Tiefer denn die Hölle von Peter Gallert & Jörg Reiter

Buchvorstellung

Bibliographische Angaben

Originalausgabe erschienen 2018 bei Ullstein.
Ort & Zeit der Handlung: Deutschland, 2010 - heute.
Folge 2 der Martin-Bauer-Serie.

  • Berlin: Ullstein, 2018. ISBN: 978-3-548-29035-5. 400 Seiten.

'Tiefer denn die Hölle' ist erschienen als Taschenbuch

In Kürze:

Polizeiseelsorger Martin Bauer ist auf alles vorbereitet, als er zu dem Einsatz in einem stillgelegten Bergwerk eilt. Dort wurde eine Leiche gefunden, übergossen mit Honig. Bei ihrem Anblick ist Bauers Amtskollege, Polizeidekan Rüdiger Vaals, der die Beamten vor Ort betreuen sollte, mit einem Herzinfarkt zusammengebrochen. Hat der Tote im Bergwerk etwas mit Vaals Vergangenheit zu tun? Bauers Suche nach der Wahrheit führt ihn zu einem sterbenden Mann und tausend Meter unter die Erde.

Ihre Meinung zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle«

Helfen Sie anderen Lesern, indem Sie einen Kommentar zu diesem Buch schreiben und den Krimi mit einem Klick auf die Säule des Thermometers bewerten. Und bitte nehmen Sie anderen Lesern nicht die Spannung, indem Sie den Täter bzw. die Auflösung verraten. Danke!

books4ever zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 10.05.2018
Hochspannung bis zur letzten Seite

Es ist der zweite Fall für Polizeiseelsorger Martin Bauer und diesmal trifft es einen seiner langjährigen Kollegen. Der Polizeidekan Rüdiger Vaals wurde zu einem Tatort in ein stillgelegtes Bergwerk gerufen. Beim Anblick der mit Honig übergossenen Leiche erleidet der Monsignore einen Herzinfarkt. Während Vaals auf der Intensivstation liegt, versucht Bauer fieberhaft herauszufinden, was Vaals so derart verstören konnte. Weiß Vaals etwas über den Mord oder kennt er gar den Mörder?

Leider hatte ich bisher keine Gelegenheit, den ersten Fall von Polizeiseelsorger Martin Bauer zu lesen, doch dies stellte für das Verständnis des zweiten Bands kein Problem dar.
Mit Martin Bauer haben die beiden Autoren einen wirklich interessanten und ungewöhnlichen Protagonisten geschaffen. Bauer, ein evangelischer Pfarrer, ist Seelsorger bei der Kriminalpolizei und unterrichtet zudem an der Polizeischule. Hierdurch hat er eine interessante Position, erfährt er doch einiges über die Ermittlungen der Polizei unter der Leitung von Verena Dohr und darf selbst doch nur indirekt aktiv werden. Dies hält in jedoch nicht davon ab, selbst Nachforschungen zu Vaals und dessen Vergangenheit anzustellen, wobei er auch die eine oder andere Grenze überschreitet.
Ich konnte Bauers Neugier und Ermittlungseifer gut nachvollziehen, liegt ihm der Monsignore doch sehr am Herzen.

Auch die Spannung lässt keinesfalls zu wünschen übrig. Die Geschichte beginnt direkt mit einem düsteren Vorausblick, in dem Bauer schließlich dem Mörder in einem stillgelegten Bergwerksstollen tief unter der Erde gegenübersteht. Ein wirklich starker Beginn, der mich direkt gefesselt hat.
Die Spannung bleibt dann auch die gesamte Handlung über hoch, bis alles letztlich in einem packenden Showdown endet. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe mitgefiebert, wie Bauer dem Mörder Stück für Stück näher gekommen ist.

Mein Fazit:
„Tiefer denn die Hölle“ ist ein packender Kriminalroman, der unter die Haut geht. Besonders die klaustrophobischen Szenen im Bergwerk haben es in sich und sind nichts für schwache Nerven. Ein absolutes Krimi-Highlight, das auf einen dritten Teil hoffen lässt! Von mir gibt es die volle Anzahl an Sternen.
claudi-1963 zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 06.05.2018
"Das Übelste an jemandes Vergangenheit ist, dass die anderen Leute sie nicht so schnell vergessen." (Giovanni Battista Vico)
Eigentlich sollte es ein entspanntes Wochenende mit seiner Frau und Geburtsvorbereitungen für den Polizeiseelsorger Martin Bauer werden. Doch dann erhält er die Nachricht, das der Polizeidekan Rüdiger Vaals in einem stillgelegten Bergwerk mit Herzinfarkt zusammengebrochen ist, bei dem man eine Leiche gefunden hatte. Sofort lässt Bauer alles stehen und liegen und eilt zum Bergwerk um seinem Kollegen behilflich zu sein. Als Vaals ihm im Krankenwagen einen Namen nennt, weiß Bauer nichts mit diesem anzufangen und beginnt daraufhin in Vaals Leben nachzuforschen. Währenddessen ermittelt KHK Verena Dohr im Fall der Bergwerksleiche, die nach wie vor rätselhaft ist. Den es nicht klar, ob es sich um Mord oder um Leichenschändung bei dem Toten handelt. Eigenartig sind auch die post mortem zugefügten Messerstiche und der Honig mit dem der Tote übergossen wurde. Dies alles weist eher auf einen Ritualmord hin, den Honig diente früher zur Einbalsamierung oder als Grabbeigabe. Doch als dann ein mehrfach durchbohrtes religiöses Reliquie entdecken, dass den Heiligen Sebastian darstellt, wird das ganze immer mysteriöser. Martin Bauers Nachforschungen bringen dann abscheuliches aus der Vergangenheit zutage, die er nicht zu glauben wagt und die ihn bis in den Abgrund zur Hölle blicken lässt.

Meine Meinung:
Nach dem mir schon der erste Band dieses eigenartigen Ermittlerteams gefallen hat, war ich gespannt auf dieses Buch. Vor allem der Titel und die Kurzinfo haben mich neugierig gemacht was den beiden Autoren diesmal für eine Geschichte eingefallen ist. Der Schreibstil war wieder einmal sehr gut, so das ich von Anfang bis zum Ende eingetaucht bin. So blieb ich bis kurz vor Ende im Ungewissen, wer der eigentliche Täter ist. Anhand mehrerer Handlungsstränge erfuhr ich von Monsignore Vaals Vergangenheit, den Problemen von Martin Bauer und Verena Dohr und den oft eigenwilligen Ermittlungen die, die Autoren sehr gut im Plot miteinander verflochtet hatten. Fasziniert hat mich wieder einmal das große Wissen um die einzelnen Religionen und die Bibelkenntnisse, die heute nicht mehr selbstverständlich sind. Auch die Problematik des Beichtgeheimnisses wurde mir hier wieder einmal so richtig klar. Außerdem spürte ich sehr gut die Not und das Hadern von Martin Bauer, mit sich und seinem Beruf, bei dem er in allem 100 Prozent geben möchte. Er wäre so ein Seelsorger, dem ich bedingungslos mein Leben vertrauen würde. Auch das hin- und hergerissen sein zwischen Beruf und Privatleben von Martin Bauer und Verena Dohr haben die Autoren wieder sehr gut hinbekommen. Gefallen haben mir auch die Lokation mit den stillgelegten Bergwerken, die sofort den Plot noch unheimlicher wirken ließen. Da ich selbst schon solche Bergwerke besucht habe, konnte ich mir die Szenerie sehr gut vorstellen. Vielleicht waren ein paar Szenen der Geschichte nicht ganz nachvollziehbar und etwas übertrieben, aber da sehe ich im Anbetracht des guten Krimis gerne hinweg. Ich hoffe auf weitere Fälle von Bauer/Dohr und den beiden Autoren, gebe eine Leseempfehlung und 5 von 5 Sterne.
anyways zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 27.04.2018
Bei der Überprüfung der Pumpenanlage in der stillgelegten Zeche Walsum findet der zuständige Ingenieur eine Leiche. Der Polizist der daraufhin den Fundort inspiziert, erleidet eine Panikattacke, dies veranlasst seinen Kollegen den katholischen Polizeiseelsorger Monsignore Vaals als Beistand hinzuzurufen. Dieser jedoch bricht beim Anblick der mit unzähligen Stichwunden und Honig übergossenen Leiche, mit einem Herzinfarkt zusammen. Nun wird sein Kollege der evangelische Polizeiseelsorger Martin Bauer zur Zeche gerufen. Unterdessen trifft auch Hauptkommissarin Verena Dohr an der Zeche ein und übernimmt die Ermittlungen. Monsignore Vaals kommt im Krankenwagen wieder kurz zu Bewusstsein und flüstert Bauer einen Namen zu. Kannte Vaals den Toten? Bauer macht sich auf die Suche nach den Hintergründen, sehr zum Ärger von Verena, muss sie doch nun Bauers Alleingänge wieder vor ihrem Vorgesetzten rechtfertigen.
„Tiefer denn die Hölle“ ist ein Krimi mit sehr viel Lokalkolorit. Die seit Jahrhunderten durch den Bergbau geprägte und veränderte Landschaft wird genauso detailliert beschrieben wie der gesellschaftliche Einschnitt nach dem Ende des Bergbaus. Ein Krimi der mit einem stetigen Spannungsaufbau punkten kann.
Und doch konnte er mich nicht so ganz überzeugen. Zum einen lag es an der Charakterisierung der Protagonisten und sonstigen Akteure. Der ständige Geschlechterkampf in einer Kommissariat mit den dazugehörigen Intrigen war deutlich zu ausufernd. Die familiären Verhältnisse des Martin Bauers hatten für mich auch einen unglaubwürdigen Beigeschmack und es gab einige Stellen die für mich ebenso unwahrscheinlich waren, wo das Autorenduo zu sehr übertrieben hat. Das fängt schon bei der Szene in der Zeche Walsum an. Warum wird bei einer Panikattacke ein Seelsorger gerufen? Das erscheint mir trotz der Erklärung die die Autoren geben nicht sinnvoll. Des Weiteren ist der Raub aus dem Krankenhaus ebenso unlogisch, der bedarf nämlich erheblich mehr Aufwand, Umsatz und Material, und ist von einer Person allein nicht in zehn Minuten zu schaffen. Auch macht das Autorenduo wieder den eklatanten Fehler zu behaupten, die Oberschwester auf Station angetroffen zu haben, die auch noch explizit zu dem Patienten Auskunft geben konnte. Nochmal zum Verständnis, einer Oberschwester, (neudeutsch: Pflegedienstleitung) unterstehen mehrere Stationen und Pflegerische Bereiche, sie hat in erster Linie Verwaltungstechnische Aufgaben zu erledigen. Ihr unterstehen mehrere Stationsleitungen (früher „Öse“ aus dem Wort Stationöse abgeleitet) inklusive deren pflegerisches Personal. Ihre Vorgesetzte ist die/der Pflegedienstleiter/in, der alle Oberschwestern/-pfleger unterstehen. Martin Bauer kann also an einem Freitagabend weder die Oberschwester noch die Stationsleitung (denn die ist in der Regel auch nur bis zum Nachmittag da) angetroffen haben. Wahrscheinlicher ist es, das hier die diensthabende und schichtleitende Schwester gemeint gewesen ist. Klingt zwar nicht so schön wie Oberschwester würde aber der Realität entsprechen. Schon zur Zeiten der „Schwarzwaldklinik“ wurde dieser Unsinn verbreitet (in den Achtzigern war der Pflegeschlüssel allerdings höher. Eine Oberschwester hatte „nur“ das pflegerische Personal einer einzigen Fachabteilung/Klinik zu betreuen und ging einmal wöchentlich zur Chefarztvisite mit.). Ganz zum Schluss ist mir als Leserin auch nicht erklärt worden warum der Täter seine Opfer mit diesen Unmengen an Honig überschüttet hat.
Gefallen hat mir jedoch, dass die Autoren Wert darauf gelegt haben mal ein „weißes“ Schaf der katholischen Kirche zu präsentieren. Ganz berührend fand ich auch die Tagebuchaufzeichnungen des Mädchens im Umgang mit dem Suizid ihrer Mutter.
Fazit: Ein solider Krimi, mit einem abscheulichen Verbrechen das noch über Generationen nachwirkt und einigen fachspezifischen Schwächen.
Büchermaulwurf zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 25.04.2018
Martin Bauers zweiter Fall - düster und spannend

Vor Kurzem erst habe ich den ersten Band „Glaube Liebe Tod“ des Autorenduos Gallert und Reiter begeistert gelesen und war wegen der spannenden Leseprobe schon sehr gespannt auf den neuen Fall.

Diesmal wird der Polizeiseelsorger Martin Bauer in einen wirklich düsteren und grausamen Fall verstrickt. Er wird zu einem Einsatz in ein stillgelegtes Bergwerk gerufen. In der Tiefe wurde eine mit unzähligen Schnitten verstümmelte und mit Honig übergossene Leiche gefunden. Bauers katholischer Amtskollege Polizeidekan Rüdiger Vaals war als erster zur Stelle und erlitt beim Anblick der Leiche einen Herzinfarkt. Auf dem Weg in die Klinik wiederholt Vaals unter Schock stehend immer wieder den Namen eines Mannes auf den er nicht genug aufgepasst hätte und nun verdammt sei. Bauer möchte seinem Kollegen unbedingt helfen und versucht für ihn den Mann zu finden. Dabei taucht er immer tiefer in Monsignore Vaals Vergangenheit ein. Bei seinen Nachforschungen stößt er auf unglaubliche Verbrechen.
Hauptkommissarin Verena Dohr ermittelt inzwischen im Fall der Honigleiche. Beide ermitteln in unterschiedliche Richtungen und müssen am Ende feststellen, dass beide Fälle zusammenhängen.

Dem Autorenduo ist hier eine sehr spannende und düstere Fortsetzung gelungen. Das Ruhrgebiet als Kulisse mit seinen Fördertürmen, Zechen, stillgelegten Bergwerken und Schächten bieten ein düsteres, passendes Szenario für einen Serienkiller. Die Szenen unter Tage erzeugten bei mir eine Gänsehaut. Als Drehbuchautoren verstehen die beiden es geschickt Spannung entstehen zu lassen und diese bis zum dramatischen Ende zu steigern. Den Autoren ist es auch diesmal sofort wieder gelungen mein Kopfkino in Gang zu setzen.

Mit dem Polizeiseelsorger Martin Bauer haben die beiden einen sympathischen und ungewöhnliche Charakter geschaffen. Er ermöglicht einen ganz anderen Blick auf die Ermittlungen. Er mischt sich oft in die Polizeiarbeit ein und überschreitet dabei meistens seine Kompetenzen, um anderen zu helfen. Er nimmt seinen Beruf, der für ihn Berufung ist, sehr ernst und stellt sich selbst und leider oft auch seine Familie hinten an. Deswegen hat ihn seine schwangere Frau vorübergehend verlassen.
Verena Dohr mag ich ebenso. Sie ist eine starke Frau, hat jedoch auch ihr Päckchen zu tragen. Ihr Partner ist kokainabhängig und hat gerade eine Entziehungskur abgebrochen. Beruflich muss sie sich als Dienststellenleiterin gegen einen intriganten Kollegen zur Wehr setzen, der ständig an ihrem Stuhl sägt. Auch ihr Vorgesetzter ist selten auf ihrer Seite.
Die Hauptcharaktere wirken beide sehr authentisch und ihre Handlungen nachvollziehbar und menschlich. Ich mag beide sehr und freue mich auf schon auf weitere Fälle und die Weiterentwicklung ihres Privatlebens.

Mein Fazit:
„Tiefer denn die Hölle“ ist ein sehr spannender Krimi vor der düsteren Kulisse stillgelegter Bergwerke und dunkler Schächte, die ein grausames Verbrechen bergen. Der Titel (ein Bibelzitat) passt hervorragend zum Inhalt. Mir hat dieser zweite Fall noch besser gefallen, als der erste!
buchleserin zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 22.04.2018
„Tiefer denn die Hölle“ ist bereits der zweite Martin-Bauer-Krimi vom Autorenduo Peter Gallert und Jörg Reiter.
Den ersten Band habe ich nicht gelesen, was aber hier auch nicht zwingend notwendig ist, wie bei manch anderen Krimireihen. Ich habe nicht das Gefühl irgendetwas verpasst zu haben.
Dieser Kriminalroman beginnt mit einem ziemlich spannenden Prolog. Man spürt direkt die Atmosphäre dort, wie Martin Bauer sich mit dem Korb in die Dunkelheit hinunter lässt. Und auch die weitere Suche mit der Grubenlampe in der Finsternis, als wäre man selbst dabei.
Auch die weitere Handlung kann die Spannung halten und die Ermittler gefallen mir ganz gut.
In einem still gelegten Bergwerk wird eine mit Honig übergossene Leiche gefunden. Der anwesende Polizeidekan Rüdiger Vaals bekommt bei dem schrecklichen Anblick einen Herzinfarkt. Hauptkommissarin Verena Dohr ermittelt im Fall der Honigleiche. Und auch Vaals Kollege Martin Bauer fängt auf eigene Faust an zu ermitteln, was dem Polizeidirektor gar nicht gefällt. Zwischendurch muss Bauer immer wieder Treffen mit seiner schwangeren Frau absagen, die inzwischen getrennt von ihm lebt.
Bei Bauer gibt es also familiäre Probleme und Verena Dohr hat Probleme mit einem Kollegen. Die Ermittlungen stehen für beide jedoch an erster Stelle.
Das Autorenduo lässt die Leser lange im Dunkeln tappen, wer nun der Täter ist. Die Auflösung hat mich überrascht.
Mir hat dieser Krimi ganz gut gefallen, er ließ sich leicht und flüssig lesen und ich bin nun an einem weiteren Krimi dieser Reihe interessiert.
StephanieP zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 21.04.2018
Martin Bauer arbeitet als Polizeiseelsorger und wird zu einem Einsatz in einem stillgelegten Bergwerk gerufen. In dem Bergwerk wurde eine mit Honig übergossene Leiche gefunden. Als der Polizist und Kollege von Martin, Rüdiger Vaals, die Leiche sieht erleidet er einen Herzinfarkt. Schnellerhärtet sich der Verdacht, dass Rüdiger den Toten kannte. Doch was hatten die beiden Männer miteinander zu tun?

Das Autorenduo Peter Gallert und Jörg Reiter haben einen meiner Meinung nach etwas gewöhnungsbedürftigen Schreibstil. Ich konnte der Handlung zwar sofort folgen, brauchte aber circa bis zur Hälfte des Buches, bis ich mich mit dem Schreibstil anfreunden konnte. Die Autoren können sehr schnell Spannung aufbauen und diese auch durch geschickte Wendungen problemlos bis zum Ende aufrecht erhalten. Längen und unnötige Wiederholungen werden gänzlich vermieden.

Die einzelnen Protagonisten sind authentisch und vielschichtig. Trotzdem konnte ich mit Martin Bauer anfangs eher weniger anfangen. Im Laufe des Buches wurde er mir allerdings immer sympathischer und ich konnte sein Verhalten auch immer besser verstehen und nachvollziehen. Besonders gelungen finde ich die Einblicke in das Leben einzelner Protagonisten. Dies macht die Handlung besonders authentisch ohne dabei den Fall und die Ermittlungen in den Hintergrund zu rücken.

„Tiefer denn die Hölle“ ist bereits der zweite Teil rund um den Polizeiseelsorger Martin Bauer. Ich kenne den Vorgänger bisher noch nicht. Trotzdem hatte ich keinerlei Probleme in die Handlung einzusteigen und konnte ihr problemlos bis zum Ende folgen. Ich wurde zudem auch schnell mit den einzelnen Protagonisten vertraut.

FAZIT:
„Tiefer denn die Hölle“ ist ein gelungener Kriminalroman, der vor allem durch eine fesselnde Ermittlung und einen spannenden Todesfall überzeugen kann. Da ich anfangs Schwierigkeiten mit dem meiner Meinung nach eher gewöhnungsbedürftigen Schreibstil hatte vergebe ich 4 Sterne!
HexeLilli zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 13.04.2018
Dieser Krimi hat mir sehr gut gefallen. Super spannend, flüssig zu lesen und mit sympathischen Protagonisten. Auch das Cover passte hervorragend zum Buch.
Polizeiseelsorger Martin Bauer wird an einen Tatort gerufen. Sein katholischer Kollege hat hier beim Anblick der Leiche einen schweren Herzinfarkt erlitten. Im Anblick des Todes flüstert er immer wieder einen Namen. Nun erwacht der Jagdinstinkt von Martin Bauer. Zeitgleich ermittelt Hauptkommissarin Verena Dohr mit ihrem Team um den Mörder zu finden.
Die Geschichte spielt im Ruhrgebiet, Schauplatz alte Bergwerksstollen und stillgelegte Zechen. Teilweise hatte ich das Gefühl ich stehe als stiller Beobachter dabei, so lebendig und glaubhaft wurden die Szenen beschrieben. Der Fall war nicht vorhersehbar und gut durchdacht. Das einzige Manko war für mich auf Seite 296 hieß die Frau Doris Slomka wie auch schon öfter erwähnt dann auf der nächsten Seite plötzlich Marion. Ich finde, das muss nicht sein.
Ansonsten kann ich diesen Krimi sehr gerne empfehlen. Mir hat er spannende Stunden beschert und ich werde mir auf jeden Fall noch das erste Buch aus der Reihe besorgen.
walli007 zu »Peter Gallert & Jörg Reiter: Tiefer denn die Hölle« 07.04.2018
Licht der Welt

Mit der Ehe des evangelischen Polizeiseelsorgers Martin Bauer steht es immer noch nicht zum Besten. Mit seiner hochschwangeren Frau will er einen Geburtsvorbereitungskurs besuche, der gleichzeitig ein gemeinsam verbrachtes Wochenende bringen soll. Allerdings noch auf dem Weg dorthin wird Bauer zu einem Einsatz gerufen. In einem alten Förderschacht ist ein Polizist in Panik geraten und der herbeigerufene Priester hat im Schacht einen Herzinfarkt erlitten. Nun liegt es an Bauer dabei zu helfen, die beiden Kollegen wieder ans Tageslicht zu bringen. Eine mit Honig übergossene Leiche war Anlass des Einsatzes. Doch wieso ist der Anblick des Toten dem Kollegen Vaals so nahe gegangen?

Martin Bauer kann einfach nicht anders, er muss der Sache auf den Grund gehen. Die letzten Monate, in denen er sich bemüht hat, sämtlichen Gefahren aus dem Weg zu gehen, in denen er an der Polizeischule unterrichtet hat, um seine Frau zu überzeugen, dass er sich ändern wird, sind wie weggewischt. Was ist nur mit seinem Kollegen geschehen? Erste Spuren führen zurück zu einer Kirchengemeinde, die der Priester Vaals etliche Jahre geleitet hat und die er plötzlich verließ. Hat sich Vaals damals etwas zuschulden kommen lassen? Daran mag Bauer nicht glauben, doch was sonst kann die Ursache für den abrupten Stellenwechsel gewesen sein. Kommissarin Dohr, die Leiterin der Ermittlungen, kämpft derweil mit internen Intrigen und steigt doch voller Eifer in die Ermittlungen ein.

Mit seinem zweiten Auftritt punktet Martin Bauer wieder sehr gut. Einmal auf einer Fährte kann er nicht umhin, selbst zu ermitteln. Mit seinem Auftreten als Seelsorger erlangt er manchmal sogar Informationen, die den Polizeibeamten vorenthalten werden. Seine Zusammenarbeit mit der leitenden Ermittlerin funktioniert gut, auch wenn seine Herangehensweise vom Chef nicht gerne gesehen wird. Bauer soll sich um die Seelen sorgen und sich nicht als Detektiv hervortun. Ein Wunsch, der sich kaum erfüllen wird. Man muss Bauers eckigen Charakter einfach mögen, mit Spürsinn und Gottesglauben geht er den Dingen auf den Grund. Geschickt sind auch in diesem zweiten Fall die Handlungsstränge verbunden, undurchschaubar zunächst, gelangt man doch mit jedem Ermittlungsschritt zu mehr Klarheit. Auch wenn dieser Fall nicht ganz so mitreißend ist wie der erste, so bleibt man doch immer gespannt auf den Fortgang des lückenlos konstruierten Falles mit seinem außergewöhnlichen Ermittler, der seinen Auftrag auf eigene Art interpretiert.
Ihr Kommentar zu Tiefer denn die Hölle

Hinweis: Wir behalten uns vor, Kommentare ohne Angabe von Gründen zu löschen. Beachten und respektieren Sie jederzeit Urheberrecht und Privatsphäre. Werbung ist nicht gestattet. Lesen Sie auch die Hinweise zu Kommentaren in unserer Datenschut­zerklärung.

Seiten-Funktionen: