dass zum Schluss ein paar Seiten fehlen, weil der Fall so abrupt endet. Daher diesmal nur 4 Sterne.
StephanieP zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 17.05.2018
Ein Mann, der wegen Kindesmord im Gefängnis saß, wird aufgrund mangelnder Beweise freigesprochen und entlassen. Die Bewohner des kleinen französischen Dorfes sind wirklich entsetzt und schockiert. Als dann auch noch ein Toter am Strand gefunden wird steht für die Bevölkerung der Mörder sofort fest. Nur der Rechtsmediziner Leon Ritter glaubt nicht, dass die Lösung des Falls so einfach ist und er beginnt daher eigenständig zu ermitteln. Dabei stößt er auf ein schockierendes Geheimnis.

Remy Eyssens Schreibstil ist fesselnd und flüssig. Der Autor kann schnell Spannung aufbauen und diese Großteils aufrecht erhalten. Hin und wieder bricht die Spannung allerdings etwas ein, der Autor kann sie allerdings immer wieder schnell aufbauen. Dadurch bleibt der Lesefluss durchgehend erhalten. Gestört hat mich allerdings, dass einige Szenen etwas konstruiert und dadurch eher unglaubwürdig wirken.

Die einzelnen Protagonisten sind authentisch, vielschichtig und zum Teil sehr interessant. Als Leser kann man sich schnell ein Bild machen und Sympathie oder Antipathie entwickeln. Besonders gelungen finde ich die Verbindung des Kriminalfalls und des Privatlebens. Auch die zum Teil sehr gelungenen und bildlichen Landschaftsbeschreibungen konnten mich wirklich überzeugen. Diese machen die Handlung besonders authentisch und man kann sich die Geschehnisse bildhaft vorstellen.

„Das Grab unter Zedern“ ist der mittlerweile vierte Teil rund um den Rechtsmediziner Leon Ritter. Ich kenne bisher keinen der Vorgänger und konnte dennoch sofort in die Handlung einsteigen und ihr ohne Probleme bis zum Ende folgen. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir für die Handlung wichtiges Vorwissen fehlt.

FAZIT:
„Das Grab unter Zedern“ ist ein Großteils spannender und fesselnder Kriminalroman, der allerdings immer wieder etwas konstruiert wirkt. Aus diesem Grund vergebe ich 4 Sterne!
Miss Marple zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 11.05.2018
Leon Ritters 4. Runde

Schon in Jahresfrist versorgt der Autor die Fans von Dr. Leon Ritter mit einem neuen Fall für den engagierten deutschen Gerichtsmediziner, der nach einem schweren persönlichen Schicksalsschlag seine neue Heimat in Südfrankreich fand.
Im aktuellen Fall wird der vermeintlicher Kindermörder Paul Simon vom Berufungsgericht freigesprochen und kehrt in seinen Heimatort zurück, nicht ohne die Wut der dortigen Bevölkerung heraufzubeschwören. Alle sehen in ihm den Mörder seiner Tochter Amélie. Als am Strand ein Toter gefunden wird, ist für die Polizei schnell ein Verdächtiger gefunden. Leon Ritter beginnt mit seiner ganz persönlichen Suche nach dem Mörder. Dabei hat er nicht nur Gegenwind in den Reihen der Polizei zu spüren, sondern hat auch mit den Intrigen an seinem eigenen Arbeitsplatz zu kämpfen, wo ihm vom Klinikleiter ein weiterer Kollege vor die Nase gesetzt wird.
Der eigentliche Fall bleibt diesmal etwas flach, auch plätschert die Handlung zu gemütlich dahin, bis dann kurz vor dem Schluss die Spannung steigt. Leon Ritter zeigt sich wieder von seiner kämpferischen Seite, der sich in einen Fall verbeißt und gegen Widerstände anzukämpfen weiß. Dabei kann er immer auf die Unterstützung von Isabelle vertrauen, die sich als stellvertretende Chefin der Gendarmerie auch in ihren eigenen Reihen gegen Anfeindungen wappnen muss. Die persönliche Beziehung der beiden wurde in den vorhergehenden Bänden besser herausgearbeitet.
Alles in allem ist der 4. Band der Reihe unterhaltsam, reicht aber an die spannenden und weitaus interessanteren Fälle der vorangegangenen Teile nicht heran.
Ilmo zu »Remy Eyssen: Das Grab unter Zedern« 10.05.2018
Remy Eyssens 4. Band um den Gerichtsmediziner Leon Ritter und seine Freundin Isabell konnten mich wieder so begeistern, dass ich in 2 Tagen mit dem Buch "durch" war.
Es bietet neben den spannenden Ermittlungen des Mediziners auch wieder eine gute, für mich wenigstens nicht zu früh durchschaubare, kriminalistische Handlung. Die Landschaft der Provence und die Eigenheiten ihrer Bewohner, nicht zu vergessen der "unvermeidliche" Rosé und seine "Noisette", spielen wieder eine nicht zu unterschätzende Rolle. Anfänglich vermutete Zusammenhänge verlaufen auch mal im Sande, so dass bis auf die buchstäblich letzte Seite Spannung und Überraschungsmomente vorhanden sind.
Für mich eine gelungene Sache mit "Fortsetzungspotential", daher 5 Sterne!

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